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Mei Ruah möcht i ham

Julius Kreis: Mei Ruah möcht i ham - Kapitel 12
Quellenangabe
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typenarrative
authorJulius Kreis
illustratorJulius Kreis
titleMei Ruah möcht i ham
publisherAlbert Langen ? Georg Müller Verlag GmbH
year1965
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Erinnerungen

Ort: Sonnige Bank vor dem Spital.

Zeit: Vor Kirchweih.

Personen: Zwei alte Herren.

»Aber a so san s' de Leut! De moanat'n ja, sie kunnt'n nimmer sei ohne Gans auf Kirchweih. Koa Spar'n, koa Z'sammhalt'n mehr vom Gerschtl.«

»Macht mir gor nix aus, daß i jetzt koane mehr kriag. I kunnt s' a so net derbeiß'n. Na hat ma' aa nix davo'.«

»Und na' is' allweil no a Glückssach'. Legst an Haufa Geld hi' und kriagst na' an recht'n zaach'n Teifi. D' Leut verstehng'n ja heut nix mehr von Gäns. Wo sollt'n si's denn herham, de Madln, wo heut heirat'n, ham ja nix mehr im Kopf wia eahnane Tolett'n und 's Motorradl.«

»Ham S'n scho' no' kennt, den alt'n Scheggl, no' den Expediter, auf Nummro zwölf, vorig's Jahr hat er z'sammpackt, der hat was von Gans verstand'n! So oan' werd's weit und breit nimmer geb'n, sei Vater is ja a Ganshandler g'wen, in der alt'n Entenbachstraß' ham s' eahna Anwes'n g'habt. Is scho' lang wegg'riss'n. Aber der ist scho' als Bua mit de Gäns aufg'wachs'n. Schad daß'n studiern ham lass'n, aber der Ehrgeiz halt, der Ehrgeiz! Mei Rosina selig hat aa was verstand'n davo', aber gega 'n Scheggl hat s' net hi'steh' könna. Mir san mit eahm all'weil auf'n Markt ganga an Kirchweih. Raus kennt hat er s' auf'n erst'n Griff, de wo mit Körndl'n g'fuattert war'n. War'n net vui da. An an Bach müass'n s' aufg'wachs'n sei', hat er g'sagt, und am besten san s' von de Müllna, weil s' da Körndln gnua kriag'n. Dem hat koa Händlerin was vorbleami'n könna! So a sieb'npfündige ham' mir allweil kaaft, bei der Frau Schleibinger, de ham s' selber zog'n. Lebt aa scho' lang nimma! Hat vui Verdruß mit de Kinder g'habt. A' Tochter is mit an Kunstmaler verheirat. Dös war a reelle G'schäftsfrau, d' Schleibingerin, aber an Scheggl hat's doch g'schiecha. Bringa S' mir nur net allweil den daher, sagt s' zu meiner Rosina selig. Für den derfat'n Gansln vier Schlegl hom.«

»Er, der Expediter, hat si' allweil nur a Gansjung kaaft. A Jungg'sell und jed'n Pfenning an sei' Briafmark'nsammlung hi g'hängt. Hat halt jeder seine Idealle. Sei' Jungs hat er si' selber herg'richt. A solche Soß wer'n S' no kaam kriagt ham. Er hat si' selber kocht, wissen S'. Des mög'n ja d' Hausfrau'n net gern. Bei der Hacklin hat er g'wohnt. Aber sie hat aa nix sag'n mög'n, weil er ihr an Teller von der Soß geb'n hat, und sie hat oft g'sagt: »I sag's, wia's is, i bring s' net so z'samm, das Gansjung. An dem is a Koch verlor'n ganga, am Scheggl, der hätt' in de' größt'n Hoteller sei' könna! Mei Rosina selig hat eahm allweil a paar Küachl nüberg'schickt, aus G'fälligkeit, weil er uns de Gans verrat'n hat. Mir hätt'n eahm ja ganz gern was von der Gans aa geb'n, aber wissen S' ja selber, was an ana Gans dro' is – da ko' ma' net lang mit'm Verteil'n o'fanga'.«

(In Erinnerung verklärt): »... an an Bach sollt'n s' halt aufg'wachs'n sei' und mit Körndln g'fuattert ...«

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