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Lyrische Gänge

Friedrich Theodor Vischer: Lyrische Gänge - Kapitel 33
Quellenangabe
typepoem
booktitleLyrische Gänge
authorFriedrich Theodor Fischer
year1888
publisherDeutsche Verlags-Anstalt
addressStuttgart, Leipzig, Berlin, Wien
titleLyrische Gänge
pages387-394
created20030129
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1888
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Zwischenrede.

           

Aber sage nur, mein Bester,
    Wie es zu erklären ist,
Daß du stets in diesen Versen
    Mit dir selbst beschäftigt bist?

Solche lange Monologen
    Liebt der wahre Dichter nie,
Von der Welt ein leuchtend Abbild
    Gibt die ächte Poesie.

Selbst an etwas bessern Tagen
    Hört man stets von Herzeleid!
Sag', wie kommt's, daß selbst der Süden
    Dich nicht von dir selbst befreit?« –

Ach, du hast ja Recht, mein Theurer,
    Aber vorderhand sei froh,
Daß ich wieder Verse mache,
    Taugen sie auch nur so so.

Wenn ein Kranker will genesen,
    Scheint er kränker als zuvor,
Aufgelöst durch alle Poren
    Sucht das Uebel sich ein Thor.

So in meinen armen Versen
    Seh' ich halb zufrieden schon
Eine treffliche, gesunde
    Dichtertransspiration.

Wart' ein bischen, wart' ein Weilchen,
    Laß mich, mach' mich nur nicht scheu!
Es wird schon noch anders kommen,
    Ist die Krisis erst vorbei.

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