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Lyrische Gänge

Friedrich Theodor Vischer: Lyrische Gänge - Kapitel 118
Quellenangabe
typepoem
booktitleLyrische Gänge
authorFriedrich Theodor Fischer
year1888
publisherDeutsche Verlags-Anstalt
addressStuttgart, Leipzig, Berlin, Wien
titleLyrische Gänge
pages387-394
created20030129
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1888
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Burschenschaft und Corps.

       

Das war die alte Burschenschaft,
Die hoffte mit Ideen-Kraft
    Und mit viel Trinken und Singen
    Und festlichem Schlägerschwingen
Das ganze deutsche Vaterland,
Das schon so lang aus Rand und Band,
    Unter Einen Hut zu bringen.

Was Corps hieß, war gestreng verdammt,
Weil es vom Sondergeiste stammt;
    »Laßt Junker da stolziren,
    Um Tand sich duelliren,
Indessen wir in edler Gluth
Alldeutschlands stolzen Zukunftshut
    Eindünsten und prepariren!«

Die stolze Hoffnung war zu jäh,
Der Filz zu haarig, hart und zäh,
    Er stach, er kratzte, brannte,
    Die Mühe verlief im Sande,
Da kam ein alter Corpsbursch her
Und packt den Filz und walkt ihn sehr
    Und brachte den Hut zu Stande.

»Nun, altes, schwarzrothgoldnes Haus,
Wie beugst du dieser Wahrheit aus?«
    Ich wollte ihn necken und fangen;
    Doch ließ er den Kopf nicht hangen,
Er sprach: »Ich nehm's nicht eben schwer,
Der Corpsbursch ist ja doch vorher
    In die Burschenschaft noch gegangen.«

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