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Mei Ruah möcht i ham

Julius Kreis: Mei Ruah möcht i ham - Kapitel 61
Quellenangabe
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typenarrative
authorJulius Kreis
illustratorJulius Kreis
titleMei Ruah möcht i ham
publisherAlbert Langen ? Georg Müller Verlag GmbH
year1965
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»Sie macht sich nix aus der Wies'n«

I' sag's wia 's is, Frau Zirngibi, aus dera Wies'n mach' i' mir gar nix. Des is wos für die junga Leut' und überhaupts! Gibst an Haufa Geld aus, und mei Alter, der Alisi, hat nachher an Mordstrumm Schiaber, daß er d' Welt nimmer kennt. Jetzt wenn i' 'nausgang, na gehat i' nur zweng an Henndl naus. Wissen S', so a' Wiesenhenndl gibts halt doch wo anders net so und schmeckt aa net so! Des ham mir uns allweil selber 'rausg'suacht, mei Alisi und i'. Denn da san' ma doch sachverständig. Für a' Wiesenhenndl, da gib i' ja de halbe Seligkeit her! Kann scho' sei', daß mi' weg'n so an Henndl a'mal nausreißt, wenn mi' grad der Zuafall in de Gegend führt. Und vielleicht an Steckerlfisch dazua. Den iß i' aa fürs Leb'n gern. Des kann ma halt dahoam net herstell'n, weil ma' net ei'gricht is dafür. No ja und a' Fisch, der muaß schwimma! Na sag i' aa net naa', wenn mir a' G'lusta auf a' Wiesenmaß kummt.

Aber sunst gibt mir koa' Bude was ab. Höchstens daß i' a'mal weg'n der Gaudi mit der Achterbahn fahr! Mei', was ham' mir vorigs Jahr g'schrian, wia's so abi ganga is, aber es war doch a' rechte Hetz. Vielleicht daß i' mi' heuer doch wieder 'nauftrau'. Und zur Hellseherin geh i' aa nei', wenn oane drauß is. So wahr i' dasteh, Frau Zirngibi: Wia i' 's letztemal drin war, da hat's bei a'ran Herrn bis auf 'n Pfennig genau darat'n, was er im Geldbeutel g'habt hat. Sag'n S' was mög'n, es gibt halt doch so Sach'n, wo Geister im Spiel san. Und in derselben Bude hat si a' Herr ganz lange Messer in Bauch nei' g'stocha! I' hätt' koan Tropfa Bluat mehr geb'n vor Aufregung, so spannend war des. Wissen S', so was is scho' a' Zwanzgerl wert. De tätowierte Dame is aa' net unint'ressant. Was dera alles 'neibrennt ham! Und wo s' überall ihre Wapperl draufg'lebt hat. Naa – Frau Zirngibi! Da zeigat i' nix mehr her! Sie kann ja nix dafür. Als a' ganz kloans Madl' ham s' d' Indianer geraubt und ham ihr nach und nach de ganz'n Buidln 'neitätowiert. Des is a' Schmerz für d' Eltern, wenn ma a' Kind a' so verliern muaß! So Liliputaner schaug i' aa' gern o' und Riesendamen. Da is ja unseroans a' Krischperl dageg'n. Da geht ma' wieder ganz z'fried'n raus. Sonst liegt mir gar nix an dem ganz'n Oktoberfest dro! Daß i' mir vielleicht no' a' Kokosnuß kaaf, des kann sei'. I' selber gang ja überhaupts net naus, aber mir kriag'n ja Besuach von drauß' rei. Unser Bas'n aus Hachtlfing. Des hat ma' halt allweil von der Sommerfrisch, daß ma' na' de Leut zum Oktoberfest 'reikriagt. Na muaß ma' doch anstandshalber a' zwoa-, drei-, viermal mit auf d' Wies'n nausgeh. O'schaug'n kann ma' si' na' aa net lass'n, na' schaugt ma' halt alles o, was zum Sehng gibt. Ma' ko' na' aa' net so sei. Aber wenn 's nach mir gang, i' reiß mi' gar net um d' Wies'n! Heut nachmittags geht's o! Da wer i' halt do mit mein Alisi 'nausschaug'n – interessehalber.

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