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Mars' und Phöbus' Thronwechsel im Jahre 1814

Jean Paul Richter: Mars' und Phöbus' Thronwechsel im Jahre 1814 - Kapitel 3
Quellenangabe
typesatire
booktitleSämtliche Werke Abteilung I Band 5
authorJean Paul
year1996
firstpub1809
publisherZweitausendeins
addressFrankfurt am Main
isbn3-86150-152-X
titleMars' und Phöbus' Thronwechsel im Jahre 1814
pages31
created20120330
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Abgekürzter Bericht, wie in der Sylvesternacht der das Jahr 1813 regierende Planet Mars seinem Nachfolger, dem Sol oder Sonnengott, die Regentschaft für das Jahr 1814 übergibt

Die alten Astrologen nahmen bekanntlich an, daß es sieben Hauptplaneten, zu welchen sie die Sonne zählten, gebe, und daß jährlich einer um den andern die Erde regiere. Zufolge ihrer pragmatischen Sanktionen herrscht nun gerade Mars im Jahre 1813 und Phöbus oder der Sonnengott 1814, so wie Venus 1815.Der Verf. dieses hat die meisten dieser planetarischen Potentaten mit Huldigung-, Antritt-, Abschiedreden oder mit sonst etwas in den verschiedenen Kalendern und Wochenblättern ordentlich empfangen, so daß er nur noch die Venus im Jahr 1815 und den Saturn im Jahr 1818 gehörig anzureden hat, falls nicht des letzten Sense den Faden des Lebens und der Rede zugleich durchschneidet. Dadurch aber brächte sich der Zeitgott selber um meinen Empfang und wäre noch außerdem zur Verantwortung zu ziehen, daß er Schriftsteller niedermacht, welche sich (oder das Leben) zwar ausgelebt, aber noch nicht ausgeschrieben haben. – Aber wie spielt das Schicksal unsere Torheiten, sogar die prophetischen, nach! – Derselbe Mars hatte im Jahr 1813 mythologisch für die Zeitungsschreiber die Tage blutig genug regiert und zugleich für die Sternseher die ganzen Nächte rothell und groß beschienen. Derselbe Sonnengott kommt zu uns im Jahr 1814 mit Heilmitteln, Ölzweigen und Gesängen; und sogar der das Jahr 1815 regierende Planet Venus schließt sich als milder Abendstern und kräftiger Morgenstern bedeutend an das Sonnen-Jahr der Befreiung an.

Aus dem Vorhergehenden wird man sich nun die Erscheinung erklären, welche wir alle in der Stadt, nämlich auf dem Sylvesterballe zwischen dem Jahre 1813 und 1814 wirklich erlebt und gesehen haben.

Es mochte in unserem Sylvestertanzsaale, wo, den Witz ausgenommen, fast alles glänzte, die Flötenuhr etwan 11 Uhr geschlagen und geflötet haben, als zur Haupttüre eine hohe gehelmte 1046 und gepanzerte Maske eintrat, welche wir Tänzer und Mythologen sämtlich an dem Medusenkopfe auf der Brust, an der Pike in der Hand und am Hahne zur Seite sogleich als den echten Krieggott Mars anerkannten, wie ihn die besten Götterlehrer von Montfaucon bis Moritz abbilden. Als einen Ordensstern trug er neben den Knopflöchern den blut- und kupferroten Planeten Mars aufgenäht. Der ganze Saal, wenigstens jeder Mytholog oder Götterlehrer darin, wußte also, wen er vor sich hatte, nämlich seinen (noch dreiviertel Stunden lang) regierenden Herrn. Ich als Vortänzer und Götterlehrer erstarrte zuerst in einer englischen Achte, die Tanzreihen sahen wie gefrorne Alleen vor unserem regierenden Erdenherrn aus, und wir alle bezeugten ihm unsere Huldigung wie gewöhnlich, nämlich dumm, starr und stumm; kein Erden-Landstand fing an zu reden, und das Orchester hörte auf zu spielen, und nur der Pauker phantasierte auf seinen Fellen einige Salven als Salve und Ave. Weißgekleidete Mädchen hätte man wohl genug zum Streuen der Blumen gehabt, wenn natürliche genug dagewesen wären; aber die meisten waren gemacht (nämlich die Blumen).

Entschuldigen können wir Tänzer uns einigermaßen dadurch, daß unser planetarischer Herr so plötzlich und ganz einfach im Tanzsaale erschien, ohne alle blasende Postillione – ohne Jägereien mit ihren Chefs – ohne paradierende Bürgergarden – und ohne Kanonen und Glocken.

Das ganze Personale und Gefolge des Regenten schränkte sich (der Hahn ist für keinen Menschen zu nehmen) auf einen Hofnarren ein, welcher seinem Vorgesetzten einen kleinen tragbaren Thron nachtrug.

Noch war kein Tänzer und Untertan von seinem Erstaunen zurückgekommen zu sich, als durch die entgegenstehenden Flügeltüren eine andere hohe Macht und Maske eintrat, an welcher der dümmste Götterlehrer, wenn einer da war, aus der Leier, aus dem silbernen Bogen auf dem Rücken, aus dem Lorbeerkranze auf dem Kopfe, aus Mangel an Backen- und sonstigem Bart den Phöbus oder Sonnengott auf der Stelle auskundschaften mußte, wenn es ihm auch der goldene Bruststern nicht verraten hätte, 1047 welcher die das Jahr 1814 regierende Sonne vorstellte. Auch dieser unser Kronprinz der Erde, welcher nach 12 Uhr von uns Posseß ergriff, kündigte sich dem Erd- und Tanzboden durch keine Knäll- und Feuer- und Lichterwerke an, wie doch sonst schon die gemeine Sonne durch Donner, Blitze und Erhellen tut, und sein ganzer Hof bestand gleichfalls in einem Hofnarren, der wieder einen Tragthron, aber einen niedrigeren, für den Sonnengott hinstellte.

Von Thronhimmeln sah ich nichts aufgepflanzt, wahrscheinlich weil Planeten, die am Himmel und den Himmel regieren, keinen über sich haben können.

Es hob uns alle, bis zu den Aufwärtern, empor, als wir so nahe neben uns zugleich die sterbende Gegenwart und die junge Zukunft sahen, den regierenden Herrn und den Thronfolger, beide voneinander nur durch eine halbe Stunde getrennt, ja später nur durch einen Augenblick. Nur der Verfasser dieses mäßigte sein inneres Steigen und Erheben durch die Betrachtung, daß wir ja in jeder Minute zwischen Gegenwart und Zukunft stehen und wechseln, und daß alles in der Welt voneinander zuletzt nur durch einen Augenblick als die letzte Brücke geschieden werde, z. B. sogleich dieser Satz vom folgenden.

Da uns alle seit Jahren die Stückgießereien genugsam in Kannegießereien geübt und geformet hatten: so gab es wohl, glaub' ich, keinen von den Herrn Ballunterzeichnern unter uns, vom dicksten Kaufmann an bis zum dünnsten Schulmanne, welcher nicht als Staatmann leicht diplomatisch gewittert hätte, daß die hohen Puissancen und Weltkörper sich in unseren Tanzsaal mit ihren mythologischen Thron-Insignien nur deshalb verfügt hätten, um miteinander die Thronfolge-Akte richtig zu machen und den Erdzepter sowohl zu übergeben als zu übernehmen.

Bei solchen Feierlichkeiten aber müssen Reden gehalten werden und Versprechungen getan – Wappen und Befehle angeschlagen – Rechnungen und Insignien abgelegt – und hundert Dinge vollbracht, von welchen allen kein einziges im Saale vorkam. Sondern beide hohe Häupter, Mars und Phöbus, saßen schweigend und stolz einander gegenüber, als endlich beider Hofnarren mit Liebe, 1048 aber mit Würde – so daß jeder zugleich mit dem andern einen Schritt vortrat – sich gegeneinander zu begaben und sich politisch embrassierten und, nachdem sie einige Zeit geschwiegen hatten, sich wieder in ähnlichen Rückschritten voneinander entfernten.

Beide Hofnarren und Bevollmächtigte waren übrigens dem Charakter ihrer Gebieter zusprechend gekleidet und verlarvt, ihr Anzug war gleichsam ein Kreditiv und alle bunte Flecken Credentiales. Es trug nämlich der Hofnarr des Mars oder der martialische seine spitze Mütze statt des Helms – seine Pritsche statt des Spießes – sein Kleid war aus lauter fingerlangen Kleiderchen von allen europäischen Uniformen musivisch zusammengenäht und dadurch bunt genug, und eine Hahnenfeder, womit man sonst den Teufel abbildete, konnte Mavors Hahn vorstellen.

Nicht schlechter war der solarische Hofnarr verkleidet und verziert. Denn seine Schellen erinnerten spielend an Phöbus' Leier – sein Satyr- oder Pulverhorn an dessen Bogen – seine Bürgerkrone von aufgefädelten gekochten Lorbeerfrüchten an den Lorbeerkranz – seine beiden in Nebenregenbogen der Augbraunen versetzten Backenbärte an Phöbus' Glattkinn. –

Was die nachzutragenden Orden- oder Planetensterne des Mars und des Apollo anlangt, so trug jeder Narr einen Stern der Weisen, aber groß und nicht von Geldpapier, sondern von echtem Goldpapier, und der solarische hatte sich mit dem seinigen Brust und Nabel gedeckt und die hinausstechenden Strahlen auf dem Rücken übergeschnallt.

Die Welt sieht, es war alles Maske, aber doch für einen unmaskierten Ball zu grotesk. Denn der martialische Narr hatte erbärmlich seine Larve mit der erhobenen Hälfte auf das Gesicht gestülpt, so daß sie uns nur die hohle wies, die niemand zugute kam als der Larve des solarischen unter dem diplomatischen Kusse.

Ich sann nach, ob Allegorie hinter allem steckte; es wollte sich aber nichts finden.

Endlich nach einigem Sitzen beider Mächte griff die regierende, Mars, zur Stimme und redete uns Sylvestertänzer sämtlich als die Abgeordneten der Erden-Stände an, mit den Worten: »Meine Herren Deputierte der Erde! Ich genehmige Ihre bisherige Treue 1049 und Anhänglichkeit an meine Person. Ich habe in diesem Jahre Europa gerettet. Seine Feinde sind nicht mehr. In Moskau war ich Mars Ultor (Rächer); in Dresden Bisultor (Doppelrächer).Den Namen Ultor und einen Tempel gab August dem Mars für die Besiegung der Mörder Cäsars (Suet. Aug. 29). Den Namen Bisultor soll er ihm für die von den Parthern zurückeroberten römischen Fahnen erteilt haben, nach einer Lesart in Ovid. Fast. V. 595. – Beiläufig! in Kannes reichem und glänzenden System der indischen Mythe (dieses Gelehrtesten unter den Witzigen und Witzigsten unter den Gelehrten) steht S. 427 der unerwartete etymologische Sprung: »Verwandt ist Ancus (vorher war die Rede vom Könignamen Ancus Martius) auch mit hinken, hüpfende Salier hatte Mars zu Priestern, bi-sultor hieß er selbst.« etc. Ich übergebe meinen Thron meinem hohen Bruder, dem Phöbus. Er wird nie vergessen, was er mir und meinem Reiche schuldig ist. Mein Rat, der kurzweilige, wird Ihnen, meine Herren Deputierte der Erde, die Rechnungen des Jahres vorlegen.«

Hierauf zog der kurzweilige Senat oder der martialische Hofnarr aus einer roten Kapsel ein aufgerolltes beschriebenes Papier in der Breite eines Ordenbandes heraus und wickelte es bis zur Länge der siebenundzwanzigköpfigen Binde ab, welche die Wundärzte und Feldscherer täglich besser kennen und handhaben lernen. Er hob an: »Sire, Europa ist gerührt. Ohne Sie wäre die Jungfrau Europa eine Witwe, gleichsam ein Lustspiel von Niccolo BuonaparteDieser N. B. ließ ein Lustspiel »Die Witwe« 1592 zu Florenz drucken. Er gehörte zur Lustspielgesellschaft der Betäubten (intronati) in Siena. Bouterweks Geschichte der Künste und Wissenschaften. 2. T. S. 183. geblieben. Sire, genehmigen Sie, daß ich besonders den Herren Abgeordneten Deutschlands das politische Budget Ihres glorreichen Regimentjahres vorlege.« Hier kehrte sich der Rat, der kurzweilige, gegen uns einfache Saal- und Grashüpfer in Tanzschuhen als gegen die hohen Abgesandten der Erde und Deutschlands um und redete uns liebreich in folgenden unvergeßlichen Ausdrücken so an;

 

»Meine sehr verehrten Herren Abgeordnete!

Sie wissen so gut als ich, daß Deutschland von jeher das kriegerische Regensburg Europas war, in welches als in einen Korrelation-Saal dieses seine Kurien abgeschickt, wenn über irgendeinen Streit eine Stimme, nämlich Feuer, zu geben war. Es ist als 1050 ob der Deutsche seiner Eiche gliche, auf welcher (gerechnet gegen alle andern Bäume) nach Rösel die meisten Insektenarten sich zum Nisten und Zehren versammeln, nämlich zweihundert Arten.

Besonders aber stellte seit der Zeit, da Deutschland einen Schirmherrn (Protector) gegen den Krieg erhielt, sich der Umstand ein, daß dasselbe unter demselben überall für den Frieden zu fechten hatte auf seinem Boden. War nun eine Hälfte Deutschlands am Kriegfeuer fertig geröstet: so wurde – wie etwan der heilige Laurentius, als dessen eine Seite gar gebraten war, ihn auf die andere umzuwenden bat – ebenso die andere frische am Zepterspieße vorgedreht.

Meine Herren, die Peitsche wurde zuletzt so länderlang – durch aneinander geflochtene Peitschenriemen –, daß ich für meine kurze Person, wenn ich den Stiel in St. Cloud bewegt hätte, mit dem Riemen Buchhändlern in Nürnberg oder Nationalzeitungschreibern in Gotha hätte die Nase bestreichen wollen. Einige Artigkeit war es freilich, daß oft deutsche Opfer selber zu deutschen Opferpriestern angewandt wurden, wie etwan die Scythen die Opferknochen zur Feuerung gebrauchten bei dem Kochen des Opferfleisches.Herod. IV. 57.

Auch wahre Freunde unserer Feinde mußten wir sein und als Christen den andern Backen hinhalten, wenn der eine etwas bekommen hatte. Sprachverständige übersetzten unsere Freundschaft richtig genug ins Lateinische durch necessitas oder necessitudo (Nötigung), wie das römische Weltvolk die Freundschaft nannte.

Doch wollen wir auf der andern Seite eingestehen, daß unsere Feinde uns wieder als ihre Freunde behandelten, unter welchen sie sich nichts übel, sondern ein freies Wort und Wesen gern als Salz der Freundschaft herausnahmen. Es kränkte sie daher, wenn wir nicht jede Kriegerklärung mit einer Lieberklärung erwiderten; denn sie erwarteten, daß sie, gleich Damen, noch immer zu lieben wären, wenn sie auch, wie diese, die Grausamen spielten.Voltaire sagt im Artikel: torture seines dictionnaire philosophique: »les nations étrangères jugent de la France par les spectacles, par les romans, par les jolis vers, par les filles d'opéra qui ont les moeurs fort douces, par nos danseurs d'opéra qui ont de la grâce, par Mad. Clairon qui déclame des vers à ravir. Elles ne savent pas qu'il n'y a point au fond de nation plus cruelle que la française.« Ein General, als roué aimable des Geschlechts, wollte auch 1051 ein rouant aimable eines Ländchens sein. Es war uns untersagt, öffentlich anders zu weinen als vor Freude, so wie auch den Juden Weinen am Sabbat (und feierten wir denn keinen Hexensabbat?) verboten ist.Der Jude, oder altes und neues Judentum. 2. T. S. 486. Wir sollten von einem Deutschland nicht sowohl in seiner Erniedrigung (altitudo) als in seiner Erhöhung (altitudo) frei genug schreiben und ein Fest unserer Kreuzes-Erhöhung begehen.

Vielmögende Herren Abgeordnete Deutschlandsund der Stadt! Geld freilich blieb bei solchen Umständen nicht viel mehr in unseren Kammerbeuteln, als etwa in den Klingelbeuteln einer Dorfkirche an einem halben Aposteltage einkommt. Unsere Sparbüchsen sollten eben gute Sparöfen werden, worin man weniger nachlegt; und Sie selber wurden daher von den Feinden so wenig gespart, daß Sie, meine Herren, jetzo gewiß nur Geld zu Sylvesterbällen, Spielpartien und andern kleinen elenden Ausgaben, aber nicht zu großen für Bücher, für Wissenschaften und Künste, für öffentliche Anstalten etc. besitzen.

Freilich insofern manches Land von Deutschland als ein ganz fremdes Land, also als ein Fremder, z. B. das Hanseatenland, in Frankreich einging und da blieb als auf seinem Schlachtfelde: so konnte das jus Albinagii oder zu Deutsch das droit d'Aubaine eintreten und nach dem Nachlasse des Abgeschiedenen greifen. Wenn indes mehre französische Generale altdeutsche Erbämter aus deutscher Sprachunkunde nicht als passive, sondern als aktive Erb- oder Beerb-Ämter betrachteten und verwalteten – weshalb jetzo mancher Deutsche schon viel hat, der nichts hat, nämlich keine Schulden, geschweige etwas –, so hätte man wohl eine und die andere figürliche Entschuldigung zur Hand, wenn man Gebräuche der Aufnahme in das große Volk mit den Gebräuchen der Aufnahme in die kleinere Freimaurer-Loge zusammenstellte und rechtfertigte, nach welchen der Aufzunehmende sich 1052 gleichfalls von Kleidern und von edlen Metallen entblößen muß; nur daß er alles wiederbekommt (nämlich in der Loge).

Falls ich nicht fürchtete, einer gewissen Parteilichkeit für die Franzosen beschuldigt zu werden, die mir von meinem sie sonst zuweilen wider Überzeugung beschützenden Herrn anklebt: so würd' ich gern hinzusetzen, daß sie wahre Bienenväter (die Bienenkappe war ein Mantel mit Bienen gestickt) gegen fast jeden bundsgenossischen oder rheinbundnerischen Land- und Bienenstand gewesen und solchen schwach geschwefelt und dann gezeidelt haben. Auch möcht' ich wohl beifügen, daß sie uns oftmal ausgezogen und also zum Kriege mehr gestärkt als geschwächt – mehr zugeschnitten als verschnitten –, insofern er nur eine höhere gymnastische und olympische Übung ist, welche die Griechen immer nackt vornahmen. Sie schienen zu schließen: wenn schon ihre eignen Generale, bei welchen das Hör- und Sehrohr und Fühlhorn des Universum öfter bloß der Schlund oder so etwas war, schon so tapfer waren, wie müssen erst Leute es werden, die nichts im Magen haben als guten scharfen Magensaft, und welche noch nüchterne, nicht gesättigte Löwen sind. Denn wir hatten wirklich seit mehren Jahren nichts häufiger zu begehen als statt der Sünden Feste, Siegfeste, Durchmarschfeste, bewegliche Augustfeste, und zwar lauter Feste, die wir hätten Furinalien nennen sollen; denn bekanntlich durften die Alten den Furien nur ganz nüchtern opfern. Unsern öffentlichen Aufzügen wurde, wie katholischen Prozessionen, ein Kreuz vorgetragen, und die Gekreuzigten folgten nach ihren Würden hinter ihm und sangen.

Mein gnädigster Herr, der Gott Mars, wird mir noch zu bemerken erlauben, daß unsere Feinde, wenn sie irgendeine Venus fanden, es sei nun die Venus Urania, oder die Pandemos, oder vollends die Callipyga, sie solche, sie mochte eine ausländische, oder eine verheiratete, oder eine jungfräuliche sein, auf der Stelle verehrten, wie die Römer die Gottheiten aller Völker als die ihrigen ansahen. Aus Achtung gegen das Geschlecht legten sie nicht die zarte Venus, sondern nur einen vulkanischen Ehemann in eiserne Sperrketten; denn das Schwert, das sonst das Beilager zwischen dem bloßen fürstlichen Stellvertreter und der Braut 1053 durch Zwischenlegen sonderte, wurde von ihnen so wie das Bajonett geschickt zum Verbinden genützt, insofern sie als Gesandte aller Welt die Vermählung mit aller Welt diplomatisch vorzustellen hatten. Mit einer Stadt wurden zugleich die Weiberherzen als Pertinenzstücke und Impertinenzstücke erobert, und jeder Marquis Sadé suchte darin vor allen Dingen eine Laura als seine weitläuftige Verwandte auf.Marquis Sadé, der Verfasser der gräßlichen Justine, (gegenwärtig in einem Tollhaus bei Paris) ist ein Abkömmling der Laura Petrarchs. Siehe Werke von Joh. v. Müller. 6. Band. Seite 415. Leider wurden die Deutschen dadurch Mücken, welche die Spinne zugleich verhaftet und vergiftet, und sogar die größern Kolibris fanden ihre Vogelspinnen.

So war der Zustand Deutschlands vor dem Antritt meines allergnädigsten Herrn, des Gott Mavors.

Ein roi dépouillé war nicht, wie im Schach, partie remise, sondern schachmatt. Wie Julius Cäsar zuerst wochenlange, ja tagelange Konsulate einführte – daher unter Commodus einmal im Jahre fünfundzwanzig Konsuln regierten –, so wurden statt der immergrünen auch ephemerische Monat-Fürsten nach Art der Monatrettiche gepflanzt. –

Man hielt sonst Kronen, wie Fixsterne, für unbeweglich; aber wie Tobias Mayer ein Verzeichnis von 80 fixen Sternen gab, die nicht fix blieben, so wurden auch die Thronen durch mobile Armeen mobil gemacht und gekrönte Zug- und Strichvögel erfunden.

Wenn sich Aretino eine Fürstengeißel nannte, und Attila eine Gottgeißel (Godegisel) oder Völkergeißel: so wurden beide Ruten so durcheinander geflochten, daß dabei etwas herauskam, was schlimmer ist als ein knechtisches Volk, nämlich ein knechtischer Fürst; denn ist am Steuer nur der Steuer-Rudersklave eines fremden Sklavenkapitäns, so wird ohnehin das ganze Staatschiff auch aus dem besten Bucentauro nur eine Negergaleere.

Tapferkeit allein erhielt sich im alten Preise – sogar fürstliche gegen den Feind –, und das ganze Weltspiel war bloß ein Hombre oder Menschenspiel (Hombre heißt Mensch im Spanischen), 1054 wo der mit den meisten Matadoren (Matador heißt Umbringer) in der Hand gewann.

Weiter aber wüßt' ich wahrlich nichts, meine Herren Abgeordnete der Erde, gegen die Feinde, die mein Herr und Fürst geschlagen, aus dem Stegreif vorzubringen.« – So schloß nun der martialische Hofnarr, um zu schweigen.

Zum allgemeinen Erstaunen der Ballversammlung fing jetzt der solarische zu reden an und versetzte, auf seine blattlose gekochte Lorbeerkrone zeigend: »Mit Erlaubnis, Herr Kollege, allerdings ist noch etwas vorzubringen, der Fall des Buchhandels . . .« An einige angesehene Kaufleute und Kanzelisten, die sich darüber zu lange wundern wollten, wandt' ich mich leise und sagte:»Wenn ich anders als Legationrat etwas vom Diplomatischen verstehe, so ist hier kein anderer Fall denklich, als daß beide regierende Fürsten- und Planetenhäuser weniger persönlich als durch Bevollmächtigte miteinander reden wollen, wie der Großherr bei Audienzen nur den Wesir antworten, oder der König von England nur den Minister verantworten läßt.« –

»Es durfte«, fuhr der Sonnen-Narr fort, »nichts geschrieben werden, Zeitungen ausgenommen, und hier bekamen wir aus der Trompete der Fama statt des rechten Stücks nicht viel mehr als den Speichel, den der Trompeter nach dem Windblasen ausschüttelte. Die politischen Monatschriftsteller härten sich immer kahler und zu ganzen Glatzen, damit man ihnen nicht in die Haare käme. Auf der Leipziger Büchermesse wollte der Despotissimus oder Größtherr, gleich dem Großherrn, sich nur von gelehrten Stummen bedienen lassen.

Politische Philosophie auf Druck- und Schreibpapier war so verboten wie papierne Laternen in Ställen, damit kein Feuer auskäme. Das belagerte Deutschland glich einer belagerten Stadt, worin man alle Fenster mit Mist zumacht. Gab einer aber Licht, so fing sogleich der eine und der andere Zensor an, das Licht wie einen Mohren so lange weiß zu waschen, bis es sich gebrochen und verdunkelt hatte.

Da nichts zu einer Universalmonarchie weniger paßt als Universitäten, welche dem kriegerischen Rector magnificus 1055 Europens oder dem Prorector Gottes den wissenschaftlichen entgegenstellen: so wurden Universitäten – gleichsam die Reserve-Festungen der Deutschen – belagert und geschleift.

Die Sonne mit ihrem Sonnengott durfte nicht wie unter Josua stehen bleiben, sondern mußte unter dem neuern Josua auf seinem Wege weniger nach als aus dem gelobten Lande früher untergehen, um so noch besser den Schlachten zu dienen.

Doch war freies Leben, wenn auch kein freies Reden den Herrn feindlichen Offizieren und selber uns allen erlaubt, und die alte Tanzmeisterregel sah ich mit meinen Augen so umgestülpt: Bauch heraus, Brust hinein! Schreiber und Sprecher gingen alle wie auf Eis, oder bergab, nämlich mit gebognen Knien und Rücken.

Das Gebet um deutsche Wohlfahrt war verboten und nur die Erkundigung erlaubt, ob eines zu tun verstattet sei, oder deutlicher das Augurium salutis.So hieß bekanntlich nach Schöttgen und Pitiskus das Augurium, wenn man Hühnern (Gallis, Gallinis) zu fressen gab, um aus ihrer Eßlust zu sehen, ob man bei den Göttern um die Wohlfahrt des Volkes flehen dürfe.

Ich selber, obwohl Rat und dabei kurzweiliger, mußte so leise und langsam auftreten wie eine Schnecke und einen Ariadnens-Faden nur aus weichem Schleim ausziehen. Ich erinnere mich noch wohl, wie ich einmal als politischer Samenhändler ein kleines Senfkörnchen Wahrheit in eine feine Düte aus Postpapier versteckte – die eingeknüllte Düte wieder in einen leeren Nadelbrief – den Nadelbrief wieder in einen alten Komödienzettel – den Zettel in einen Korrekturbogen – diesen in eine Landkarte – die Karte in ein breites Kartaunenpapier – und zuletzt das Ganze in ein schönes Purpurpergament. – Meine Hoffnung dabei war, die Leute würden unter dem Aufwickeln entweder ermüden, oder unter demselben das Senfkorn verschütten; aber was hatt' ich davon, als sogar beides geschah?

Mich dauerte am meisten dabei nur mein gnädigster Serenissimus, welcher nach wenigen Minuten auch Sie wie mich regieren wird, daß er nämlich, der Sonnengott, ein Gott des Schönsten, gerade den Tieren, die man ihm sonst geweiht und geopfert, 1056 selber gewidmet und geopfert wurde, dem Wolfe, dem Raben, dem Spechte und der Heuschrecke.

Außer dieser ringförmigen Phöbus- oder Sonnenfinsternis mit Verweilen hatte auch mein gnädigster Musengott den Schaden, daß so viele seiner besten Söhne unter Ihres großen Mars Regierung zum Erschießen verbraucht und verpufft wurden. Wenn die Polen aus dem belagerten Warschau anno 1609 aus Bleimangel mit Perlen schossen: so könnte man dergleichen ein Schießen mit Diamanten nennen; mit Köpfen statt mit Rümpfen. Die Athener hättens nicht gelitten, welche bloß, weil ihr jetzo nicht sehr bekannter Poet Eupolis im Kriege gegen die Sparter ertrank, das Gesetz aufstellten, daß keine Dichter mehr fechten dürften.«

»Ich unterfange mich,« – versetzte der Krieg-Hofnarr dem Sonnen-Hofnarren – »dem Herrn Rate zu bemerken, daß gleichwohl viele griechische und römische Klassiker von Sophokles und Äschylos an bis zu Cicero und Horaz ihren Kopf früher im Kriege gewagt, als im Frieden gezeigt, und daß die Konrektoren und Sekundaner ja den ganzen Cäsar mit seinen Feldzügen und (falls sie Griechisch in der Klasse treiben) den ganzen Xenophon mit seinen Rückzügen entbehren müßten, wenn nicht beide solche vorher gemacht und sich auf ihnen Thema und Stoff für ihren klassischen Stil geholet hätten. In Rom, wo man erst nach zehn Streitschriften oder Gradual-Disputationen, nämlich nach zehn Feldzügen ein obrigkeitliches Amt bekam, blieben doch für alle Ämter Kandidaten genug lebendig.Ob ein Leibniz, Newton, Kant der Wissenschaft die Ehe opfern – ob die griechischen Philosophen, wie Platon, sich republikanischen Ämtern entziehen durften – ob Geister, welche vielleicht nicht zweimal auf der Erde erscheinen, z. B. Shakespeare, Klopstock, Spinoza u. s. w., ob diese höhern Diener der Völker und Jahrhunderte zu Dienern von Ämtern, die der unbedeutende Geist ebensogut, wenn nicht besser versieht, zu verbrauchen sind, und ob ein Kopf, welcher mehr als das Pulver erfindet, der Ersatzmann einer Faust sein soll, die es verschließt – diese Frage entscheidet keine flüchtige Untersuchung. Aber ebenso gewiß bedarf es gar keiner, ob ein Cervantes, Dante u. a. Große einem Kriege, den ihr Herz fodert und heiligt, nicht sich und alle ihre ungebornen Meisterstücke opfern dürfen. Denn Genies muß Gott schicken, die Herzen aber der Mensch.

Aber zurück, denn ich falle, Herr Rat, ganz aus meinem diplomatischen Charakter und Zusammenhang, wenn ich nicht zeitig 1057 zum vorigen umkehre, zu den Leiden unserer Zeit, worunter besonders die dreierlei Lügen gehören. Schon in der französischen Sprache liegt ein Abbild der Wahrhaftigkeit des Journal de l'Empire, z. B. eine französische Billion ist soviel kleiner als unsere, daß eine französische Quintillion nur eine deutsche Trillion istNotions élémentaires de la langue Allemande par Simon., so wie ein bloßes rien allein, ohne zweite Verneinung, bei ihnen etwas bedeutet; aber le moyen d'en rien croire? In den Zahlen der Truppen und der Einkünfte wurde dieser Sprachgenius selten beleidigt. So kann man unter vérités de Moniteur oder de Paris nichts Wahreres verstehen als unter cû de Paris und gorge de Paris, wiewohl beide letzte sich doch auf etwas Festes stützen. Wie die Baukunst zur Zierde blinde Tore, so zeigt sich – vielleicht nicht zur Unzeit – schon die französische Krieg- und Friedbaukunst der Schreiber durch blinde oder gemalte Janustore und Siegbogen. Und an und für sich ist es eine Nachahmung, aber eine veredelte der Römer, bei welchen sich in der Triumph-Auffahrt der Imperator physisch schminken mußte, wenn die französischen Zeitungen gerade dem besiegten Feldherrn Schminke oder Rot auflegen und ihm den Sieg durch Lob und Lüge ersetzen. Aber immer wird jeder diplomatische Rat dies nicht anders nennen als die rein-erzählende Lüge.«

Schon wieder fiel der Solarische ein aus Widersprechgeist: »Es ließe sich vielleicht, Herr Bevollmächtigter, auch edler benennen, z. B. in Spielersprache corriger la fortune par les Gazettes. In rechtem Unglück und Entfiedern ist der Moniteur so still und singt so wenig als ein Kanarienvogel in der Mause. Das Rechtschreiben nicht ganz rechter Werke wird ihm mit Recht, so wie in Frankreich die Rechtschreibung der falsch-schreibenden Autoren den Setzern und Korrektoren, überlassen. Im Ankündigen und Loben haben die Franzosen eine eigne laute Weise, die nur uns abscheulich klingt; aber beide Völker unterscheiden sich hierin und in ihrer Dicht- und Lebenkunst wie ihre Postknechte: der deutsche hat das zuweilen musikalische Posthorn, der französische die knallende Peitsche. Versagt übrigens der Kaiser manche Nachrichten dem Volke, so bedenke man, daß er ja auch sich 1058 selber oft die wichtigsten nicht sagen läßt, so wie es überhaupt, wenn es (nach Langsdorf) ein Majestätverbrechen ist, an den japanischen Kaiser zu schreiben, eine gewisse Majestät dem Volke durch das Verbot zuteilen heißt, an dasselbe zu schreiben.

– Sie sprachen aber vorhin, Herr Rat, wenn ich mich erinnere, von der rein-erzählenden Lüge.«

»Etwas anders«, versetzte der Mars-Narr, »ist die lachende und auslachende Lüge. Diese hat es nämlich den Völkern, wenn sie die alte Freiheit verloren, deutlich auseinanderzusetzen, welche neue sie dabei gewonnen; ferner wie sehr sie den Frieden mitten unter ihren Kriegen und selber die Kriege zuerst genießen als vorausgeschickte erste Treffen, und wie überhaupt für Handel und Wandel gearbeitet werde durch den europäischen Bankbruch desselben, so wie für kaufmännische Unabhängigkeit durch politische Abhängigkeit, und wie zwar im Ganzen Europa jetzo von Glück zu sagen wisse, am meisten aber das vorige deutsche Reich. Ich betrachte dies gern als eine freie, nur schöne Nachahmung der Kamtschadalen, welche, wenn sie den Seehund aufgezehrt bis auf den Kopf, gewöhnlich den letzten bekränzen und krönen, mit Nahrung umlegen und dann statt eines Tischgebets folgende Rede an ihn haltenWörtlich aus Stellers Reise nach Kamtschatka genommen.: ›Sieh, wie wir dich traktieren; wir haben dich bloß deswegen gefangen, um dich wohl bewirten zu können. Sage dies deinen Anverwandten, damit sie auch kommen und sich bewirten lassen.‹ – Wenn neuerer Zeiten solche bekränzte und haranguierte Köpfe häufig zu haben sind, so ist dies kein Wunder; aber Bemerkung verdient es, wie sogar im Wilden schon der erste, wenn auch nur verwaschene Umriß eines guten französischen Ministers der auswärtigen Angelegenheiten liegt.

Zur guten auslachenden Lüge gehörte das Trennen der Fürsten durch Souveraineté unter dem Titel rheinisches Verbinden, indem man die Fürsten als Selblauter (und mit Recht) betrachtete, deren dichtes Zusammenstehen man in der Politik wie in der Dichtkunst nicht gern hörte. Wie aber das Zersetzen verknüpfter Fürsten, so wurde umgekehrt das Einkochen fremdartiger Völker zu einer französischen Code-Brei-Brühe. gut besorgt, ohne daß man 1059 sich sehr an den alten osnabrückischen Möser kehrte, welcher in der berlinischen Monatschrift sogar jeder einzelnen Stadt eine eigne politische Verfassung anwünschte, so wie auch die Gärtner verbieten, in einem Blumenscherben zwei verschiedene Gewächse zu nähren.

Zur lächelnden Lüge möchte Sprecher es noch rechnen, daß die Franzosen, wenn sie etwas nicht genommen, gewöhnlich schrieben, sie hätten solches gegeben, daher der Moniteur in seinen Noten zu der preußischen Kriegerklärung diese Regel befolgt, wenn er behauptet, Preußen habe im Tilsiter Frieden ja nur bekommen (nämlich ein Stück seines Reichs), aber nichts hergegeben (nämlich eben dieses Stück nicht).

Indes Rat und Sprecher dieses zur dritten gallischen Lüge überschreiten will, zur versprechenden oder brechenden, hat er den Zweifel, und also zum Glück den Übergang, wohin die ganze Protektorat- oder Rheinbund-Akte zu rechnen sei, welche nicht einmal mit Worten geendigt, noch weniger mit Taten angefangen wurde, sondern den Ordens-Kelch des Bundes den Fürsten und Ländern als einen Vexierbecher (diabetes Heronis) darreichte, welcher seinen Wein, sobald man ihn zum Trinken ansetzt und aufhebt, durch eine versteckte Röhre so künstlich wegleitet, daß man keinen Tropfen bekommt.

Genug, wir sind in jedem Falle bei der dritten Lüge, bei der versprechenden oder brechenden; es ist aber die bedeutendste. Wenn das Wort nicht die Hülle der Tat, sondern wie Parrhasius' Vorhang eines Gemäldes das Gemälde selber ist, kurz wenn nicht ein Wort ein Mann, sondern ein Mann ein Wort ist: so kann es der Wortmann schlimm haben, und der Wortkrämer kann mit seinem Kramladen auf der Stelle fallieren. Zwei Menschen sind fürchterlich und darum fast vogelfrei, weil ihnen gegenüber alle übrigen vogelfrei dastehen; erstlich der Selbermörder, welcher über einen jeden, der nicht morden und sterben will, der Herr auf der Stelle werden kann; zweitens der freie Wortbrecher oder Bundbrecher, weil das Wort, das Zungenband, die einzige galvanische Kette zwischen Geistern ist, und weil nach der Zerreißung dieser Kette den geschiedenen Geistern nichts übrig bleibt 1060 zur Brücke und Teufelsbrücke als die rohe Leiber-Macht! Ein rechter, kräftiger, fruchtbringender Betrug ist nur eine einjährige Pflanze und trägt nicht mehr als einmal. Nichts ist ersprießlicher als ein recht kecker Kirchendurchgang durch eine Neutralität – es sei z. B. durch die anspachische oder durch die hessische –; aber der zweite findet schon eine bewaffnete und der dritte endlich keine überhaupt, denn ein nackt- und bloßgestellter Häresiarch (Ketzerhaupt) dieser Art – die Lüge ist die wahre Ketzerei und falsche Lehre – gleicht einem nackt vorgetriebenen Taschenspieler, welcher seine Kunststücke mit bloßen Händen machen muß. Aber nur Schönheit verträgt NacktseinIch führe gegen den Schleich-Grosso-Handel der Zeitung- und Geschichtschreiber mit Großmenschen wieder eine Stelle von Voltaire an, welche man bei ihm – obwohl aus herkömmlicher Verwechslung seines freien Gemüts mit seinen zornigen Ausbrüchen – nicht suchen wird: »Tout le monde convient que Cromwell étoit le général le plus intrépide de son temps, le plus profond politique, le plus capable de conduire un parti, un parlement, une armée; nul écrivain cependant ne lui donne le titre de grand homme, parcequ'avec de grandes qualités il n'eut aucune grande vertu.« Dictionn. philos. Art. grand., leibliche und sittliche.

Wir kommen aber hier, Herr Rat und Bevollmächtigter, in die Lügen hinein, ohne zu wissen wie und ohne Erlaubnis ob. Denn mein Amt und Auftrag als Bevollmächtigter meiner hohen Puissance ist, die Erde als ein Sonnen-Lehn mit allen ihren Inseln, Häfen, Meeren, Quellen, Rechten, Gefällen, Menschen, Unmenschen, Tieren, Waldungen, Büchern, Papieren, Urkunden, National- und Blutschulden, wie sie auch immer Namen haben mögen, nach allen Traktaten und Kompaktaten zwischen beiden hohen Erbverbrüderten an Ihre solarische Majestät dergestalt zu übergeben, daß Selbige solche auf ein Jahr lang nach allen Reichsgesetzen des Planetensystems regieren – daß das Gouverno alle Privilegien der Erde anerkenne – daß bei vorfallenden Mißhelligkeiten der alten und der neuen Regierung ein temperament ausgefunden werde – und daß endlich der neue Landesherr die Erde in ihren bisherigen Religionen beschütze.«

Hierauf erwiderte mit Anstand der solarische Rat: »Die Religion selber, Herr Rat, ist leicht zu beschützen, sobald sie nur da 1061 ist, weil sie sich selber beschirmt; die Religionen aber haben bei ihrer Menge den Schutz desto nötiger. Ich ergreife die Gelegenheit, noch eh' es 12 Uhr schlägt und mein Fürst spricht und regiert, Sie, Herr Rat, meiner Hochachtung, so wie Ihre Majestät, Votre Majesté, Vuestra Maesta und Weliczestwo meiner fernern Untertänigkeit zu versichern.

Mars wird immer der Generalissimus und Platzkommandant der Erde bleiben. Er ist für die Erde der eigentliche einzige Alte vom Berg, und mein Herr der ewige Jüngling vom Berge. –

Kanonieren wird immer am schnellsten kanonisieren; und es wird immer Eroberer geben, welche wie Scharfrichter sich ehrlich und zur Doktorwürde hinaufköpfen. –

Das Schießpulver wird das schlechtere Sukzessionspulver ersetzen. –

Die Erde steht gerade zwischen Mars und Venus, welche beide Weltkörper sich schwer ohne Nachteil des dazwischenstehenden, von Vulkanisten gebaueten Erdkörperleins zu suchen und anzuziehen vermögen. –

Viele Sternenlehrer suchten um den Stern Mars einen Trabanten oder Nebenstern; da jener aber um 4⅗ kleiner ist als die Erde, so bleibt er leichter deren Trabant. –

Cassini wollte am Krieggott, dem Himmelkörper, einige Flecken ausgefunden haben; Sie haben aber diese, meines Wissens, niemals ausdrücklich bestätigen und ratifizieren wollen, sehr geachteter Salier!Salier waren die Priester des Mars.

Schien auch früher Mars zuweilen rückläufig, so ist nichts daran, sondern bloß die Stellung der Erde schuld. –

Auch die Elemente tun viel bei Siegen, besonders die vier alten; erstlich, außer dem Froste und Hunger, das Feuer, womit man vielleicht mit größerer Tapferkeit sein eignes Alexandrien opfert als bauet – dann das Wasser, nämlich Mangel daran auf dem Marsche – dann die Erde, wenn der Feind vor sich zu wenig Land hat, und hinter sich zu viel – hauptsächlich aber die Luft, durch deren Entwicklung allein das Schießpulver so große Dinge tut, daß halb erstickte Völker sich durch dasselbe wieder Luft machen; 1062 – denn das Wundfieber des Kriegs ist gesünder als das Kerkerfieber eines faulenden Friedens. –

Das große Volk hat, wie Rom im Allergöttertempel (Pantheon), nur zwei Götter, Mars und Venus; freilich aber werden mit den Jahren die Opfer-Priester dieser Gottheiten bloß zu Opfertieren derselben. –

Die einfachen Deutschen hatten, um mehr Ruhm und Kraft zu zeigen, nur einiges Unglück gebraucht, wie Wiesen nur abgemäht als Blumenfelder duften. – Auch war es gut, daß sie den Karfreitag vor dem grünen Donnerstage feierten. –

Durch den Kreuzzug in lauter Kreuzfeuer hinein schmolz endlich das schwere, aus der eisernen Krone gegossene Eisenkreuz von dem wunden Völker-Rücken herunter und hängt, zum Ehrenkreuz verteilt und veredelt, auf der Brust. –

Den 12. Oktober wurden von den Römern Ihrem Herrn Pferde geopfert; auch von uns, in mehren Oktobern. –

Im Herbste halten die Bienenstöcke das gewöhnliche Drohnen-Totmachen; wenigstens haben wir mehre ausländische Raubdrohnen, welche zwar sich selber, aber nicht den Honig der Staaten zeugend vermehrten, so gut in dieser Jahrzeit fortgeschafft, daß wir in der Sprache der Winzer von einem ganzen, ja fünfviertels Herbste reden dürfen. –

Fremde reisen gewöhnlich im Winter nach Paris; dies taten ihnen mehre tausend Franzosen nach, ohne gesünder anzukommen, als jene zuweilen von da abgehen. –

Wenn Schulze an 150 000 Fremde aller Länder in Paris zusammenzählt: so wäre wohl denklich, daß eine ebenso große Gesellschaft von 150 000 vergnügter Fremden auf einmal samt Pferden und Wagen und allen zum Salutieren nötigen Kanonen sich dahin aufmachte, und daß diese Schützengesellschaften unter dem Abschießen des Adlers in dieser teuern Stadt einiges Geld, wenn auch nicht das eigne, aufgehen ließen. –

Dies setzte aber voraus, daß (anstatt daß zuweilen Prinzen von Geblüt aus Paris heimkehren als Prinzen ohne Geblüt) hier kräftige Fürsten im höhern Sinne die große tour und den Zug zum heiligen Grabe der auferstandenen Freiheit machten. –

1063 Und um dies vorauszusetzen, muß man wieder voraussetzen, daß Sprecher dieses etwas von der prophetischen Orakelgabe seines allerhöchsten Prinzipals Apollon durch langen Dienst im Jour-Haben eingesogen. –

In Karlsbad, wo jedes Haus ein Wirtschild hat, hängt eines das Schild ›Zur Unmöglichkeit‹ aus; und in diesem Hause wohnen wir Kurgäste der – Zeit jetzo recht bequem, und der Moniteur kann oder läßt es nicht begreifen. –

Und Himmel, konnt' ich denn bei den eisernen Kreuzen vergessen, daß sogar die Scheidekunst (eine nur unorganische Kriegkunst) den Himmelkörper Mars (also Ihre Himmelseele) mit dem Zeichen und Namenzug des Eisens bezeichnet, und daß Tapferkeit und Eisen gerade im Norden am häufigsten und gediegensten sind?« – – –

– Es war wohl keiner im ganzen Tanzsaal, welcher sich nicht über den solarischen Hofnarren und sein Ineinandergießen von Götterlehre, Stern- und Staatkunde verwundert hätte, indem es der Redner ordentlich darauf anzulegen schien, einen Sammelkasten vermischter Einfälle auszuleeren; und man brauchte gar nicht, wie der Verfasser dieses, einen diplomatischen Charakter zu haben, um wahrzunehmen, daß beide Narren aus ihrer diplomatischen Charaktermaske und Rolle gefallen. Ich machte dies einigen Kreisschreibern – nicht etwan Zirkeln, wie Campe dieses mathematische Werkzeug verdeutscht, sondern Kreissekretarien – bemerklich und gestand ungebeten, ich für meine Person hätte als Diplomatiker meinen Charakter anders gehalten und durchgesetzt. »Es muß aber sehr bald auch der balbierte Potentat mit der Leier, der nach Zwölfen regiert, etwas reden, und dann werden wirs hören«, sagte ein ältlicher Geschäftmann, welcher mehr mit Geschäften als mit Gedanken überladen war, der sich aber nie unter die Tänzer mischte und zählte.

Doch fing der rasierte Potentat noch nicht an, sondern sein Sonnenhofnarr fuhr fort: »Eben ersehe ich erst zu meinem Erstaunen aus dem Ihrigen, daß ich bisher auf die witzigsten Sprünge in einem Sylvestertanzsaale geraten bin, der zu ganz anderen und gesetzteren gedielet und erleuchtet ist. Für einen Rat, der 1064 weniger ein kurzweiliger als ein langweiliger diplomatischer sein will, schickt sich Springen wenig, witziges gar nicht; es ist aber zu entschuldigen an einem solarischen Gesandten und Sprecher wie ich, dessen Herr der Vater aller Musen und aller Einfälle ist.

Noch näher geht es meinen Herrn und Potentaten an, daß dessen Musensöhne in den Wetterscheiden der Schlachten bewiesen, wie auch der Musenberg zum feuerspeienden Berge werden könne, und wie, wenn vorher durch die Notjahre und die Fruchtsperre des Buchschreibens und Buchhandels Mars–yas den Musenvater geschunden, der Musenvater in diesem Jahre jenem die Haut über die unpoetischen Ohren gezogen – und zwar vermittelst seiner Musensöhne. Herr Rat, es war eine heitere Erscheinung, der von mehren Musensitzen mit Schwertern geführte Beweis, daß Dichten und Denken sich zu Tapferkeit, wie Licht sich zu Feuer, leicht durch eine andere Stellung verdichten, oder wie ebene Spiegel sich zu Brennspiegeln durch eine für den Brennpunkt geordnete Vielzahl.

Das Dichten und der Glaube wurden Tat, der Gesang Gefecht, der Barde drang ins Schlachtgewühl, nicht als Lobsänger, sondern als Teilhaber der Wunden. Die leichten poetischen Blumen erinnerten wiedergebärend an die alte Sage, daß Juno bloß durch eine Blume den Krieggott empfangen und geboren.

Es sei mir erlaubt, ohne anzuspielen, lediglich zu bemerken, daß, wenn schon früher in den Götterlehren Phöbus Marsen oder Mavorsen im Ringen niederlegte, Einsicht zuletzt immer über Stärke, die Schreibfinger über die Faust, kurz das stille weite unaufhörliche Eindringen des Lichts über die Stöße des Flammenfeuers siegen werde, daher wir denn eine Zeitlang bloß von dem gallischen revolutionären Verstande überwunden wurden, wie die frühern Gallier (nach Plinius) mit der weißen Nieswurz ihre Pfeile zum Siegen giftig salbten. – Auf den Schlachtfeldern bleiben die toten Augen offen, und die Jüngling-Leichen sehen uns starrblind an, als ob sie uns ermahnten, unsere lebendigen Augen uns nie zudrücken zu lassen. –

In diesem großen europäischen Bundes-Jahr, in dieser höhern Eidgenossenschaft der Höhen, Ebenen und Täler mußten freilich 1065 blühende Jünglinge genug fallen; aber fallende Blütenblätter bedeuten und enthüllen nur Früchte und Sommer, nur alte fallende Obstblätter das Ende und Winter. Auf den Jünglingen ruht und wächst die Welt. Zu welchem ekelhaft faulenden Gemische der Völker und Zeiten würde jede Zukunft aufgären, wenn nicht der Himmel an jedem Tage dem abgelebten Leben frische Jugend, frische Geistermorgen mit neuen unbefleckten Kräften zuschickte! Denn jede Jugend wirkt und ergreift, wenigstens früher, ideal und rein, ehe sie verdirbt und verderbt. So treibt auch auf dem alten schiefgebognen Baume doch der neue Zweig gerade aufwärts dem Himmel zu.« . . .

Wo bleibt bei solchen Reden der solarische Hofnarr? fragte sich jeder im Saal.

Aber er fuhr vollends fort: »Der Dichtergott legt seinen gespannten Bogen gegen den pythischen Drachen jeder Knechtschaft nicht weg. Er ist der Gott der Pfeile wie der Arznei und der Lyra. – Jedes begeisterte Herz wird künftig ein Gewitterstürmer der nahenden Wetter- und Heuschreckenwolke. . . . .

Wenn nun jeder in dem künftigen großen Jahre seine Kräfte redlich steuert, und doch die fremden größern oder kleinern nicht stört, so wie auf der Uhrscheibe alle Zeiger, von dem des Monats bis zur Sekunde, ohne Reiben und Hindern über- und untereinander laufen und ihren Zeiten dienen« . . . . .

Hier schlug es zwölf Uhr aus. Das neue weltschwangere Jahr brach an. Der Jubel der Musik klang dem großen Jahrmorgen entgegen. Die Menschen drückten in Freude-trunkener Unordnung einander mit brennenden Wünschen an die Brust, aber mit gläubigern als im vorigen Jahre, mit heiligern stärkeren Hoffnungen, mit Glückwunsch zu Gegenwart und Zukunft zugleich und mit Dank an Gott.

Unter den Stürmen der Töne und der Menschen wurden die Masken auf einen Augenblick vergessen, worin sie eine große Zauberrauchwolke zu verbreiten wußten, welche, sie verhüllend, immer dichter weiterzog und ein offnes Seitenzimmer füllte. Als die Zauberwolke sich über ihren Thronen zerteilt hatte, waren diese und die Masken verschwunden, und der Gott des 1066 Tages hatte nicht gesprochen und war uns in der Nacht nur an einem Larven-Nachglanz erschienen, wie die Sonne an dem Mond.

Aber im Seitenzimmer wurde der weiße Nebel dicker, hinter uns wurden Lichter ausgelöscht. Jetzo sahen wir (wahrscheinlich durch Künste der Phantasmagorie) farbige Schatten der Vorwelt langsam durch den Nebel rücken, Helden und Weise – Luther und Gustav – Klopstock und Hermann – Friedrich den Einzigen – zuletzt eine verschleierte Königin. – Endlich blieb nur die Wolke stehen, aber aus ihr sang eine verhüllte Gestalt, um welche die Wolke unter den Tönen wie ein Schleier gehoben wehte; und die Sehnsucht des Herzens bildete unter der hohen Gestalt hinter dem verdünnten Schleier und unter dem Zauberlaute des Gesanges sich ein, als rede die verschleierte Königin aus ihrem Himmel kühn wie eine verklärte Heldin herab zu den Irdischen, da sie sang:

»Heil dir, neues Jahr! Heil euch neuen Völkern und euerem hohen Kriege!

Heil euch Jünglingen, ihr erringt die ewige Jugend durch das Opfern der sterblichen!

Heil euch Vätern, die ihr euern Söhnen gern nachsterbt für die Freiheit einer Erde, die ihr bald vertauschet gegen den freiern Äther des Himmels, und worauf ihr nur für Enkel mit euerm Blut-Tropfen ein freies Eden säet!

Heil dem großen Völker- und Fürstenbunde! Glänze fort in der Zukunft, erster aller Vereine und Kriege! Es bleibe dir, wie bisher, nur der Sieg ohne Siegtrunkenheit – und neben deiner Kraft auf dem donnernden Schlachtfelde deine Milde auf dem blutenden – es bleibe dir deine Anbetung des alten Rechts im Jahrhunderte der Willkür und deine Mäßigung gegen die Unmäßigkeit – und deine Umsicht des Vordringens in deiner Kühnheit des Abschlagens – das Medusenhaupt der Tyrannei hat nicht das Blut und Herz versteinert, nur die Waffe und die Hand gehärtet.

Und Heil euch, ihr Fürsten, um welche die Zukunft die Schlachtenfeuer wie Heiligenscheine wird schweben sehen! Erhaltet euch 1067 nur unentblättert den Lorbeerkranz, den die Geschichte zum ersten Male flicht und weiht. – Die Feuerräder der Vergeltung gehen und rauschen, getrieben von den Blut- und Tränenströmen Europas – die Abendwolken der Zeit sind blutrot, und die Röte verkündigt einen blauen Morgen; also krönt mit dem Schwersten das Schwere, mit dem letzten Siege den ersten, mit dem Frieden den Krieg – und nach der gewaltigen, alle Thronhöhen überwogenden Blutsündflut des Jahrhunderts wölbet über Europa einen Regenbogen des Friedens, welcher, ein göttliches Bundes-Zeichen, die Ruhe der Welt beschwört.

Auch ihr um mich und die, an welche ich denke, werdet ihr alle glücklich im großen neuen Jahre; aber fraget nicht, welche Stimme aus dem Nebel spricht; es ist ja eure in der Brust.«

Hier schwand die Stimme. Auch ihre Wolke zerflog oder zerstob. Jetzo sah man eben auf dem Abendberge den wachsenden Mond mit einem reinen scharfen Lichte untergehen, gleichsam als den Wider- und Vorschein des Morgens und den Bürgen des Tags – und die Sonne oder Phöbus stand nach der Sternkunde gerade in dieser Nacht in der Erdnähe – und ich dachte an vieles dabei.

 


 

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