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Männer in der Nacht

: Männer in der Nacht - Kapitel 23
Quellenangabe
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typefiction
authorErnst Weiß
titleMänner in der Nacht
publisherSuhrkamp
seriessuhrkamp taschenbuch
volume791
printrunErste Auflage
editorPeter Engel
year1982
firstpub1925
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20101125
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V

Dies der Wortlaut der Rede, verfaßt von Balzac, gehalten von Lablanche, Anwalt in Belley, am Tage der Schlußverhandlung.

»Hoher königlicher Gerichtshof! Meine Herren Geschworenen!

Der Notar Peytel aus Belley ist des Mordes, des Totschlags angeklagt. Der Herr Staatsanwalt hat auf Verurteilung und Todesstrafe angetragen, ich plädiere auf Freispruch und Auferlegung der Kosten an den Staat.

Was war die Tat? Es ist kein Mord an einem Fremden; es ist nicht das Blut eines Beliebigen vergossen worden, dem der Mörder vor dem Augenblick der Tat zum erstenmal begegnet ist. Nein, es ist ein Verbrechen geplant, ersonnen, ausgeführt gegen einen Menschen, der dem Herzen des Angeklagten der Nächste hätte sein müssen, an seiner Gattin, der einzigen Geliebten seines Lebens, der künftigen Mutter seiner Kinder. Das Verbrechen, wäre es wirklich begangen, erscheint jedermann so furchtbar, daß alles vor dem Mörder zurückweichen müßte wie vor einem längst in Verwesung übergegangenen moralischen Kadaver, daß ihm keiner auch nur um einen Schritt näherträte, als es unbedingt die augenblickliche Notwendigkeit erfordert, und daß ich, der Verteidiger, mein Amt nur wider Willen und um der Form zu genügen übernommen hätte. Aber in mir dürfen Sie einen solchen Mann nicht sehen. Ich, Lablanche, Notar und Rechtsanwalt in Belley, habe die Verteidigung des Angeklagten auf mich genommen nicht aus Gründen der Form, sondern weil das tiefe, nie und durch nichts zu erschütternde Gefühl in mir lebt, man begeht Unrecht an diesem Manne Peytel .

Ich nenne ihn nicht mehr Notar, er ist es nicht mehr, ich nenne ihn nicht mehr Gatten, denn er hat sein geliebtes Weib auf ewig verloren, ich nenne ihn nicht mehr Bürger und geachtetes Mitglied seiner Gemeinde, denn er sitzt hier auf der Armensünderbank. Er hier allein. Dort drüben die andern, die gestern gegen ihn gezeugt haben. Hier, Angesicht zu Angesicht, sitzen die, die heute über ihn richten und rechten werden. Richten wollen! Aber können Sie es denn? Haben alle die Zeugenaussagen und Sachverständigengutachten Ihnen den Charakter dieses stummen Mannes enthüllt? Können Sie sagen: Dieser war es. Dieser da hat seine Hände mit dem Blute seiner jungen Frau befleckt! Er gehört mit Recht vor dieses Assisengericht. Er gehört vor dieses Kruzifix, gegen dessen heiliges Urbild er gefrevelt hat. Er gehört vor dieses Porträt unseres allergnädigsten Herrn Königs, dessen ihm übertragenes Amt als Notar er geschändet hat. Er gehört morgen vor das Tor dieses Hauses, man trage ihm seinen Sarg voran. Man bestelle Geistliche, um ihn auf seinem Gang zum Schafott zu begleiten. Man rufe den Henker, damit er Peytel ermorde, weil er gemordet hat. Gemordet aus Geldgier? Aus verschmähter Liebe? Aus Wut gegen das Weib? Was war der Grund einer so verabscheuungswürdigen Tat? Wer von Ihnen sagt mir den Grund eines Verbrechens, wie man es in unserem friedlichen, königstreuen Departement seit Menschengedenken nicht erlebt hat? Wie verträgt sich Geldgier mit verschmähter Liebe? Diese Motive vereinen sich nicht, sowenig sich Schwarz mit Weiß, Gut und Böse miteinander vereinen. Sie haben nur die Wahl: Entweder ist dieser Mann auf der Anklagebank der verruchteste, schwärzeste Bösewicht, oder er ist rein wie Gold. Ihr Schweigen sagt alles, Ihre Rührung bezeugt Ihre Zustimmung. Peytel ist kein Mörder, er ist ein Mann von gutem Herzen und doppelt unserem Herzen teuer.«

An dieser Stelle der Rede werden aus dem Zuschauerräume Stimmen des Unwillens laut. Der Präsident rügt dies als der Würde des Ortes widersprechend und gibt Lablanche ein Zeichen, fortzufahren.

Statt auf diese Zurufe einzugehen und aus der Erregung der aufgebrachten Menschen neue Argumente zu schöpfen, las der Anwalt mechanisch weiter: »– unserem Herzen teuer. Dieser Mann ist nicht fähig, sich zu verstellen, nicht fähig, zu fälschen und zu lügen. Wie sollte er da eines Mordes, eines lange im voraus bedachten Verbrechens fähig sein, ohne daß seine nächsten Angehörigen, besonders die unglückliche Frau Felice, die doch wie alle Frauen furchtsam ist, den geringsten Verdacht schöpfen? In den Adern Peytels fließt nicht das dünne, weiße Blut der Lüge: war einer unter uns redlich, Peytel war es.

Sie haben keine Beweise gegen seine Redlichkeit und deshalb auch keine Beweise für seine Täterschaft. Er hat uns diese Schreckensnacht vom 3. November geschildert. Er sagte: So war es. Mag sein, daß er manches verschwiegen hat. Aber wem zuliebe verschwiegen? Sein Schweigen ehrt ihn mehr als alles andere. Nur durch dieses ehrenhafte Schweigen ist es zu erklären, daß das gewaltsame Dahingehen zweier Menschen trotz langer Verhöre nicht geklärt worden ist, und doppelt hoch steigt der Mann in unserer Achtung, der es in seiner Hand hatte, sich durch ein Wort freizumachen und es doch nicht tat, um das Andenken eines Menschen nicht zu beschmutzen, den er liebte.« (Rufe von den Tribünen: »Spitzfindigkeit! Rabulistik! Heuchelei! Robert Macaire! Pariser Sitten!«) »Hat man das bedacht? Hat man auch die Interessen des Angeklagten unparteiisch gewürdigt? Man vergesse nicht, vom Augenblick der Verhaftung ist der Angeklagte wehrlos, das Gericht muß nicht allein anklagen, es muß auch Vormundstelle an ihm vertreten, muß auch das Gute und Günstige nicht übersehen, das im Leben des eingekerkerten Mannes für ihn spricht!« (»Hat man getan!«) »Das hat man nicht getan. Was war das Motiv, aus dem heraus Peytel das Verbrechen soll begangen haben? Geldgier, Habsucht, das wirft man ihm vor. Aber hat denn der Angeklagte jemals in seinem fünfunddreißigjährigen Leben sich eine Unredlichkeit zuschulden kommen lassen?«

Man schweigt. Man schweigt aber nicht ganz, man flüstert und munkelt, die Notariatskammer zu Macon hätte gewußt, was sie tat, als sie die Bewerbung des Peytel ablehnte. Was war der Grund? Wir bitten den Vorstand jener ehrenwerten Kammer, aufzustehen gegen Peytel und zu sagen: Dies und dies. Er hat gestohlen oder betrogen oder falsche Kontrakte aufgesetzt oder seine Kenntnis der Gesetze anderweitig mißbraucht. Er hat in Paris ein lasterhaftes Leben begonnen. Möge er es in Paris beschließen. Wir wollten in Macon keinen lasterhaften Notar. Hatten wir nicht recht? Hatten wir ehrenwerten Notare der ehrenwerten Stadt Macon nicht allen Grund, uns gegen diesen stillen, duckmäusigen Verbrecher zu wehren? Denn siehe: er hat gemordet. Seine Frau ist tot. Sein Diener schwimmt im Blute. Wir aber sitzen auf unsern guten Stühlen und sehen zu, wie Peytel gerechterweise enthauptet wird. Denn kein Mensch ohne Ehre. Una fides . Bitte, meine Herren aus Macon, treten Sie doch vor! Wiederholen Sie, was ich eben gesagt habe! Der Mann da wird sich nicht wehren. Er wird schweigen. Er wird sein Recht für sich sprechen lassen, weil er weiß, es spricht für ihn. Es gibt stumme Argumente und Beweise, die nicht protokolliert werden und doch zu Recht bestehen!« (Diese Stelle und das darauffolgende Schweigen verfehlten ihre Wirkung nicht.) »Weiter! Peytel hat sich unschuldig gefühlt. Er bot seinen Gegnern die Stirn, er ging in den Nachbarort Belley und wurde hier als Notar angenommen.« (»Leider!« Der Präsident lächelt verlegen und rügt diesen Zwischenruf nur durch einen Blick.) »Aber diesen schmutzigen Verdacht der Notariatskammer kann er nicht fortwaschen. Man weiß gar nicht, wie sehr ein Verdacht der Unredlichkeit, die Anschuldigung eines unordentlichen Lebens auf das ganze künftige Dasein eines Mannes in öffentlicher Stellung wirkt. Wir sind in der Provinz. Peytel, ein Fremder, ein eben erst Eingewanderter, bekommt eine ehrenvolle, gute, ertragreiche Stellung. Neid auf allen Seiten. Man haßt ihn, man will ihn nicht, er hat keine andern Verteidiger als mich.« (Lachen und Rufe der Entrüstung) »Weiter, er bekämpfte den Wucher in einer Stadt, wo viele vom Wucher leben.« (»Beweise! Unerhört!«)

»Er selbst war anspruchslos. Seine Tarife waren niedriger als die der Notare anderswo. Da hieß es: unredlicher Wettbewerb. Weiter: er hat, um der Unsittlichkeit zu steuern, die Heiratskontrakte an Mittellose unentgeltlich ausgefertigt. Ist das ein Zeichen von Habsucht? Er hat sich mit dem Herrn Bischof in Verbindung gesetzt und ist in seinem Palais empfangen worden und hat seinen Segen erbeten. Das gereicht beiden Teilen nur zur Ehre, denn das Konkubinat ist sittlich höchst verwerflich und dem Staate schädlich.« (»Zur Sache!«)

»Er ist arm. Seine Gattin reich. Er will sie beerben, und weil sie mit ihren zweiundzwanzig Jahren nicht freiwillig sterben will, ermordet er sie auf der Straße mit dem Diener Rey. Peytel ist arm, ich sagte es. Denn er hat nur ein Haus, Wert 40 000 Franken, ein Gartengrundstück, 8000 Franken, hat einen prachtvollen Weinberg, 5600 Franken, hat von seiner Mutter ein Erbe zu erwarten, 30 000 Franken, Hypotheken, Forderungen, Schmuckgegenstände 19 500 Franken, auf die Anwaltstube vorausbezahlt 35 000 Franken: alles in allem 97 000 Franken. Rechnet man die neue Wohnungseinrichtung, Pferde, Wagen, Stallungen hinzu, addiert man die laufenden Einnahmen und Erbschaftsgebühren aus Hinterlassenschaften, so kommt man auf 114 000. Die Mitgift der Frau betrug dagegen bloß 60 000. Man hat sich in der jungen Ehe gegenseitig zu Erben eingesetzt. Warum? Weil der geldgierige Notar es wollte? Nein, die Mutter der Frau wünschte es, und deshalb geschah es. Rechnen wir doch, da wir nun einmal in der Provinz so gute Rechner sind, rechnen wir den Saldo, das Endresultat dieses Mordes! Ich habe dies getan, ich habe alle Passiva gegen die Aktiva gesetzt. Und das Resultat? 8311 Franken 48 Centimes hätte der Mörder im besten Falle einziehen können. Und deshalb diese Tat?

Das war es nicht. Ist Felicia Peytel bloß des Geldes wegen gemordet worden, dann ist sie heute noch am Leben und steht eben vor dem Spiegel oder nimmt ihre Morgenschokolade ein. Ein Leidenschaftsverbrechen also? Was bleibt denn noch übrig? Ist ihm die junge, schöne Gattin verhaßt? Verachtet er sie wegen ihrer Mängel, ihrer ungeordneten Erziehung, ihres unausgeglichenen Benehmens? Sind das die Gründe, die einen Mann mit gesundem Menschenverstand auf den Weg bringen, der hier vor den Assisen endet? Nein. Also empfindet er eine sträfliche Leidenschaft für eine andere Frau? Nicht das geringste ist hier bekanntgeworden, und die Provinz hat doch nicht nur einen guten Kopf für das Rechnen, sondern auch gute Augen zum Spionieren und gute Zungen zum Weitererzählen. Unüberwindliche Abneigung? Aber er hat sie doch aus Liebe geheiratet, er hat sich bezaubert gezeigt durch die schönen Augen, den anmutigen Wuchs, die reinen, lebhaften Farben seiner Frau. Wenn er sich abgestoßen fühlte, woher dann der Plan der späten Hochzeitsreise? Warum schmiegt sich die Gattin so eng an ihn, wenn sie doch Grund hatte zur Furcht?

Welches Motiv wir auch annehmen, ob besondere Liebe zum Geld und zu den irdischen Gütern oder Gleichgültigkeit gegen sie, besondere Liebe zu der jungen Frau oder unwiderstehliche Abneigung gegen sie, immer nur konnte es geschehen sein mit der Absicht, in der Hoffnung, glücklicher, unabhängiger, freier zu werden. Glücklich dieser Angeklagte Peytel? Unabhängig der Mensch, der auf alles verzichten muß, der kaum noch lebt? Frei der Mann, der zwischen zwei Gendarmen des Königs auf einer Bank sitzt, auf der man Menschen seines Standes seit Menschengedenken nicht gesehen hat? Nun aber hören Sie! Ein racheglühender, eifersüchtiger Spanier, ein von dämonischen Leidenschaften verblendeter Mann aus den niedersten Kreisen hätte nicht unvernünftiger, rasender handeln können als er, der akademisch gebildete, wohlerzogene, mit allen Pariser Wassern gewaschene Rechtsgelehrte. Verborgen konnte seine Tat nicht bleiben. Hat er sie wirklich vollbracht, mußte sie ihn hierherführen, und er mußte dies wissen. Wer erklärt mir dies?

Nach einem Leben voller Vernunft und guter Bürgerlichkeit, ja er selbst ein Hüter der Bürgerlichkeit, ein Erbverwalter, Prozeßschlichter, ein Ehestifter unter Armen, ein sparsamer, aber freigebiger Mann, ein so sittenreines Individuum, wie man es sittenreiner in unserm strengen Departement de l'Ain nicht wird finden können, er soll sich der Gattin aus Überliebe oder Überhaß durch Pistolenschüsse haben entledigen wollen! Nein, ein Notar kennt die Wege des Gesetzes, er hat Abwege nicht nötig. Seine Art der Trennung ist die gesetzliche Scheidung. Wenn er auch nur einen Tropfen Blut verspritzt, dann ist seine Tat der Ausfluß der unsinnigsten Unvernunft, das Werk eines hirnverbrannten, tollwütigen Narren, der bloß unsere mitleidvolle Schonung und ärztliche Hilfe, nicht unsere Gerechtigkeit anrufen und beanspruchen kann. Das sehen wir alle ein, Staatsanwalt und Geschworene, Zeugen und Freunde der Verstorbenen. Hier werden Sie mir nicht widersprechen. Hier ist ein Widerspruch nicht möglich. Entweder hat Peytel die Tat nicht begangen, oder er ist dabei seiner fünf Sinne völlig beraubt gewesen!

Die Straße ist immer belebt. Der Schmied und sein Sohn wohnen ganz in der Nähe; sind durch Rufen, durch Pochen zu erwecken. Die diebischen Fischer liegen die ganze Nacht auf den Kähnen. Die Zollwächter halten sich die ganze Nacht hindurch hinter den Büschen verborgen, um auf Schmuggler zu fahnden. Das ist kein Schauplatz, ausgeklügelt für ein strafloses Verbrechen! Man kennt ihn ja, man weiß, wer er ist. Ich bin es, der neue Notar, ruft er dem Schmiede zu. Handelt so ein Mörder?

Und wozu das zweite Opfer? Louis Rey ein Bauernknecht, Peytel ein Städter, nicht der jüngste mehr. Wer wird im Zweikampf der stärkere bleiben? Und setzen Sie den Fall, Rey wäre lebend aus dem Kampfe hervorgegangen, dann säße er hier, des Raubmords angeklagt. Das nennt sich Justiz. Einer muß der Mörder sein, der andere das unschuldige Lamm. Hat immer der Überlebende unrecht? Hat immer der Tote recht? Oder die Tote?

Wir wissen nicht, was sich in der Herbstnacht auf der Bergstraße zugetragen hat. Wir werden es nie wissen. Aber glauben dürfen wir. Wir dürfen Peytel glauben, der noch nie gelogen hat. Denn er wurde untadelig befunden bis jetzt. Cui bono , wem zum Vorteil soll die Tat begangen sein? Der Diener, ein namenloser Findling, kann fliehen, sich der sieben Säcke Goldes freuen. Aber was soll Peytel, wenn ihm die Tat gelingt? Welchen Vorteil kann er gewinnen? Das Höchste seines Daseins, das Leben seiner Frau, sein eigenes hat er aufs Spiel gesetzt. Es gibt keinen gleich hohen Gewinn, die Partie kann nur mit Verlust enden. Es ist keine Lösung möglich. Er hat nicht gemordet. Mit Mühe ist er selbst in der unseligen Nacht dem Tode entgangen. Ich selbst empfange ihn, wie er atemlos durch die Straßen eilt und nach Hilfe ruft, in meinen Armen. Ich spreche ihm Mut zu, er soll sich fassen, soll uns sagen, was sein Ruf, sein verstörtes Aussehen bedeuten, was diese unartikulierten Laute, die uns im Ohre dröhnen werden, solange wir am Leben sind.

Meine Herren Geschworenen! Hohes Gericht! Es war soviel die Rede von der wollenen Decke, die den Mörder oder den Ermordeten bedeckt hat und die man auf der Straße fand. Aber, meine Herren, lassen Sie doch die Pferdedecke, wo sie war, ziehen Sie lieber die Decke von dieser Tat! Und können Sie es nicht, dann glauben Sie ihm, der da vor Ihnen steht.

Sehen Sie hin, sehen Sie diesen tief bedauernswerten Menschen! Nun schweigen seine Lippen, sind seine Arme ohne Kraft, die Augen gesenkt, nicht mehr aufgerissen, wie sie es waren, als ich ihn damals sah, aufgerissen von Schmerz um die geliebte Frau, um die er geworben hat, die er mit ihren Schwächen und wegen ihrer Schwächen geliebt hat!

Er hat nichts Böses über sie ausgesagt. Ich habe das Wort von ihren Schwächen gefunden. Er hat mir streng verboten, Felicia Alcazar zu belasten. Er hat mir noch heute nacht zugeflüstert, man soll Tote nicht schlagen!

Und ich bitte Sie, ich appelliere an das hohe königliche Gericht, schlagen Sie Peytel nicht, schlagen Sie diesen Toten nicht! Sprechen Sie ihn frei!« (Laute Entrüstungsrufe im Publikum, die der Präsident streng rügt.) »Sprechen Sie ihn frei. Sie werden einen Toten freigesprochen haben.

Sebastian Peytel existiert nicht mehr. Vor Ihnen steht ein geschlagener, vernichteter Mann.

Seines Bleibens wird hier nicht sein. Er hat seinen Stab zerbrochen, sein Amt zurückgelegt.

Er will in fremde Länder, nach Amerika. Denn er kann unter Ihnen nicht mehr leben.

Geben Sie ihm die Freiheit, das einzige, was Sie ihm geben können, was er von Ihnen annehmen kann. Denn alles andere steht bei Gott!«

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