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Mei Ruah möcht i ham

Julius Kreis: Mei Ruah möcht i ham - Kapitel 36
Quellenangabe
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typenarrative
authorJulius Kreis
illustratorJulius Kreis
titleMei Ruah möcht i ham
publisherAlbert Langen ? Georg Müller Verlag GmbH
year1965
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In der Kunstausstellung

Belauschte Gespräche

Die Landschaft

Personen: Er, Sie, Es.

»Sieh doch mal, Emilie, das ist doch der Tegernsee!« –

»Gott, wie reizend, wahrhaftig.« – »Guck doch mal zu, ob das Häuschen drauf ist, wo wir gewohnt haben. Frieda, steh gerade!«

»Ja, ganz bestimmt, das weiße hier oben links ist unser Häuschen. Nein, wie niedlich! Schade, daß unser Fenster nicht mit abgemalt ist.«

»Und hier unten rechts, weißt du noch, Emilie, da muß es sein: hier haben wir die Brieftasche mit dem Reisepaß verloren.«

»Das ist ja nun falsch auf dem Bilde! Hier ist nämlich Gebüsch; denn sonst hätten wir ja die Brieftasche finden müssen, nich! Daß wir sie überhaupt wiederkriegten, war ja ein Glück, wenn auch nicht mehr viel drin war.«

»Was, nicht mehr viel drin? Ich bitte dich: es waren noch elf Mark. Wenn das nichts ist! Sieh mal zu, wo du elf Mark herkriegst, wenn du sie nicht hast. Wir hätten eben den neuen Weg gehen sollen! Der ist aber auf dem Bild nich zu erkennen. Frieda, nimm den Finger von der Nase!«

»Das muß doch hübsch sein, wenn einer so malen kann, was ihm gefällt. Tante Gustis Mann, der Registraturrat, der konnte auch so hübsch malen! Es ist doch 'ne schöne Erinnerung, nich? Ich habe dir damals gesagt, Otto, du sollst die Brieftasche nicht aus dem Jackett nehmen. Sieh doch im Katalog nach, wer's gemalt hat.« – »Es ist gar nicht der Tegernsee.« – »Ooooh, wie schade!« Er, Sie, Es kehren sich enttäuscht vom Bilde ab, neuer Kunstbetrachtung zu.

Das Stilleben

Personen: Herr Alois Zehnthuber und sein Freund Franz Xaver Bimslechner.

»... Hab i mir halt denkt, beleidigen darf i 'n doch net, wo er mir dö Billett'n zur Ausstellung g'schenkt hat, – net, und mir kumma ja no allweil in ›Rosengart'n‹; zur Schlachtschüssel. – D' Rosl reserviert's uns scho ... Net wahr, hab i mir denkt, schaug'n ma uns halt sei Kunstgemälde o! – Da ham mir's scho!«

»Des hoaßt ma a Stilleb'n, verstehst.«

»Oha! Spargel! Is net schlecht!«

»Spargel, wannst's ganz frisch aus'n Boden rauskriagst, schö mit Essig und Öl ... Ja, manche mögen's liaber mit Butter! Des san halt G'schmacksachen. Und Tomaten hat er aa dazu g'malt! Jetzt mit de Tomaten hab i's net, das is so a bissl a breißisch G'müas! Aber als Gemälde, verstehst, g'fall'n s' mir net schlecht. Ganz natürli hat er's hibracht. Und a Flaschl Wein dazu! Des laßt si hör'n! Liaber waar mir ja a Bier, verstehst, a hells – aber das san künstlerische Frag'n, verstehst, da mag i eahm nix dreired'n!«

»'s Etikett auf der Weinflasch'n is ja a bissl ungenau hig'malt. Hätt' mi interessiert, was zu de Spargel für oaner hipaßt! Aber i muaß sag'n: Reschbekt! Schö hat er's g'malt, sei Kunstgemälde.« – »Aber lang halt'n mir uns jetzt nimmer in der Ausstellung auf, Xaverl, sonst is unser Schlachtschüssel doch weg, wenn wir net bald in'n ›Rosengarten‹; kumma.«

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