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Mehr Goethe

Rudolf Huch: Mehr Goethe - Kapitel 6
Quellenangabe
typeessay
authorRudolf Huch
titleMehr Goethe
publisherGeorg Müller
printrunFünftes bis siebentes Tausend
year1904
firstpub1899
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20151206
projectid03cbebcd
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Lebensquell

Wenn dereinst ein später Nachkomme in einer Bibliothek das Fach »Zeitungen« durchstöbert, wird ihm weh und wüst zu Sinne werden; und er fragt den Bibliothekar: »War denn das Leben unserer Ahnen so arm an Inhalt, Geist, Schönheit, daß sie Zeit und Lust fanden, sich allwöchentlich durch solchen Wust zu arbeiten?«

Dann lächelt der Gelehrte: »Allwöchentlich? Täglich, mein Herr! Ja, es hat ihrer gegeben, die täglich mehr als eine Zeitung lasen und den Montag für einen verlorenen Tag hielten, weil Vormittags keine Zeitung ausgegeben wurde!«

Da wendet sich der Gast mit Grausen, eilt an die freie Luft und preist alle guten Götter, daß sie ihn nicht ins Jahr 1900 gesetzt haben. Wie ein blühender Garten erscheint ihm seine Zeit – an der er sonst so manches auszusetzen hat –, und die Periode der Zeitungen wie eine Wüste ohne Wasser und Vegetation, verlassen von allem Lebendigen, nur zähnefletschende Pithekanthropen sitzen auf Ziegelsteinhaufen und halten Zeitungen in den Fäusten .......

Mit welcher Vorstellung der Enkel ja, Gott sei Dank, eben so Unrecht hat, wie die Italiener, wenn sie sich unser nördliches Klima im allgemeinen unfreundlich, windig und naßkalt vorstellen. – – –

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