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Lyrische Gänge

Friedrich Theodor Vischer: Lyrische Gänge - Kapitel 141
Quellenangabe
typepoem
booktitleLyrische Gänge
authorFriedrich Theodor Fischer
year1888
publisherDeutsche Verlags-Anstalt
addressStuttgart, Leipzig, Berlin, Wien
titleLyrische Gänge
pages387-394
created20030129
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1888
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Alter.

       

Geschlagen
Hat mich das Alter und ich verstehe,
Was ich sonst nur obenhin verstand,
Wie es gemeint ist, wenn man redet
Von müden Greisen.
Müde vor allem sind mir die Beine
Und nach wenig Morgenbewegung
Freu ich mich auf das Mittagsschläfchen.
Nicht gelüstet mich's, mitzueilen,
Wenn, von Trompetenschmettern gelockt,
Nach des festlichen Aufzugs Schauspiel
Neugierselig die Menge strömt,
Wenn sie am Felsberg athmend aufklimmt,
Wo auf dem Gipfel die Rundsicht winkt.
Und der Geist, wie steht es um ihn?
Müd ist geworden, müd auch er,
Müde der Täuschung.
Eine nur, eine noch ist geblieben.
Nimmer so lang ich noch Athem hole,
Nimmer, nimmer schwinde sie mir,
Die hohe Täuschung, der wahrheitsvolle,
Heilige Wahn, daß Götter leben!

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