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Jakob Wassermann: Melusine - Kapitel 17
Quellenangabe
typefiction
booktitleMelusine
authorJakob Wassermann
firstpub1896
year1935
publisherQuerido Verlag
addressAmsterdam
titleMelusine
pages3-8
created20050705
sendergerd.bouillon
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Schluß.

Aber es gab kein Wiedersehen für sie, das wußten sie Beide. – In anderthalb Jahren hatte Falk sein Vermögen von zweihunderttausend Mark verpraßt. Dann heiratete er die Tochter eines jüdischen Bankiers und gründete sich eine Landpraxis im Osten Bayerns.

Niemals hörte er wieder von Melusine Mirbeth. Und niemals erzählte er von ihr. Langsam erlosch mit den Jahren die Liebe. Und sie wohnte noch in seinem Herzen, als er selten mehr ihrer gedachte. So frißt sich die Flamme noch im Innern eines abgebrannten Gebäudes fort, wenn die Mauern auch schon längst erkaltet sind.

Ob Mely ihrem Leben ein Ende gemacht, ob sie in den wechselvollen Stürmen des Lebens ein heimisches, schützendes Dach gefunden, er wußte es nicht. Aber er suchte es auch nicht zu erfahren. Er glich darin dem Mann, der mit einer langsam heilenden Wunde umhergeht und jede Berührung fürchtet.

Aber ist die Liebe eine Wunde? Oder was ist sie sonst? Wer kann es wissen. Wer kann ermessen, wie tief sie ist, wer kann begreifen, wie sie entsteht? Hier hat Gott eine große Mauer aufgerichtet.

Mancher glaubt, er hätte sich ein stilles Glück am Herd gesichert. Aber der rauhe Wind bläst durch den Schlot und fort ist es.

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