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Luthers Sprichwörtersammlung

Martin Luther: Luthers Sprichwörtersammlung - Kapitel 215
Quellenangabe
typetratate
authorMartin Luther
titleLuthers Sprichwörtersammlung
publisher Weimar Hermann Böhlaus Nachfolger
year1900
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
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213. Unrecht gut druhet nicht

Druhen (truhen) = gedeihen, zunehmen. Vgl. DWb 2, 1456 und Anm. zu Wa II 197 Gut 253. Die jetzt gebräuchlichste Form des Sprw. giebt Wa ebenda 255 Unrecht gut gedeihet nicht. Es entspricht dem der Alten Male parta male dilabuntur (Otto S. 206), und dem welschen (vgl. Reineke Vos 261) male quesite male perdite; Waldis, Fabeln (Kurz) 4, 15 V. 58;

NB 80, 97
Noch würt den trütlen offt der lon,
Das sy brot betlen miessent gon,
Uff das solch gůt, das mal quesit,
Ouch widerumb werd mal perdüt;
Wie gewunnen, so verthon,
Wie es kompt, so wider gon.

Auch bei Luther EA 36, 291 dasz Reichtum Geld und Gut auf den andern oder dritten Erben nicht kömmet. Denn male quesit male perdit, sagt der Wale. – Die Randbemerkung zu Agricola 126 »Male parta, male dilabuntur. Male quesit, male perdit, sagt der Walhe« scheint von Luther entlehnt zu sein.

Die handschr. Form weist DWb nach (Tischr. Frkft. 1568, 62 a) Wenn sie gleich reich werden, so drühets nicht; entweder sie oder ihre Kinder verarmen. Sonst EA 23, 233 wie man spricht: Wer jung gern stiehlet, der geht im Alter bettlen. Item: unrecht Gut drühet nicht. Und ubel gewonnen, böslich zerronnen. 23, 322 Und gehen die Sprüche in allen Sprachen: Male partum, male disperit. Male quaesitum, male perdit. De male quaesitis non gaudet tertius heres. Omnis dives aut iniquus (sagt St. Hieronymus) aut haeres iniqui. Daneben auch täglich fur Augen sichtliche .. Exempel: Das unrecht Gut drühet noch erbet nicht [Dietz I 459], und ist noch nie kein unrecht Gut auf den dritten Erben kommen. – Dazu vgl. verwandte Sprw. wie Heuseler 423 (Dietz I 459): Unrecht Gut wudelt nicht. Heuseler 450 Unrecht Gut faselt nicht. EA 21, 76 Kein gestohlen und fälschlich Gut gedeihet. 36, 132f. Daher auch ein gemein Sprichwort aus solcher täglicher Erfahrung kommen ist: De male quaesitis non gaudet tertius heres. Böse gewunnen Gut kommt an den dritten Erben nicht. Und: male partum male disperit; übel gewunnen, übel verschlungen. 36, 134 dasz Gott solch böse gewunnen Gut nicht lässt gedeihen noch den Nachkommen zu gut kommen. 36, 240 Es musz doch wahr werden das gemeine Sprichwort: Ubel gewonnen, schändlich zerronnen. De male quaesitis non gaudet tertius haeres. De W V 68 Reichtum übel gewonnen noch übler umgebracht. Spr. Sal. 10, 2 Unrecht Gut hilft nicht.

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