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Lyrische Gänge

Friedrich Theodor Vischer: Lyrische Gänge - Kapitel 91
Quellenangabe
typepoem
booktitleLyrische Gänge
authorFriedrich Theodor Fischer
year1888
publisherDeutsche Verlags-Anstalt
addressStuttgart, Leipzig, Berlin, Wien
titleLyrische Gänge
pages387-394
created20030129
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1888
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Mann und Weib.

             

Nach Freiheit strebt das Weib, der Mann nach Regel.
Gebieten mag die Laune, spricht das Weib;
Gesetz und Rhythmus herrsche, spricht der Mann.
So kann es kommen, daß er Sklaven zieht,
Und kann auch kommen, daß er Sklave wird,
Vielleicht auch Beides: herrisch und servil,
Im Kleinen selbst nicht läßlich, ein Pedant.
Drum ist ihm die Genossin beigegeben,
Daß seines Lebens hartem Winkelmaß
Das Spiel der freien Linie nicht fehle.
Drum ist ihr der Genosse beigegeben,
Damit der Ranke nicht der Stab gebreche.

Ein großer Dichter sagt das Gegentheil;
Doch fällt mir da aus meinem Hegel ein,
Wie hübsch er sagt: anstatt Entweder Oder
Sei in den Fragen, welche tiefer liegen,
Ein Sowohl Alsauch meistentheils zu setzen.
Zwei Sätze, die als Widerspruch erscheinen –
Wer tiefer denkt, kann schließlich sie vereinen.

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