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Lyrische Gänge

Friedrich Theodor Vischer: Lyrische Gänge - Kapitel 97
Quellenangabe
typepoem
booktitleLyrische Gänge
authorFriedrich Theodor Fischer
year1888
publisherDeutsche Verlags-Anstalt
addressStuttgart, Leipzig, Berlin, Wien
titleLyrische Gänge
pages387-394
created20030129
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1888
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Spätlinge.

             

Ein Admiral! So spät noch ausgeschlüpft!
Er sonnt sich; wählig wiegt er seine Flügel,
Auf schwarzem Sammtgrund weiß und roth gezeichnet,
Im warmen Licht. Du arme Kreatur!
Nicht ahntest du die kalten Regentage,
Den trüben Schluß des trübsten aller Sommer,
Als dich ein tückisch-schmeichlerischer Blick
Des Dämon Föhn aus deiner Puppe lockte!
Wenn's gut geht, wirst du noch aus ein paar Blümchen
Geringe Labung dünnen Honigs saugen!
Dort hängt sie schon, die schwere graue Wolke,
Und morgen oder diesen Abend noch
Liegt aufgelöst dein zarter Leib im Grase.

      Ja, ja, so geht es manchem Erdenkind:
      In fremde Zeit wird es hineingeboren,
      Es kommt zu spät wie dieser arme Falter;
      Wohin? Wohin? Ringsum ist Greisenalter,
      Du willst dich regen und du bist verloren.

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