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Luthers Sprichwörtersammlung

Martin Luther: Luthers Sprichwörtersammlung - Kapitel 220
Quellenangabe
typetratate
authorMartin Luther
titleLuthers Sprichwörtersammlung
publisher Weimar Hermann Böhlaus Nachfolger
year1900
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20140607
projectidfa9dc5ac
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218. Er beisst des fuchses nicht

DWb 4 1, 332 den Fuchs beißen wird gesagt, wenn einer, der gebissen wird, wieder beißt; eigentlich aber bedeutet der Ausdruck: tapfer angreifen, auf etwas erpicht sein. Den Fuchs nicht beißen: nicht darauf los gehn, nicht zu thun wagen, feig sein zum Angriffe (Kinder- und Hausmärchen Nr. 174). Vgl. Wa II 844 Hund 613. 837 Man find wenig Hund, die ein Fuchs beissen: »Dann sie beißen wieder.« I 1257 Fuchs 405 Er will den Fuchs nicht beissen: »Wenn jemand nicht daran gehen will. Davon weil wenig Hunde gegen den Fuchs vorgehen. Es will keiner den Fuchs beißen.« Vgl. auch V 379 Wolf 617 Er wil den Wolff nit beissen. II 891 Hund 1614 Er will den Hund nicht beissen. Egenolf 71» Es ist bösz ausz herren knecht zumachen, ausz freyen gefangne. Sie beissen den fuchs nimmer. – Uhland Volkslieder Nr. 141

V. 2.
Sant Jörg du edler ritter ...
tu uns dein hilfe schein! ..
dasz wir die paurn bezwingen,
die uns da wellen verdringen,
der sich des adels fleisst,
und doch den fuchs nit beisst.

Luther bringt die Ra in ›Ein Reym von D. Murner‹ Weim. Ausg. VII 687, 33 (EA 27, 307)

Den fuchsz er grawsamlich anficht
Und doch keinsz weges beyset nicht.

Darauf spielt wohl an P. Gengenbach, Novella S. 283, 821

Aber eüch was nit also gach,
Do er zů wurmsz was an dem Rin,
Do zogen ir die schnupffen in,
Jr wolten do den fuchs nit bissen ...

Sonst vgl. Lösche 33 Franncken beissen den Fuchs auch nit, wen man Nasen gegen Nasen reckhen soll; et domi apud rusticos, in quos imperium habent, sunt feroces et imperiosi. EA 29, 312 Ein Teil hängt den Mantel nach dem Winde, lässets entweder gehen, schweiget still, zeucht die Pfeife ein und will den Fuchs nicht beissen oder heuchelt. 43,10 Wo denn da einem Prediger der Bauch und zeitlich Leben lieber ist, der thuts nicht; stehet wohl und wäschet auf der Kanzel, aber er prediget nicht die Wahrheit; thut das Maul nimmer auf; wo es will übel gehen, da hält er inne und beisset den Fuchs nicht. 64, 109 Glosse zu Sprüche Sal. 22, 13 Das sind Prediger und Regenten, Gesinde, die den Fuchs nicht beissen, gehen nicht durch dicke und dünne.

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