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Mein Onkel Benjamin

Claude Tillier: Mein Onkel Benjamin - Kapitel 20
Quellenangabe
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typefiction
authorClaude Tillier
titleMein Onkel Benjamin
publisherInsel Verlag
seriesinsel taschenbuch
volume219
printrunErste Auflage
year1976
illustratorEmil Preetorius
translatorRudolf G. Binding
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorHerbert Niephaus
senderwww.gaga.net
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Neunzehntes Kapitel

Wie mein Onkel Herrn von Brückenbruch dreimal entwaffnete

Die Dämmerung, eine farblose, griesgrämige Februardämmerung, warf noch kaum die ersten bleiernen Lichter auf die Wände seines Zimmers, als mein Onkel schon auf den Beinen war. Er zog sich tastend an und stieg mit leisen Tritten die Treppe hinab, denn er fürchtete besonders, seine Schwester aufzuwecken; als er aber über den Flur wollte, fühlte er eine weibliche Hand auf seiner Schulter.

»Ei daß ...! teure Schwester«, rief er mit einer Art von Schreck, »Sie ist schon wach?«

»Sage, daß ich noch nicht eingeschlafen bin, Benjamin. Bevor du gingest, wollte ich dir Lebewohl sagen, vielleicht ein letztes Lebwohl, Benjamin. Begreifst du, was ich leide, wenn ich denke, daß du hier hinausgehst, voll von Leben, Jugend und Hoffnung, und daß du vielleicht wiederkehrst auf den Armen deiner Freunde, mit einem Degenstich durch den Leib? Ist denn dein Entschluß unerschütterlich? Hast du, bevor du ihn faßtest, an den Jammer gedacht, den dein Tod in dieses traurige Haus bringen würde? Für dich, wenn der letzte Blutstropfen entflohen ist, wird alles zu Ende sein, aber wie viele Monate, viele Jahre werden vergehen, ehe unser Schmerz versiegt, und die weißen Tränen auf deinem Kreuz werden längst verwaschen sein, wenn die unsrigen noch immer fließen.« Mein Onkel entfernte sich, ohne zu antworten, und vielleicht weinte er, aber meine Großmutter hielt ihn bei seinem Frackschoß.

»Renne denn zu deinem Mordstelldichein, wildes Tier!« rief sie, »laß Herrn von Brückenbruch nicht warten; vielleicht fordert es die Ehre, daß du gehst, ohne deine Schwester zu umarmen; aber nimm wenigstens diese Reliquie, die der Gevatter Guillaumot mir geliehen hat; vielleicht bewahrt sie dich vor den Gefahren, in die du dich so taub hineinstürzest.«

Mein Onkel steckte die Reliquie eilig in die Tasche und machte, daß er fortkam.

Er ging Herrn Minxit in seiner Herberge wecken. Im Vorbeigehen nahmen sie Page und Arthus mit, und so gingen sie alle zusammen in einem Wirtshaus ganz draußen am Beuvron frühstücken. Mein Onkel wollte, wenn er unterliegen sollte, nicht mit leerem Magen die Reise antreten. Er pflegte zu sagen, daß eine Seele, die von zwei Weinen eingerahmt vor Gott erscheine, mehr Kühnheit hätte und ihre Sache besser führe als eine arme Seele, die nur voll von Tee und Zuckerwasser sei. Der Sergeant nahm gleichfalls am Frühstück teil; als man beim Nachtisch war, bat ihn mein Onkel, nach dem Michelskreuz einen Tisch, ein Kästchen und zwei Stühle zu tragen, die er für sein Duell brauche, und dort mit den nächsten Weinbergpfählen ein ordentliches Feuer anzuzünden; dann verlangte er Kaffee. Herr von Brückenbruch und sein Freund ließen nicht lange auf sich warten.

Der Sergeant machte nach bestem Können die Honneurs des Biwaks.

»Meine Herren«, sagte er, »nehmen Sie sich die Mühe, sich zu setzen, und wärmen Sie sich. Herr Rathery bittet Sie, ihn zu entschuldigen, wenn er Sie ein wenig warten läßt, aber er ist samt seinen Zeugen beim Frühstück, und in einigen Minuten wird er zu Ihrer Verfügung stehen.« Wirklich kam Benjamin eine Viertelstunde später, hatte Arthus und Minxit unterm Arm gefaßt und sang aus voller Kehle:

»Auf Ehr, ein trauriger Soldat,
der nicht versteht zu trinken!«

Mein Onkel grüßte seine beiden Gegner artig.

»Mein Herr«, sagte Herr von Brückenbruch hoheitsvoll, »es sind zwanzig Minuten, die Sie uns warten lassen.«

»Der Sergeant hat Ihnen wohl den Grund unserer Verspätung erklärt, und ich hoffe, daß Sie ihn vollwichtig finden.«

»Was Sie entschuldigt, ist, daß Sie nicht von Adel sind und es vermutlich das erste Mal ist, daß Sie mit einem Adligen zu tun haben.«

»Was wollen Sie, wir haben die Gewohnheit, wir andern Bürgerkreaturen, nach jeder unserer Mahlzeiten Kaffee zu trinken, und daß Sie sich Vicomte von Brückenbruch nennen, ist kein Grund, uns von dieser Gepflogenheit abzuwenden. Der Kaffee, sehen Sie, ist bekömmlich, ist tonisch, er reizt angenehm das Hirn, er gibt den Gedanken einen leichten Schwung; wenn Sie heute morgen keinen Kaffee getrunken haben, sind die Waffen nicht gleich, und ich weiß nicht, ob mein Gewissen mir erlaubt, mich mit Ihnen zu messen.«

»Lachen Sie, mein Herr, lachen Sie, solange Sie lachen können; wer zuletzt lacht, lacht am besten, erlaube ich mir zu bemerken.«

»Mein Herr«, versetzte Benjamin, »es ist nichts zu lachen, wenn ich sage, daß der Kaffee tonisch ist: das ist die Ansicht mehrerer medizinischer Zelebritäten, und ich selbst verordne ihn als anregendes Mittel bei verschiedenen Krankheiten.«

»Herr!«

»Und Ihr Brandfuchs? Ich bin sehr erstaunt, ihn nicht hier zu sehen; sollte er zufällig unwohl sein?«

»Mein Herr«, sagte der zweite Musketier, »lassen wir die Späße! Sie haben wohl nicht vergessen, warum wir hierhergekommen sind.«

»Oh, da sind Sie, Numero zwei! Entzückt, Ihre Bekanntschaft zu erneuern. In der Tat, ich habe nicht vergessen, warum ich hierhergekommen bin, und der Beweis dafür ist«, fügte er hinzu, indem er nach dem Tisch zeigte, auf dem das Kästchen stand, »daß ich die Vorbereitungen getroffen habe, Sie zu empfangen.«

»Ei, was soll dieser Zauberapparat, wenn man sich auf Degen schlägt?«

»Aber«, sagte mein Onkel, »ich schlage mich nicht auf Degen.«

»Mein Herr«, sagte Herr von Brückenbruch, »ich bin der Beleidigte, ich habe die Wahl der Waffen, ich wähle den Degen.«

»O nein, Herr! Ich bin der Erstbeleidigte und trete Ihnen dieses Recht nicht ab: ich wähle das Schachspiel.«

Zu gleicher Zeit öffnete er das Kästchen, das der Sergeant mitgebracht hatte, und zog ein Schachbrett samt Figuren hervor, wobei er den Edelmann einlud, seinen Platz an dem Tischchen einzunehmen.

Herr von Brückenbruch wurde bleich vor Wut.

»Wollen Sie mich etwa an der Nase herumführen?« schrie er.

»Nicht im mindesten«, sagte mein Onkel; »jedes Duell ist eine Partie, bei der zwei Menschen ihr Leben gegeneinander einsetzen; warum sollte diese Partie nicht ebensogut auf Schach als auf Degen gespielt werden? Wenn Sie sich übrigens im Schach schwach fühlen, bin ich bereit, denselben Einsatz im Ekarté oder Sechsundsechzig zu spielen. Auf fünf Punkte, wenn Sie wollen, ohne Revanche oder Reugeld; es geht schneller.«

»Ich bin hierhergekommen«, sprach Herr von Brückbruch, mit Mühe an sich haltend, »nicht um mein Leben wie eine Flasche Bier auszuspielen, sondern um es mit meinem Degen zu verteidigen.«

»Ich verstehe«, sagte mein Onkel; »Sie sind mir in Degen überlegen, und Sie hoffen, leichten Kaufs mit mir davonzukommen, der ich den meinen nur führe, um ihn an meiner Seite zu tragen. Ist das die Ehrenhaftigkeit eines Edelmanns? Wenn ein Schnitter Ihnen vorschlüge, sich mit ihm auf Sensen zu schlagen, oder ein Drescher auf Dreschflegel, würden Sie annehmen, bitte?«

»Sie werden sich auf Degen schlagen!« brüllte Herr von Brückenbruch außer sich, »wenn nicht ...«, und er erhob seine Reitpeitsche.

»Wenn nicht, was?« fragte mein Onkel.

»Wenn nicht, schlage ich Ihnen mit meiner Reitpeitsche ins Gesicht.«

»Sie wissen, was ich von Ihren Drohungen halte«, erwiderte Benjamin. »Nun denn, nein, mein Herr, dieses Duell wird sich nicht so vollziehen, wie Sie gehofft hatten. Wenn Sie auf Ihrer unanständigen Hartnäckigkeit bestehen, würde ich glauben und es auch aussprechen, daß Sie auf Ihre Raufboldgeschicklichkeit spekuliert haben, daß Sie mir eine Falle gestellt haben, daß Sie hierhergekommen sind, nicht um Ihr Leben gegen das meine zu riskieren, sondern um mich zum Krüppel zu schlagen, verstehen Sie, Herr von Brückenbruch? Und ich würde Sie für eine Memme erklären, jawohl, für eine Memme, mein Herr Edelmann, für eine Memme, jawohl, für eine Memme!«

Und die Worte meines Onkels vibrierten zwischen seinen Lippen wie ein Glas, das klingt.

Der Junker konnte es nicht länger ertragen, er zog seinen Degen und stürzte sich auf Benjamin. Es wäre um ihn geschehen gewesen, wenn der Pudel nicht, indem er sich auf Herrn von Brückenbruch warf, den Stoß abgelenkt hätte. Nachdem der Sergeant seinen Hund abgerufen hatte, sagte mein Onkel:

»Meine Herren, ich nehme Sie zu Zeugen, daß, wenn ich den Zweikampf annehme, es geschieht, um diesem Menschen einen offenen Mord zu ersparen.«

Nun zog auch er blank und hielt, ohne auch nur einen Fingerbreit zu weichen, dem ungestümen Angriff seines Gegners stand. Der Sergeant, der seinen Stoß nicht kommen sah, trampelte im Grase herum wie ein an einen Baum gebundenes Rennpferd und drehte das Handgelenk bis zum Verrenken, um Benjamin die Bewegung anzuzeigen, die er machen müsse, um seinen Mann zu entwaffnen. Herr von Brückenbruch, außer sich über den unerwarteten Widerstand, dem er begegnete, hatte seine Kaltblütigkeit und mit ihr seine mörderische Sicherheit verloren. Er kümmerte sich nicht mehr um Paraden gegen die Stöße, die ihm sein Gegner beibringen konnte, sondern trachtete nur danach, ihm den Degen durch den Leib zu rennen.

»Herr von Brückenbruch«, sagte mein Onkel, »Sie hätten besser daran getan, Schach zu spielen; Sie sind nie in der Parade; es käme nur auf mich an, Sie zu töten.«

»Töten Sie, Herr«, rief der Musketier; »nur dazu sind Sie hier!«

»Ich ziehe es vor, Sie zu entwaffnen«, sagte mein Onkel, und indem er blitzschnell seine Klinge unter der des Gegners entlangführte, sandte er diese mitten in die Hecke.

»Sehr gut! bravo!« rief der Sergeant, »ich hätte sie nicht so weit schicken können. Wenn Sie nur sechs Monate meine Stunden genössen, Sie wären die beste Klinge Frankreichs.«

Herr von Brückenbruch wollte den Kampf wiederaufnehmen. Als die Zeugen Einspruch erhoben, sagte mein Onkel:

»Nicht doch, meine Herren! Das erstemal zählt nicht, und keine Partie ohne Revanche. Die Genugtuung; auf die dieser Herr ein Recht hat, muß vollständig sein.«

Die beiden Gegner gingen von neuem in Stellung, aber beim ersten Ausfall flog der Degen des Herrn von Brückenbruch auf die Straße. Als er lief, um ihn aufzuheben, sagte Benjamin mit seiner sardonischen Stimme:

»Ich bitte Sie um Vergebung, Herr Vicomte, wegen der Unbequemlichkeiten, die ich Ihnen verursache, aber es ist Ihre Schuld; hätten Sie Schach gespielt, so hätten Sie sich nicht zu bemühen gehabt.«

Ein drittes Mal trat der Musketier zum Gange an. »Genug!« riefen die Zeugen. »Sie mißbrauchen die Großmut des Herrn Rathery.«

»Ganz und gar nicht«, sagte mein Onkel; »der Herr will jedenfalls den Stoß lernen. Erlauben Sie, daß ich ihm noch eine Lektion erteile.«

In der Tat ließ diese Lektion nicht auf sich warten, und der Degen des Herrn von Brückenbruch entfuhr zum drittenmal seiner Hand.

»Sie hätten gut getan«, sagte mein Onkel, »einen Bedienten mitzubringen, um Ihren Degen aufzuheben.«

»Sie sind der Teufel in Person«, sagte jener; »ich möchte lieber, Sie hätten mich getötet, als daß Sie mich so schimpflich behandeln durften.«

»Und Sie, mein Herr Baron«, fragte Benjamin und wandte sich an den zweiten Musketier, »Sie sehen, mein Barbier ist nicht hier. Bestehen Sie darauf, daß ich das Versprechen zur Ausführung bringe, das ich Ihnen gegeben habe?«

»In keiner Form«, antwortete der Musketier. »Ihnen gehören die Ehren des Tages. Es ist keine Feigheit, Ihnen zu weichen, da Sie die Besiegten schonen. Obwohl Sie nicht Edelmann sind, so halte ich Sie doch für den besten Fechter und ehrenwertesten Menschen, den ich kenne. Denn Ihr Gegner wollte Sie töten, Sie hatten sein Leben in der Hand und haben es geschont. Wenn ich König wäre, Sie sollten zum mindesten Herzog sein. Und nun, wenn Sie auf meine Freundschaft irgendwelchen Wert legen, ich biete sie Ihnen von ganzem Herzen an und erbitte die Ihre dagegen.«

Und er hielt meinem Onkel seine Hand hin, der sie herzlich schüttelte. Herr von Brückenbruch hielt sich abseits bei dem Feuer, finster und abweisend, die Stirn zu einem Unwetter gerunzelt. Er nahm den Arm seines Freundes, verneigte sich eisig gegen meinen Onkel und entfernte sich.

Mein Onkel hatte Eile, zu seiner Schwester zurückzukehren; aber das Gerücht seines Sieges hatte sich rasch in der Vorstadt verbreitet; bei jedem Schritt wurde er von einem angeblichen Freunde aufgehalten, der ihn zu seiner schönen Waffentat beglückwünschen wollte und ihm unter dem Vorwand eines Händedrucks fast den Arm aus der Schulter riß. Die Straßenjungen, jene Schicht der Bevölkerung, die von jedem Ereignis der Straße aufgewirbelt wird, tobten um ihn herum und betäubten ihn mit ihren Hurras. In einigen Augenblicken war er der Mittelpunkt einer wüsten, tumultuierenden Menge, die ihm auf die Hacken trat, seine seidenen Strümpfe beschmutzte und seinen Dreispitz in den Dreck stieß. Er konnte gerade noch ein paar Worte mit Herrn Minxit wechseln; aber unter dem Vorwand, seinen Triumph vollständig zu machen, setzte sich plötzlich Cicero, der Stadttambour, den wir schon kennen, mit seiner Pauke an die Spitze des Haufens und begann auf das Kalbfell zu schlagen, daß die Brücke des Beuvron dem Bersten nahe war; und Benjamin mußte ihm noch dazu drei Groschen für seinen Radau geben. Zu seinem Unglück hätte nur noch gefehlt, daß man eine Ansprache auf ihn hielt. So wurde es meinem Onkel gelohnt, daß er sein Leben im Duell aufs Spiel gesetzt hatte.

›Wenn ich dort droben am Michelskreuz‹, sagte er bei sich, ›einem armen vor Hunger sterbenden Teufel ein paar Louisdor geschenkt hätte, so ließen alle diese Maulaffen, die jetzt um mich herum jubeln, mich ruhig meines Weges ziehen. Was ist also, mein Gott, der Ruhm, und an wen wendet er sich? Ist der Lärm, den man um einen Namen macht, ein so seltenes und wertvolles Gut, daß man ihm zuliebe Ruhe, Glück, süße Neigungen, schöne Jahre und manchmal den Frieden der Welt opfert? Dieser erhobene Finger, der auf euch in der Öffentlichkeit weist, auf wem ist er nicht schon stehengeblieben? Dieses Kind, das man unter dem Geläut der Glocken zur Kirche trägt, dieser Ochse, den man mit Blumen und Bändern bekränzt durch die Stadt führt, dieses Kalb mit sechs Beinen, dieser Akrobat auf dem Drahtseil, dieser Luftschiffer, der aufsteigt, dieser Taschenspieler, der Muskatnüsse verschluckt, dieser Prinz, der durchreist, dieser Bischof, der seinen Segen spricht, dieser General, der von einem Sieg in fernen Ländern wiederkehrt, haben sie nicht alle ihren Augenblick des Ruhmes gehabt? Du hältst dich für berühmt, wenn du deine Ideen in die dürren Spalten eines Buches gesät, wenn du Menschen in Marmor ausgehauen oder Leidenschaften in Beinschwarz und Bleiweiß dargestellt hast; aber du wärst noch viel berühmter, wenn du eine Nase hättest, sechs Zoll lang. Was den Ruhm betrifft, der uns überlebt, so wird der nicht jedem zuteil, ich gebe es zu; aber die Schwierigkeit ist, daß man nichts davon hat. Man finde mir einen Bankier, der die Unsterblichkeit diskontiert, und von morgen an arbeite ich daran, unsterblich zu werden.‹

Mein Onkel wollte im Haus seiner Schwester in Familie mit Herrn Minxit speisen; aber der wackere Mann war, obwohl sein teurer Benjamin heil, gesund und sieggekrönt vor ihm stand, traurig und bedrückt. Was ihm mein Onkel am Morgen von Herrn von Brückenbruch gesagt hatte, kam ihm immer wieder in den Sinn. Er sagte, er habe wie eine Stimme im Ohr, die ihn nach Corvol riefe. Er war in einer nervösen Erregung, ähnlich der, wie sie Personen darbieten, die nicht an Kaffee gewöhnt sind und eine starke Dosis davon genommen haben. Alle Augenblicke mußte er vom Tisch aufstehen und einen Gang durchs Zimmer machen. Dieser Zustand der Überreizung erschreckte Benjamin, und er veranlaßte Herrn Minxit selbst, nach Hause zu gehen.

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