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Mei Ruah möcht i ham

Julius Kreis: Mei Ruah möcht i ham - Kapitel 65
Quellenangabe
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typenarrative
authorJulius Kreis
illustratorJulius Kreis
titleMei Ruah möcht i ham
publisherAlbert Langen ? Georg Müller Verlag GmbH
year1965
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Die Zimmerwirtin

Herr Schieferl, hab i zu eahm gsagt, ich muß Ihnen bitten, daß Sie nicht immer mit de Stiefi auf'n Sofa liegn. Sie sind ein gebildeter Mensch, hab i gsagt, aber mit de dreckatn Stiefi legt sich höchstens eine Wildsau auf a frischhergrichts Sofa. Harn ja de Herrn aa a Freud, wenn 's Sach schö beinand is, net. So hab i 's eahm oft durch die Blume gesagt, aber gnutzt hat's nix.

Stelln S'n nur da her Ihrn Koffer, Herr Doktor, – so, Sie sand koa Doktor, macht nix, Herr Doktor. I raam s' na scho ei, Eahnere siebn Zwetschgn. Mei, früher waar's mir aa net eigfalln, daß i a Zimmer hergib, aber de wirtschaftlichen Zeitn, net, da nimmt ma halt des Kreuz auf sich mit so a'ran Zimmerherrn. Is mir koa Vergnüagn, derfa Sie's glaabn. Aber liaber wia a Freilein is mir allweil no a Herr. – Des ewige Gebritschel und Gekoch in der Wohnung mit so oaner und bald braucht's a warms Wasser und bald an Spiritus und na möchts an Fadn und nacha brauchats d'Maschin – an Herrn derf i halt gar net spürn. I hab ja nur bessere Herrn ghabt. Der Schieferl, no, wenn des mit'n Sofa net vorgfalln waar, i hätt a Aug zuadruckt, weil er mir allweil sei Zigarrnaschn in den Stock von meiner Aurakalie neigstroaft hat. Sehng S', da stehts. Da möcht i Eahna halt bittn, daß auf de Aurakalie aa a bißl obacht gebn. Sie vertragt halt an Rauch so schlecht und a Ruah muaß s' ham, net allweil wegstelln. Sehng S', de Tür vom Kastn braucha S' gar net ganz aufmacha. Da könna S' bequem nei. – Ganz voll hänga S'n ja so net, na hat de Aurakalie ihr Ruah.

Des Bild da möchtn S' weghänga? Des werd si halt schwer macha lassn. – Da waar i Eahna scho dankbar, wenn des bleibat. Weil's halt Gegnstücke san. Des is unser Vetter, a Gschwister Kind von unsern Schwagern. Des is da Geheime Direktionsrat Roglhammer. I taat mir Sündn fürchtn, wenn i den von sein Ehrnplatz überm Sofa wegnemmat. Wia oft hat er da sein Kaffee trunka, und allweil hat er gsagt, Frau Bas, alabonähr, hat er gsagt: Des is a Kaffee! Des is a Kaffee! An solchn hat er bei seiner Frau dahoam net kriagt. De hat an Dauma draufdruckt. Mei, des hätt er leicht ham könna.

Sehng S', da hängt as Gegnstück: des bin i, als junges Mädchen. Täuschend! Net. A bißl ausanand bin i halt ganga. Damals hätt mi der Roglhammer vom Fleck weg gheirat, aber des war a richtiger Doschuan, und nix Gewisses woaß ma net, vielleicht waar i na dagsessn. Sicher is sicher.

Weil ma grad davo redt, Herr Doktor, wegn de Besuche sozusagn. I siech's halt gar net gern, wenns aus und eigeht wia in an Taubnschlag. Mit'n Herrn Schieferl hab i da aa a ernstes Wort redn müassn. Des oane Freilein waar a Patenkind von seiner Schwester gwesn und des ander sei Schwester selber, und a Nichte hat er aa ghabt. Von de Briefe mag i gar net redn. Geht mi nix o! Aber i hab gsagt: Herr Schieferl, wenn Sie nur lauter Damen in der Verwandtschaft ham und glei so vui, na wern ma net alt mitanand.

Is nur, daß ma redt, Herr Doktor. Den Regulator da, den laß i nach Neujahr richtn. Des is a selten schöne Sach. Mei Mo hatn vorm Kriag beim Verbandsfest rauskegelt. War der erschte Preis! Wern S' kaum mehr oan findn, der wo so an gschnitztn Adler hat. Jetzt steht halt as Werk. Werd scho der Herr Schieferl so lang dro gricht ham. Aufs fremde Sach paßt ja koaner auf. Schaugn S' nur de Tischdeckn o! A kostbars Stückl. Der Blüsch is net zum Umbringa, aber glühende Zigarettn halt er doch net aus. Da legn ma a schöns Deckerl drauf, des wo zu de Sofaschoner paßt, nachher ham S' wieder a Freud dro, Herr Doktor. Wenn S' Eahna wirkli amal auf des Sofa hilegn möchtn, i kann's Eahna natürli net verwehrn, kummt ja vor, daß oan amal übel is, oder d' Nerven lassen aus – aber mit der Hiliegerei werds bei an junga Menschn net besser. Wenn si oans amal legt – ma steht um so schwerer auf. I sag halt allweil, a Freid müassn meine Herrn an dem Sach ham ...

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