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Mei Ruah möcht i ham

Julius Kreis: Mei Ruah möcht i ham - Kapitel 48
Quellenangabe
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authorJulius Kreis
illustratorJulius Kreis
titleMei Ruah möcht i ham
publisherAlbert Langen ? Georg Müller Verlag GmbH
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Die Sommerfrischfamilie

Da sitzen sie nach Feierabend zwischen Dunkel und Siehgstminet auf der Hausbank: der Hausvater, der Gabler, dampft seinen Kloben und läßt die Füße in das Wasserschaff hängen, die Bäuerin klaubt und sortiert aus dem Fallobstkorb in die Schüssel, sie hat's im Griff, was zum Einkochen taugt, das junge Volk, der Simmerl und der Hansl, so um die siebzehn und achtzehn, rankeln ein bißchen, die Urschl, die Älteste, hat den Sepperl, das Nesthäkchen, auf dem Schoß, die Magd, die Zenzi, sitzt nebendran und noch zwei Dirndln aus der Nachbarschaft.

Die Sommerfrischfamilie ist fort. Jetzt läßt man sie auf der Hausbank »durchlaufen« ... »Soweit waarn's net übi' g'wen, verstanna' han' i 's ja net allweil. De schmatz'n da an Zeug, daß d' grad lus'n muaßt, bei de Breiß'n drob'n ham s' halt do' a' ganz anders Mäui, und i' han aa' allweil alles no'mal vodeutschn müass'n, bal i' was g'sagt ho'. Sag i zur Frau ›In der Kuchl ent' steht enger Milli‹; – sie hat mi fei net kapiert. Muaßt sag'n wia da Schuilehra in der Schui: ›In der Küchä steht engere Muich.‹; Nach und nach is' scho' ganga'. Auf d' letzt hätt ma' uns ganz guat unterhall'n kinna.« – So sagt die Bäuerin. Der Bauer hat 's nicht mit dem Reden. Er sagt: »Schmatzt halt a jeder, wia er 's g'lernt hat.« Die zwei Burschen, der Simmerl und der Hansl: »As Schuahplattln hat er aa probiert, der Junge, der Doktor. Is eahm sei Aug'nbrilln abig'falln und an Knöchi hat er si' an de Ferscht'n aufg'schlag'n. Zehn Maß Bier hat er uns g'hoaß'n, wann wür's eahm beibringa', aber hat nix g'nutzt. Is a so a' Trumm Mannsbuid. – Hast n' g'sehng beim Aufleg'n, wia ma an Woaz ei'g'fahrn ham? Nix hat er auffibracht, samt seiner Foast'n. Und nachher mit sein' Tschiugriff oder wia ma's hoaßt. Sagat er, mit seine Trick da legt er den stärkst'n Mo' hi'. Hast es scho' g'sehng mit 'n Brunner-Xaverl. Den hat er aa sein Tschiugriff zoag'n wolln. Aber der Xaverl hat'n so g'spassig hintrig'feuert, daß Boana g'scheppert ham. De ham eahnere Trix bei deni Schbort in der Stadt, aber mir herauß' ham halt de unsern aa!«

»Zu mir«, kichert das Nachbardirndl, hat er amal am Zaun hiebei g'sagt: »›Na, schönes Kind, hast du schon 'nen Schatz.‹; – Naa, hab i g'sagt, wart'n wer' i' no auf oan. Der Alt' war ja aa a' Hallodri. A' Lamperl, wann »Sie« dabei war, da hat er net bis auf fünfi zählt, aber hast as' scho g'hört von der Bruckenwirtsfanni, wia er allweil' hinter ihra' nachgamst is. Und g'rad Aug'n g'macht und tätschelt, wenn s' eahm a' Halbe hi'gstellt hat ... Und von de Volksbräuch hat er aa allweil was wissen woll'n, wia 's da is' beim Fensterln, und von de Wuiderer hätten s' eahm allweil derzähln solln. – Mei' Mensch, ham an de drunt o'g'log'n beim Brück'nwirt ...«

»Sie, d' Tochter, war ja a' ganz a' sauberes Bröckerl«, sagt der Hansl. – »Geh zua«, meint die Zenz, die Magd: »De – und sauber! A' so boanig war de scho, koa Holz bei der Hütt'n gar net!« – Die Bäuerin: »Sag des net, braucht net a' jede glei so foast sei. – An so an guat'n Gruch hat s' bei ihr g'habt, i hab i' grad gern nachhi' g'rocha'.« Die Zenz: »Weil's an ganz'n Tag mit sein Riachglasl ei'tröpfit hat. – Der Webermichl, des saudumme Rindviech' hat aa g'moant, er müasset si' o'wandl'n. Kimmt er net letzt'n Samstag mit sein guat'n Plüschhuat und sein neien Flaum drauf ummi. – Und grad g'wart und g'stand'n bis aus'n Haus kemma is.« Der Bauer: »De werd si' grad um so an Hihaha kümmern wia 'n Michi.« – Die Dirndl'n: »Derfat froh sei, wenn s' an solchen kriagat, werd scho in der Stadt so an Schlanga'fanger ham! – De wann eahm a'mal aufkocht ... Fragt's net neili, ob ma' de Kaibi an Schokoladbonbon geb'n derf.« – Die Bäuerin: »Geh seids do net gar so harb mit dem Madl. – Hat a' jed's seine Fehler!«

»... Und viermal im Tag a' anders G'wand. – Sie aa, d' Frau. – Was de Weiber Koscht'n macha'. – ... Mit an Gummiballn is' rumgloffa', wia a' kloans Kind. Ham s' allweil auf der Wies'n eahnan Gymnastik gspuit ...« Der Bauer: »Is' wia's mag – geht uns nix o! Wer schö' zahlt, werd schö' begrab'n.« – »Und a' schöne Nachred kriagt er aa«, sagt die Bäuerin und setzt hinzu: »Ihr Mäuler, ihr bäs'n...!«

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