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Gutenberg > Ossip Schubin >

Maximum

Ossip Schubin: Maximum - Kapitel 4
Quellenangabe
typefiction
booktitleMaximum Bd. I
authorOssip Schubin
firstpub1896
year1907
publisherVerlag von J. Engelhorn
addressStuttgart
titleMaximum
pages1-144
created20050301
sendergerd.bouillon
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»Vor allem noch eine Frage: Sie sprechen tadellos und mit einem sehr angenehmen Akzent Französisch, dennoch halte ich Sie dem Stimmfall und dem Organ nach nicht für einen Franzosen, auch für einen Russen möchte ich Sie nicht halten, Sie singen nicht und quetschen nicht ein j zwischen jedes n und i –«

»Ich bin Österreicher,« sagte Freddy.

»Also sind wir Landsleute,« erklärte der Fremde. »Dann will ich Ihnen aber auch meine Geschichte deutsch erzählen,« und aus dem geläufigen, aber liederlichen Französisch, worin er sich bis dahin ausgedrückt hatte, ins Deutsche hinüberspringend, hob er also an: »Ich bin vermögender Leute Kind. Mein Vater war . . . es ist unnütz, Ihnen mitzuteilen, wer mein Vater war und welchen Namen ich trage. Jetzt heiß' ich Monsieur Paul und damit basta! Nur daß er von guter Familie war, verrate ich noch, und daß er eine Herrschaft im westlichen Böhmen besaß.

»Unser Schloß war einer jener großen, weitläufigen Kästen ohne besonderen Baustil, wie sie in Böhmen häufig sind, halb wie eine Kaserne und halb wie ein Kloster sah es aus, war auch inwendig recht kahl, nur überall reichlich mit Reh- und Hirschgeweihen geschmückt. Aber wohnlich war's doch, und der Blick aus meinem Zimmer zauberisch . . . ich sage Ihnen, zauberisch! . . .

»Vor meinem Fenster breitete sich ein Teich aus, der so groß wie ein See und von hohen, alten Birken umstanden war, und hinter den Birken schimmerte etwas Märchenblaues, etwas, das wie ein Stück Himmel aussah, in einer Gewitterwolke versteckt – die fernen Berge des Böhmerwaldes. Es war herrlich, besonders im Frühjahr, wissen Sie, wenn sich das erste, noch nicht voll entwickelte Laub wie ein grüner Schleier um die weißen Stämme der Birken legte und sich das helle Grün und leuchtende Weiß deutlich abhob gegen das Märchenblau des Hintergrundes! Und dann die Sonnenuntergänge! – Das rotbrennende Gold hinter den weißen Birken! Die Blätter sind schon dunkel, aber die Stämme leuchten noch, immer feuriger brennt die Glut, fast unheimlich schön, über das Grünblau der fernen Berge verbreitet sie ihren roten Schein – der Teich vor meinen Fenstern leuchtet wie geschmolzenes Kupfer und zwischen den langen, schmalen, weißen Stämmen schimmert der Rasen wie mit Gold bestreut.

»Dann – graue Streifen ziehen über die leuchtende Glut am Himmel, das lohende Gold wird rötlichbraun, glanzlos, grau, der Schimmer aus dem Rasen ist erloschen, die Schatten sind verwischt, der Teich vor meinem Fenster ist schwarz, mit einem breiten Silberrand, der immer schmäler wird, der Umriß der Birkenkronen wird undeutlich, nur die weißen Stämme leuchten noch immer aus der sich dicht und dichter über die ganze Welt herabsenkenden Dunkelheit, eine schwache Glocke bimmelt das Abendläuten – und im Herzen hat man eine Traurigkeit, als ob einem etwas gestorben wäre.

»Ich habe nie mehr solche Sonnenuntergänge gesehen wie in . . . Aber verzeihen Sie, es wäre unnütz, Ihnen den Namen meiner Heimat zu verraten.

»Meine Vorliebe für märchenblaue Hintergründe und Sonnenuntergänge beweist Ihnen, daß ich ein sehr sensitives kleines Menschenexemplar war; aber darum kümmerte sich niemand.

»Meine Eltern lebten schlecht miteinander . . . was ich meiner Mutter nicht verübeln konnte; dennoch war ich meinem Vater mehr zugetan; er zeigte auch eine entschiedene Vorliebe für mich. Ich sah ihm sehr ähnlich! Manchmal, wenn er mir zufällig im Park begegnete, faßte er mich plötzlich unter das Kinn, sah mir in die Augen und sagte: ›Armer Kerl, wirst mir nachgeraten – die Pferde sind edel, aber sind zu feurig, und der Kutscher ist schlecht!‹ Damit klopfte er mir auf die Stirn, dann streichelte er mir die Wangen, kehrte sich um und sah mich tagelang nicht wieder an.

»Er hatte recht, die Pferde waren zu feurig und der Kutscher schlecht, früher oder später mußte das Gefährt umwerfen – in den Straßengraben hinein! Das ist auch geschehen! Aber zu meiner Geschichte zurück.

»Schlimm war ich nicht, nur wild und unbändig . . . und viel zu weich dazu, das war das Allergefährlichste dran! Mein Herz war voll Liebe und Zärtlichkeit, und da niemand etwas von diesem Überfluß beanspruchte und ich ihn anders nicht los werden konnte, so liebte ich wenigstens meine Heimat, die aber mit Schwärmerei!

»Darin stimmte ich mit meinen Brüdern überein, wenn wir uns auch sonst den ganzen Tag zankten und rauften – alle hatten wir dieselbe wahnsinnige Liebe für das alte Nest!

»Infolgedessen war es für uns sehr schmerzlich, als wir alle drei ins Theresianum gesteckt wurden, weil die ewigen Zerwürfnisse zwischen unsern Eltern unsre Erziehung zu Hause beschwerlich machten.

»Wenn wir zu den Ferien nach Hause zurückkehrten, sprangen wir jedesmal an den Grenzen unsrer Herrschaft aus dem Wagen, der uns abgeholt hatte, und umarmten eine alte, mächtige Birke, die sich in einem binsendurchwachsenen Tümpel neben einem Feldrain spiegelte. Es war der erste Baum auf unserm Grund. Als die Heimat verkauft wurde, fiel die Birke – den Tag vor Unterzeichnung des Kontrakts hat sie mein Vater umhauen lassen.

»Als die Heimat verkauft wurde! . . . Was das für einen Riß in meinem Leben gab! Ein vierzehnjähriger Junge war ich, da ich eines schönen Tages die Nachricht erhielt, daß es geschehen war, daß es hatte sein müssen, um uns vor einem ehrlosen Bankrott zu sichern. Die Nachricht traf mich ins Herz!

»Ich weinte bitterlich, nicht weil wir arm geworden waren – darüber zu weinen, hätte ich mich geschämt – aber weil wir von der Heimat fort mußten. Das war gräßlich! Niemand, der es nicht durchgemacht hat, weiß, wie gräßlich so etwas ist!

»Achtzehnjährig trat ich in ein böhmisches Jägerbataillon ein, zur Kavallerie langte es nicht – ich erhielt nicht einen Kreuzer Zulage – und bei der gewöhnlichen Infanterie zu dienen, wäre mir doch zu demütigend gewesen. Von jeher schwebt in unserm Österreich ein gewisses Prestige um die Jäger, vielleicht weil sie die Truppe sind, die immer an den gefährlichsten Stellen der Schlacht ins Feuer geschickt wird.

»Der erste Leutnantsstern am grünen Kragen meiner hechtgrauen Uniform hatte seinen Glanz noch nicht verloren, als Anno sechsundsechzig die preußischen Kanonen über die böhmische Grenze rollten.

»Unsre Kriegsbegeisterung war maßlos, leider – ich muß es gestehen – auch unsre Ruhmredigkeit!

»Wir bereiteten uns vor, ein Spalier von preußischen Gardeoffizieren um den damals neuen Wiener Stadtpark anzulegen. Der ›Kikeriki‹ hatte den ersten Entwurf zu diesem originellen Staket geliefert. Nach seiner Zeichnung zu urteilen, hätte der Zaun von Arm in Arm stehenden Junkern sehr dekorativ gewirkt.

»Und wenn wir für den Kaiser von neuen Provinzen träumten, so träumte nebenbei jeder für sich von einem Theresienkreuz! Was aus dem allem geworden ist, wissen Sie.

»Daß es uns an Tapferkeit nicht gefehlt hat, brauch' ich Ihnen ebenfalls nicht erst zu sagen, wenn man auch angesichts der großen Nationalblamage, worin schließlich das ganze Resultat dieser Tapferkeit kulminierte, nicht viel damit prahlen mag. Aber tapfer waren wir, die Offiziere, sowie die Mannschaft, und zwar mit jener dummen, selbstverständlichen Tapferkeit, die, bei dem Soldaten jedes Bewußtsein eines Verdienstes ausschließend, zur Folge hat, daß die Feldherren vergessen, einem den Todesmut als irgend etwas Besonderes anzurechnen, und schließlich nicht weiter daran denken, mit Menschenleben zu sparen, die sich selbst nicht wichtig scheinen.

»Nur in Rußland gibt es noch so ruhig der Vernichtung entgegengehende Soldaten. Die Führung war dementsprechend.

»Ja, tapfer waren wir, und die Tapfersten unter all den Braven, die auf den grünen Saatfeldern zwischen Königgrätz und Sadowa zusammenbrachen, waren die böhmischen Jäger.

»Fürchten Sie sich nicht vor einer militärischen Abhandlung; wie die Schlacht von Königgrätz verloren und gewonnen wurde, können Sie in der Weltgeschichte nachlesen, nur so viel: Ich diente in einem Bataillon von neu ausgehobenen Rekruten. Man hatte uns dahin und dorthin kommandiert, ohne bestimmten Endzweck; in die eigentliche Aktion waren wir gar nicht vorgedrungen, aber wir hatten den ganzen Tag nüchternen Magens sterben sehen. Nichts hatten wir genossen von früh ab als den Geruch von Pulver und geronnenem Blut.

»Als nun in dem Augenblick, da die Kugeln der preußischen Hinterlader wie ein tödlicher blauer Hagel auf das Schlachtfeld niederprasselten, die Order kam, vorzurücken, da zog durch die Reihen unsres Bataillons ein Murmeln, das uns Offizieren nicht gefiel. Die Jäger standen still und rührten sich nicht.

»Wenn ich sagen sollte, daß ich damals irgendwie empört war über diese Unlust der armen Teufel, ins Feuer zu gehen, müßte ich lügen – nein. Nichts nahm ich ihnen übel, leid war mir um sie. Ich bitte Sie, ganz junge Burschen waren's, schmal und mager, blaß vor Hunger und Kälte, denn es war kalt wie im November an jenem schrecklichen, unvergeßlichen dritten Juli, dem Tag von Königgrätz. Dazu goß es in Strömen aus einem weißen, sich immer dichter zusammenziehenden Nebel heraus, und ringsherum Blutlachen und Leichen, und das teuflische, scharfe Knattern des Musketenfeuers, das sich deutlich abhob gegen den Hintergrund des schweren, wuchtigen Kanonendonners.

»Was war zu machen?

»›Kinder, so bringen wir sie nicht vorwärts, wir müssen sie ein bißl animieren,‹ sagte ich – mehr nicht – aber sofort schlossen sich mir die drei jüngsten Offiziere an, und alle vier, Arm in Arm, gingen wir dem Feind entgegen, singend, die Mütze auf dem Ohr.

»Wir sangen – bei Gott, ein Gassenhauer war's, den wir anstimmten, frisch, fröhlich, keck – weiß selber nicht, wie's kam, daß wir plötzlich alle vier in die österreichische Nationalhymne übergingen!

»Unternommen hatten wir unser Heldenstückchen, wie alle echten Heldenstückchen unternommen werden, ohne darüber nachzudenken, fast mit dem Gefühl, einen tollen Streich auszuführen, aber mit einem Male kam die Begeisterung, die echte, andächtige, und mit der Begeisterung hingebender Opfermut, feierliche Todesfreudigkeit.

»Noch heute höre ich den dünnen Laut unsrer vier Stimmen mitten im Getöse der Schlacht!

»Plötzlich sangen nur drei, der Kamerad an meiner Linken hing schwer an meinem Arm. Kurz darauf fielen die übrigen drei wie auf einen Schlag. Das letzte, was mein sinkendes Bewußtsein noch in sich aufnahm, war der begeisterte Anlauf des durch unser Beispiel, durch unser vergossenes Blut in eine wahre Raserei von wilder, rachsüchtiger Tapferkeit aufgestachelten Bataillons.

»Als ich nach langer Bewußtlosigkeit erwachte, lag ich in einem Kuhstall, der zum Lazarett umgestaltet worden war.

»Das erste, was ich erfuhr, war, daß die Schlacht von Königgrätz verloren und meine drei Kameraden geblieben waren . . .

»Ich muß sagen, daß mir das Heldenstück, an dem ich nicht nur meinen Teil gehabt, sondern zu dem ich geradezu den Impuls gegeben, weiter keinen großen Eindruck hinterlassen hatte, ja daß ich mich eigentlich kaum mehr unsres gemeinschaftlichen todesmutigen Geniestreiches erinnerte, außer um meine armen Kameraden – nicht ohne Reue zu betrauern, als ich ein paar Wochen nach dem Friedensschluß in einem illustrierten Blatt eine Schilderung der Episode las. Eine die vier heldenmütigen Jünglinge darstellende Illustration war dieser Schilderung beigegeben.

»Schilderung und Illustration waren dem einfachen Sachverhalt ziemlich unähnlich, und ich brauchte ein Weilchen, eh' mir's einfiel, daß ich bei der also verewigten Heldentat eine Rolle gespielt hatte.

»Dann freilich blähte ich meine Lunge nicht wenig auf. Ja, ich ließ mich herbei, an die Redaktion des betreffenden Blattes einen Brief zu senden, der den eigentlichen Sachverhalt richtig stellte, und den ich mit vollem Namen unterschrieb – in dem ich aber gottlob! nicht geschmacklos genug war, zu verraten, daß ich der Anstifter des Heldenstückchens gewesen war. Damals hatte ich es noch nicht nötig, zu prahlen.«

Der Alte unterbrach sich, nach einer kurzen Pause begann er von neuem: »Auf mein Schreiben erhielt ich einen ausführlichen Dank von der Redaktion, zugleich mit der Bitte um meine Photographie. Mein Porträt erscheint in der Zeitung, in mehreren andern Zeitungen.

»Meine Vorgesetzten erinnern sich plötzlich, daß man mir einen Orden schuldig geblieben ist – ich erhalte die eiserne Krone.

»Ein alter Geizkragen von Onkel, der früher nie etwas von mir hat wissen wollen, meldet sich und gewährt mir eine anständige Zulage. Kurz, ich bin von einem Tag zum andern eine berühmte Persönlichkeit!

»Sie sagen wohl, ›tant de bruit pour une omelette‹? Aber was wollen Sie, bedenken Sie die Zeit! Für das österreichische Gemüt war es immerhin tröstlich, sich inmitten unsrer allgemeinen Erniedrigung solch einzelner Züge persönlichen Heldenmuts zu erinnern. Das Selbstgefühl der Nation richtete sich daran auf . . . mein eigenes Selbstgefühl jetzt nachträglich auch.

»Da man mir nach allen Richtungen hin gern behilflich war, wurde es mir nicht schwer, mich in ein Kavallerieregiment versetzen zu lassen, wo ich mich als ein von Jugend auf geübter, nicht nur kühner, sondern tüchtiger, pferdekundiger Reiter unter meinen neuen Kameraden mit Leichtigkeit behauptete.

»Aber wie es so geht! Als Leutnant bei den Jägern, ohne einen Kreuzer Zulage, war ich ausgekommen, als Oberleutnant bei den Husaren mit der mir von meinem Onkel gewährten wirklich anständigen Apanage kam ich nicht aus.

»Freilich war ich als besondere Zierde der Armee einem in Wien garnisonierenden Regiment zugeteilt worden.

»Ich mußte mein Einkommen auf jede einem Offizier zu Gebote stehende Art zu vergrößern trachten. In solchem Falle müssen vor allem die Pferde herhalten. Das wußte ich und richtete mich danach.

»Ich hatte ein großes Talent, rohe Pferde fein zuzureiten, und machte infolgedessen besonders mit den Ausländern ausgezeichnete Geschäfte.

»Wissen Sie, wir österreichischen Kavalleristen verlangen von einem Pferde, daß es Blut hat und Temperament und auch, daß es jung und hübsch ist, das andere besorgen wir selbst. Aber die preußischen Offiziere – sie machten meine beste Kundschaft aus – haben in Beziehung auf Pferde ganz andre Wünsche. . . . Ich habe alle Achtung vor den Herren und sie haben uns bei Königgrätz geschlagen, aber von Pferden verstehen sie nicht viel, und das ist für uns ein großes Glück!

»Ein Preuße will vor allem, daß ein Pferd einen Pedigree hat, einen schönen, gebogenen Hals und keine weißen Füße – o, um Gottes willen keine weißen Füße! Hm! ich hab' meine schneidigsten Rennen gewonnen mit einem Pferde, dessen Hinterfüße weiß waren! . . . Die Preußen haben einmal ein Vorurteil dagegen! Dunkle Füße wollen sie haben, einen Pedigree und einen gebogenen Hals, und wenn dann das Pferd nebenbei noch fein zugeritten ist, so kann's meinetwegen zwanzig Jahre alt sein und steif wie ein Bock – ein Preuß' nimmt's doch! Das mit den zwanzig Jahren hab' ich aufgeschnitten, aber richtig ist's, daß ich oft elf- und zwölfjährige Pferde ins Ausland verkauft habe, nur weil sie Figuranten waren.

»Mit der Zulage, die ich von meinem Onkel bezog, und dem Gelde, das ich an meinen Pferden verdiente, hätt' ich ganz gut auskommen können – aber . . . sehen Sie, ich habe eine Eigentümlichkeit . . . na, da haben Sie die Ursache meines ganzen Unglücks, den Schlüssel zu allen Verkehrtheiten, die mich zu Grunde gerichtet haben – ich bin eine Spielernatur; es ist angeerbt. Bei meinem Vater hatte die Krankheit mit Macao angefangen und mit industriellen Unternehmungen geendigt; bei mir fing sie auch mit Macao an – aber zu Ende ist sie noch immer nicht. Wenn ich heute nicht ins Kasino gegangen bin, so war's . . . weil ich mir nicht mehr ein ganzes Fünffrankenstück verschaffen konnte, um es zu setzen.

»Eine Spielernatur! Es gibt dürre, nüchterne Spielernaturen, das sind Menschen, die reich werden wollen, ohne sich anzustrengen, und über ihr Unglück lamentieren und ihr Schicksal anklagen, wenn es ihnen nicht gelingt. Das ist das Kleingeld der Spezies . . . aber es gibt auch noch etwas anderes. . . . Um den Gewinn ist's einem natürlich auch zu tun, aber an das ordinäre Geld denkt man nicht, man denkt – an den Sieg! Zugleich erfaßt einen ein optimistischer Schwindel, der einen von der Erde losreißt – es ist ein Übergewicht der Phantasie nach der Seite von allen hoffnungsreichen Möglichkeiten hin, eine Tollkühnheit, die jeglichen Gedanken an Gefahr ausschließt. Ein echter Spieler ist ebenso bereit, sein Leben einzusetzen wie seinen letzten Heller – und bei Gott! das, was mich damals meinem Bataillon voran ins Feuer trieb bei Königgrätz, das war meine Spielernatur. Da ich kein Schlachtfeld hatte, auf dem ich mein Temperament austoben konnte, so versuchte ich's am Spieltisch!

»Ich spielte mit rasendem Glück, und immer in demselben optimistischen Dusel, immer mit der Empfindung, als ob ich mir irgendwie den Eintritt ins Paradies erspielen könnte.

»Aber da kam etwas . . . eines Tages gewann ich zwölftausend Gulden von einem Kameraden. . . . Sie begreifen nicht, wie ich es wagte, um so hohe Summen zu spielen; wenn ich sie gewinnen konnte, hätte ich sie ebensogut verlieren können. Aber an so etwas denkt ein echter Spieler nicht, ebensowenig wie eine verliebte Frau daran denkt, was daraus werden kann, wenn sie ihre ganze soziale Stellung auf eine Karte setzt für einen Kuß.

»Na, ich gewann. . . . Der, dem ich das Geld abgewonnen hatte, war ein reicher Kaufmannsohn, einer von denen, die sich noch eine Ehre daraus machen, in einem nobeln Kavallerieregiment zu dienen. Er hatte eine unüberwindliche Vorliebe für die gute Gesellschaft – und erster Klasse zu reisen oder in einem Kavallerieregiment zu dienen, waren damals in Österreich die einzigen Mittel, einem »Ausgeschlossenen« den Verkehr mit Prinzen zu ermöglichen. Er hieß Artur und hatte Eltern, die er Papa und Mama nannte (statt Vater und Mutter), und deren er sich schämte.

»Ich kann nun einmal keine Menschen ausstehen, die Artur heißen und sich ihrer Eltern schämen; nebenbei war er, wenn ein Fürst ihm in die Nähe kam, für den Rest der Welt ebenso verloren wie ein Auerhahn auf der Balz, und wenn er einmal mit dem Prinzen Bonbon Liscat – das war eine unsrer Durchlauchten – Arm in Arm über die Ringstraße gegangen war, so traktierte er uns noch zwei Tage später mit Bonbons-Witzen. Das ärgerte mich vielleicht am allermeisten, denn die Witze waren sehr schlecht.

»Ich sage Ihnen das alles, um Ihnen begreiflich zu machen, daß ich auch nicht die geringsten Gewissensbisse empfand, ihn ein wenig ›gerupft‹ zu haben, als ich damals vom Spieltisch aufstand, ja mich ehrlich über meinen Gewinn freute. Nun, eine Spielschuld ist eine Ehrenschuld, die bekanntlich binnen vierundzwanzig Stunden beglichen werden muß. Als nach Verlauf dieser Frist das Geld nicht kam, fing ich an, verdrießlich zu werden. Ich überlegte, was zu tun sei, und ritt schließlich in den Prater und zwar auf einem sehr wilden Pferde, mit dem ich mich bis spät in den Nachmittag hinein herumzankte. Das Pferd war mit Schaum bedeckt und ich herzlich müde, als ich durch die ersten Dämmerungsschleier eines Frühabends im August langsam an die Josefstädter Kaserne hinantrabte.

»Schon von weitem merkte ich, daß etwas los war in der Kaserne.

»Dem Eingangstor gegenüber, vor einem Laden, in dessen Auslage ein sehr schmutziger und mottenzerfressener Hermelin zwischen roten Dragonermützen seine winzigen Zähne fletschte, bemerkte ich einen Knäuel von zerlumpten Gevatterinnen, die – das sah man der Art an, wie sie, die Fäuste auf den Hüften, die Hälse vorstreckten – im Begriff standen, einander eine Schauergeschichte zu erzählen. Mein erster Gedanke war, daß sich ein armes Mädel wieder einmal in die Donau geworfen habe wegen irgend eines Dragoners – so etwas war letzterer Zeit öfters vorgekommen und verursachte uns jedesmal viel Schererei – aber nein . . .

»Brrr! Es sind mehr als fünfundzwanzig Jahre darüber hinweggegangen, und ich habe seither viel Trauriges erlebt, aber an öder, nüchterner Gräßlichkeit hat nichts jenen Abend überboten!

»Es krümmt sich noch heute jeder Nerv in mir, während ich davon rede. Ein Gewitter stand am Himmel, in der Ferne grollte der Donner, ein kleiner, ächzender Wind, der knapp am Boden hinfegte, wirbelte den Staub auf, und ein Geruch von Gerberlohe und schlecht gewässertem Untergrund erfüllte die Luft. Ringsherum flüsterten die Leute.

»Ein ganzer Schwarm hatte sich den Gevatterinnen vor der Militärrequisitenkammer zugesellt. Ich ritt in den Kasernenhof hinein, sprang vom Pferd, warf die Zügel einer Ordonnanz zu und eilte die breite, schmutzige Treppe hinauf.

»Kennen Sie die Josefstädter Reiterkaserne?«

Freddy nickte.

»Nun, ich weiß nicht, wie's heute darin aussieht,« fuhr der Alte fort, »damals aber kam man von der Stiege auf einen langen Korridor, der an allen Wohnungen vorbeilief, und dessen Fenster in den Hof sahen.

»In dem Korridor, der so schmutzig war wie die Treppe, waren immer Burschen mit Kleiderputzen beschäftigt, und ich kann nicht sagen, daß der Geruch von Kommißtabak und allerhand unpoetischen Ausdünstungen die Luft gerade besonders angenehm gewürzt hätte, wenn sich auch der Duft türkischer Zigaretten vielfach in diesen Gestank hineinschlich.

»Trotz all diesen wenig empfehlenden Eigenschaften war es sonst da gemütlich. Zwischen Sporenklirren und Kleiderputzen hörte man pfeifen, singen, lachen.

»Heute Grabesstille . . . nichts als aus den Ställen heraus das Scharren und Stampfen der Pferde (es war Fütterungszeit) und aus einer Fensternische heraus das gedämpfte Flüstern einer Gruppe von Offizieren, die bei meinem Anblick zusammenschraken und . . . sich abwendeten.

»›Was gibt's?‹ fragte ich. Sie blieben stumm. Da trat einer von ihnen aus der Gruppe heraus, und mich beim Arm nehmend sagte er: ›Komm einen Augenblick her!‹

»Es war mein bester Freund, ein Hannoveraner, Wilhelm von . . . na, meinetwegen . . . Hagenried.

»Er führte mich in sein Zimmer, dann mir teilnahmsvoll ins Gesicht sehend, sagte er: ›Du – er hat sich erschossen.‹

»Nicht einen Augenblick zweifelte ich, von wem die Rede war.

»Er hat sich erschossen! Wie ein Schlag auf den Kopf traf's mich.

»Draußen grollte der Donner, die Luft wurde schiefergrau, man hörte die ersten starken Tropfen fallen. Ich sank in einen Stuhl, zerbrochen, zerknirscht von dem Gedanken, daß ich ein Menschenleben auf dem Gewissen hatte.

»Erst nach einer Weile fand ich den Mut, zu fragen, wie das zugegangen war.

»Er hatte für sehr reich gegolten. Wie es schien, hatte er den Kopf verloren. Nach der Spielpartie, die auf ein lustiges Dejeuner folgte, war er von einem Wucherer zum andern gerannt, ohne sich das Geld verschaffen zu können. Schließlich hatte er sich in seiner Todesangst an seinen Vater gewendet. Dieser, ein tyrannischer, engsinniger, alter Spießbürger, der von der dringenden Wichtigkeit der Begleichung einer Spielschuld keine Ahnung besaß, hatte ihn abgewiesen; als der Arme ihm sagte, daß er unter den Umständen als ehrenverlustig seine Charge niederlegen müßte, hatte der Alte erwidert: ›Um so besser!‹ Was der Verlust seiner Offiziersehre dem Sohne bedeutete, begriff er nicht.

»Gegen vier Uhr war der arme Teufel totenblaß in die Kaserne zurückgeschlichen und hatte sich eine Flasche Champagner in sein Zimmer bringen lassen. Eine Stunde später hatte ihn sein Privatdiener, durch den Wilhelm die Einzelheiten der Angelegenheit erfahren hatte, tot auf seinem Bett gefunden.

»Ich war fassungslos!

»›Du bist ja gänzlich unschuldig an dieser Geschichte,‹ tröstete mich mein Freund, ›aber ich begreife, daß dir's nahe geht – scheußlich, so etwas!‹

»›Wir hätten ihn keiner für so honorig gehalten, armer Teufel – armer Teufel! 's fällt einem jeder schlechte Witz auf die Seele, den man über ihn gemacht hat!‹

»Als ich wieder halbwegs beisammen war, raffte ich mich auf und ging in die Wohnung des Verstorbenen. Wilhelm begleitete mich. Die Rouleaus waren herabgelassen, die Vorhänge zugezogen. Dort auf seinem Bett lag er, weiß und still, der Tod hatte ihm die Vornehmheit gegeben, die ihm das Leben versagt hatte. Zwei Kerzen standen neben seinem Bett, rechts und links von einem Kruzifix, auf einem Rauchtische nicht weit davon waren noch die Champagnerflasche und das Glas stehen geblieben, womit sich der Tote den Mut angetrunken hatte, seine Ehrenschuld zu zahlen.

»Verschiedene, mit geschlossenen Kronen und großartigen Wappen verzierte Zigarettentaschen, Andenken von seinen Lieblingsdurchlauchten, lagen umher. Doch schien er mit diesem Tand nicht weiter viel beschäftigt gewesen zu sein; auf seinem Betttisch neben dem Kruzifix lag noch das Bild seiner Mutter, deren er sich im Leben immer geschämt, und die ihm geholfen hatte zu sterben.

»Ich kniete neben dem Bett nieder und betete ein Vaterunser. Da öffnete sich die Tür, eine schwarzgekleidete, sehr anständige Frau von etwa fünfzig Jahren, stark, aber mit einem guten, freundlichen, zum Erbarmen verweinten Gesicht, einen halbwüchsigen Knaben an der Hand, trat ein – seine Mutter und sein kleiner Bruder. Ich hatte mich erhoben, Hagenried ging auf sie zu und sagte ihr irgend etwas. Am ganzen Körper zitternd, fing sie an zu knicksen und höflich zu sein, der kleine Bruder kaute verlegen an dem Schirm seiner Mütze und blickte aus furchtsamen Augen nach der Leiche. Hagenried und ich küßten der unglücklichen Frau die Hand und zogen uns zurück. Ich hatte die Tür noch nicht erreicht, als ich einen Laut vernahm, den ich nie vergessen werde – ein elendes, kicherndes Schluchzen, das allergräßlichste. Ich sah mich halb um, nur mit einem einzigen Blick wagte ich's, die Mutter zu streifen. Sie war zusammengebrochen neben dem Toten und streichelte ihm liebkosend wie einem kleinen Kinde die starren Hände. Von jenem Tage an hab' ich keine Karte mehr berührt.

»Ich hatte einen Schwur geleistet, keine mehr anzurühren. – Solange die Erschütterung meiner ganzen Natur vorhielt, hatte ich auch kein Verlangen danach. Sobald ich mich aber beruhigt hatte, war mir's, als hätte ich mir durch meinen Schwur die Tür des Paradieses selber vor der Nase zugesperrt. Ich wurde unruhig, heftig, brauste wegen nichts und wieder nichts auf, meine Sehnsucht rüttelte mit Händen und Füßen an dem Riegel, den ich vorgeschoben hatte. Es war nicht wie eine gewöhnliche Sehnsucht, es war wie ein unabweisbarer, tyrannischer Naturtrieb, den man um sein Recht betrügen wollte, und der sich dagegen sträubte.

»Endlich fand ich einen Ausweg. Ich hielt meinen Schwur, rührte keine Karte mehr an, spielte nie mehr mit einem sichtbaren Gegner, dem ich schaden konnte, aber ich wurde eine bekannte Figur auf allen Rennplätzen in Österreich – ich ließ selber rennen. Anfangs ritt ich meine Pferde selbst – famos – ich war bekannt für meine Art, einen Finish zu reiten, im letzten Moment, und wo man es am allerwenigsten erwartete, einem Nebenbuhler zuvorzukommen – aber lange dauerte das nicht, die Natur hatte mich nicht zum Jockey bestimmt, ich war zu groß dazu, und trotz allen Trainierens, Hungerns und künstlichen Abschwitzens wurde ich bald zu schwer. Ich wettete halsbrecherisch, erst mit Glück, dann hatte ich Gegenwind – es ging nicht, ich kam in die Hände der bookmakers, machte Schulden, wettete noch toller, um sie zu decken. Dem mutmaßlichen Erben meines Onkels, der jetzt einen wahren Narren an mir gefressen hatte, ging alles durch, ich zahlte nicht einmal sehr hohe Wucherzinsen – da . . .

»Von meinen Beziehungen zu den Damen habe ich Ihnen bis jetzt nichts gesagt – es ist nicht viel zu sagen, außer, daß ich immer Glück gehabt hatte bei den Frauen, was so viel bedeutet, als daß sich mir das weibliche Geschlecht bis dahin immer von seiner schlechtesten Seite gezeigt.

»Viel Wert habe ich auf meine Siege nie gelegt, ich war ein heller Kopf und wußte, daß der erste beste Tenor doch immer noch mehr Eroberungen aufzuweisen hat als unsereiner.

»Ich genoß, was das Leben mir bot, und ohne daß es mir sehr zu Herzen ging. Alles, was ich mir bei meinen vielfachen Liebesscharmützeln holte, war eine recht miserable Meinung von den Frauen und eine höllische Angst vor dem Heiraten, denn . . . ich hatte nicht umsonst in meiner Jugend für Sonnenuntergänge und märchenblaue Hintergründe geschwärmt. Im Grunde meines Herzens war ich ein romantischer Esel!

»Ich hegte eine geheime Sehnsucht nach einem poetisch duftigen Heim, nach einer allem Erdenschmutz abgekehrten, lieben und hübschen Frau, die treu an mir hängen und mir entzückende, krausköpfige Kinder schenken würde. Das aber war in meinen Augen alles ein wundersamer Traum, dessen Verwirklichung mir damals sehr viel unwahrscheinlicher erschien, als daß ich einmal den Haupttreffer machen oder Feldzeugmeister werden sollte.

»Da so was nicht zu haben war, so lumpte ich denn meinen Schlendrian vergnügt weiter.

»Ich hatte damals eine kleine Freundin, Lotti Schwippel hieß sie. Sie war Soubrette am Wiedner Theater und sehr begabt. Aber es ging nicht vorwärts mit ihrer Karriere, irgend etwas klappte nicht. Sehr weit hat sie es auch nicht gebracht – im Grunde genommen nie weiter als bis zu einem sehr schlechten Ruf.

»Aber . . . immerhin, sie war ein lieber Kerl . . . frech, gutmütig und unvergleichlich drollig. Sie hatte gar keine metaphysischen Bedürfnisse und war immer guter Laune, das machte den Verkehr mit ihr sehr angenehm. Nebenbei freilich war sie ein schauderhaft leichtes Tuch und für ein Paar Brillantohrgehänge, mit denen sie einer Kollegin imponieren konnte, hätte sie sich dem Teufel verkauft. Das ärgerte mich manchmal, im ganzen aber vertrugen wir uns sehr gut – bis sie mich eines schönen Tages mir nichts dir nichts um den Ehering anbettelte. Eine hochnasige Rivalin von ihr hatte kürzlich einen polnischen Fürsten geheiratet, da wollte sie auch wenigstens Frau Gräfin werden. Das war mir denn doch eine zu starke Zumutung!

»Wir waren aus diesem Anlaß recht derb aneinander geraten, hatten uns so gezankt, daß ich sie mehrere Tage nicht aufgesucht hatte, als ich plötzlich im Vorzimmer meiner Wohnung in der Kaserne wuchtige Schritte und ein mächtiges Organ vernahm. Es war der Erbonkel, der unerwartet zu mir hereinstürmte.

»Er hatte vierzig Jahre lang unter einer wohlerzogenen Gattin gelitten. Kaum daß ihn der Tod von ihr erlöst hatte, war er nach Wien gekommen, um sich seiner, damals gerade sechs Wochen alten Freiheit zu erfreuen. Ich sollte ihm dabei ein wenig an die Hand gehen. Da ich ein bißchen zu heftig gegen Lotti gewesen war und meine Härte nachträglich bereute, gönnte ich ihr eine Zerstreuung; ich forderte meinen Onkel auf, sie mit mir zum Souper zu laden, was er sich nicht zweimal sagen ließ.

»Noch am selben Abend verliebte er sich in sie wie ein Narr, was mich und sie herzlich ergötzte. Ich selbst eiferte sie an, ihm Augen zu machen und ihm nur recht den Kopf zu verdrehen. Wenn ich auch in einem andern Fall nicht auf die Felsenfestigkeit ihrer Treue geschworen hätte, so wäre es mir doch nie im Traum eingefallen, auf den Alten eifersüchtig zu sein, und die komische Art, wie sich seine Leidenschaft gebärdete, machte mir einen mörderischen Spaß. Doch . . . ich hatte die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Die triumphierenden Mienen meines Onkels wurden mir nachgerade bedenklich, und eines Abends begab ich mich zu Lotti, um ihr wieder einmal ordentlich die Leviten zu lesen.

»Es war Anfang Februar, auf den Straßen ein gräßlicher brauner Pantsch, und in der Luft zergehende Schneeflocken, die einem ein scharfer Wind ins Gesicht trieb.

»Sie wohnte in einem scheußlichen alten Hause auf der Wieden, einem dreistöckigen Hause, worin sich eine schlechtgehaltene Sandsteintreppe um ein schwarzes Loch drehte.

»Ich klingelte an ihrer Tür, in ihrer Wohnung war alles still – ich klingelte noch einmal, niemand zeigte sich. Ich klingelte, bis ich den Glockenzug heruntergerissen hatte und mir der Holzgriff in der Hand blieb.

»Jetzt fing ich an, heftig zu werden. Als mit der Klingel nichts mehr anzufangen war, warf ich den Holzgriff auf die Erde und polterte mit beiden Fäusten gegen die Tür.

»Plötzlich hörte ich von oben hämisch lachen. ›Sie strengen sich vergebens an,‹ rief man mir zu, ›die Wohnung ist leer!‹

»Ich kam zur Besinnung. Mein erster Gedanke war: Gott sei Dank, daß ich nicht in Uniform bin!

»Was geht's mich an, wo sich die Gans herumtreibt, ob sie zu Hause ist oder nicht, sagte ich mir und beeilte mich, fortzukommen.

»Ärgerlich kehrte ich nach Hause zurück, wo mich ein Brief erwartete. Ein Dienstmann hatte ihn gebracht.

»Ich erkannte sofort Lottis kindische, unausgeschriebene Schrift. Der Brief lautete:

»›Mein Lieber!

»›Es tut mir leid, Dich zu kränken, aber es läßt sich leider nicht vermeiden. Wenn Du gescheit bist, so kommst Du recht bald nach Kremenez, Deiner Frau Tante die Hand küssen. Nimm Dir's nicht zu viel zu Herzen, warum warst Du so stolz? 's ist alles Deine eigene Schuld. Aber wir waren doch mordsfidel zusammen, gelt? Es umarmt Dich zum Abschied

Deine ehemalige Lotti.

P.S. Du! Die hochnasige Lisi, die wird Augen machen, was? Recht geschieht ihr. – Wenn ich die Augen nur sehen könnt'.‹

»So beiläufig lautete das Dokument!

»Erst schäumte ich einfach vor Wut über das Schriftstück, dann fing ich an, mich zu fragen, was es denn eigentlich bedeute?

»In wenigen Tagen wurde mir das sehr klar gemacht, und zwar durch ein gedrucktes faire part, womit mich mein Onkel von seiner in aller Stille in Kremenez, einer seiner Herrschaften, stattgehabten Vermählung mit Fräulein Charlotte Schwippel benachrichtigte.

»Ich schrieb auf die Rückseite: ›Alter schützt vor Torheit nicht!‹ und schickte es ihm sofort zurück. Das war nicht sehr witzig, dafür aber außerordentlich unvernünftig. Mein Onkel sistierte natürlich sofort meine Zulage, und mit jeglicher Hoffnung auf eine Erbschaft war's vorbei.

»Die Kunde von meinem Zerwürfnis mit dem Erbonkel verbreitete sich mit Blitzesschnelle. Die Folgen blieben nicht aus! Binnen acht Tagen hatte ich alle meine Gläubiger auf dem Hals. Der Moment war kritisch! An eine Begleichung meiner Schulden war vorderhand nicht zu denken.

»Außer meinem Onkel hatte ich keinen Verwandten auf der Welt, der sich mir irgendwie nützlich hätte zeigen können. Ich hatte überhaupt keinen Verwandten mehr. Meine Eltern waren längst gestorben, aus meinen beiden Brüdern war nichts Gutes geworden. Einer von ihnen war nach Australien ausgewandert. Die Lust wandelte mich an, ihm dahin zu folgen. Ich hätt's auch getan, wenn ich meine Schulden hätte bezahlen können. Aber meinen Gläubigern durchbrennen wie der erste beste Lump, dazu war ich nicht – damals noch nicht.

»So hatte ich nur zwischen zwei Dingen zu wählen – zwischen einer reichen Braut oder einer Kugel durch den Kopf.

»Reiche Mädchen hätt' ich dutzendweise finden können, hübsche, anständige, wohlerzogene, besonders wenn ich in Bezug auf die soziale Sphäre, der sie entstammten, nicht wählerisch gewesen wäre.

»Ich brauchte ja auch durchaus nicht ›Geld‹ zu heiraten, nur mich . . . in ein reiches Mädchen zu verlieben. Die meisten Männer schämen sich, ohne Liebe reich zu heiraten. Das Geld ist in solchen Fällen immer nur, hm . . . ein glücklicher Zufall, eine angenehme Beigabe. So ein etwas bedürftiger Freier geht auf Brautschau, findet ein Mädchen, das ihm halbwegs erträglich scheint, sagt sich so lange vor, daß sie sehr wohlerzogen und gut gewachsen, und daß das die Hauptsache ist, bis es ihm nicht mehr zu schwer fällt, ihr einen Kuß zu geben, und hat er ihr einmal den ersten Kuß gegeben, so küßt er sich so allmählich in eine gemäßigte Verlobungsschwärmerei hinein.

»Aber einer solchen pflichtschuldigen Opportunitätsneigung war ich ganz unfähig. Ich hätte heiß und leidenschaftlich lieben können – mit dem Besten oder dem Schlechtesten, das in mir war, wie's eben kam – in meinem Innersten fühlte ich das, aber mich zwingen, ein Paar Lippen küssen, nach denen mich nicht verlangte, das hätte ich nicht können!

»Na, so war die Wahl einfach – eine Kugel durch den Kopf!

»Wissen Sie, der Selbstmord ist eigentlich eine Institution in Österreich. Bis in die katholischesten Kreise hinaus ist man davon überzeugt, daß es aus gewissen moralischen Sackgassen für einen Ehrenmann keinen andern Ausweg gibt, und nimmt an, daß der liebe Gott in solchen Fällen ein Einsehen hat. Drum zauderte ich nicht, dem Beispiel des armen Artur zu folgen. Eines Tages Anfang März sperrte ich einfach die Tür zu und steckte mir den Revolver in den Mund . . .

»Als ich eben losdrücken wollte, rüttelte jemand an der Klinke – ich drückte dennoch ab – aber der Schuß ging fehl. Da hinter der Kinnlade ging die Kugel heraus. Die Narbe habe ich noch heute – sehen Sie.«

In der Tat bemerkte Freddy knapp unter dem Ohr deutlich die Narbe.

Monsieur Paul fuhr fort: »Immerhin hatte ich mich arg genug zugerichtet und verlor sofort das Bewußtsein; als ich aufwachte, lag ich in meinem Bett, und mein Freund Hagenried saß neben mir.

»Er pflegte mich durch ein fünftägiges Wundfieber hindurch mit großer Ausopferung. Als ich leidlich beisammen war, schalt er mich tüchtig aus wegen des Mangels an Vertrauen, den ich ihm bewiesen, und forderte mich auf, mich ordentlich auszubeichten, damit wir über Mittel und Wege sinnen könnten, mein Leben in Ordnung zu bringen.

»Als ich ihm die Ausdehnung meiner Passiven mitgeteilt, bestand er darauf, mir die ganze Summe vorzustrecken. Zurückzahlen könnte ich sie ihm später nach Belieben. Ich war nicht in der Lage, sein großmüßiges Anerbieten abzulehnen.

»Ich dankte ihm sehr warm und sagte ihm zugleich, daß ich mich in eines der billigen, in Polen garnisonierenden Regimenter würde versetzen lassen, weil ich die Ausgaben in Wien nicht mehr bestreiten konnte.

»Dies betrübte ihn sehr. Ohne mich wollte er überhaupt nicht dienen, und mir nach Polen zu folgen, hatte er keine Lust. Nach zwei Tagen teilte er mir mit, er habe seinen Abschied eingereicht. Vorläufig habe er das Militärleben satt und gedenke ein halbes Jahr zu reisen. Er bat mich, ihn zu begleiten, und als er sah, daß mich sein Antrag einigermaßen überraschte, meinte er hastig, ich könnte ja ein Pferd verkaufen, um die Reisespesen zu decken, zum Sparen hätte ich in Polen oder in der Bukowina auch noch Zeit.

»Hm. Dies alles unter den Umständen, die Sie wissen . . .

»Er war ein Hannoveraner, wie ich bereits erwähnt habe – es dienten ihrer damals mehrere in unsrer Armee –, nebenbei sehr reich, ein wenig verrückt und ein Prachtmensch, dessen gutes Herz leider in einem zu schweren Körper steckte.

»Wie viele zu starke Menschen, war er schüchtern und klammerte sich an mich wie an eine Kindsfrau – wenn er mich nämlich nicht pflegte wie eine Mutter!

»Ich würde ihm einen wahren Dienst erweisen, wenn ich mich entschließen könnte, ihn zu begleiten, stellte er mir vor. Bei der rasenden Menschenscheu, woran er litt, schließe er sich so schwer jemand an, – mache nie Bekanntschaften unterwegs, würde infolgedessen seinen ›Ausflug nach Algier‹ nicht im mindesten genießen, wenn ich mich seiner nicht erbarmte.

»Ich ließ mich erbitten.

»Ich wußte genau, daß er den ›Ausflug‹ nach Algier projektiert hatte, um mich aus meiner Melancholie herauszureißen; es demütigte mich, daß er mich unterstützen wollte, und je zarter er es anfing, um so mehr demütigte es mich. Aber ich hatte einen starken Wandertrieb in mir und mich im Grunde schon längst über die Grenze hinausgesehnt – und so verkaufte ich denn ein Pferd und gab nach. Von dem Erlös meines Pferdes durfte ich mein Reisebillett bezahlen, im übrigen war ich sein Gast.

»Auf die Dauer tut so etwas kein gut. Ich bin nun einmal so gemacht, daß ich keinen Zwang aushalten kann, und die vielen Rücksichten, die mein Freund mir bewies, legten mir einen geradezu unerträglichen auf – den Zwang, noch rücksichtsvoller gegen ihn zu sein, als er gegen mich war. Unser altes vertrauliches Verhältnis war gestört. Wir flossen über von Höflichkeit gegeneinander, wir machten Redensarten. Gott verzeih mir's, Redensarten . . . stellen Sie sich das vor, zwei Freunde, die Redensarten machen. Mit einem Wort, wir hatten gegenseitig auf das Recht verzichtet, grob gegeneinander sein zu dürfen. Und wissen Sie, eine Freundschaft, die nicht von Zeit zu Zeit durch ein paar tüchtige Grobheiten aufgefrischt werden kann, in der wird einem nach und nach so flau wie in einer Stube, in der man die Fenster nicht aufreißen darf. Die Grobheiten gehören sozusagen zur Ventilation der freundschaftlichen Luft. Der Augenblick mußte eintreten, wo ich ihn unzart und er mich undankbar finden, und wo wir beide recht haben würden oder unrecht . . . wie man's nimmt.

»Übrigens hielten wir uns tapfer. Den Mißmut, den wir empfinden mußten, würgten wir hinunter, ohne es zu einer Explosion kommen zu lassen, und grinsten einander an, so ausdauernd und ununterbrochen wie zwei Bulldoggen aus Biskuitporzellan.

»So hatten wir uns höflich durch einen kleinen Teil von Afrika und einen großen Teil von Europa hindurchgewunden, wobei wir mit Europa an der Südspitze von Spanien angefangen hatten, über Paris und London vorgedrungen waren, um dann über Holland und Belgien nach Hause zurückzukehren, als das Schicksal plötzlich auf die wunderbarste Weise in mein Leben eingriff.

»In Brüssel war's – im Juni. Kennen Sie Brüssel . . . nein . . . nun, man sagt, es sei noch schöner im Mai, wenn der Flieder blüht – ich kann mir nicht denken, daß es schöner sein kann als im Juni – daß irgend etwas schöner sein kann als Brüssel in den ersten üppigen, blütenübermütigen, duftgesättigten Wochen zwischen Frühling und Sommer – in der oberen Stadt, meine ich, in der, wo man wohnt.

»Es war noch recht früh am Tage. Der Morgensonnenschein flimmerte noch um das Denkmal Gottfrieds von Bouillon vor dem Hotel de Flandre, als ich mich bereits hinausbegab, während mein Freund noch von seinen Reisestrapazen ausruhte, und der zur Ergänzung unseres Dejeuners bestimmte Champagner in einem Eiskühler seine Erziehung vollendete.

»Die Museen waren noch nicht offen, und von vielen der Geschäftsauslagen wurden erst die Schaufenster aufgedeckt. Auf den Straßen hörte man nichts als das Geknatter der schützenden Holzläden, die man zusammenschob, und das Geknarr der einfarbigen oder gestreiften Markisen, die man ausrollte, das Gerassel eines vereinzelten Karrens, der den Kehricht wegführte, und das ›Hü‹ und Peitschenknallen der Kutscher. Und außer besagten Kutschern und den die Auslagen ordnenden Ladnerinnen begegnete man auch niemand, es sei denn hie und da einem Dienstmädchen, das ein ellenlanges, uneingewickeltes Brot in der einen, ein blechernes Milchgefäß – das, was die Franzosen une boîte à lait nennen – in der andern Hand, rüstig des Weges schritt.

»Diese Dienstmädchen waren alle entweder sehr brünett oder sehr blond, sie trugen meist dunkelblaue, sehr weitläufige Schürzen um die Hüften, und alle appetitliche weiße Häubchen auf dem Kopfe, mit über die Schultern hängenden Bändern und um die Stirn gekraustem Besatz. Die meisten von ihnen waren sehr hübsch, und fast alle sahen sich nach mir um, einige zwei-, dreimal, so über die Schulter, nachdem sie an mir vorübergetrippelt waren, denn sie gingen schnell und ich langsam, sie hatten etwas zu tun und ich nicht.

»Ich war's damals gewöhnt, daß sich die Frauenzimmer, die aus den niedrigen Klassen hauptsächlich, die sich nicht genieren, nach mir umsahen. Warum auch nicht? Ein bildsauberer Bengel war ich damals. So etwas klingt lächerlich, wenn's nicht mehr wahr ist, aber sagen muß ich's Ihnen doch, weil's zu meiner Geschichte gehört.

»Gewöhnlich kümmerte ich mich nicht weiter um das bißl Aufsehen, das ich bei dem schönen Geschlecht erregte. An jenem Tage machte es mir Vergnügen. Ich weiß nicht, wie es kam . . . aber Vergnügen machte es mir, und ich fühlte ein Prickeln in meinen Adern, ein Vibrieren in meinen Nerven, wie es gewöhnlich einem neuen Verlieben vorausgeht . . . so ein gewisses, die ganze Lebensfähigkeit ans Licht drängendes, sehnsüchtig ausdehnendes, süß quälendes, unruhig hoffnungsvolles Gefühl, so etwas, wie es die kahlen Winterbäume empfinden müssen, wenn ihnen die Frühlingsonne die Knospen aus den Ästen treibt. Hinter mir schwirrten die Glocken von St. Gudule, auf den Boulevards blühten die Linden, in der Luft war jene Feuchtigkeit, die den Sonnenschein sichtbar macht, die blühenden Bäume waren von breiten, flimmernden Goldrändern umsäumt, und ganze Wolken von goldenem Staub schwebten verklärend um ihr Geäst.

»Der Duft war wundersam süß und dabei doch erfrischend, nicht betäubend und berauschend wie der von Akazienblüten. Ich atmete ihn mit voller Lunge, ohne zu bemerken, daß ich die Reitallee entlang spazierte. Gedankenversunken hatte ich mich hineinverirrt, ohne tiefgehende Betrachtungen darüber anzustellen, warum der Boden unter meinen Füßen so unbequem weich und locker war.

»Plötzlich schrie mich jemand an, ich wich zur Seite und erblickte eine Gruppe von drei Reitern – eine junge Dame, neben ihr einen Herrn, hinter beiden einen Reitknecht.

»Ich sah nur sie, gegen einen goldenen Hintergrund von gelbflimmerndem Sonnenschein zeichnete sie sich ab, eine herrliche Gestalt, nicht elfenhaft schlank und durchsichtig, wie's jetzt Mode ist, sondern kräftig entwickelt, die Haltung königlich.

»Der Kopf paßte dazu, er war klein und saß sehr fest und stolz auf dem schlanken Hals, über dem ein engverschlungener Knoten dunkelblonden Haares glänzte. Das Gesicht war von tadelloser Regelmäßigkeit und gesunder Blässe, die Lippen voll, sehr schön geschnitten und tiefrot; unter dem Schatten, den die schmale Krempe des Hutes über den oberen Teil ihres Gesichtes warf, leuchteten ein Paar große, zwischen Blau und Grün schillernde Augen.

»Ihre Art zu sitzen verriet die vollständigste Vertrautheit mit Sattel und Pferd, war aber um ein kaum zu bezeichnendes Etwas zu steif.

»Die Weise, in der sie die Zügel hielt, bekundete eine große Festigkeit des Charakters und einen gänzlichen Mangel an Geschmeidigkeit. Die Figur, die das Pferd unter ihr schnitt, zeigte, daß es ihr gehorchte, aber daß sie es ihm nicht bequem machte. Im übrigen war es seiner Herrin wert, eine prachtvolle englische Rappstute mit goldig durch den schwarzen Atlas ihrer Haut hindurch glänzendem Schimmer an den Schultern.

»Das Tier hatte vor mir gescheut, mit einem kurzen Anziehen der Zügel hatte sie es zu bändigen versucht. Es bäumte sich aufgeregt, schlug nach vorn und rückwärts aus. Eine schlechte Reiterin hätte sich in so einem Fall furchtsam angekrampft, eine gewöhnliche gute Reiterin hätte dem Pferde Luft gelassen, um es zu beruhigen. Sie tat keines von beiden. Den Zügel noch ein wenig fester an sich ziehend, züchtigte sie es mit großer Gelassenheit.

»Als ganz objektiver, aber sachkundiger Zuschauer erschrak ich über diese herausfordernde Behandlung. Das Pferd machte einen Satz, dann drückte es knirschend das Kinn gegen den Hals und verfiel in einen unruhigen, sich jedoch mit jedem Tempo ausgleichenden leichten Trab. Jetzt erst kam's der Reiterin in den Sinn, sich nach dem Manne umzusehen, der die Aufregung und Ungezogenheit ihres Pferdes veranlaßt hatte.

»Unsre Augen begegneten einander, ich hatte mich nämlich gewendet, um ihr nachzustaunen.

»Anfangs war ihr Blick einfach kalt, nachlässig, neugierig, dann wurde er aufmerksam – dann . . .

»Daß sie sich einmal nach mir umsah, nahm mich nicht wunder, als sie aber ein zweites Mal den Kopf über die Schulter zurückbog, schoß mir das Blut heißer durch die Adern. Ein kleines Triumphgefühl, wie angesichts der mir nachstarrenden Grisetten, empfand ich jedoch keineswegs.

»Es fiel mir gar nicht ein, mich in die Brust zu werfen und von einer Eroberung zu träumen.

»Danach hatte mich ihr Blick auch nicht angemutet. Eine nachdenkliche Frage, ein ungläubiges Verwundern hatte mir daraus entgegengeleuchtet, das war alles.

»Weckte ich eine Erinnerung in ihr oder verwechselte sie mich mit jemand?

»Ich starrte ihr nach, bis ihre Gestalt in der von den Lindenzweigen umrahmten Perspektive der Allee kleiner und kleiner wurde und endlich in dem goldenen Dunst verschwand.

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