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Lyrische Gänge

Friedrich Theodor Vischer: Lyrische Gänge - Kapitel 47
Quellenangabe
typepoem
booktitleLyrische Gänge
authorFriedrich Theodor Fischer
year1888
publisherDeutsche Verlags-Anstalt
addressStuttgart, Leipzig, Berlin, Wien
titleLyrische Gänge
pages387-394
created20030129
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1888
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Zur Hölle.

       

Du reizend Ungeheuer,
    Neig' her den schönen Leib!
Reich' mir den Kelch voll Feuer
    Du wunderbares Weib!

Willst du mich küssen, drücken,
    Werd' ich mich nicht entziehn,
Spür' ich in meinem Rücken
    Den Dolch auch immerhin.

Wie salzlos war' die Liebe,
    Wie matt ihr Himmelsgold
Wenn sie aus Einem Triebe
    Allein bestehen sollt'!

Da ist man erst gerühret,
    Das ist der rechte Spaß,
Wenn Haß die Liebe schüret
    Und Liebe schürt den Haß.

In unsrem Liebesorden
    Mag man das Schlichte nicht,
Da möchte man sich morden,
    Wenn man sich heiß umflicht.

Sag', welches Erdgeists Laune
    Hat dich so stolz gebaut?
Mir graut, indem ich staune,
    Ich staune, wie mir graut.

Sag', welcher wilde Dichter
    Hat dich, o Weib, erdacht?
In dir die Himmelslichter
    Gemischt mit Hadesnacht?

Du winkst mir in den Wagen,
    Er ist schon eingespannt,
Zwei Rappen uns wohl tragen
    Du weißt, in welches Land.

Da bin ich schon zur Stelle,
    Die Geißel schwinge frei!
Nun im Galopp zur Hölle!
    Hurrah, ich bin dabei!

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