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Mathias Sandorf. Zweiter Band

Jules Verne: Mathias Sandorf. Zweiter Band - Kapitel 12
Quellenangabe
authorJules Verne
titleMathias Sandorf. Zweiter Band
publisherA. Hartleben's Verlag
yearo.J.
correctorJosef Muehlgassner
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VI.
In den Umgebungen von Catania.

Wenn ein Mensch beauftragt gewesen wäre, den Erdglobus herzustellen, so würde er ihn zweifellos in einem Zuge hergestellt, er würde ihn auf mechanischem Wege bereitet haben, wie eine Billardkugel, ohne auf ihm eine Unebenheit oder eine Runzel zurückzulassen. Allein der Schöpfer war es, der das Werk unternommen. Daher fehlen auf der sicilianischen Küste, zwischen Aci-Reale und Catania, Kaps, Klippen, Höhlen, Felskegel und Gebirge nicht dem unvergleichlichen Gestade.

In diesem Theile des tyrrhenischen Meeres beginnt die Meerenge von Messina, deren gegenüberliegendes Ufer von den Ketten der calabrischen Gebirge eingerahmt wird. Wie diese Meerenge, diese Küste, diese Berge, welche der Aetna überragt, zu den Zeiten des Homer gewesen sind, so sind sie es noch heute – herrlich! Wenn auch der Wald, in welchem Aeneas den Achemeniden fand, verschwunden ist, so sind doch die Grotte der Galathea, die des Polyphemos, die Inseln der Cyklopen, und etwas nördlicher die Felsen der Scylla und Charybdis auf ihren geschichtlichen Plätzen geblieben und man kann sogar noch auf derselben Stelle festen Fuß fassen, wo der troische Held ans Land stieg, als er sich anschickte, ein neues Reich zu gründen.

Daß der Riese Polyphemos Heldenthaten ausführte, welche der Hercules Kap Matifu nicht zu Stande gebracht haben würde, muß billigerweise anerkannt werden. Dafür hatte aber Kap Matifu den Vorzug, noch am Leben zu sein, während Polyphemos schon mindestens dreitausend Jahre todt ist – wenn er überhaupt jemals gelebt hat, obgleich es Odysseus behauptet. Elisée Reclus hat die höchst wahrscheinlich klingende Behauptung aufgestellt, daß mit diesem Cyklop Niemand anderes als der Aetna selbst gemeint ist, »dessen Krater während der Ausbrüche wie ein ungeheures offenes Auge auf der Spitze des Berges glänzt und der von der höchsten Stelle der Abhänge Steinstücke schleudert, die zu Inselchen werden und zu Klippen, wie die Faraglioni.«

Diese Faraglioni, die einige hundert Meter vor der Küste und der Straße nach Catania liegen, welch' letztere jetzt doublirt wird von der von Syrakus nach Messina führenden Eisenbahn, sind die einstigen Cyklopeninseln. Die Höhle des Polyphemos liegt nicht weit von ihnen ab, und längs dieser ganzen Küste ist dieses betäubende Getöse der Wellen vernehmbar, welches das Meer innerhalb der Basalthöhlen hervorbringt.

Genau inmitten dieser Felsen plauderten am Abend des 29. August zwei Männer miteinander, die nicht danach aussahen, als fragten sie viel nach dem Reize geschichtlicher Erinnerungen; denn sie sprachen von Dingen, die zu vernehmen den Gensdarmen Siciliens nicht gerade unlieb gewesen wäre.

Der Eine dieser Männer, der einige Zeit bereits auf die Ankunft des Zweiten gewartet hatte, war Zirone. Der Andere, der auf der Straße von Catania aufgetaucht, war Carpena.

»Endlich bist Du da, fuhr ihn Zirone an. Du hast sehr gezögert. Ich glaubte wahrhaftig schon, Malta wäre, wie einst ihre Nachbarin, die Insel Julia, verschwunden und Du hättest bereits den Thunfischen und den Bonits auf dem herrlichen Grunde des Mittelmeeres als Pastete gedient.«

Man sieht, trotzdem fünfzehn Jahre über den Scheitel des Genossen von Sarcany dahingezogen waren, hatte sich seine Schwatzhaftigkeit der langen Zeit zum Trotze doch nicht vermindert, ebenso wenig wie seine ihm angeborene Frechheit. Mit dem Hut auf dem Ohre, einer bräunlichen Kapuze, die ihm um die Schulter hing, mit bis zum Knie verschnürten Fußschienen hatte er ganz das Aussehen dessen, was zu sein er nie aufgehört hatte – eines Banditen.

»Es war mir unmöglich, früher zurückzukehren, erwiderte Carpena, erst heute Früh hat mich das Packetboot in Catania gelandet.

– Dich und Deine Leute?

– Ja.

– Wie viele bringst Du mit?

– Ein Dutzend.

– Nur?

– Ja, aber tüchtige Leute.

– Aus dem Manderaggio?

– Nur theilweise, aber namentlich Malteser.

– Gute Recruten also und doch sind ihrer nicht genug, denn seit einigen Monaten ist der Dienst hart und kostspielig geworden, sagte Zirone. Man möchte meinen, daß die Gensdarmen auf Sicilien jetzt aus dem Boden sprießen. Das hilft nun aber nichts. Wenn Deine Waare wirklich von guter Qualität ist ...

– Ich glaube es, Zirone, erwiderte Carpena, und Du wirst nach dem ersten Versuche, den Du machst, darüber am besten urtheilen können. Ich bringe übrigens einen netten Kerl mit, einen früheren Meßbudenakrobaten, einen geschickten und anstelligen Menschen, aus dem man unter Umständen leicht ein Mädchen machen kann; ich denke, er wird uns große Dienste leisten.

– Was that er auf Malta?

– Er stahl Uhren, wenn sich ihm die Gelegenheit darbot, Taschentücher, wenn er keine Uhren bekommen konnte.

– Er heißt?

– Pescador.

– Schön, meinte Zirone. Man wird sich seine Talente und seine Einsicht zu Nutze machen. Wo hast Du die ganze Bande gelassen?

– In der Herberge von Santa Grotta, oberhalb von Nicolosi.

– Du wirst doch Deine Functionen als Herbergsvater wieder aufnehmen?

– Von morgen an.

– Nein, heute Abend noch, erwiderte Zirone, da ich neue Verhaltungsbefehle empfangen habe. Ich warte hier auf die Vorbeifahrt des Zuges von Messina. Durch eine Thür des letzten Waggons des Zuges soll mir ein Zeichen gegeben werden.

– Ein Zeichen ... von ihm?

– Ja ... von ihm! ... Dadurch, daß er mit seiner Heirat noch immer kein Glück gehabt hat, zwingt er mich zu arbeiten, damit er leben kann. Pah! Was würde man für einen so tapferen Kumpan nicht noch thun?«

Ein fernes Rollen, das sich von dem Gebrüll der Wogen deutlich abhob, ließ sich von der Seite Catanias her jetzt vernehmen. Es rührte von dem Eisenbahnzuge her, den Zirone erwartete. Carpena und er stiegen die Felsen hinauf, in wenigen Augenblicken gelangten sie an den Weg, dessen Ausgänge kein Sicherheitszaun versperrte.

Zwei Pfiffe, welche bei der Einfahrt in einen kleinen Tunnel von der Locomotive ausgestoßen wurden, zeigten die Annäherung des Zuges an, der mit einer nur mäßigen Geschwindigkeit herannahte; bald drückte sich das Schnauben der Locomotive deutlicher aus, ihre Laternen durchbohrten mit ihren großen weißen Lichtreflexen die Finsterniß und die Schienen erglänzten auf eine weite Strecke schon im Voraus.

Zirone verfolgte mit aufmerksamen Blicken den Zug, der nur drei Schritte weit entfernt an ihm vorüberrollte.

Kurz bevor der letzte Wagen sich auf gleicher Höhe mit ihm befand, wurde eine Waggonscheibe heruntergelassen und eine Frau streckte den Kopf zum Fenster hinaus. Sobald sie den Sicilianer auf seinem Posten gesehen hatte, warf sie flink eine Orange aus dem Wagen, die auf den Weg rollte, auf dem Zirone stand und wenige Schritte vor ihm liegen blieb.

Diese Frau war Namir, die Spionin Sarcany's. Einige Augenblicke später war sie mit dem Zuge in der Richtung nach Aci-Reale verschwunden.

Zirone machte sich daran, die Orange aufzuheben oder vielmehr die beiden Hälften einer Orangenschale, welche durch eine Nadel zusammengehalten wurden. Der Spanier und er gingen dann den Weg wieder zurück und verbargen sich hinter einem hohen Felsen. Dort zündete Zirone eine kleine Laterne an, nahm die beiden Hälften der Orange auseinander und enthüllte dadurch einen Zettel, auf dem folgende Benachrichtigung stand:

»Er hofft Euch in fünf bis sechs Tagen in Nicolosi anzutreffen. Mißtrauet namentlich einem gewissen Doctor Antekirtt!«

Sarcany hatte jedenfalls in Ragusa vernommen, daß diese geheimnißvolle Persönlichkeit, mit der sich die öffentliche Neugierde so lebhaft beschäftigte, zwei oder dreimal im Hause der Frau Bathory empfangen wurde. Daher stammte bei diesem, gewohnheitsmäßig Allem und Allen gegenüber mißtrauischen Menschen eine unbestimmte Unruhe. Daher auch diese Benachrichtigung, welche er mit Umgehung der Post und durch Vermittelung von Namir seinem Genossen Zirone zukommen ließ.

Dieser steckte das Billet in die Tasche und löschte seine Laterne aus. Er wandte sich darauf an Carpena und fragte ihn:

»Hast Du schon jemals von einem Doctor Antekirtt sprechen gehört?

– Nein, antwortete dieser, doch kennt ihn vielleicht der kleine Pescador. Dieser schmucke Junge weiß Alles.

– Wir werden sehen, gab Zirone zurück. Sage, Carpena, wir haben doch keine Furcht, in der Nacht zu marschiren, he?

– Weniger Furcht, als wenn wir am Tage marschiren müssen, Zirone.

– Richtig ... Am Tage stößt man auf die geschwätzigen Gensdarmen. Vorwärts also! Ehe drei Stunden um sind, müssen wir in dem Wirthshause von Santa Grotta sein.«

Beide überschritten den Bahndamm und lenkten in die Zirone wohlbekannten Fußpfade ein, die sich nach den Abhängen des Aetna hin über das Terrain secundärer Formation ziehen.

Vor achtzehn Jahren existirte in Sicilien, namentlich in Palermo, der Hauptstadt, eine furchtbare Verbrecherbande. Unter einander durch eine Art Freimaurergesetze verbunden, zählten sie mehrere tausende Anhänger. Diebstahl und Betrug mit Hilfe aller nur möglichen Mittel auszuführen, das war der Zweck dieser Genossenschaft der Maffia, der eine große Anzahl von Kaufleuten und Industriellen buchstäblich einen jährlichen Tribut zahlten, damit sie ihrem Gewerbe oder Handel ungestört und unbelästigt nachgehen konnten.

Damals befanden sich Sarcany und Zirone – und zwar vor der Verschwörungsgeschichte in Triest – unter den hervorragendsten Teilnehmern der Maffia, und auch nicht gerade unter den Unthätigsten.

Doch mit dem Vorwärtsschreiten aller Dinge, mit der besseren Verwaltung der Städte, wenn auch nicht der Landbezirke, begann diese Verbrüderung in ihrem Geschäftsbetriebe behindert zu werden. Die Abgaben und die Frohnleistungen verminderten sich. Auch trennte sich eine überwiegende Anzahl von Theilnehmern von den Anderen, die in der Räuberei ein lucrativeres Geschäft sahen.

Zu jener Zeit änderte sich auch gerade das politische Regime Italiens in Folge der vollzogenen Einigkeit. Sicilien mußte wie die anderen Provinzen ebenfalls dem gemeinsamen Schicksale sich fügen, sich den neuen Gesetzen unterwerfen und namentlich dem Joche der Conscription. Diese neue Ordnung der Dinge schuf Rebellen, die sich den Gesetzen nicht anbequemen wollten, und Ungehorsame, die sich weigerten zu dienen – Leute ohne Gewissensbisse, Maffier oder Andere, deren Banden das Land ausplünderten.

Zirone stand an der Spitze einer dieser Banden und als der von Sarcany für den Preis der Angeberei erworbene Antheil an den Gütern des Grafen Sandorf aufgezehrt worden war, nahmen Beide ihr altes Leben wieder auf, in der Erwartung, daß eine gewichtige Unternehmung ihr Vermögen wiederherstellen würde.

Die Gelegenheit hierzu hatte sich gezeigt: es war die Verheiratung Sarcany's mit der Tochter von Silas Toronthal. Man weiß, wie erfolglos Sarcany's Schritte in dieser Hinsicht bis dahin waren, und warum.

Dieses Sicilien ist ein dem Räuberunwesen merkwürdig günstiges Land, selbst bis auf den heutigen Tag. Was bietet die alte Trinakria nicht Alles innerhalb eines Umkreises von siebenhundertundzwanzig Kilometern und zwischen den drei vorspringenden Spitzen dieses Triangels, im Nordosten Kap Faro, im Westen Kap Marsala, im Südosten Kap Pessaro? Gebirgszüge wie die Peloren und Nebroden, eine selbständige Gruppe vulkanischer Berge, den Aetna, Wasserläufe wie die Giarella, Cantara, den Platani, Strudel, Thäler, Ebenen, Städte, die mit einander kaum in Verbindung stehen, Flecken, die höchst unbequeme Zugänge haben, Ortschaften, die auf kaum zugänglichen Höhen angelegt sind, Klöster in den Schluchten und auf den Abhängen der Berge, endlich eine große Menge von Zufluchtsorten, in welche ein Rückzug sich stets bewerkstelligen läßt, und unzähligen Buchten, welche tausend Gelegenheiten zur Flucht auf das offene Meer bieten. Kurz dieses Stückchen sicilischer Erde ist ein vollkommener Abklatsch des ganzen Erdglobus, weil sich in ihm Alles zusammenfindet, woraus die Erdkugel besteht: Berge, Vulcane, Thäler, Ebenen, Flüsse, Bäche, Seen, Strudel, Städte, Dörfer, Rheden, Häfen, Buchten, Vorgebirge, Kaps, Klippen und Brandungen. Und diese Gesammtheit von natürlichen und künstlichen Anlagen steht einer Bevölkerung von fast zwei Millionen zur Verfügung, die über eine Fläche von sechsundzwanzigtausend Quadratkilometern vertheilt ist.

Welcher Schauplatz könnte für die Thaten von Räuberbanden besser gelegen sein? Obwohl dieses Unwesen zum Abnehmen neigt, obwohl der sicilische wie der calabrische Brigant sich überlebt zu haben scheinen, obwohl sie in Acht erklärt sind – wenigstens von der modernen Literatur – obwohl schließlich man jetzt einsieht, daß aus der Arbeit mehr Segen erblüht als aus dem Diebstahl, ist es doch gerathen, daß die Reisenden nur mit Vorsicht in diesem Lande umherstreifen, welches dem Cacus theuer und von Merkur gesegnet ist.

In den letzten Jahren hat die Gensdarmerie auf Sicilien, die ununterbrochen wachsam und stets unterwegs ist, einige sehr glückliche Streifzüge durch die östlichen Provinzen unternommen. Mehrere in den Hinterhalt gefallene Banden wurden decimirt. Unter Anderen erging es auch Zirone's Bande so, die jetzt nur noch dreißig Köpfe zählte. Aus diesem Umstande entsprang der Entschluß, etwas fremdes, und namentlich maltesisches Blut der Truppe zuzuführen. Zirone wußte, daß in den Schlupfwinkeln des Manderaggio, in denen er einst ebenfalls heimisch gewesen war, zu Hunderten unbeschäftigte Banditen sich aufhalten. Deshalb war Carpena nach La Vallette gegangen und wenn er auch nur ein Dutzend Männer aufgetrieben hatte, so waren es dafür auserlesene Leute.

Man möge nicht weiter darüber erstaunt sein, daß der Spanier sich Zirone so ergeben zeigte. Das Handwerk gefiel ihm; da er aber von Natur aus feige war, so stellte er sich so wenig als möglich an die Spitze der Unternehmungen, wo es Flintenschüsse gibt. Er begnügte sich mit dem wohlfeileren Ruhme, die Geschäfte vorzubereiten, die Pläne auszuhecken und die Functionen eines Herbergsvaters in jener Locanda von Santa Grotta auszuüben, einer furchtbaren Räuberhöhle, die sich in den ersten Höhen des Vulcans verbirgt.

Natürlich war Sarcany und Zirone aus der Vergangenheit Carpena's alles das bekannt, was sich auf die Angelegenheit Andrea Ferrato bezog, Carpena dagegen wußte von den Triester Vorfällen nichts. Er nahm als selbstverständlich an, daß er mit ehrbaren Briganten in Verbindung gekommen wäre, die schon seit vielen Jahren in den Bergen Siciliens ihrem Geschäfte nachgingen.

Zirone und Carpena erlebten während ihres Marsches von acht italienischen Meilen, von den Felsen des Polyphemos an bis nach Nicolosi kein böses Abenteuer, mit anderen Worten, es zeigte sich auf ihrem Wege kein einziger Gensdarm. Sie verfolgten ziemlich beschwerliche Fußpfade zwischen Maulbeer-, Oliven-, Orangen- und Citronenbaumfeldern, durch Gebüsche von Eschen, Korkeichen und indischen Feigenbäumen. Oftmals stiegen sie über die Betten jener eingetrockneten Ströme, die von Weitem gesehen, chaussirte Wege zu sein scheinen, auf denen die glättende Walze die Kieselsteine noch nicht in den Boden gedrückt hat. Der Sicilianer und der Spanier passirten die Ortschaften San Giovanni und Tramestieri, die schon in einer ziemlichen Höhe über dem Spiegel des Mittelmeeres gelegen sind. Gegen zehn und ein halb Uhr hatten sie Nicolosi erreicht. Es ist das eine im Mittelpunkte eines ungeheuren Rundkreises liegende Ortschaft, welchen im Norden und Westen die Ausbruchskegel von Monpilieri, die Monte Rossi und die Serra Pizzuta flankiren.

Dieser Flecken besitzt sechs Kirchen, ein Kloster, das unter dem Schutze des heiligen Nikolaus von Arena steht, und zwei Herbergen – letzterer Umstand namentlich macht seine Bedeutung aus. Allein mit diesen Wirthshäusern hatten Zirone und Carpena nichts zu schaffen. Die Locanda von Santa Grotta erwartete sie in einer Entfernung von noch einer Stunde, in einem der dunkelsten Schlünde des Aetna-Gebirgsstockes. Sie erreichten sie, noch bevor die Kirchglocken von Nicolosi Mitternacht geschlagen hatten.

Man schlief keineswegs in Santa Grotta. Man speiste noch in Begleitung von Geschrei und Gezänk. Die von Carpena neu Angeworbenen waren dort vereinigt; ein Greis der Bande, Namens Benito – er hieß wahrscheinlich aus Widerspruchsgeist so – machte die Honneurs des Ortes. Der übrige Theil der Räuber, an vierzig Bergbewohner und Ausreißer, befanden sich noch zwanzig Meilen weiter westlich; sie durchforschten die gegenüber liegenden Abhänge des Aetna und mußten bald zu den Anderen stoßen. In Santa Grotta war also nur das Dutzend Malteser vorhanden, das der Spanier angeworben hatte. In ihrer Gesellschaft nahm Pescador – oder Pointe Pescade, wie er sonst hieß – tapfer Theil an diesem Concert von Fluchreden und Aufschneidereien. Doch hörte, beobachtete, notirte er auch, um nichts von dem zu vergessen, was ihm irgendwie nützlich sein konnte. So vergaß er unter Anderem auch die Rede nicht, die Benito seinen Gästen kurz vor dem Eintreffen von Carpena und Zirone hielt, um ihr überlautes Schwatzen etwas zu dämpfen.

»Schweigt doch, Ihr Teufelsmalteser, schweigt doch! Man hört Euch wahrhaftig in Cassone, wohin der Centralcommissär, der liebenswürdige Quästor der Provinz, ein Detachement Carabiniers gesandt hat!«

Eine sehr scherzhafte Drohung, denn Cassone lag ziemlich weit ab von Santa Grotta. Doch die Neulinge glaubten wirklich, ihr Geschrei könnte zu den Ohren der Carabiniers, der Gensdarmen dieses Landes, dringen. Sie mäßigten also ihre lauten Ausrufe und sprachen dafür um so tapferer den dickbäuchigen Flaschen voll Aetnaweines zu, den Benito selbst ihnen zum Willkomm einschänkte. Sie waren schließlich sämmtlich mehr oder weniger betrunken, als sich die Thür der Locanda öffnete.

»Nette Jungens! rief Zirone beim Eintritt. Carpena hat eine glückliche Hand gehabt und ich sehe, Benito hat seine Sache ebenfalls gut gemacht.

– Die tapferen Kerle starben vor Durst, erwiderte Benito.

– Und da das die schlimmste aller Todesarten ist, sagte Zirone lachend, so hast Du sie ihnen ersparen wollen. Schön! Mögen sie jetzt schlafen. Morgen werden wir sie näher kennen lernen.

– Warum bis morgen warten? fragte einer der Rekruten.

– Weil Ihr zu betrunken seid, um begreifen und gehorchen zu können, erwiderte Zirone.

– Betrunken! ... Betrunken! ... Weil wir einige Flaschen Eures ungegohrenen Weines da geleert haben? Pah, man ist an den Gin und Whisky der Kneipen des Manderaggio gewöhnt!

– Wer ist denn der Mensch da? fragte Zirone.

– Es ist der kleine Pescador! antwortete Carpena.

– Wer ist denn der Mensch da? fragte nun auch Pescador seinerseits, indem er auf den Sicilianer zeigte.

– Das ist Zirone! gab ihm der Spanier zur Antwort.«

Zirone betrachtete mit Neugierde den jungen Räuber, den ihm Carpena so sehr gerühmt hatte und der sich ihm so völlig ungenirt vorstellte. Er fand zweifellos, daß das Aussehen Jenes kühn und intelligent zugleich sei, denn er machte eine beistimmende Bewegung. Dann sich an Pescador wendend, fragte er:

Du ebenso viel getrunken wie die Anderen?

– Mehr als die Anderen.

– Und Du hast Deine Vernunft noch?

– Man ersäuft sie nicht gleich in dem Bischen da.

– Sage mal, Kleiner, fuhr Zirone fort, Carpena hat mir gesagt, Du könntest mir vielleicht Auskunft ertheilen über eine Sache.

– Umsonst?

– Fange auf!«

Und Zirone warf ihm einen halben Piaster zu, den Pescador unverzüglich in die Tasche seiner Jacke verschwinden ließ, gerade so wie ein Taschenspieler von Profession mit einer Muscatnuß verfährt.

»Das ist allerliebst, sagte Zirone.

– Sehr allerliebst, erwiderte Pescador. Um was handelt es sich also.

– Du kennst Malta gut?

– Malta, Italien, Istrien, Dalmatien und das adriatische Meer, gab Pescador zurück.

– Du bist gereist?

– Sehr viel, doch stets auf meine Kosten.

– Ich rathe Dir, nie anders zu reisen, denn sonst bezahlt die Regierung die Reise ...

– Das wäre mir zu theuer, meinte Pescador.

– So ist es, erwiderte, Zirone entzückt von diesem neuen Genossen, mit dem man wenigstens plaudern konnte.

– Und nun weiter? ... fing der einsichtige Bursche von Neuem an.

– Ja, weiter! Hast Du auf Deinen vielen Reisen vielleicht einmal von einem Doctor Antekirtt sprechen gehört, Pescador?«

Trotz seiner Schlauheit war Pointe Pescade auf diese Frage nicht gefaßt gewesen. Er war aber doch Herr genug über sich selbst, um sich seine Ueberraschung nicht merken zu lassen.

Wie hatte nur Zirone, der doch weder in Ragusa gewesen war zur Zeit, als die »Savarena« dort ankerte, noch in La Vallette während des Aufenthaltes des »Ferrato« daselbst, von dem Doctor gehört und wie kam es, daß er sogar dessen Namen kannte?

Er begriff unverzüglich mit seinem schnell fassenden Geiste, daß die erste Antwort, die er gab, ihm weiterhelfen mußte und er zögerte deshalb nicht, sie zu geben.

»Doctor Antekirtt? erwiderte er. Richtig! ... Man spricht ja in allen Ländern des Mittelmeeres von dem Manne!

– Hast Du ihn schon einmal gesehen?

– Niemals.

– Weißt Du auch nicht, was dieser Doctor eigentlich ist?

– Ein ganz armer Teufel, er ist nichts weiter als ein hundertfacher Millionär, so sagt man, der nicht anders als mit einer Million in jeder Tasche seines Reiseanzuges ausgeht, und dieser Anzug hat mindestens sechs Taschen. Ein Unglücklicher, der aus Liebhaberei den Arzt spielt, bald auf seinem Schooner, bald auf seiner Dampfyacht und der für jede der zweiundzwanzigtausend Krankheiten, mit denen die Menschenrasse beglückt ist, ein entsprechendes Heilmittel führt.«

Der Clown von ehedem kam in Pointe Pescade zur gelegenen Zeit wieder zur Erscheinung und seine gute Laune bezauberte Zirone ebenso sehr wie Carpena, der zu sagen schien:

»Ein guter Recrut der da! He?«

Pescador schwieg. Er hatte sich eine Cigarette angezündet, deren eigensinniger Rauch zu gleicher Zeit aus Nase, Augen und sogar aus den Ohren zu dringen schien.

»Du sagst, der Doctor ist reich? fragte Zirone.

– So reich, daß er Sicilien kaufen und aus der Insel einen englischen Garten machen könnte,« antwortete Pescador.

Dann schoß es ihm durch den Kopf, daß jetzt vielleicht gerade ein günstiger Augenblick gekommen wäre, um Zirone den Plan beizubringen, dessen Ausführung er im Sinne hatte.

»Haltet mal, Hauptmann Zirone, fuhr er daher fort, ich habe zwar diesen Doctor Antekirtt selbst nie gesehen, dagegen eine seiner Yachten; man erzählt sich, daß ihm für seine Spazierfahrten auf der See eine ganze Flottille zur Verfügung stände.

– Eine seiner Yachten?

– Ja, seinen »Ferrato«. Ein herrliches Fahrzeug. Auf diesem Schiffe in dem Golf von Neapel mit einer oder zwei Prinzessinnen von Geblüt herumkreuzen zu können, das wäre ganz mein Fall.

– Wo hast Du die Yacht gesehen?

– In Malta, antwortete Pescador.

– Und wann war das?

– Vorgestern in La Vallette. Als wir uns mit unserem Sergeanten Carpena einschifften, ankerte sie noch im Kriegshafen. Doch sagte man, daß sie vierundzwanzig Stunden nach uns in See gehen würde.

– Wohin?

– Nach Sicilien und zwar nach Catania.

– Nach Catania? wiederholte Zirone.«

Dieses merkwürdige Zusammentreffen der Abreise des Doctors Antekirtt mit der empfangenen Weisung, Jenem zu mißtrauen, mußte nothwendiger Weise den Verdacht Zirone's rege machen.

Pointe Pescade bemerkte wohl, daß irgend ein geheimer Gedanke sich in dem Gehirn Zirone's umherwälzte; doch wie lautete dieser? Da er ihn schwerlich errathen konnte, so entschloß er sich, dem Hauptmann direct auf den Leib zu rücken.

Als Zirone gesagt hatte:

»Was mag dieser Teufelsdoctor hier auf Sicilien und gerade in Catania nur zu suchen haben?« meinte Pescador:

»Was wird er weiter wollen? Bei der heiligen Agathe, sich die Stadt ansehen. Er wird eine Besteigung des Aetna unternehmen. Er wird als reicher Mann, der er ist, umherreisen wollen.

– Pescador, sagte Zirone, in welchem von Zeit zu Zeit ein unbestimmtes Gefühl des Mißtrauens aufstieg, Du scheinst mir doch von diesem Doctor mehr zu wissen, als gerade nöthig ist.

– Gerade so viel, als ich wissen muß, wenn die Gelegenheit sich bietet, antwortete Pescador.

– Was willst Du damit sagen?

– Ich will nur damit sagen, daß, wenn der Doctor, wie es ja den Anschein hat, hier in unserer Gegend herumspaziert, es nur in der Ordnung ist, daß er uns ein anständiges Wegegeld zahlt.

– Wirklich? erwiderte Zirone.

– Und wenn ihn dieser Scherz ein oder zwei Millionen selbst kostet, kommt er nicht noch immer billig davon?

– Findest Du?

– Und in diesem Falle würden Zirone und seine Freunde doch noch große Dummköpfe gewesen sein.

– Auf dieses Kompliment hin, das Du uns machst, sagte Zirone lachend, magst Du jetzt schlafen gehen.

– Ganz einverstanden, antwortete Pescador. Ich weiß schon, wovon ich träumen werde.

– Nun wovon?

– Von den Millionen des Doctors Antekirtt ... Goldene Träume übrigens!«

Pescador stieß den letzten Rauch der Cigarrette von sich und suchte seine Kumpane in der Scheuer der Herberge auf, während sich Carpena auf sein Zimmer begab.

Der muthige Jüngling aber, anstatt zu schlafen, schickte sich an, in seinem Geiste Alles, was er soeben gethan und gesagt hatte, sich zurechtzulegen.

Hatte er von dem Augenblicke an, als Zirone zu seinem größten Erstaunen vom Doctor Antekirtt gesprochen, nach seinem besten Wissen die Interessen gefördert, die ihm anvertraut worden waren? Man möge selbst darüber urtheilen.

Der Doctor kam deshalb nach Sicilien, weil er hoffte, dort Sarcany vorzufinden und auch Silas Toronthal, falls sie noch zusammen waren, was immerhin möglich, weil Beide Ragusa verlassen hatten. Sollte er Sarcany verfehlen, so wollte er sich an dessen Genossen machen, sich Zirone's bemächtigen und dann, entweder durch Drohungen oder Versprechungen, diesen dahin bringen, zu sagen, wo Sarcany und Silas Toronthal anzutreffen wären. Das war sein Plan. Auf folgende Weise gedachte er ihn auszuführen.

Der Doctor hatte in jungen Jahren mehrfach Sicilien und namentlich die Provinz um den Aetna durchreist. Er kannte die verschiedenen Straßen, welche die Bergbesteiger frequentiren, deren am häufigsten benutzte dicht unter einem Hause vorüberführt, das zur Erkennung des Centralkegels erbaut ist und die Hütte der Engländer, Casa Inglese Man verdankt diesen Unterkunftsplatz einigen Gentlemen, Freunden der Bequemlichkeit. Er ist dreitausend Meter über dem Meeresspiegel gelegen. genannt wird.

Gerade jetzt brandschatzte Zirone's Bande, für die Carpena neue Mannschaften auf Malta angeworben hatte, auf den Abhängen des Aetna umher. Es war gewiß, daß die Ankunft einer so berühmten Persönlichkeit, wie die des Doctors Antekirtt es war, ihre gewöhnliche Wirkung auch in Catania ausüben würde. Da überdies der Doctor so auffällig als möglich seine Absicht, den Aetna zu besteigen, verkünden ließ, so war mit Bestimmtheit anzunehmen, daß Zirone davon Wind bekommen würde – namentlich wenn Pointe Pescade sich dahinter steckte. Man hat gesehen, daß der Beginn der Handlung ohne Schwierigkeiten von Statten gegangen, da Zirone es gewesen war, der Pescador über den vielgenannten Doctor ausgefragt hatte.

Die Falle, in die jetzt Zirone gelockt werden mußte, bestand aus Folgendem, und man konnte schon mit Bestimmtheit annehmen, daß er hineinging.

Am Abend vor dem Tage der Besteigung des Kraters sollten sich zwölf gut bewaffnete Leute von der Mannschaft des »Ferrato« heimlich in die Casa Inglese begeben. Am nächsten Tage wollte der Doctor, begleitet von Luigi, Peter und einem Führer Catania verlassen und die gewöhnliche Straße verfolgen, und zwar so, daß er die Casa Inglese um acht Uhr Abends erreichen mußte, um dort die Nacht zuzubringen. Das thun alle Touristen so, welche die Sonne von der Höhe des Aetna über die calabrischen Berge aufgehen sehen wollen.

Es unterlag keinem Zweifel, daß Zirone, von Pointe Pescade gedrängt, versuchen würde, sich des Doctors Antekirtt zu bemächtigen, in dem Glauben, es nur mit diesem und seinen beiden Gefährten zu thun zu haben. Sobald er aber die Casa Inglese angriff, sollte er von den Matrosen des »Ferrato« empfangen und jeder Widerstand von seiner Seite vereitelt werden.

Pointe Pescade, der diesen Plan kannte, hatte geschickt die Umstände zu benutzen gewußt und in den Gedanken Zirone's den Wunsch lebendig gemacht, sich dieses Doctors Antekirtt bemächtigen zu können; Jener betrachtete diesen als eine reiche Beute, welche er ohne Gewissensbisse gemäß der Aufklärung, die er empfangen, ausplündern durfte. Da er im Uebrigen dieser Persönlichkeit mißtrauen sollte, so war es wohl das Beste, sich ihrer zu bemächtigen, selbst wenn er des Lösegeldes verlustig gehen sollte. Dazu entschloß sich also Zirone, während er weitere Instructionen von Sarcany abwarten wollte. Um ganz sicher an sein Ziel zu gelangen, beabsichtigte er, da er seine augenblicklich zerstreute Bande nicht so schnell vereinen konnte, diese Unternehmung mit den Maltesern Carpena's auszuführen, welcher Umstand schließlich Pointe Pescade sehr kühl ließ, da dieses Dutzend Bösewichter mit den Leuten vom »Ferrato« gewiß kein leichtes Spiel haben würde.

Zirone überließ niemals etwas dem Zufalle. Da nach den Aussagen Pescador's die Dampfyacht am folgenden Tage eintreffen mußte, so verließ er schon am frühen Morgen die Locanda von Santa Grotta und stieg nach Catania herunter. Da er dort nicht bekannt war, so hatte das weiter keine Gefahr für ihn.

Die Dampfyacht lag schon seit einigen Stunden vor Anker. Sie hatte nicht dicht bei den Quais beigedreht, wo es stets von zahlreichen Schiffen wimmelt, sondern in einer Art Vorhafen, zwischen dem nördlichen Hafendamme und einer ungeheuren Masse schwärzlicher Lava, welche der Ausbruch von 1669 bis in das Meer getrieben hat.

Schon bei Tagesanbruch waren Kap Matifu und elf Mann der Besatzung unter dem Befehle Luigi's bei Catania gelandet; von dort aus hatten sie einzeln den Aufstieg nach der Casa Inglese unternommen.

Zirone wußte von dieser Landung natürlich nichts und da der »Ferrato« gut eine Ankerlänge vom Festlande ab lag, so konnte er nicht einmal beobachten, was an Bord vorging.

Gegen sechs Uhr Abends setzte ein Schiffsboot zwei Passagiere der Dampfyacht auf dem Quai aus. Es waren der Doctor und Peter Bathory. Sie gingen durch die Via Stesicoro und die Strada Etnea der Villa Bellini zu, einem herrlichen öffentlichen Garten, vielleicht dem schönsten in ganz Europa, mit seinen launigen Rampen, seinen von mächtigen Bäumen beschatteten Terrassen, seinen fließenden Gewässern und dem stolzen, in Rauchwolken sich hüllenden Vulcan, der den Horizont begrenzt.

Zirone folgte den beiden Fremden, denn er zweifelte nicht, daß der Eine von ihnen der gesuchte Doctor war. Er manövrirte sogar so, daß er ihnen inmitten der Menschenmasse, welche das Concert in die Villa Bellini gelockt hatte, dicht auf den Fersen blieb. Dieses sich Herandrängen an ihre Person mußte dem Doctor sowohl wie Peter auffallen, die denn auch mit gemischter Neugierde diesen Kerl von verdächtigem Aussehen sich näher betrachteten. Wenn sie gewußt hätten, daß das der gesuchte Zirone war, so würden sie die beste Gelegenheit gehabt haben, sich seiner zu bemächtigen, noch bevor er sich in den ihm gestellten Hinterhalt hätte locken lassen.

Gegen elf Uhr Abends, als Beide sich anschickten, den Park zu verlassen, um an Bord zurückzukehren, sagte der Doctor mit absichtlich lauter Stimme zu Peter:

»Das wäre also abgemacht. Wir werden morgen aufbrechen und in der Casa Inglese über Nacht bleiben.«

Der Lauscher wußte augenscheinlich nun, was er wissen wollte, denn einen Augenblick später war er verschwunden.

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