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Luthers Sprichwörtersammlung

Martin Luther: Luthers Sprichwörtersammlung - Kapitel 330
Quellenangabe
typetratate
authorMartin Luther
titleLuthers Sprichwörtersammlung
publisher Weimar Hermann Böhlaus Nachfolger
year1900
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20140607
projectidfa9dc5ac
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330. Ein Wort ist kein pfeil

DWb 7,1656 Pfeil 2 mit der Parallele verba non sunt verbera. Vgl. Weim. Ausg. XVI 539,31 non redde verbera pro verbis. Agricola 336 Ist doch eyn wort keyn pfeil nit. Droben ist gesagt: Wer alle ding verfechten will, der musz nymmer keyn schwerdt instecken. Und solt sich eyn yder des, das von yhm gered wirt, annemen, der müst lenger leben, dann so lang, solt ers enden. Darumb sol man vil für oren vnd augen lassen gehen, denn ein wort ist keyn pfeil ... Wenn es aber eyn pfeil were, so brechte es deinem leibe schaden, vnd alsdenn were es zeyt dich zur were zusetzen: sonst ist eyn wort ein wort, es schadet nicht grosz, verachte du es nur. Wa V 406 Wort 184 ff. 379. Vgl. 469 (470) Mit Wort schlägt man die Leut nicht (einem kein Loch in den Kopf), sie hawen und stechen nicht. 776 Wörter seind auch Schwerter. 777 Wörter sind keine Schwerter.

Bei Luther EA 47,382 ist eine gemeine Figura, Metaphora und Weise zu reden, als wenn wir Deutschen sagen: Das ist ein Stich, der blut nicht; item: Ist doch ein Wort kein Pfeil oder Schwert; item: Der Pfeil kömmt nicht aus deinem Köcher. Da verstehet man des Menschen Wort und Rede für einen Pfeil. Dazu vgl. EA 39,338 Wir Deutschen sagen von einem bösen Wort, es sei ein Pfeil. Item: Das ist ein Stich der nicht blutet. 30,191 Aber gleichwohl gefällt ihm das Maulklappern wohl und will wähnen, es sei ein Pfeil gewest und habe den Nagel im Blatt zu schossen. Aber wir sind solcher Narren Schüsse gewöhnet.

Zu Weim. Ausg. XX 147,10ff. hat die Übersetzung des J.Jonas Wiltu regieren, so wisse, Wort sind nicht alle Pfeile, und denke, dasz du auch wider andere geredet hast. – Aus diesem Gedanken erklärt sich Luthers Randschrift zu Nr. 330 ›Patientia‹ Die Lesart ›Patiatur‹ wäre nach der Form des Abkürzungszeichens zwar die näherliegende, da sie aber keinen Sinn zu geben scheint, nehme ich an, daß Luther nur beim flüchtigen Schreiben die zwei wagerechten parallelen Striche, welche zur Lesart patientia führen würden, durch einen dritten diagonalen Strich verbunden hat.

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