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Marceline Desbordes-Valmore

Stefan Zweig: Marceline Desbordes-Valmore - Kapitel 21
Quellenangabe
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typebiography
authorStefan Zweig
titleMarceline Desbordes-Valmore
publisherInsel-Verlag
year1929
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
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Brief einer Frau

Da du es bist, der unser Bündnis neu
Verknüpfen will,
Da du es bist, der fleht: »Sei lieb, sei treu! –«
So höre still:
Der Schwur, der das, was süßer Traum sich malt,
Im Brief verspricht –
Da man den Schwur mit tausend Tränen zahlt,
So schreib ihn nicht!

Gleichwie die Landschaft, ist der Sturm vorbei,
In Sonne ruht.
Sei unser Auge hell, die Stirne frei
Und froh und gut.
Noch scheucht von meinem Weg dein liebes Wort
Die grauen Sorgen,
Doch sage nicht »auf ewig!« fort und fort,
Sag nur »auf morgen!«

Die hehren Tage, rein und anmutvoll,
Die blumigen Tage, –
Die schweren Tage, wild und dornenvoll,
Durchschrillt von Klage –
Nicht dieses Bild, das schmerzt, lähmt und erstickt!
Komm, sieh nicht hin;
Nein, Zuversicht, die kindhaft vorwärts blickt,
Trägt mehr Gewinn!

Ach, könnt es sein, daß neues Leben sich
Erschließen würde,
Um anders zu verketten dich und mich –
Und ohne Bürde –
Hier, dieses Wort, das wahrste Wort von mir,
Dir fliegt es zu,
Heut abend wacht ein Weib und träumt von dir,
Komm, nimm mich, du!

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