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Mei Ruah möcht i ham

Julius Kreis: Mei Ruah möcht i ham - Kapitel 7
Quellenangabe
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authorJulius Kreis
illustratorJulius Kreis
titleMei Ruah möcht i ham
publisherAlbert Langen ? Georg Müller Verlag GmbH
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Bank-Gespräche im Mai ...

Ort: Englischer Garten.

Zeit: Nachmittag, fünf Uhr.

Personen: Zwei ältere Herren, zwei ältere Damen.

Die Reiter. Schaugs o! Schaugs o! Da kemma s' daher, de ganz drapftn. I sag's ja, d' Frau'nzimmer! Sie aa aufs Roß naufhocka! Na' an Haxn brecha, na' ham sie's! Kennst as a so scho bald nimmer ausanander, ob's Manndln oder Weibln san. Hos'n ham s' alle o, Stiefi ham s' o, und an eahnera Zwetter hast aa koane Anhaltspunkte, weil s' nix mehr fress'n, de damischn Luader, daß nix mehr dro is wia Haut und Boaner. Frühere Zeit'n hat halt des was golt'n, wenn oane Holz bei der Hütt'n g'habt hat, sozusag'n a gewisse weibliche Formenschönheit. Des hat si' alles aufg'hört. Aber frühers, da hat's des halt net geb'n, daß a jede Büxlmadam in Englisch'n Gart'n umanandg'ritt'n is in so an Verzug. Hat scho Damen geb'n, de wo g'ritt'n san, aber in an richtig'n Reitkostüm, vastehst, mit Zylinder und so weiter, und de san aa net drob'ng'hockt wie d' Schulbuab'n. Aber heut wenn oane zwoamal beim Fuim d' Aug'ndeckel aufg'schlag'n hat, na muaß s' scho an Gaul ham. Oeha! Waar er Eahna bald auskemma, Freilein. Derheb' di nur no, du z'sammzupft's Ziefer. Net daß ma di aufklaub'n müass'n mit dein strohgelb'n Schnittlingkopf ... Zeit'n san dir des jetzt ...!

*

Läufer. Was ham s' denn heut, a Wettrennats oder was ... Laffa als wia wann s' zahlt werat'n. A lüftig's G'wandl hm s' o, de Burschen! Hat's aa net geb'n, wia mir jung war'n, des Umanandsaus'n für nix und wieder nix! Jetzt san s' alle ganz narrisch mit eahnarn Sport und eahnare Gymnastik! Grad renna und kniageln und auf-marsch-marsch. Tuat eahna vielleicht ganz guat, de Bursch'n. Des hätt'n s' Anno dazumal aa ham kinna. Wia i bei der Acht'n war. Ham S'n scho no kennt, an Oberleutnant Zwengler, i siech 'n no manchmal laffa mit sein greana Hüatl. Bua, da hat ma den Gymnastik no net kennt, aber g'loffa san ma aa wia G'stutzte auf Oberwiesenfeld. Der hat uns rumtrieb'n, der Zwengler! A so weit war er ja net schlecht, hat oan was 'gunnt a wieder. Leute, hat er g'sagt, wer sich bei mir belz'n will, hat er g'sagt, der werd si' aber o'schaug'n, sagt er. Aber hat si' na aa um seine Leut kümmert. De beste Menasch hat's geb'n, wenn der Zwengler Küch'nschur g'habt hat.

Da hat's halt den Gymnastik no net braucht bei de junga Leut! Jetzt treib'n 's d' Weiber aa. Mir is recht. O'schaffa wenn eahna oaner des taat, daß de so 'rumsaus'n müass'n – des G'schroa möcht i hör'n ...

*

Paare. Jetzt ham s' wieder alle auslass'n, de G'schpusi und de Paarln. Wia d' Maikäfer schwirr'n s' umanand. Des san aa zwoa, de hätt'n Taub'n net schöner z'sammtrag'n könna. Er oan Meter neunz'ge und sie geht eahm grad bis zum Schilehtaschl. De genga alle zum Ungererbad nüber. Alle ham s' eahner Badezeug dabei. De kenna 's net derwart'n, bis as Wasser si' a bißl o'gwarmt hat. Is aa net g'sund, des ewige Wassergebritschl. I' wenn jetzt in des kalte Wasser gang, drei Wocha hätt' i' mein Ischias. De wer'n s' scho aa no spür'n, wenn s' a'mal in de Jahr kumma. Aber da könna sie si' halt zoag'n, de Weiberleut, mit eahnere Badekostihme. Ham a so fast nix mehr o. Wost hi'schaugst, überall san heut de Paarln. Kunnt ma' gar net g'nua aufpass'n, wenn ma a' Deandl in dem Alter hätt'. Ma' kann s' nimmer derhalt'n. De lass'n si' nix mehr sag'n. San halt vui so norddeutsche Student'n. De verstehnga's. I' kenn 's glei' am Red'n. Passen S' a'mal extra auf, wenn a Paar vorbeigeht. Lauter Fremdsprach'n. Und Studentinna gibt's aa grad gnua. Neamd da, der aufpaßt. Da find'n sie si' huraxdax pax bei der Hax. Wer'n scho recht vui studier'n, de Studentinna. Waar aa g'scheiter, sie lernat'n a Rindfleisch siad'n und a Stückl Wasch' wasch'n. Aber mei, irgend was müass'n s' o'fanga mit de Madln. Zum Heirat'n kumma s' aa nimmer so hi'. Heut überlegt si's a jeder. De wirtschaftlich'n Verhältnisse san halt zu schwer heut. Da sag'n si' de Eltern, wo s' no derkraft'n könna, sie lass'n eahneren Deandl was lerna, na konns auf'n Mo pfeifa! ... Ham net so unrecht. Was ham s' denn scho, wenn's verheirat' san. Glaab'n S' des, wenn i' wieder auf d' Welt kumm als a Madl, i studier aa, wenn's a bißl langt mit'n Kopf. Ma' hat net vui an so an Mannsbuid.

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