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Lyrische Gänge

Friedrich Theodor Vischer: Lyrische Gänge - Kapitel 88
Quellenangabe
typepoem
booktitleLyrische Gänge
authorFriedrich Theodor Fischer
year1888
publisherDeutsche Verlags-Anstalt
addressStuttgart, Leipzig, Berlin, Wien
titleLyrische Gänge
pages387-394
created20030129
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1888
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Die Beichte.

       

Die Beichte
Ist eine leichte
Und seichte
Manier, sich der Schuld zu entladen.
Man packt zusammen den Schaden
Und wirft das Paket zum Spediren,
Zum Forteskamotiren
Hinüber dem ehrwürdigen Sündenbittel,
Dem Herrn im langen, schwarzen Kittel,
Der so willfährig tritt in's Mittel.
Aber man muß seine Sachen
Mit dem lieben Gott selbst abmachen,
Denn es ist doch klar:
Er hat keinen Vikar.
Und übrigens ist's eine Lügenschule,
Dieweil man dem Herren, der sitzt im Stuhle,
Wie wißbegierig er horcht und fragt,
Doch nimmer die ganze Wahrheit sagt;
Da kann es denn schließlich auch nicht fehlen:
Man lernt vor sich selber lügen und hehlen,
Man macht's dem Gewissen, das gar so bitter,
Just wie dem Pfaffen hinter dem Gitter;
Ein Beichtkind ließe sich eher verbrennen,
Als es lernt, sich selber prüfen und kennen.

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