Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Martin Luther >

Luthers Sprichwörtersammlung

Martin Luther: Luthers Sprichwörtersammlung - Kapitel 352
Quellenangabe
typetratate
authorMartin Luther
titleLuthers Sprichwörtersammlung
publisher Weimar Hermann Böhlaus Nachfolger
year1900
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20140607
projectidfa9dc5ac
Schließen

Navigation:

353. Katze das beste vihe

Luthers erklärenden Zusatz lese ich: ›deiecta omnia‹ und verstehe ihn dahin: »es ist alles verachtet, verkommen, wenn man von einem Hause sagen muß, baß in ihm die Katze das beste Vieh sei«. Auf eine ähnliche Deutung würde man auch kommen, wenn man mit Sievers liest: deiecta autem. – Vgl. DWb 5,284.

Den Ursprung der Ra giebt an Wa II 847 Hund 701 Hund und Katze, Huhn und Hahn ist des Ungenossen Vieb. Anm.: »Wer nicht vollberechtigtes, d.i. mit Haus unb Hof angesessenes Mitglied der Gemeinde (Mark) war, durfte nur solches Vieh halten, das kein Gras frißt. Ein solcher Mann war unwerig, ein Ungenosse; er genoß das Gemeindegut nicht mit.« »Mhd. Ein hont vndt katz vnd ein hain das soll sin vihe sein (Grimm, Weisth. II 308)«. – Nach dem Ableben eines Mannes gehörte das beste Haupt Vieh seinem Herrn; Schweine, Hunde, Hähne, Katzen würden nicht dazu gezählt, Grimm, Rechtsalt. 364f. Auch hieraus ergiebt sich, daß Katze das beste Vieh nur im Spott genannt wird, wenn nämlich nichts anderes da ist. Ähnliche Sprichwörter giebt Wa II 879 Hund 1389 Da ist Hund und Katz das beste Vieh; II 1684 Kuh 436 Wer keine Kuh hat, musz die Katze melken; IV 1629 Vieh 1 Das beste Vieh im Pfarrhaus ist die Katze; II 1198 Katze 655 (vgl. 721) citiert aus Ayrer III 1980, 31 (V 3328,7): Dann soll ich jhm [meinem Mann] nicht reden ein, die Katz wär bald das beste Vieh sein; erklärt aber falsch: »Das Hauswesen wird so zurückkommen, daß Mäuse dort hausen werden«. Der Spott wird auf die Spitze getrieben Uhlanb, Volksl. (279), S. 723.

V. 10
Mein fraw die hat gut leben,
si darf nit frü auf ston
den küen zessen geben,
si lats wol umbhin gon;
die flech die seind ir bestes vich
den wartet si gar aigenlich
si gend ir mengen herten stich
wend si nit schlafen lon.

Bei Luther finde ich in diesem Sinne nur die Stelle De W IV 611 sollt wohl ein Land-Sterben draus werden, bis man weder Prediger noch Pfarrherr oder Schulmeister haben kunnte, zuletzt eitel Säu und Hunde das beste Vieh mussten seyn lassen, dahin doch gar fleissig die Papisten erbeiten.

*

 << Kapitel 351  Kapitel 353 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.