Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Edward Phillips Oppenheim >

Madame und ihre Zwölf

Edward Phillips Oppenheim: Madame und ihre Zwölf - Kapitel 4
Quellenangabe
authorE. Phillips Oppenheim
titleMadame und ihre Zwölf
publisherWilhelm Goldmann Verlag
yearo.J.
printrun6.-15. Tausend
translatorJosef Niggli
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20180612
projectid86250d62
Schließen

Navigation:

3

Der Weinkeller von Jacques Rousillon in der Hauptstraße von Cagnes war schattig, kühl und sauber. Madame Rousillon hinter dem Schanktisch, zwischen Batterien von Wein- und Sirupflaschen war eine Schönheit. Paul Ludor, der, vom Bahnhof kommend, das Lokal betrat, war keineswegs enttäuscht.

»Madame!« rief er mit dem Hut in der Hand vor dem Schanktisch aus, »Sie sind hier, chez vous, fast noch begehrenswerter als gestern auf der Promenade des Anglais! Sie sehen, ich bin ein Mann von Wort.«

Madame fühlte sich geschmeichelt, geriet aber doch etwas in Verlegenheit. Es entzückte sie, daß dieser hübsche Fremde ihren gestrigen kurzen Flirt nicht vergessen und sie ausfindig gemacht hatte. Andererseits war Jacques Rousillon in der Nähe, und Jacques war ein sehr eifersüchtiger Gatte.

»Wünscht der Herr etwas zu trinken?« fragte sie verlegen.

»Einen Wermut mit Bitter, bitte,« war die Antwort. »Ist irgend etwas nicht in Ordnung?«

Madame nickte vertraulich.

»Mein Mann ist zu Hause,« flüsterte sie. »Wir müssen vorsichtig sein.«

»Teuerste Frau, ich verstehe Sie durchaus,« gab Ludor zurück. »Ich habe genug Erfahrung in solchen Dingen. Ich kenne diese Ehemänner. Aber man kann ihm doch aus dem Wege gehen, nicht?«

»Manchmal schon,« gab sie zu und reichte ihm das Glas. »Aber heute ist Jacques gerade unbequem. Er ist böse, weil ich gestern nicht zu Hause geblieben bin und im Café serviert habe, während er zum Feste ging. Er kann es nicht leiden, wenn ich nach Nizza fahre. Es ist schrecklich.«

»Madame,« erklärte Ludor, »wenn Sie meine Frau wären, würden Sie auch nicht nach Nizza fahren.«

Sie lachte belustigt auf.

»Der Herr ist auch eifersüchtig?«

Er versuchte ihre Hand zu erhaschen, aber sie entwischte ihm mit einem unruhigen Blick nach der Türe.

»Nicht eifersüchtig, aber Monopolist,« gestand er. »Nach Nizza meinetwegen oder nach Monte Carlo oder nach Paris – aber mit mir.«

»Ach, wie diese Namen klingen,« seufzte sie.

»Sie sollten erst diese Städte kennen lernen. Sie sind klug. Sie sind schön. Hier hat man keinen Sinn für solche Vorzüge. In Monte Carlo würde man sie vergöttern.«

Ihre dunkel schimmernden Augen blitzten auf bei diesem Gedanken. Sie beugte sich zu ihm hin und dachte nicht mehr an die schlürfenden Schritte hinter ihr.

»Halte ich nicht, was ich versprochen?« drängte er. »Bin ich nicht gekommen? Bin ich nicht erst gestern von Paris gekommen, wo ich mich auskenne, wo ich genug Bekanntschaften habe?«

»Liebschaften wahrscheinlich,« seufzte sie.

»Geben Sie mir nur Gelegenheit,« bat er, »mit Ihnen ungestört darüber zu sprechen.«

Sie schaute über ihn hinweg in die dumpfe staubige Gasse hinaus. Ein wackliges Gefährt holperte vorbei. Auf dem Bock saß ein versoffener Kerl mit weißem Hut und roter Nase. Sein Vehikel befand sich im letzten Stadium der Auflösung. Er selber schien zu schlafen. Sonst war nichts zu sehen, außer der langweiligen Fassade des Bahnhofes. Sie haßte Cagnes und ihr Leben voll harter Arbeit. Hier sprach sonst niemand so zu ihr. Wenn sie so schön war, wie dieser Herr behauptete, mußte sie doch draußen ihr Glück machen.

»Der Herr meint das doch nicht im Ernst,« forschte sie. »Er ist Reisender. Andere Städtchen – andere Mädchen.«

»Madame – Celeste, erlaubten Sie mir gestern zu sagen –, ich habe vergessen wollen, aber ich kann nicht. Darum bin ich gekommen.«

Wieder das Schlürfen. Madame erschrak.

»Wenn mein Mann kommt, müssen Sie vorsichtig sein,« warnte sie. »Setzen Sie sich doch! Wollen Sie nicht rauchen? Sie sehen nur zu sehr danach aus, als ob Ihnen das alles ernst wäre. Er könnte es glauben – eher als ich.«

Ludor folgte ihrem Rate. Er setzte sich an ein Tischchen vor dem Schanktisch.

»Der Herr kehrt heute wieder nach Nizza zurück?« fragte sie.

Er schüttelte den Kopf.

»Ich habe hier eine Bekannte, die ich besuchen will. Madame de Soyeau in der Villa Sabatin. Wissen Sie, wo das ist?«

»Es ist eine gute Stunde von hier. In den Bergen oben gegen St. Paul,« erzählte sie. »Sie sind also dieses Besuches wegen gekommen?«

»Durchaus nicht,« versicherte er nachdrücklich. »Es ist nur Zufall, Schicksal vielleicht, wer weiß? Aber glauben Sie mir, wenn ich auch nicht die Villa Sabatin gesucht hätte, ich wäre heute doch hierher gekommen.«

Die schlürfenden Tritte hatten aufgehört, aber Madame beachtete es nicht. Sie war wie ein wildes Tier, das vom Dompteur hypnotisiert wird. Das bleiche Gesicht, das zynische Lächeln, die kalten Augen, das vornehme Äußere dieses Fremden bedeutete für sie die Erfüllung von Wünschen, die sie kaum zu träumen gewagt hätte. Das war ein Mann! Ein Wink und sie gehörte ihm. Aber da war Jacques.

»Sie wollen mir den Kopf verdrehen,« stammelte sie, »und morgen haben Sie mich verlassen.«

»Niemals!« schwor er. »Ich werde wenigstens eine Woche hier bleiben. Mein Gepäck ist am Bahnhof. Ich habe meinen Besuch absichtlich nicht angezeigt. Ich wollte diese Stunde ausnützen, um mit Ihnen zu sprechen, mit Ihnen einen Plan zu fassen.«

Madame hatte alle ihre Vorsicht vergessen. Sie lehnte sich über den Schanktisch. Ihre Augen leuchteten.

»Wenn nur heut' wieder Fest wäre,« flüsterte sie.

»Und wenn es so wäre, was dann?« fragte eine rauhe Stimme an ihrer Seite.

Sie drehte sich um, zu Tode erschrocken. Ihr Mann hatte unbemerkt die Hintertüre aufgestoßen, war hinzugetreten und öffnete schon die Abschrankung.

»Jacques,« rief sie. »Wie leise du hereinkamst!«

»Leise,« spottete er. »Es kommt darauf an. Ein neuer Kunde. Kenne Ihr Gesicht nicht, Herr!«

»Wie sollten Sie,« erwiderte Ludor leichthin. »Ich bin zum ersten Male hier. Bin nur gekommen, um einen Wermut zu trinken und nach dem Wege zur Villa Sabatin zu fragen.«

Jacques Rousillon bückte sich und tauchte auf der anderen Seite des Schanktisches vor dem Fremden auf. Dieser Liebhaber schien klein, er reichte dem Riesen, der vor ihm stand, nicht an die Schultern.

»Es gibt Kunden, die hier willkommen sind,« erklärte Rousillon. »Und solche, die es nicht sind. Hier hat der Zimmermann das Loch gemacht. Verstehen Sie?«

»Nicht im geringsten,« entgegnete Ludor. »Ich begreife nur, daß Sie ein Grobian sind. Was tue ich Ihnen hier zuleide? Setzen Sie sich und trinken Sie ein Glas Wein mit mir.«

»Ein Glas Wein?« wiederholte Jacques Rousillon. »Der Herr offeriert mir ein Glas Wein? Sagen Sie Brandy, dann halte ich mit.«

»Wie Sie wollen,« lenkte der Gast ein.

Madame faßte zwei Gläser, füllte ein und legte das Wechselgeld auf den Tisch. Ihre Finger streiften Ludor's Hand für einen Augenblick. Dann zog sie sie schnell zurück. Ihr Mann paßte auf.

»Zum Wohlsein,« wünschte Ludor und hob sein Glas.

»Zum Teufel mit dir,« war die finstere Antwort. »Da hast du deinen Brandy. Mach, daß du hinauskommst!«

Er schüttete den Inhalt seines Glases Ludor ins Gesicht. Dieser sprang auf. Wie ein Blitz sauste seine Faust durch die Luft und der Wirt taumelte zurück. Mit einem Wutschrei drehte er sich um, packte seinen Angreifer beim Kragen, hob ihn hoch und trug ihn zur Türe. Im nächsten Augenblick lag Ludor auf der staubigen Straße. Jacques Rousillon stand unter der Türe und schaute ihm nach. Hinter dem Schanktisch heulte Madame. Sie kannte ihren Mann.

*

»Bilde ich es mir nur ein, Paul,« fragte Madame den dritten Jünger, der zurückgekehrt war, »oder sehen Sie wirklich nicht mehr so peinlich auf Ihr Äußeres wie früher? Ihre Kleider sind vom gleichen eleganten Schnitt wie früher, aber Ihr Kragen ist zerknittert und Ihre Krawatte scheint auch schon bessere Tage gesehen zu haben.«

»Madame,« erwiderte der Besucher, »ich muß um Ihre Nachsicht bitten. Glauben Sie mir, der Weg zu Ihnen führte mich durch zahlreiche Hindernisse. Ein Mißgeschick in der Stadt – ich stolperte und fiel unglücklich, als ich einem Wagen ausweichen wollte – daher meine nicht einwandfreie Toilette. Ich wüßte nicht, wie ich hätte hierher gelangen sollen, ohne diesen anhängigen Kutscher, der mich gar nicht mehr verlassen wollte.«

»Ich bin beruhigt,« lächelte Madame. »In anderer Beziehung finde ich Sie wunderbar unverändert, muß ich sagen.«

»Wenn man Sie betrachtet,« seufzte er, »ist man versucht, zu glauben, die Zeit wäre stillgestanden.«

»Ich sehe gut aus, aber meine Schönheitskünstler haben schwere Arbeit. Was sagen Sie zu Cardinge?«

»Er ist der alte Aristokrat geblieben, aber um 15 Jahre gealtert,« meinte Ludor.

»Nichts natürlicher als das,« warf Cardinge ein. »Es sind genau fünfzehn Jahre her, seit wir uns zuletzt gesehen haben. Aber du, Ludor, stehst sicher mit dem Teufel im Bunde! Ich sehe kein graues Haar auf deinem Kopfe, keine Falte in deinem Gesichte. Man hätte dir früher so etwas zwischen 25 und 35 gegeben. Man würde heute nicht anders raten.«

»Sehr schmeichelhaft,« meinte Ludor. »Wenn ein Mann das sagt, so muß es so sein. Aber wollen Sie mich nicht der Dame vorstellen?« fragte er mit einem Blick auf Claire, die am anderen Ende der Terrasse sich mit Armand unterhielt.

»Bei Gelegenheit,« erwiderte Madame. »Zuerst zu Ihnen.«

»Ich bin der Alte geblieben,« erzählte Ludor. »Da unsere gemeinsamen Unternehmungen leider eingestellt wurden, habe ich auf eigene Faust einige Sachen gedreht und mir ein kleines Vermögen gemacht.«

Madame betrachtete ihn prüfend.

»Immer noch die alten Marotten?«

»Die alten,« gestand Ludor lächelnd. »Ich bin Mörder aus Instinkt und von Beruf. Ich habe nie ein ähnliches Lustgefühl erlebt, wie beim Umbringen eines Menschen.«

Madame biß sich auf die Lippen. Sie erschauerte leicht.

»Ist das wörtlich zu nehmen?« fragte sie.

»Buchstäblich! Warum nicht? Sie erinnern sich doch an Helliger?«

»Er trat uns bewaffnet entgegen,« unterbrach ihn Madame. »Das nenne ich nicht Mord. Zudem war er gewarnt.«

»Sind wir zimperlich geworden,« spottete Ludor. »Meinetwegen! Aber es hat seither noch manchen Helliger gegeben. Ein Grund ist schön, aber ohne Grund zu morden, ist schöner. Kann ich meinen Kragen wechseln?«

»Man wird Ihnen Ihr Zimmer zeigen. Man wird Ihnen dort auch den Tee servieren,« sagte sie. »Wir essen um acht.«

Ludor zog sich zurück.

»Ludor hat sich nicht geändert,« meinte Cardinge.

Madame nickte.

»Er wird uns wahrscheinlich etwas – wie soll ich sagen – unternehmungsunlustig finden.«

»Ich denke, wir ändern uns auch nicht mehr,« gab er zurück.

»Sie sind ein freier Mann,« erwiderte sie ihm. »Ich habe keine Ansprüche mehr an Sie. So gerne ich Sie hier habe, wundere ich mich manchmal doch, daß Sie bleiben.«

»Vielleicht, weil ich kein Ziel habe,« sagte er bitter. »Wenn Sie aber irgend einmal ...«

»Sie sind hier zu Hause, so lange es Ihnen gefällt,« unterbrach sie ihn. »Bis zu Ihrem Lebensende, wenn Sie wollen. Wenn ich Ihnen einmal den Wink geben sollte, uns zu verlassen, so wissen Sie warum.«

Sie blickte bedeutungsvoll nach Claire.

»Ich hoffe, ich behalte genügend Menschenverstand,« meinte Cardinge trübselig. »Zum mindesten weiß ich, daß ich an die Vierzig bin.«

»Es gab Zeiten, wo ich mir einbildete, Sie würden das vergessen,« flüsterte Madame.

»Niemals ernstlich,« versicherte er. »Man hat seine Träume, aber sie vergehen.«

»Und seine Vorurteile und die bleiben,« fügte Madame bei.

Er seufzte.

»Es ist richtig, daß ich Armand nicht ausstehen kann.«

»Ich will, daß er Claire heiratet,« erklärte Madame.

»In diesem Falle,« sagte Cardinge lebhaft, »würde ich besser Ihr Haus schon heute verlassen, denn dann kommt es zwischen uns zum Kampfe.«

»Wenn wir mit Ludor fertig geworden sind,« sagte Madame, »dann wollen wir sehen, ob wir nicht einen Waffenstillstand schließen können.«

»Ich stehe zu Ihrer Verfügung,« sagte er höflich. »Was haben Sie mit Ludor vor?«

Claire verließ Armand plötzlich und näherte sich den beiden. Sie sprach mit erkünstelter Sorglosigkeit, aber das Blut war ihr in die Wangen gestiegen und ihre Lippen zitterten.

»Ich finde, Budapest hat Armand nicht gebessert,« klagte sie.

Armand schloß sich ihnen an, groß und hager, mit einem grausamen Lächeln um den Mund, das sein regelmäßiges Gesicht verunstaltete.

»Das Kind mißversteht einen zu leicht,« protestierte er. »Schicken Sie es mir zurück. Ich will es Weisheit lehren.«

Der zurückkehrende Ludor lenkte das Gespräch ab. Er hatte nur Augen für Claire.

»Wollen Sie mich nicht vorstellen?« bat er. »Ich hatte das Glück, das gnädige Fräulein schon bei meiner Ankunft von weitem bewundern zu dürfen.«

Madame ging mit Unbehagen darauf ein.

»Mr. Ludor – meine Nichte, Claire Fantenay. Ich muß dich warnen, Claire. Du darfst kein Wort von dem glauben, was Mr. Ludor sagt.« –

»Das ist aber nicht fair,« protestierte Ludor. »Die Wahrheit wird sich aber trotzdem Bahn brechen. Sie sind die schönste und rührendste Blume dieses wundervollen Tales.«

»Meine Nichte ist solche Schmeicheleien nicht gewöhnt,« sagte Madame kühl. »Gehe zu Armand, Kind, oder bestelle den Wagen und fahre nach dem Tennisklub. Wir haben Geschäfte zu besprechen.«

Claire ging ins Haus. Armand trat auf die Gruppe zu, schöner als je. Er hatte seine Selbstbeherrschung wieder gefunden.

»Geschäfte?« fragte er. »Kann ich da nicht dabei sein?«

»Nein,« erwiderte Madame. »So weit bist du noch nicht.«

»Mir scheint, Sie wollen mich als Werkzeug verwenden, das nicht zu wissen braucht, was geschehen soll.«

»Meine Anordnungen werden nicht diskutiert,« verwies ihn Madame. »Du weißt das. Laß uns allein.«

Der Jüngling wagte keinen weiteren Widerspruch. Er verschwand nach der Garage. Ludor schaute ihm interessiert nach.

»Gehen wir also an unser Geschäft,« lud ihn Madame ein.

»An unser Geschäft,« stimmte Ludor zu und machte es sich im Lehnstuhl bequem. »Nichts ist mir lieber als das. Sie haben Sturm geläutet, und ich bin hergeeilt. Sagen Sie, was Sie von mir erwarten. Beiläufig wird es sich ja auch darum handeln, daß ich meinen Verpflichtungsschein einzulösen habe.«

»Ich fürchte, ich werde für Sie nichts zu tun haben, Paul,« gestand Madame.

»Was? Wo sind denn Ihre Pläne? Nichts für mich zu tun? Niemand zu beseitigen? Wozu habe ich denn diese lange Reise gemacht?«

»Um Ihren Verpflichtungsschein ausgehändigt zu bekommen,« erklärte Madame. »Sie haben mehr Glück als die anderen, die bereits hier waren. Diese mußten ihn mit Arbeit verdienen.«

»Arbeit ist mir Lebensfreude,« gestand Ludor und starrte auf seine sorgfältig gepflegten Nägel. »Niemand liebt die Arbeit mehr als ich.«

Madame erschauerte.

»Paul,« konstatierte sie, »Sie sind ein wildes Tier.«

Er lächelt kalt, klopfte sich die Zigarette auf dem Tisch zurecht und spielte mit dem Streichholz.

»Ich habe mich wenigstens nicht verändert,« meinte er. »Es gab Zeiten, wo wir alle – ein Scherzwort auf den Lippen – mit Leben und Tod spielten. Unser Leben war wie ein Ball, den wir in die Luft warfen, um ihn – vielleicht – wieder aufzufangen. Was lag daran? Das sind nur wenige Jahre her. Ich komme zurück und finde Sie, Madame, als Müßiggängerin und Freund Cardinge als sentimentalen Waschlappen wieder.«

»Ich habe mir meinen Schein verdient,« erinnerte ihn Cardinge.

»Du bist also nicht mehr einer der berüchtigten Jünger,« fiel Ludor ein. »Gut. Aber was mich anbelangt, ich bin noch einer und ich verlange Arbeit.«

Madame sprang auf und durchmaß das Zimmer. Dann öffnete sie den Schreibtisch, holte ein Schriftstück heraus, schloß wieder sorgfältig ab und kehrte zurück. Sie übergab Ludor ein vergilbtes, versiegeltes Kuvert.

»Hier haben Sie Ihren Schein, Paul,« sagte sie einfach.

Er betastete den Umschlag prüfend und zerriß ihn.

»Ich habe Verbrechen begangen,« gestand Madame. »In meinen jungen Jahren zogen mich die Licht- und Schattenseiten des Verbrechertums so unwiderstehlich an, daß ich den berüchtigtsten Club unserer Zeit gründete, mit dem einzigen Zweck, das Gesetz zu brechen. Noch heute spricht man in Paris von ›Madame und ihren Jüngern‹. Vielleicht bin ich mit den Jahren milder geworden. Sie, Paul, vergällen mir jedenfalls alle Freude am Bösen. Ich möchte Sie nicht als Gast hier behalten. Ich verlange keinen Gegendienst. Wann kann ich den Wagen für Sie bestellen?«

Ludor schien halb belustigt, halb beleidigt. Er schaute in das Tal hinab.

»Schade,« seufzte er. »Ich hoffte, hier ein paar schöne Tage zu verleben. Und Ihr hübsches Mündel soll ich auch nicht mehr zu Gesicht bekommen?«

»Gewiß, sollen Sie das,« erwiderte Madame. »Ich bin überzeugt, daß es Sie verabscheuen wird.«

»Kann ich wenigstens bis zum Souper bleiben?«

»Lieber nicht,« gestand Madame. »Es sind 15 Jahre her, seit wir uns gesehen haben, und ich gestehe Ihnen offen, daß Sie mir höchst unsympathisch geworden sind.«

»Sind Sie nicht vorschnell?« fragte er sanft. »Ich könnte den Spieß umdrehen. Es gibt immer noch eine schöne Zahl unaufgeklärter Tragödien aus der Zeit, wo ›Madame und ihre Jünger‹ der Schrecken von Paris waren!«

Sie lächelte verächtlich.

»Sie vergessen, daß eine ganze Anzahl meiner Jünger ihren Schein noch nicht eingelöst hat. Man würde Sie schwerlich nach der Todesart fragen, der Sie den Vorzug geben.«

»Ich bin frei,« bemerkte Cardinge ruhig, »aber das würde dir das Leben nicht retten. Verräter und Schlangen zertritt man.«

Ein Diener war auf das Glockenzeichen von Madame eingetreten. Sie wandte sich an ihn.

»Der Herr wünscht nicht, die Nacht hier zu verbringen,« sagte sie. »Besorgen Sie das Gepäck und bestellen Sie den Wagen.«

»Madame,« erwiderte der Mann, »die Koffer des Herrn sind noch nicht ausgepackt. Aber mit dem Wagen wird es seine Schwierigkeiten haben. Das gnädige Fräulein ist mit der Limousine nach dem Tennisklub gefahren und Mr. Armand mit dem Rolls-Royce nach Nizza. Am dritten Wagen ist, wie Madame wissen, der Motor nicht in Ordnung.«

»Machen Sie sich meinetwegen keine Sorgen,« sagte Ludor. »Sehen Sie, dort kommt der Kutscher, der mich hergebracht, wieder zurück. Er kann mich nach Cagnes fahren.«

Um die letzte Wegbiegung bog das zerbrechliche Wägelchen, auf dem ein Mann mit roter Nase und weißem Hute saß. Madame entließ den Diener.

»Der kommt allerdings gelegen,« meinte sie.

»Aber weshalb mag er zurückkehren?« fragte Ludor.

Cardinge erhob sich und schlenderte die Treppe hinab. Der Kutscher zog den Hut.

»Es ist wegen dem Herrn, wo ich geführt hab,« meldete er. »Ich hab das da im Wagen g'funden.«

Er streckte ein kleines schwarzes Notizbuch hin. Cardinge nahm es und wandte sich an Ludor, der hinzugetreten war.

»Es ist das Notizbuch von dem Herrn,« bemerkte der Kutscher mit einem versteckten Triumph.

Ludor nahm das Notizbuch, durchblätterte es, erst sorglos, dann mit steigendem Interesse.

»Sie haben Ihre Fahrt umsonst gemacht,« konstatierte er. »Dieses Heft gehört nicht mir.«

Der Kutscher schlug vor Überraschung die Hände zusammen und deutete auf das müde Pferd.

»Es ist eine gute Stunde hier herauf,« begehrte er auf. »Es hat doch sonst niemand im Wagen gesessen den ganzen Tag. Wem sollt es denn sonst gehören?«

»Sie sollen die Fahrt nicht umsonst gemacht haben,« beruhigte ihn Ludor. »Sie können mich nach dem Bahnhof zurückfahren.«

*

Der Kutscher war besänftigt. Das Gepäck wurde gebracht und verstaut. Ludor ging, den Hut in der Hand, zu Madame zurück.

»Madame,« sagte er, »das ist ein unrühmlicher Abschluß einer wundervollen Zeit. Überlegen Sie es sich wohl, bevor Sie mich wegschicken. Kein anderer kann so furchtlos vollbringen, was ich vermag.«

»Ich habe mich geändert,« bekannte sie. »Ich kann immer noch rauben, auf meine Art, und bei Leuten, die ich mir dazu auslese. Zerstören will ich nicht mehr.«

»Es ist jammerschade,« meinte er. »Und du, Cardinge?«

»Ich bin vielleicht noch abtrünniger geworden,« war die schuldbewußte Antwort. »Ich beschäftige mich ernstlich mit dem Gedanken, ein ehrlicher Mensch zu werden.«

Ludor zuckte schmerzlich zusammen.

»Dieser Besuch hat mich schwer enttäuscht,« gestand er und bestieg sein Gefährt. »Lebt wohl!«

Er schwenkte den Hut. Der Kutscher knallte mit der Peitsche. Ludor fuhr die Serpentinen hinunter. Seine gleichgültige Haltung war bald verschwunden. In sein Gesicht war der Ausdruck der Giftschlange gestiegen, die plötzlich Gefahr wittert. Die Muskeln spannten sich, die weißen Zähne glänzten. Er öffnete die Riemen seines Koffers und holte einen verdächtigen, bleifarbenen Metallknopf hervor. Dann suchte er die Straße ab, die Umgebung, und wartete. Er hatte eine Stelle im Sinne, wo die Straße eine scharfe Kurve macht und zur Linken ein Abgrund sich auftut. Als sie soweit waren, lehnte er sich auf seinem Sitze vor.

»Das Pferd wird uns noch zusammenbrechen, Kutscher,« warnte er. »Ich habe keine Lust, mit dem Straßengraben Bekanntschaft zu machen. Fahren Sie doch langsamer, zum Teufel!«

Der Mann brummte etwas und ließ den Gaul in Schritt fallen. Ludor sah sich vorsichtig um, lehnte sich hinaus, um die Kurve zu verfolgen, die eben auftauchte. Dann versetzte er mit sicherer und erfahrener Hand dem Kutscher einen Schlag auf eine bestimmte Stelle des Hinterhauptes. Der Mann fiel um wie ein Sack und rollte in den Graben. Ludor sprang ab und brachte das Pferd zum Stehen.

In der Schlucht unten lagen mächtige Felsblöcke. In wenigen Sekunden rollte er den Leichnam des Kutschers zu ihnen hinab. Dann drehte Ludor den Wagen ab. Er kippte über das Straßenbord und zog das Pferd mit. Einen Moment lang war nichts zu hören als das Keuchen des Gauls, der sich gegen den Sturz wehrte – dann ein Heulen und Krachen, als das Vehikel unten zerschellte. Nun machte sich Ludor an den unangenehmen Teil seiner Arbeit. Er warf sich auf die Straße und wälzte sich im Staub, riß ein Stück seiner eleganten Hose weg und brachte sich eine Verwundung an der Hand bei. Dann hob er den Koffer auf und lief schreiend den Berg hinab.

*

Madame Rousillon sprang erschreckt und doch wieder erfreut auf, als er eintrat. Als sie aber seinen Zustand gewahr wurde, schlug sie die Hände über dem Kopf zusammen.

»Aber was ist denn nur geschehen? Ein Unglück? Mein Mann ...«

»Fürchte nichts,« unterbrach er sie und ließ den Koffer fallen. »Dein Mann ist mit dem ganzen Dorfe den Berg hinaufgerannt, um nachzusehen, was von der Katastrophe übriggeblieben ist.«

»Eine Katastrophe?« schrie sie auf. »Der Herr ist verletzt?«

»Es hat mich nur ein bißchen geschüttelt,« antwortete er. »Laß mich aber nicht bloß erzählen, gib mir einen Brandy. Gut! Ich fuhr von der Villa Sabatin hinunter in diesem baufälligen Kasten, der am Bahnhof gestanden hatte. Der Kutscher rollte in den Abgrund, mir gelang es, wie durch ein Wunder, noch rechtzeitig abzuspringen. Ich holte Hilfe. Sie sind alle hinaufgegangen. Dein Mann an der Spitze. Vor einer halben Stunde ist er nicht zurück.

Madame horchte auf.

»Der Gedanke, daß Sie sich in Lebensgefahr befanden, ist furchtbar,« flüsterte sie.

Er neigte sich über den Schanktisch. Sein Arm umschlang ihren Nacken. Ihre Lippen fanden sich. Dann trat er zurück.

»Céleste, du bist wundervoll,« flüsterte er. »Das Leben mit dir zusammen muß wunderbar sein.«

»Aber was kann ich machen,« schluchzte sie. »Wenn ich auch den Mut aufbrächte, wenn ich Jacques davonliefe, er würde mich ausfindig machen, und das wäre mein Tod.«

»Es gibt Mittel, um dem vorzubeugen,« versicherte er. »Es braucht nur etwas Mut. Ich gebe dir etwas, das tust du in seinen Kaffee. Niemand wird etwas davon erfahren. Er wird sich krank fühlen, wird auf Wochen nicht imstande sein, uns zu folgen. Heute in 14 Tagen, verstehst du, heute in 14 Tagen nimmst du den Zug, der um 3 Uhr 35 nach Cannes fährt. Ich werde im Zuge sein, im letzten Wagen. In Cannes nehmen wir den Expreß nach Paris. Du telegraphierst mir nach Nizza, wenn es soweit ist? Willst du?«

»Ich will,« antwortete sie.

Ihre Stimme war plötzlich heiser geworden. Ihre Augen loderten in Leidenschaft. Ihre Hände, gebräunt und rissig von der Arbeit, aber schön geformt, suchten an der Tischkante nach einem Halt. Er gab ihr ein kleines Paketchen, das sie im Halsausschnitt verschwinden ließ. Dann riß er aus dem Notizbuch ein Blatt heraus und schrieb ihr seine Adresse auf.

»Ich gehe jetzt auf die Polizei und gebe da meinen Bericht ab über das Unglück. Dann geht es nach Nizza, vielleicht nach Monte Carlo, um die Wartezeit so gut als möglich zu überstehen. Ich verlasse mich auf dich, Céleste?«

»Ich werde kommen,« versprach sie.

Er sah sie finster an.

»Du hast verstanden – er wird krank werden. Aber kein Doktor der Welt wird die Ursache herausfinden.«

»Ich habe verstanden.«

*

Vierzehn Tage später saß Cardinge unter einem der gestreiften Tischschirme vor dem Café de Paris in Monte Carlo, als er plötzlich am nächsten Tische Paul Ludor entdeckte. Dieser erhob sich und setzte sich an seinen Tisch.

»Du gestattest?« murmelte er. »Vielleicht hast du einen Augenblick Zeit?«

»Ich habe immer Zeit!« gab Cardinge verlegen zu.

»Dann kann ich dir ja die Geschichte von dem Unglücksfall erzählen,« fuhr Ludor fort. »Sie wird dir sicher Freude machen. Du erinnerst dich doch noch, wie der Kutscher, der mich zu euch hinaufbrachte, unter dem Vorwand des verlorenen Notizbuches nochmals zurückkam?«

»Ich erinnere mich wohl daran.«

»Es war mir sofort klar, daß das nur eine Finte war. Die Tinte in diesem Notizbuch war noch ganz frisch. Dann beobachtete ich das Gesicht dieses Kutschers – vorsichtig. Weißt du, wer es war?«

»Bei der Untersuchung wurde einfach festgestellt, es sei ein ortsfremder Kutscher gewesen, der von Nizza hergekommen war.«

»Er hieß Coichan,« erklärte Ludor. »Es war ein Privatdetektiv, der mir schon verschiedentlich in die Quere gekommen war. Ich werde nie mehr eine Sache drehen, die auch nur die Möglichkeit einer Entdeckung aufweist. Aber da war einmal so eine kleine Affäre, an der auch nur ein Schatten einer Spur klebte. Nichts Beweisbares, aber es genügte wahrscheinlich, um Verdacht zu erwecken. Coichan bekam es in die Nase und hat mir seither verschiedentlich geschadet. Du entschuldigst – ich kenne dein Vorurteil – aber dem mußte ich ein Ende machen. So habe ich ihn kalt gemacht und diesen Unglücksfall inszeniert, voilà tout.«

Cardinge hatte nur ein Achselzucken, er ließ sich keine Erregung anmerken.

»Ein Detektiv muß so etwas riskieren,« meinte er.

»Nicht wahr?« fiel der andere ein. »Ich hatte keine Angst vor ihm. Aber es ist besser so, und diese Gelegenheit durfte ich nicht ungenützt vorübergehen lassen. Cagnes hat mir überhaupt Glück gebracht. Ich weiß, Weiber sind nicht deine Schwäche. Aber da ist so ein kleines Frauenzimmerchen im Café de l'Univers. Ich habe sie in Nizza kennengelernt – einfach berauschend.«

»Ach diese? Der Mann ist letzte Woche gestorben,« erzählte Cardinge. »Ich begegnete dem Leichenzug.«

»Was für ein Unglück! Und doch wieder was für ein Glück,« rief Ludor. »Das Frauchen trifft mit mir heute im 3-Uhr-35-Zuge zusammen. Ich nehme sie mit nach Paris. Sie wird mir sicher für ein paar Monate Spaß machen.«

Cardinge erhob sich.

»Ludor,« sagte er, »du bist ein erbärmlicher Kerl. Ich wollte, ich könnte vergessen, daß wir uns je kennen gelernt haben. Zwischen uns muß es aus sein! Verstanden?«

Er ließ ihn stehen. Ludor sah seinem ehemaligen Kameraden nach. In seinem Gesicht leuchtete es unheimlich auf.

*

Mit dem gleichen Ausdruck beobachtete Ludor unter dem Wagenfenster Céleste, die auf dem Perron stand, umdrängt von Bekannten, die ihr Lebewohl sagten. Er verfolgte die Umarmungen, betrachtete die kleine Gruppe schwarzgekleideter Landleute, die ihr nachwinkten, als der Zug den Perron verließ. Dann entfaltete er eine Zeitung und schlenderte durch die Wagen bis zu dem Abteil, in dem sich Céleste allein befand.

»Céleste,« flüsterte er.

Sie sah ihn mit großen Augen an.

»Setze dich zu mir,« bat sie. »Ich habe so Angst.«

Er tätschelte ihre Hand.

»Du brauchst aber keine Angst zu haben,« beruhigte er sie. »Es wird jetzt alles gut. In Cannes haben wir eine Stunde Aufenthalt. Wir gehen da ein paar hübsche Sachen kaufen. Für den Pariser Zug ist alles vorgesorgt. Wir werden es sehr bequem haben und werden glücklich sein, nicht wahr, Céleste?«

Die großen Augen blickten einen Augenblick zu ihm auf. Ludor wurde vom Fieber gepackt. Wäre es möglich, daß sie ihm den Kopf verdrehen würde? Selbst ihre Kleider, an die er nur mit Schaudern hatte denken können, waren ganz passabel. Trotzdem kaufte er ihr in Cannes einen Reisemantel, einen schwarzen Hut, Handschuhe und etwas Schmuck. Als er sie betrachtete, wurde es ihm klar, daß er einen herrlichen Fund getan hatte. Als der Pariser Expreß eingefahren, zeigte er ihr stolz den Schlafwagen, in den er das Gepäck hatte bringen lassen.

»Das wird eine Freude werden, die Reise,« schwärmte er. »Erst müssen wir essen. Es gibt da immer einen Sturm auf die Plätze – und dann ...«

»Unser erster Kuß,« flüsterte sie.

Sie war bei Tische in ausgelassener Stimmung. Céleste aß wenig, aber sie trank ihr Teil Champagner und lachte belustigt, als er den Brandy mit dem des Café de l'Univers verglich. Dann zogen sie sich in ihr Abteil zurück. Er schloß die Türe ab.

»Unser erster Kuß,« mahnte er.

Sie lachte weich.

»Sag mir eines,« bat sie. »Wußtest du, als du mir das Pulver gabst, daß er sterben würde?«

Ludor lächelte.

»Es war besser so,« erklärte er. »Es hätte sonst doch Ungelegenheiten gegeben. So haben wir nichts zu fürchten.«

Der Zug brauste in einen Tunnel. Seine Arme umschlangen sie. Da sah er ein Licht in ihren Augen, das er sich nie geträumt hätte – und dann blitzte das Licht von etwas anderem durch die pechschwarze Finsternis auf. Ein stahlhartes Zischen. Ein sekundenlanger Schmerz im Nacken, dann wieder Finsternis. Der Zug stürmte in das Tageslicht hinaus. Céleste sah, was sie getan hatte und lachte.

*

»Ich glaube, meine Nerven fangen an, zu versagen,« seufzte Madame, als sie die Zeitung weglegte. »Es hat mir einen regelrechten Stoß versetzt.«

Cardinge zündete sich eine Zigarette an.

»Meine Nerven bleiben unberührt,« erklärte er. »Ich leide an etwas anderem, und das ist eine aufdringliche Anwandlung von Moral. Als Ihr Jünger – wenn ich auch entlassen bin – sollte ich diese Katastrophe des Verbrechertums bedauern. Ich kann mir aber nicht helfen, statt dessen erfüllt mich diese ganze Affäre mit innerster Genugtuung.«

 << Kapitel 3  Kapitel 5 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.