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Lyrische Gedichte

Percy Bysshe Shelley: Lyrische Gedichte - Kapitel 32
Quellenangabe
typepoem
authorPercy Bysshe Shelley
titleLyrische Gedichte
publisherVerlag des Bibliographischen Instituts
yearo.J.
translatorAdolf Strodtmann
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20150204
projectid26d0d6bf
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Elegie

Wenn die Lampe zerschmettert,
Ist ihr Licht im Staube verglüht;
Wenn die Nos' entblättert,
Ist ihr Duft im Winde versprüht;
Wenn die Laute zerbrochen,
Ist ihr lieblicher Klang verhallt;
Wenn die Lippen gesprochen,
Ist ihr Wort vergessen, wie bald!

So wie Klang und Schimmer
Nicht Lampe und Laut' überlebt:
Stummer Seel' auch nimmer
Sich wieder ein Lied enthebt, –
Nur ein trübes Träumen,
Wie der Wind durch Trümmer streift,
Wie der Woge Schäumen
Dem Schiffer sein Grablied pfeift.

Liebten sich zwei Herzen:
Bald flieht, ach! die Lieb' aus dem Nest;
Das schwächre hält in Schmerzen
An seiner Liebe noch fest.
O Lieb', die alle Wesen
Der Schwäche du zeihst so arg,
Was hast du dir erlesen
Den Schwächsten zur Wieg' und zum Sarg?

Sein Sehnen wird dich wiegen,
Wie der Sturm die Raben wiegt;
Vernunft wird Ruh' dir lügen,
Wie die Sonn' im Winter lügt.
Dein Nest wird ganz zerfallen,
Deines Adlerhorstes beraubt,
Wirst du ein Spott sein Allen,
Wenn der Herbst die Flur entlaubt.

*

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