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Männer in der Nacht

: Männer in der Nacht - Kapitel 16
Quellenangabe
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typefiction
authorErnst Weiß
titleMänner in der Nacht
publisherSuhrkamp
seriessuhrkamp taschenbuch
volume791
printrunErste Auflage
editorPeter Engel
year1982
firstpub1925
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20101125
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XVI

Ich schweige von Bellerophon, dem Charonschiff, dem Totenschiff.

Wozu die ganze Kette von verblendeten Handlungen vor Ihnen, die so gütig und geduldig mir Ihre Aufmerksamkeit schenken, wozu diese apokalyptische Schicksalskette Glied für Glied vor Ihnen aufrollen, Sie wissen doch, wohin sie führt, auf Ihren Lippen sehe ich schon das unheilvollste Wort erscheinen: Sankt Helena. Aber, ist das Drama Napoleon schon bis jetzt überreich gewesen an den unerhörtesten dramatischen Wendungen, so hat der Weltgeist sich die größte, ich möchte sagen, die nach Applaus schreiende Wendung aufbewahrt bis an den Schluß. Daß aus einem Helden ein Heiliger werden kann, hat die griechische Sage in Herakles vorausgeahnt; unter den unsagbaren Leiden des vergifteten Deïanira-Hemdes, auf dem selbstgewählten, bis an die Wolken aufgeschichteten Holzstoß, im selbstgewählten Leiden erhebt sich der heidnische Held; heilig steigt er in seinem Schmerze gegen den Olymp, und hier folgt ihm Napoleon. Nicht in heidnischem Stolz und mit dem Lachen göttergleichen Übermutes, sondern in christlicher Demut, als der wahre Heilige der Zeit. Wenn Sie dies hören, will es Ihnen fürs erste sonderbar erscheinen. Aber sehen Sie die furchtbarste aller Inseln vor sich, schwarze Lavawände eines erloschenen Vulkans gegen das ewig unruhige Meer in rauhen, wilden Zacken unter dem bleigrauen Himmel getürmt, das ist der Schauplatz dieses Dramas. Nur Felsen, unförmige Steinklötze, unfruchtbares Geröll, keine Krume gewachsener Erde. Man muß Erde von England bringen, Erde für jeden Baum, den man pflanzt, Erde für jeden Weg, den man anlegen will, und Erde für jedes Grab. Die Felsen glänzen in schwärzer, gleißender Pracht an den wenigen sonnigen Tagen. Zwischen ihnen blinken Kanonenläufe, von denen die Insel starrt. In dieser Lavahölle kann kein Europäer atmen. Tritt er abends nach einem der unbeschreiblich bedrückenden, unerträglich niederbrütenden Tage vor die Schwelle, etwa in den »toten Wald«, die Anpflanzung verkrüppelter, vertrockneter Gummibäume, die in schütterem Halbkreis das Haus Napoleons, Longwood, umgeben, dann faßt sich der Kaiser nach der keuchenden Brust, er preßt die Hand auf das aufgebäumte Herz, denn er kann nicht atmen, atmen kann hier keiner frei, auch die Freien nicht. Ich sage Haus. Nein, es ist kein Haus, ein Kuhstall ist es, eine Pferdehütte, worin unzählige Geschlechter dieser Tiere fünfzig Jahre lang gehaust und gemistet haben, man hat vergessen, diesen Mist beim Umbau für den Kaiser fortzuräumen, bei trockenem Wetter brodelt der faulende Boden die furchtbarsten Gerüche aus, bei feuchtem splittern die morschen Planken, und das tief grüne, grauenhaft stinkende Wasser spült den widerlichsten Schmutz dem erbleichenden Kaiser zwischen die Füße. Auf dem Dache spielen Eidechsen, aber in den Gemächern, den engen, niederen Kammern, raschelt es bei Tage und bei Nacht, große silbergraue, packpapierfarbene, glattfellige, bösartige Ratten mit roten, glitzernden Augen treiben sich umher, benagen alles, lassen sich von keinem verjagen, auch vom Kaiser nicht, sie beißen den kranken Pferden in die Schenkel, sie schlagen ihre spitzen Zähne dem Grafen Bertrand, dem Freunde des Kaisers, in die Hand. So sieht das Haus des Kaisers aus. Es liegt hoch, auf kalter, unwirtlicher Ebene, in einem fürchterlichen Gelände, das schutzlos dem erdrückenden, schwülen Hauch der südlichen Winde ausgesetzt ist, aber ebenso auch dem eisigen Wetterbruch der Passate. Nie ist, auch in den gesünderen Teilen der Insel, ein Weißer sechzig Jahre alt geworden. Auch unter der besten Pflege, auf dem geschütztesten Teile von Sankt Helena hat sich ein Weißer niemals durch Jahre vor Dysenterie, Fieber, Erbrechen, Schwindel, Leberleiden zu retten gewußt. Wie erst dann in der übelsten, von allen Lebenden längst verlassenen Landschaft, die man dem Kaiser zugewiesen hat, es waren Kasematten in freier Luft; die Wände des Schlafzimmers standen unter einer knisternden Schicht von Salpeter, ein fürchterlicher Dunst ließ den Unseligen nicht einmal nachts aufatmen. War das nicht Leiden genug? Noch mehr. Kein Geld, keine Briefe von den Lieben, Zeitungen nur dann, wenn sie böse Nachrichten, Flüche und Verwünschungen der undankbaren Heimat enthielten; als Kerkermeister einen der verruchtesten, kältesten Verbrecher, den je die unwillige Erde getragen hat, eine Ausgeburt der britischen, verstandesharten Hölle, einen früheren, einen immerwährenden, hämischen, giftigen Spion, einen kleinen, erbärmlichen, grüngesichtigen, hautkranken Mann, den nur eines freute, einen großen Unglücklichen zu martern. So sah das Werkzeug aus, womit Gott Napoleon zu einem Christen machte. Denn die Menschen verlassen ihn. Hätte er nur noch ein Jahr länger gelebt, so wäre er mit seinem treuen Diener Marchand allein geblieben, allein gestorben. Die Mutter wollte zu ihm. Diese antike Gestalt verleugnete sich nie. Sie war würdig, die Mutter eines Halbgottes zu sein. Sie wurde würdig, eines Heiligen Mutter zu werden. Sie schrieb ihrem Sohn nach Sankt Helena: »Ich bin recht alt und weiß nicht, ob ich eine Reise von 2000 Meilen überstehen werde. Aber was liegt daran? Wenn ich dort sterbe, so sterbe ich wenigstens bei Dir.« Hier sehen Sie die Mater dolorosa , aber fern vom Kreuze ihres Sohnes, und das ist ihr schwerstes Leid. Er, der verlassene Sohn, der vereinsamte Vater, sehnt sich nach dem Kinde, dem lieben Sohn. Ein Wiener Forschungsreisender, der das Kind gesehen hat, will den Kaiser besuchen, der Kerkermeister läßt ihn nicht vor. Ein anderer hat eine Haarlocke von dem goldlockigen Prinzen gebracht. Sie muß durch die Hände von vier Vertrauten gehen, die Frau eines Kammerdieners muß in die Intrige gezogen werden, man muß Winkelzüge anwenden wie die von Verbrechern, bevor das bißchen stumme, blaß leuchtende Haar in die Hände des vereinsamten, unseligen, verlassenen Vaters gelangt.

Noch nicht genug. Der Kaiser hat nicht hinreichend Geld, da man auch die Geldsendungen verbietet. Aber er muß leben, muß seine Getreuen und weniger Getreuen besolden. Er steht mit leeren Händen da. Sehen Sie nun den bleichen, den matt gebräunten Mann in seinem engen Schlafzimmer stehen, wohin er sein Feldbett von Austerlitz gerettet hat, und sich in aller Ruhe anschicken, sein Silbergeschirr zu zertrümmern. Mit einem Hammer schlägt er die bauchigen Gefäße flach wie Buchdeckel, an den Eisenstangen des Bettes hämmert er zwölf schwere Löffel zu einem Klumpen, den er, während er unter seinem großen, breitrandigen Strohhute hervor lächelt, erst in der einen, dann in der andern Hand wiegt. Und wie ein Kind beginnt er damit zu spielen, mit dem silbernen Balle zu jonglieren, als wär's die Weltkugel, die er vor einem Jahre zwischen seinen sehnigen Fingern gehabt hat. Eine Ratte wagt sich mit ihrem spitzen Köpfchen, leise pfeifend, vor. Der Kaiser schleudert seinen Silberball auf sie, trifft sie aber nicht, und das freche Tier ist eher versucht, mit den krallenbewehrten starken Vorderpfoten mit der Kugel zu spielen, als sich verjagen zu lassen.

Man läßt den großen Mann hungern, gibt ihm übelriechendes Fleisch, das man vergraben muß, kahmigen Wein, der nicht einmal als Essig taugt. Er schweigt. Man nimmt ihm seinen kaiserlichen Namen. Er will sich nach dem geliebten Adjutanten von Marengo Murion nennen oder nach dem teuren General Duroc, auch das verbietet der Kerkermeister, denn dies sei ein Vorrecht fürstlicher Personen. Man nimmt ihm, dem Sterbenskranken, den guten Arzt O'Meara. Man bewacht den Kaiser, läßt ihn nicht einen Schritt allein ausreiten, überall sind Fahnensignale vorgesehen, eine blaue Fahne als Alarmsignal bei seiner Flucht, die man nie hißt. Und doch ist er entflohen, Napoleon ist nicht in der Hölle von Sankt Helena gestorben. Er ist so weit geflohen, daß Menschen ihn nicht mehr erreichen konnten, weder im Guten noch im Bösen, er hat sich gewandelt, denn er wurde Christ. Er klagte nicht mehr. »Ruft nur eure Klagen über ganz Europa«, sagte er seinen Treuen, »ich selber klage nicht.« Er hungerte nach Gott, als er nach der grauenhaften Einöde der Insel kam. Er sagte: »Wie glücklich wären wir hier« – hören Sie, meine Herren, glücklich sagte der Kaiser –, »könnte ich mein Leid Gott anvertrauen und von Ihm Heil und Glück erwarten!« Es war einer der ersten Abende. Die Sonne war spät untergegangen, die Luft, erfüllt von heißem, dunklem, schwarzem Staube, war kaum zu atmen. Vom Boden stieg der üble Brodem des verfaulten, verwesenden Unrats auf, in seinem winzigen Zimmer saß der Kaiser im gelben Lampenglanze unter den Seinen. »Habe ich kein Anrecht darauf?« fragte er. »Ich habe eine ungewöhnliche Laufbahn hinter mir, ohne ein Verbrechen begangen zu haben. Ich kann ohne Scheu vor Gottes Richterthron treten und seinen Richterspruch erwarten. Nie ist der Gedanke an Mord bei mir aufgestiegen.« Als er nach der Insel kam, hungerte Napoleon nach Gott, ich sagte es, aber er sättigte sich an ihm erst, als er schied. In den sechs Jahren wurde er Christ, er fand wohl nicht den Weg zur Kirche, er beugte sich nicht dem Stellvertreter Gottes, denn dazu fühlte er sich zu sehr selbst als Gott. Aber er sagte: »Nie habe ich an Gott gezweifelt. Denn wenn meine Vernunft nicht genügte, ihn zu begreifen, so erkannte sich doch mein Inneres in Ihm.« Eben dieses Innere wandelte sich jetzt, und er handelte jetzt wie ein Christ in der ganzen Gloriole seines Glaubens. Er fügte sich. Er sagte, niemand ist schuld an meinem Fall, nur ich selbst. Er nannte Sichfügen den wahren Triumph der Seele. Hier ist, meine Lieben, die Nachfolge Christi. Er wurde mild gegen die Menschen. Er sagte: »Es ist schwer, ihnen gerecht zu werden. Meine letzten Prüfungen gehen über das Menschenmögliche hinaus. Aber vielleicht sind schon Tränen der Reue geflossen? Und wer hat mehr Freunde und Anhänger in der Welt gehabt? Wer wurde mehr geliebt? Mein Schicksal hätte viel schwerer sein können.« Er kann fliehen. Montholon und Gourgaud kommen zu ihm und melden, es sei ein Kapitän im Hafen, der den Kaiser nach Amerika entführen wolle für eine Million Franken, zahlbar bei der Landung. Der Kaiser fragt die Getreuen um Rat, dann geht er einige Minuten schweigend in dem niedern, grauenhaft riechenden, düsteren Gemache hin und her und sagt endlich: »Lehnen Sie ab.« Ein anderes: Sein Arzt wird bei ihm plötzlich von einer Ohnmacht überfallen. Kann es anders sein? Ich habe ja seinen Wohnraum geschildert. Der Kaiser hebt den bleichen, kalten, zitternden, stummen Mann auf seine kraftvollen Arme, bettet ihn auf seinem schmalen Sofa. Als der Arzt endlich die Augen aufschlägt, sieht er den Kaiser neben sich knien. Hier das fahle, matt gebräunte Gesicht mit den blauen, tiefliegenden Augen, voll von einem Glanz, der nichts Menschenhaftes mehr an sich hat, die hohe Stirn, knabenhaft gewölbt, über die, ungebleicht, Strähnen des straffen schwarzen Haares niederfallen; auf den schmalen, blaß gewordenen Lippen ein Lächeln, das die unzerstörbar schönen Zähne des Kaisers enthüllt, ein tröstendes, ein gütiges Lächeln, ein heiliges. Hier hat ein Mensch sein Herz in Gottes Herz versenkt und sein Leid in Gottes Leid. Seine irdische Klugheit war nie leuchtender als jetzt, seine Tagebücher beweisen es. Aber dieser kristallklare, unbeschreiblich kluge Mann wurde jetzt überirdisch erleuchtet, und dies ist das grandioseste Schauspiel, das in der Seele eines europäischen Menschen sich je abgespielt hat. Ich versprach Ihnen, meine Herren, die Ballade vom herrschenden und wankenden, vom sterbenden Napoleon. Aber während die Kerzen hier an meinem Tische herabbrennen, ist daraus die Legende vom auferstehenden Napoleon geworden. Und so sind die letzten Szenen meines Werkes wie die ersten des Evangeliums. Eines Nachts erwacht der Kaiser in seinem engen Zimmer. Er schläft hier, weil das Bett zu schmal ist, die kleine Tür aber das Einbringen eines größeren Bettes nicht erlaubt, auf einer Lagerstatt, die aus dem Feldbette und dem nahe daran gerückten Sofa besteht. Über beide Liegestätten ist eines von den feingewebten kaiserlichen Damasttüchern gebreitet, das man aus dem Hofstaate gerettet hat. Es regnet in Strömen, es heult der Wind von den starren Lavafelsen her, die mageren Bäume winden sich im Orkan, und ihr Holz knarrt, als wollte es zersplittern. Aber nicht der Regen ist es, der so kräftig an das Fenster gepocht hat. Es müssen Gestalten draußen sein, denn man hört durch das Brausen des Sturmes heiser flüsternde Stimmen. Der Kaiser erhebt sich in weißem Hemde, die rote Madrasmütze auf dem Haupte, er tritt ans Fenster und öffnet es.

Acht Matrosen der englischen Flotte stehen barhäuptig draußen im Regen, sie halten Blumen in den Händen und reichen sie mit freudigem, jungenhaftem Lächeln dem betroffenen Kaiser. Sie sind unter Lebensgefahr durch den strengen Kordon gebrochen, den der Kerkermeister um die Wohnstätte des Kaisers gezogen hat, sie müssen, wie ihre zerfetzten Matrosenjacken und ihre zerschundenen, blutig angelaufenen Hände beweisen, von der andern Seite, über die fast unzugänglichen Lavafelsen her, zum Kaiser gedrungen sein, um ihn zu grüßen wie die Hirten einst in Bethlehem den neugeborenen Heiland der Welt.

Aber dies ist nur eine Seite aus dem Legendenbuch. Es lebte auf der Insel ein malaiischer Sklave, Tobias. Man hatte ihn vor Jahren von seiner herrlichen Insel in der Südsee mit einem Fischerboote geraubt, hatte ihn im Paradies gekauft, in die Hölle verkauft und hier ans Land geworfen. Er arbeitete an der schattenlosen Straße, schaufelte Erde, zerkleinerte Steine mit dem Hammer – vielleicht mit demselben Hammer, mit dem der Kaiser sein Silbergeschirr zertrümmert hatte. Der Kaiser sieht den Mann, der in gebückter Haltung, mit goldbraunem, nacktem, schweißüberströmtem Rücken an dem langsam höher werdenden Steinhaufen beschäftigt ist und der seine hundebraunen Sklavenaugen nicht von seiner Arbeit läßt. Denn auch er hat einen Sklavenhalter im Rücken. Der Kaiser wendet sich an seine Umgebung, die ihm das Wissenswerte erzählt. Der Kaiser hört zu, schweigt und sagt endlich: »Der arme Mensch ist seiner Familie beraubt, seiner Heimat, seiner selbst, gestohlen und verkauft. Das war ein großes Verbrechen.« Er schenkte ihm einen Napoleon, der arme Kerl blickt aus seinen Hundeaugen zu ihm auf und sagt in gebrochenem Englisch: »Guter Herr!« Der Kaiser sagt zu den Seinen: »Ich lese in Ihren Blicken, Sie denken, das ist nicht der einzige, der einzige hier, der solches duldet. Aber das ist es nicht. Ich bin es nicht. Auch das Unglück hat seinen Heroismus und seinen Ruhm. Wir kämpfen hier gegen die Unterdrückung alles Göttlichen... Aber er, er ist nur der arme Tobias. Und deshalb sieht er nicht so genau zu, er beugt sich in seiner Unschuld und arbeitet. Ich will ihn freikaufen. Er soll nicht hier sterben. – Ich könnte fliehen. Für meinen Sohn ist es viel besser, ich bleibe hier. Wäre Christus nicht am Kreuze gestorben, er wäre nicht Gottes Sohn.«

So sehr hat der Gewaltige sein Selbst ausgelöscht. Wo sind die Worte: Nur kräftiger Wille, Anstrengung, Kühnheit haben mich zu dem gemacht, was ich bin? Ist er das noch, der sich zu dem verlassenen Malaien niederbeugt? Wo ist der Mann, der bedauert, daß er zu spät geboren sei, denn früher seien von den Menschen den Heroen seinesgleichen Altäre errichtet worden? Nein, jetzt hatte er die andere Seite der Welt gesehen, die sonnenabgewandte, die man nicht durch Lichtstrahlen erkennt. Unsere Welt, Marengo, Enghien, Josephine, Waterloo, das alles liegt unter ihm, weit entfernt, kaum mehr erkennbar. Er erzählt seine Schlachten, seine Tage, als hätte sie ein anderer erlebt. Man will Napoleon besuchen, Menschen sind weither zu ihm gereist. Er sagt einfach: Tote empfangen keine Besuche. Hier beugt sich mein Herz vor dem Größeren, hier begegnet Balzac Napoleon, über der Erde schweben beide, über ihrem Haß und ihrer Freude, ihren Genüssen, ihren Qualen, Ehren, Würden, Krankheiten, Gütern, ihrer Dauer und ihrer Nichtigkeit.

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