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Mein Onkel Benjamin

Claude Tillier: Mein Onkel Benjamin - Kapitel 14
Quellenangabe
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typefiction
authorClaude Tillier
titleMein Onkel Benjamin
publisherInsel Verlag
seriesinsel taschenbuch
volume219
printrunErste Auflage
year1976
illustratorEmil Preetorius
translatorRudolf G. Binding
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorHerbert Niephaus
senderwww.gaga.net
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Dreizehntes Kapitel

Wie mein Onkel für die glückliche Niederkunft seiner Schwester die Nacht im Gebet zubrachte

Meine Zeit ist kostbar, liebe Leser, und ich nehme an, daß es die eure nicht minder ist; so will ich mich denn nicht daran ergötzen, euch dieses denkwürdige Mahl zu beschreiben; ihr kennt die Gastfreunde hinlänglich, um euch eine Vorstellung davon zu machen, welcherart sie soupierten. Mein Onkel verließ um Mitternacht den ›Kronprinzen‹, drei Schritte vorwärts und zwei zurück machend, wie gewisse Pilger von ehemals, die das Gelübde getan hatten, auf diese Weise nach Jerusalem zu wallen. Als er heimkam, bemerkte er in Beißkurzens Zimmer Licht, und in der Meinung, daß dieser noch irgendeine Vorladung kritzele, trat er ein, um ihm guten Abend zu wünschen. Meine Großmutter war gerade in den Wehen; die Hebamme, ganz erschrocken von der Erscheinung meines Onkels, den man zu dieser Stunde nicht erwartete, unternahm es, ihn offiziell von dem Ereignis, das stattfinden sollte, in Kenntnis zu setzen. Benjamin stieg, inmitten des Nebelgewölks, das sein Gehirn verdunkelte, die Erinnerung auf, daß seine Schwester im ersten Jahre ihrer Ehe eine schwere Niederkunft gehabt hatte, die ihr Leben in Gefahr brachte, und alsbald war er in zwei Tränenbäche aufgelöst. »Ach«, jammerte er in einem Ton, um die ganze Mühlenstraße aus dem Schlaf zu wecken, »meine teure Schwester wird sterben; ach, sie wird sicherlich st ...«

»Frau Lalande«, rief meine Großmutter aus der Tiefe ihres Bettes, »setzen Sie mir diesen besoffenen Bullenbeißer vor die Tür!«

»Gehen Sie, Herr Rathery«, sagte Frau Lalande, »es hat nicht die geringste Gefahr; das Kind zeigt sich mit den Schultern, und in einer Stunde wird Ihre Schwester entbunden sein.«

Aber Benjamin schrie nur immer: »Ach, sie wird sterben, meine teure Schwester!«

Beißkurz, der sah, daß die Ansprache der Hebamme nicht die geringste Wirkung hervorbrachte, glaubte nun seinerseits eingreifen zu müssen.

»Gewiß, Benjamin, mein Freund, mein lieber Schwager, das Kind zeigt sich mit den Schultern; tu mir den Gefallen, dich schlafen zu legen, ich bitte dich.«

So sprach mein Großvater.

»Und du, Beißkurz, mein Freund, mein lieber Schwager«, antwortete mein Onkel, »ich bitte dich, tu mir den Gefallen, und...«

Meine Großmutter begriff, daß sie nicht auf ein ernstliches Einschreiten von Beißkurz Benjamin gegenüber würde rechnen können, und entschied sich, diesen selbst vor die Tür zu setzen.

Mein Onkel ließ sich mit der Gefügigkeit eines Hammels hinausschieben. Sein Entschluß war bald gefaßt, und er beabsichtigte, sich neben Page schlafen zu legen, der auf einem der Wirtstische im ›Kronprinzen‹ schnarchte wie ein Blasebalg. Als er aber über den Kirchplatz ging, kam ihm der Einfall, Gott um die glückliche Niederkunft seiner teuern Schwester zu bitten. Das Wetter hatte sich unterdessen in den schönsten Frost gedreht, und es herrschte eine Kälte von fünf bis sechs Grad. Dessenungeachtet kniete Benjamin auf den Stufen des Portals nieder, faltete die Hände, wie er es bei seiner teuern Schwester gesehen hatte, und schickte sich an, einige Gebetsbrocken zu lallen. Als er sein zweites Ave begann, übermannte ihn der Schlaf, und er schnarchte mit seinem Freund Page um die Wette. Am andern Morgen um fünf Uhr, als der Küster kam, das Angelus zu läuten, gewahrte er eine kniende Masse, die etwa wie ein Mensch aussah. Er stellte sich in seiner Einfalt zunächst vor, daß es ein Heiliger sei, der aus seiner Nische heruntergestiegen sei, um irgendeine Bußübung zu vollbringen, und er machte Anstalt, ihn in die Kirche zurückzubringen. Als er aber näher herantrat, erkannte er beim Schein seiner Laterne meinen Onkel, der einen Zoll Glatteis auf dem Rücken hatte und an der Nasenspitze einen Eiszapfen von einer halben Elle.

»Holla, he, Herr Rathery!« rief er Benjamin ins Ohr. Da dieser nicht antwortete, ging er ruhig sein Angelus läuten, und als er zu Ende geläutet hatte, begab er sich zu Herrn Rathery zurück. Für den Fall, daß er doch nicht tot wäre, lud er ihn wie einen Sack auf seine Schultern und brachte ihn seiner Schwester ins Haus. Meine Großmutter war seit gut zwei Stunden entbunden; die Nachbarinnen, die die Nacht um sie gewesen waren, wandten ihre Sorge Benjamin zu. Sie legten ihn auf eine Matratze vors Feuer, wickelten ihn in heiße Tücher, in heiße Deckbetten und schoben ihm einen heißen Ziegelstein unter die Füße; in ihrem Übereifer hätten sie ihn am liebsten gleich in den Ofen geschoben. Mein Onkel taute nach und nach auf; sein Zopf, der so steif war wie sein Degen, begann auf das Kissen zu weinen, seine Gelenke lösten sich aus der Starre, die Sprache kam ihm wieder, und der erste Gebrauch, den er von ihr machte, war, daß er nach Glühwein verlangte. Man machte ihm rasch einen Kessel; als er die Hälfte davon getrunken hatte, geriet er in einen solchen Schweiß, daß man glaubte, er würde sich verflüssigen. Er schlürfte den Rest, schlief wieder ein, und um acht Uhr des Morgens befand er sich so vorzüglich wie nur möglich. Wenn der Herr Pfarrer über diese Tatsachen ein Protokoll abgefaßt hätte, mein Onkel wäre unfehlbar heiliggesprochen worden. Man hätte ihn jedenfalls den Schankwirten als Schutzpatron gegeben; und ohne ihm schmeicheln zu wollen, er hätte mit seinem Zopf und seinem roten Frack ein prächtiges Wirtshausschild abgegeben.

Eine Woche und darüber war seit der glücklichen Entbindung meiner Großmutter verflossen, und schon dachte sie an ihren ersten Kirchgang. Diese Art Quarantäne, die ihr die kirchlichen Bestimmungen auferlegten, brachte große Unannehmlichkeiten mit sich, für sie im besonderen und für die Familie im allgemeinen. Erstens, wenn irgendein wenig bedeutenderes Ereignis, ein ordentlicher Skandal zum Beispiel, die ruhige Oberfläche ihres Viertels kräuselte, konnte sie dies nicht mit ihren Nächsten aus der Mühlgasse beschwatzen gehen, was für sie eine grausame Entbehrung bedeutete. Ferner war sie genötigt, Kaspar in eine Küchenschürze gewickelt auf den Markt oder zum Metzger zu schicken. Nun verlor entweder Kaspar das Geld für das Rindfleisch im Klickerspiel, oder er brachte Halsstück anstatt Keule; oder mehr noch, wenn man ihn nach Kohl für die Suppe schickte, war diese schon angerichtet, bevor Kaspar zurückkam. Benjamin lachte, Beißkurz ärgerte sich, und meine Großmutter prügelte Kaspar.

»Warum aber auch«, sagte eines Tages mein Großvater zu ihr, mißmutig, daß er wegen Kaspars Ausbleiben einen Kalbskopf ohne Zwiebeln essen mußte, »warum machst du deine Besorgungen nicht selbst?«

»Warum! warum!« erwiderte meine Großmutter, »weil ich nicht zur Messe gehen kann, ohne Frau Lalande zu bezahlen.«

»Was Teufel auch, teure Schwester«, ließ sich Benjamin nun vernehmen, »wartete Sie nicht mit Ihrer Niederkunft, bis Sie Geld hatte?«

»Frage doch lieber deinen Schwachkopf von Schwager, warum er mir seit vier Wochen nicht ein elendes Zweitalerstück ins Haus gebracht hat.«

»Also«, sagte Benjamin, »wenn du ein halbes Jahr ohne Geld gelassen würdest, so würdest du dich ein halbes Jahr in dein Haus einsperren lassen wie in ein Lazarett?«

»Ja«, erwiderte meine Großmutter, »denn wenn ich ausginge, ohne zur Messe gewesen zu sein, würde der Pfarrer auf der Kanzel von mir sprechen, und man würde mit Fingern auf mich zeigen.«

»Wenn dem so ist, so sag doch dem Pfarrer, er solle dir seine Haushälterin schicken, um dir deinen Haushalt zu führen; denn Gott ist zu gerecht, um zu verlangen, daß Beißkurz Kalbskopf ohne Zwiebeln esse, weil du ihm ein siebentes Kind geboren hast.«

Glücklicherweise langte das ersehnte Zweitalerstück in Begleitung einiger anderer an, und meine Großmutter konnte zur Messe gehen.

Als sie mit Frau Lalande nach Hause zurückkam, fand sie meinen Onkel in Beißkurzens Lederstuhl ausgestreckt, die Fersen auf dem Feuerständer und einen Napf Glühwein vor sich; denn es muß eingestanden werden, daß Benjamin seit seiner Genesung in Erkenntlichkeit gegen den Glühwein, der ihm das Leben gerettet hatte, jeden Morgen eine Ration davon zu sich nahm, die für zwei ausgepichte Seeoffiziere genügt hätte. Er pflegte, um dieses riesige Extra zu rechtfertigen, zu sagen, seine Temperatur sei noch immer unter Null.

»Benjamin«, sagte meine Großmutter, »ich möchte dich um einen Gefallen bitten.«

»Einen Gefallen?« antwortete Benjamin; »und was könnte ich tun, teure Schwester, um Ihr gefällig zu sein?«

»Du hättest es erraten haben sollen, Benjamin: du sollst bei meinem Jüngsten Gevatter stehn.«

Benjamin, der gar nichts erraten hatte und dem im Gegenteil dieses Ansinnen ganz überraschend kam, wiegte den Kopf hin und her und antwortete mit einem bedenklichen »Aber...«

»Wie«, sagte meine Großmutter und warf ihm einen funkensprühenden Blick zu, »willst du mir das vielleicht abschlagen?«

»Nicht doch, teure Schwester, ganz im Gegenteil, aber...«

»Was aber? Du beginnst mich ungeduldig zu machen mit deinem Aber.«

»Weil ... sehe Sie: ich bin noch nie Pate gewesen, und ich wüßte nicht, wie ich mich anstellen sollte, mein Amt zu versehen.«

»Schöne Schwierigkeit! Man wird dir's schon beibringen; ich werde den Vetter Guillaumot bitten, dir einige Stunden zu erteilen.«

»Ich zweifle nicht an dem Talent und dem Eifer des Vetters Guillaumot; aber wenn ich Unterricht im Gevatterstehen nehmen soll, so fürchte ich, daß dieser Wissenszweig nicht zu meiner Art von Intelligenz paßt; du tätest vielleicht besser daran, einen ausgelernten Paten zu nehmen; Kaspar zum Beispiel, der Chorknabe ist, würde dir in jeder Beziehung anstehen.«

»Gehen Sie doch, Herr Rathery«, sagte Frau Lalande, »Sie müssen die Einladung Ihrer Schwester annehmen; das ist Familienpflicht, und Sie können sich ihr nicht entziehen.«

»Ich sehe, wohin das will, Frau Lalande«, sagte Benjamin; »obwohl ich nicht reich bin, genieße ich doch den Ruf nicht knickerig zu sein, und Sie würden es am Ende vorziehen, mit mir zu tun zu haben als mit Kaspar, nicht wahr?«

»Pfui, Benjamin! Pfui, Herr Rathery!« riefen meine Großmutter und Frau Lalande zugleich aus.

»Um es frei herauszusagen, liebe Schwester«, fuhr Benjamin fort, »so habe ich nicht die mindeste Lust, Pate zu sein. Ich will mich gern so gegen meinen Neffen betragen, als ob ich ihn über das Taufbecken gehalten hätte; ich will mit Befriedigung den Glückwunsch anhören, den er mir jährlich zum Namenstag aufsagt, und mache mich anheischig, ihn reizend zu finden, selbst wenn er von Millot-Rataut wäre. Ich will ihm erlauben, mich zu Neujahr zu küssen, und will ihm zu Weihnachten einen Hampelmann zum Aufziehen schenken oder ein Paar Hosen, je nachdem du es lieber hast. Ich werde selbst geschmeichelt sein, wenn du ihn Benjamin nennen würdest. Aber mich wie ein langer Esel vor den Taufstein stellen mit einer Kerze in der Hand – um Gott, teure Schwester, verlange Sie das nicht von mir, meine Menschenwürde bäumt sich dagegen auf. Ich hätte Angst, Djhiarkos würde mir ins Gesicht lachen. Und dann, wie kann ich versichern, der kleine Schreihals werde dem Satan und seinen Werken entsagen? Weiß ich es, ob er dem Satan und seinen Werken entsagen wird? Wer beweist mir, daß er dem Satan und seinen Werken entsagen wird? Wenn die Verantwortlichkeit des Paten nur ein Schein ist, wie viele meinen, wozu dann ein Pate? wozu eine Patin? wozu zwei Bürgschaften an Stelle von einer? Und warum muß meine Unterschrift von einem andern indossiert werden? Wenn dagegen diese Verantwortlichkeit ernst gemeint ist, warum soll ich die Konsequenzen tragen? Wenn unsere Seele das Köstlichste ist, was wir haben, heißt es nicht ein Narr sein, sie als Pfand für die eines andern einzusetzen? Und dann, was drängt Sie denn so, Ihren Sprößling taufen zu lassen? Ist er eine Gänseleberpastete oder ein westfälischer Schinken, der sich nicht hält, wenn man ihn nicht gleich einsalzt? Warte Sie, bis er fünfundzwanzig Jahre alt ist, dann kann er wenigstens selbst antworten; und dann, wenn er dann eine Bürgschaft braucht, so werde ich wissen, was ich zu tun habe. Bis zu seinem achtzehnten Jahre kann Ihr Sohn sich nicht in die Armee einschreiben lassen; bis zu seinem einundzwanzigsten kann er keine ihn gesetzlich bindende Verpflichtung eingehen; bis zu seinem fünfundzwanzigsten kann er sich nicht ohne Ihr und Beißkurzens Einverständnis verehelichen, und Sie will, daß er mit neun Tagen genug Unterscheidungsvermögen besitze, um sich eine Religion zu wählen! Gehe Sie doch, Sie sieht selbst, daß das gegen die Vernunft ist.«

»Oh, oh, meine Teure«, rief die Hebamme aus, entsetzt über die Logik meines Onkels, die sich nicht in den Dogmen fand, »Ihr Bruder ist ein Verlorener! Hüten Sie sich wohl, ihn Ihrem Kind als Paten zu geben; es würde ihm Unglück bringen!«

»Frau Lalande«, sagte Benjamin strengen Tones, »ein Entbindungskurs und die Schule der Logik ist zweierlei. Es wäre eine Schwachheit meinerseits, wenn ich mit Ihnen streiten wollte; ich begnüge mich, Sie zu fragen, ob Johannes der Täufer im Jordan, für eine Sesterze und ein Körbchen getrockneter Datteln, die Neugeborenen taufte, die ihm auf den Armen ihrer Ammen von Jerusalem gebracht wurden.«

»Meiner Seel!« sagte Frau Lalande ganz eingeschüchtert, »ich will's lieber glauben als mich überzeugen.«

»Wie Madame, Sie wollen es lieber glauben als sich überzeugen? Ist das die Sprache einer in ihrer Religion gelernten Hebamme? Nun wohl, da Sie diesen Ton anschlagen, gebe ich mir die Ehre, Ihnen folgendes Dilemma vorzulegen...«

»Laß uns doch in Ruhe mit deinen Dilemmas!« unterbrach meine Großmutter; »was weiß denn Frau Lalande, was ein Dilemma ist!«

»Wie, Madame«, fuhr die Hebamme auf, von der Bemerkung meiner Großmutter verletzt, »ich weiß nicht, was ein Dilemma ist? Die Gattin eines Chirurgen soll nicht wissen, was ein Dilemma ist? Fahren Sie fort, Herr Rathery, ich höre!«

»Das ist ganz unnötig«, warf meine Großmutter trocken ein; »ich habe beschlossen, daß Benjamin Pate ist, und er wird es sein; es gibt kein Dilemma auf der Welt, das ihn davon entheben könnte.«

»Ich appelliere an Beißkurz!« rief Benjamin.

»Beißkurz hat dein Urteil schon im voraus gesprochen: er ist heute morgen nach Corvol gegangen, Jungfer Minxit einladen, die Gevatterin zu sein.«

»So also«, rief mein Onkel aus, »verfügt man über mich, ohne mein Einverständnis; man ist nicht einmal so anständig, mir etwas davon zu sagen! Nimmt man mich für eine Strohpuppe, für ein Lebkuchenmännchen? Eine schöne Figur, die meine sechs Fuß drei Zoll neben den fünf Fuß neun der Jungfer Minxit machen werden, die mit ihrem platten Taillenkaliber aussehen wird wie ein bebänderter Klettermast! Wißt ihr, daß die Vorstellung, Seite an Seite mit ihr in die Kirche zu gehn, mich seit sechs Monaten peinigt und daß ich, in Auflehnung gegen diesen Alp, beinahe auf den Vorzug verzichtet hätte, ihr Gatte zu werden?«

»Sehen Sie, Frau Lalande«, sagte meine Großmutter, »diesen Benjamin an, wie niederträchtig er ist: er liebt die Jungfer Minxit mit Leidenschaft, und doch muß er sich über sie lustig machen.«

»Hm!« machte die Hebamme.

Benjamin, der nicht an Frau Lalande gedacht hatte, bemerkte, daß er einen Lapsus linguae begangen habe. Um den Vorwürfen seiner Schwester zu entgehen, beeilte er sich, zu erklären, daß er mit allem einverstanden sei, was man von ihm verlange, und verzog sich, ehe die Hebamme fortging.

Die Taufe sollte am folgenden Sonntag stattfinden. Meine Großmutter hatte sich für diese Zeremonie in Ausgaben gestürzt; sie hatte Beißkurz ermächtigt, alle seine Freunde und die meines Onkels zu einem Mittagessen einzuladen. Was Benjamin anlangt, so fand er sich in der Lage, den Anforderungen, die die Rolle eines freigebigen Paten an den Geldbeutel stellt, die Stirn zu bieten; er hatte gerade von der Regierung eine Gratifikation von dreißig Talern für den Eifer erhalten, mit dem er sich für die Verbreitung der Impfung im Lande und für die Rehabilitierung der von Landwirten und Ärzten zugleich angegriffenen Kartoffel ins Zeug gelegt hatte.

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