Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Edgar Wallace >

Lord wider Willen

Edgar Wallace: Lord wider Willen - Kapitel 6
Quellenangabe
authorEdgar Wallace
titleLord wider Willen
publisherHesse & Becker Verlag
year1928
firstpub1925
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20171212
projectide0fd0cda
Schließen

Navigation:

Fünftes Kapitel.
Bubi als Kellner

Gwenda Maynard ging im Hydepark spazieren. Die Krokusse und die gelben Narzissen blühten schon, ihr erstes zartes Frühlingskleid hob sich leuchtend von den dunklen Zweigen der noch kahlen Fliederbüsche ab. Aber nicht der Wunsch, die junge Natur zu genießen, führte Gwenda an jenem kalten Märznachmittag in die einsamen Alleen des Parkes.

Ein außergewöhnliches Problem beschäftigte sie; denn sie fühlte sich für zwei Kinder verantwortlich. Von dem ersten, dem elf Monate alten Samuel Bradshaw, sollte sie bald befreit werden. Sie hatte nämlich soeben ein verzweifeltes Telegramm von seiner Mutter bekommen, das diese sofort bei ihrer Ankunft in Neuyork abgeschickt hatte, und das die flehentliche Bitte enthielt, Gwenda sollte Mittel und Wege finden, um ihr das Kind nach Amerika zu schicken. Gwenda, tüchtig wie immer, gelang es bald, eine Kinderpflegerin ausfindig zu machen, die auf der »Aquitania« nach Neuyork fuhr. Samuels Koffer waren also sozusagen zur Abreise gepackt.

Das zweite Kind hatte keine verzweifelte Mutter, die es zurückverlangte. Im tiefsten Herzen war Gwenda sehr glücklich darüber. Obgleich Bubi anderthalb Jahr älter war als sie, hatte sie eine Art Vormundschaft über ihn übernommen. Die Verantwortung, für ihn zu sorgen, erfüllte sie. Durch eine Laune des Schicksals war diesem jugendlichen Versicherungsagenten ein hoher Rang zugefallen, aber keine Mittel.

Gwenda blickte mit Sorgen in die Zukunft. Sie hatte sich nur wenige Illusionen bewahrt. Fünf Jahre Theaterleben, das Spielen auf allen möglichen Bühnen, von der herumreisenden Schmiere angefangen, durch die Provinzbühnen bis zu dem besseren Westendtheater, hatten ihr den Glauben an die Menschen im allgemeinen fast genommen. Fünf Jahre voller Kampf, anhaltenden, harten, grausamen Kampfes gegen ebenso harte, unbarmherzige Mächte, hatten ihr die nüchterne Lebensphilosophie beigebracht, die sich derer, die aus Träumen erwachen, bemächtigt.

Ihre Bekannten sagten, daß der goldene Reif an ihrem Finger ein tragisches Schicksal darstellte; aber selbst ihre intimsten Freunde hatten nicht von ihr erfahren können, inwiefern das Geschick sie grausam behandelt hatte. Sie sprach nie von ihrem Mann, und manche glaubten, er lebe gar nicht so sehr ferne von ihr; denn sie ließ Andeutungen fallen, daß er in erreichbarer Nähe war. Mancher Theaterdirektor glaubte sogar ihn zu kennen.

Bubi hatte sie niemals danach gefragt. Er nahm sie, wie sie war, mitsamt dem Rätselhaften, Geheimnisvollen an ihr, und war glücklich, sie in seiner eigenen reinen Art anzubeten und zu verehren. Seine Liebe war wie Bergkristall, fest und unwandelbar. Diese kristallklare, durchsichtige Zuneigung gehörte jetzt zu seinem Leben, und er suchte sie nie zu verheimlichen.

Gwenda war auch glücklich und dankbar darüber. An allem, was Bubi anging, nahm sie teil. Jedoch das Bewußtsein, daß sie ihm eigentlich mehr geben müßte, als er für notwendig erachtete, bedrückte sie sehr.

Sie blickte auf ihre Armbanduhr; es war drei Uhr, und sie hatte sich für halb vier verabredet. Da sie aber das Haus nicht kannte und fürchtete, noch lange danach suchen zu müssen, lenkte sie schon die Schritte nach Knightsbridge. Da sie langsam und in Gedanken versunken dahinschritt, kam ihr die halbe Stunde wie fünf Minuten vor. Es war auch etwas nach halb vier Uhr, als sie auf den elektrischen Knopf einer Etagenwohnung in Knightsbridge drückte.

Ein Diener öffnete ihr und führte sie in ein großes, nach Tabak riechendes Zimmer, das augenscheinlich ein Rauchzimmer, und zwar das eines sportliebenden Herrn war, denn Jagdtrophäen bedeckten die Wände.

Sie hatte kaum Zeit, sich umzusehen, als ein junger Mann eintrat. Ein gutmütiges Lächeln lag auf seinem Gesicht, als er ihr die Hand schüttelte.

»Wollen wir uns hier unterhalten, oder möchten Sie lieber mit mir in den Salon kommen? Meine Schwester ist augenblicklich beschäftigt.«

»Wir können auch ebensogut hier bleiben, Graf Mansar«, antwortete sie mit liebenswürdigem Lächeln. »Hoffentlich sind Sie mir nicht böse, daß ich Sie gestern angerufen habe. Wenn Sie nur nicht meinetwegen heute zu Hause geblieben sind.«

»Aber keine Spur«, rief der Graf jovial. Er sagte nicht die Wahrheit, denn er hatte deshalb eine Jagd mit sich anschließendem Ball abgesagt, aber das konnte Gwenda nicht wissen. »Sie wollten mich wegen unseres jungen Freundes – Lord Pelborough – sprechen, nicht wahr?«

Sie nickte. »Sie verstehen – seine Lage –, fast hätte ich gesellschaftliche Lage gesagt«, erwiderte sie lächelnd. »Bubi ist bei einem Versicherungsagenten angestellt und bekommt ein wöchentliches Gehalt von fünf Pfund.« Er nickte. »Und doch gibt es keinen Menschen in ganz London,« fuhr sie ruhig fort, »der eine vornehmere Gesinnung und ein gütigeres Herz hätte als er.«

»Ja, er gefiel mir recht gut«, entgegnete Lord Mansar und nickte zustimmend.

»Ich kenne zwar die Aristokratie sehr wenig,« fuhr sie fort, »aber ich habe das Gefühl, daß Bubi Verpflichtungen gegen Sie und Ihre Klasse hat. Daß er in schlechte Hände fallen könnte, befürchte ich zwar nicht; denn seine angeborene Lauterkeit würde ihn stets vor allem Zweifelhaften bewahren, aber es wird nicht an Menschen fehlen, die versuchen werden, seine Güte und Weltfremdheit auszubeuten. Schon jetzt ist sein augenblicklicher Chef auf dem besten Wege dazu. Nun wollte ich Sie fragen, Graf Mansar, ob Sie mir einen Rat geben könnten, wie man Bubi eine Stellung verschafft, die seiner und des Standes, dessen Mitglied er geworden, würdig ist?«

Mansar rieb sich das Kinn und legte die Stirn in nachdenkliche Falten. Er war nicht gewöhnt, Probleme irgendwelcher Art zu lösen, und dieses war so ein besonders schwieriges, daß er für den Augenblick ganz verwirrt war.

»Es ist eine Geldfrage«, sagte er schließlich. »Es fällt mir leider im Augenblick gar nichts ein, was für Pelborough in Betracht kommen könnte. Für irgendeinen Staatsdienst hat er nicht die nötigen Vorkenntnisse, und dann ist der Staat auch kein zahlkräftiger Chef.« Er sah Gwenda nachdenklich an. »Eine gute Partie könnte er machen«, sagte er und hoffte keinen faux pas damit zu begehen. Aber Gwenda nickte nur zustimmend.

»Daran habe ich auch gedacht«, sagte sie.

Lord Mansar schwieg. Schließlich meinte er: »Könnten Sie vielleicht einen Vorschlag machen? denn offen gesagt, mir fällt nichts ein.«

»Das einzige«, meinte sie zaghaft, »wäre, daß Sie ihn vielleicht durch Ihre Beziehungen in die Gesellschaft einführen.«

»Ich ihn einführen?« fragte Mansar ratlos.

»Ich meine, Sie könnten ihn in die richtigen Kreise bringen.«

»Ach, jetzt verstehe ich!« Graf Mansar schien ein Licht aufzugehen, denn ein strahlendes Lächeln erhellte sein rundes Gesicht.

»Das will ich furchtbar gern tun, gnädige Frau. Ich weiß, wie ich es anfangen kann. Ich werde ihm eine Einladung zu einem Ball verschaffen – kennen Sie Frau Krenley –?«

»Nein, leider nicht«, sagte Gwenda lachend.

»Ach was! Ich dachte, jeder kennt sie«, rief Mansar erstaunt aus. »Sie verkehrt in den besten Kreisen Londons. Ich werde sie bitten, eine Einladung an Pelborough zu schicken. Ich weiß zwar nicht, ob sie ihm sehr viel nützen kann,« fügte er ein wenig bekümmert hinzu, »mir hat sie keine großen Dienste geleistet. Aber Sie können sich darauf verlassen, gnädige Frau, daß ich mein möglichstes tun werde. Der Marquis ist wohl kein Verwandter von Ihnen, nicht wahr?«

Gwenda schüttelte den Kopf. »Sie können wahrscheinlich nicht verstehen, was ich eigentlich mit der Angelegenheit zu tun habe«, sagte sie ruhig. »Wie ich Ihnen früher schon einmal erzählte, bin ich am Broadwaytheater engagiert. Ich lernte Bubi in einer Pension kennen. Es besteht kein verwandtschaftliches Verhältnis zwischen uns, weder jetzt und voraussichtlich später auch nicht«, erklärte Gwenda mit Nachdruck. Lord Mansar nickte.

Den meisten Menschen, die sich die Mühe machten, überhaupt über Frau Krenley nachzudenken, war sie ein Rätsel. George Krenley war der Sohn eines mittellosen Pairs. Sein Bruder, ebenfalls ein Pair, war, wenn möglich, pekuniär noch schlechter gestellt. Vor dem Kriege hatte er eine Dame aus der ultramodernen Gesellschaft geheiratet, die ihrem Gatten keine weitere Mitgift als eine Anzahl Kleider, den Ruf, die beste Bridgespielerin Londons zu sein und einen kostspieligen Bekanntenkreis in die Ehe brachte. Jedoch wurden Herr und Frau Krenley wenige Jahre nach ihrer Ehe als die Spitzen der elegantesten Gesellschaft der Großstadt anerkannt. Das Ehepaar mietete ein prachtvolles Haus auf dem Bickleyplatz, wo sie ihre vielen Gäste mit großem Aufwand bewirteten. Außerdem hatten sie einen Landsitz in Somerset und bestritten scheinbar alle damit verbundenen Unkosten von den sechshundert Pfund jährlich, die Krenley von seiner Mutter geerbt hatte.

Zwei Tage nach Gwendas Unterhaltung mit Lord Mansar saß Frau Krenley, eine Zigarette rauchend, in ihrem Boudoir und sah nachdenklich auf einen Brief, der auf ihrem Schoß lag. Sie war eine ganz ansehnliche Dame von dreißig Jahren und bildete einen ziemlich starken Kontrast zu ihrem dicken, wenig schönen Gatten, der auf einem niedrigen Diwan saß und mit ihrem Bruder Karten spielte.

»Kennst du Pelborough«, fragte sie ihren Bruder, indem sie von dem Brief aufsah. Gregory Boyne, der das vergröberte Ebenbild seiner Schwester war, schüttelte den Kopf.

»Pelborough?« sagte er gedehnt. »Mir scheint, ich habe ihn irgendwo gesehen. Ist es nicht der Kaufmann – Marquis, von dem sie neulich alle im Klub sprachen?«

»Er hat kein Geld«, knurrte Krenley, als er die Karten mischte.

»Warum fragst du, Lu?«

»Mansar bittet mich, ihn zu unserem Ball am Freitag einzuladen.«

Boyne rümpfte die Nase. »Ach, solche Leute können wir hier nicht brauchen,« warf er ein, »das ist doch ein ganz ordinärer Kerl! Du würdest dich zum Gaudium von ganz London machen, Lu.«

Sie sah ihren Bruder nachdenklich an und schlug mit dem Brief auf die Handfläche. »Unsere Bekannten würde es vielleicht interessieren, ihn kennenzulernen,« sagte sie, »er würde ihnen wenigstens Gesprächsstoff liefern. Außerdem ...«

»Außerdem?« fragte Krenley heiser. Frühmorgens klang seine Stimme stets heiser.

»Ich weiß nur nicht, was ich für eine Ausrede gebrauchen soll, wenn ich Mansar schreibe, ich könnte den jungen Mann nicht einladen«, meinte sie. »Es wäre etwas anderes, wenn es sich um ein Diner handelte, wo jeder Gast seinen bestimmten Platz an der Tafel hat, aber bei einem Ball spielt einer mehr oder weniger keine Rolle.«

»Schreib' Mansar offen, daß wir solchen Pöbel nicht bei uns sehen wollen«, sagte ihr Bruder ruhig.

Sie lachte. »Meinst du, daß Mansar da kommen würde?« fragte sie bedeutungsvoll. Boyne wandte sich um und sah seine Schwester an.

»Daran hatte ich nicht gedacht. Es ist wohl nicht ratsam, Mansar vor den Kopf zu stoßen, gerade jetzt.«

»Dazu bedarf es allerdings augenblicklich nicht sehr viel«, warf Krenley ein. »Den mußt du jetzt mit Glacéhandschuhen anfassen, Lu.«

Frau Krenley nickte. »Das meine ich auch. Wieviel hat er eigentlich das letztemal verloren, Bob?«

»Siebentausend«, erwiderte ihr Mann prompt. »Das ist eine Bagatelle für ihn. Wenn ich voriges Mal gewußt hätte, daß er anfängt, scheu zu werden, hätte ich ihm bedeutend mehr abgenommen. An deiner Stelle, Lu, würde ich ihm ein paar höfliche Zeilen schreiben und ihm sagen, er soll nur seinen Marquis mitbringen. An dem Abend werde ich ihn ordentlich reinlegen. Mansar kann ruhig eine Million hierlassen. Er ist einer von denen, die jeden Scheck, den sie unterschreiben, honorieren. Und selbst wenn er betrunken war, als er unterschrieb«, – fügte er bedeutungsvoll hinzu.

Bubi war nicht gerade begeistert, als ihm die Nachricht mitgeteilt wurde.

»Das ist ja wunderbar, Bubi«, sagte Gwenda, und ihre Augen leuchteten vor Freude. »Nun werden Sie Gelegenheit haben, viele Menschen Ihres Standes kennenzulernen.«

Sie saßen beim Frühstück, als Gwenda den Brief von Lord Mansar bekam, der auch Frau Krenleys Einladung enthielt.

»Ich mache mir eigentlich gar nichts aus Gesellschaften«, sagte Bubi bekümmert. »Aber wenn Sie meinen, daß ich gehen soll, Gwenda, dann muß ich mich wohl damit abfinden. Wann fängt die Geschichte an?«

»Um zehn Uhr«, las Gwenda aus der Einladung heraus. Bubi runzelte die Stirn.

»Um zehn Uhr abends?« fragte er erstaunt.

Nach einigen Minuten Schweigens sagte er: »Aber man kann die Leute nicht so lange um ihren Schlaf bringen. Es ist wohl besser, ich gehe eine halbe Stunde früher hin, es sieht rücksichtsvoller aus.«

»Ich werde schon dafür sorgen, daß Sie eine halbe Stunde später gehen«, erwiderte Gwenda energisch. »Können Sie tanzen, Bubi?«

Zu ihrer Überraschung bejahte er diese Frage.

»Der Lehrer auf dem Polytechnikum sah sehr darauf, daß wir tanzen lernten«, sagte Bubi kleinlaut. »Es soll bei der Fußarbeit von Nutzen sein.«

»Bei der Fußarbeit?« wiederholte sie.

»Ja«, meinte Bubi und erklärte ihr, daß das Tanzenkönnen für einen Boxer außerordentlich nützlich wäre, darum hätte er am Polytechnikum Tanzstunden genommen. Scheinbar konnte man dort alles lernen.

»Und tanzten Sie wirklich mit jungen Mädchen?« fragte Gwenda, mit lachenden Augen.

»Doch, nur sah ich sie nie an,« gab er zu, »aber ich sprach manchmal mit der einen oder anderen.«

Gwenda lachte.

»Sie sind doch ein drolliger Kauz, Bubi«, sagte sie und fügte lebhaft hinzu: »Wie steht es aber nun mit Ihrem Frack?«

»Frack?« rief Bubi erschrocken, »muß ich mich denn in Staat werfen?«

Sie nickte.

»Haben Sie denn keinen Frack?« fragte sie bestürzt.

Nein, dazu hatte er sich noch nicht aufgeschwungen.

Sie verabredeten, sich nach Bureauschluß in der Stadt zu treffen. Alsdann machten sie eine Rundreise durch alle Konfektionshäuser Londons. Es stellte sich heraus, daß es für Bubis Figur so leicht war einen gutsitzenden Frack zu finden, als ob er den Schneidern als Modell gedient hätte.

Obgleich der Ball erst um zehn Uhr beginnen sollte, war Bubi schon um halb sechs fix und fertig angezogen. Er machte die schmerzliche Erfahrung, daß eine Einladung zu einem Ball mehr kostet als er es für möglich gehalten hätte. Was mußte er sich nicht alles anschaffen!

Ein neues Oberhemd, neue Manschettenknöpfe, seidene Strümpfe, oder wenigstens solche, die wie Seide aussahen, Lackschuhe, einen Chapeauclaque, den letzteren hatte allerdings die praktische Gwenda vom Theater geborgt, und ein ganz elegantes weißseidenes Halstuch.

Drei Stunden lang saß Bubi auf dem Stuhlrand und wartete in der kleinen Wohnung auf die gefürchtete Stunde. Sein Gesicht hatte den verzweifelten Ausdruck eines Menschen, der hingerichtet werden soll. Als er dann schließlich vor dem palastartigen Eingang des Hauses auf dem Bickleyplatz stand und an der Schar Diener vorbei die Flut von schönen Damen und eleganten Herren hineinströmen sah, fühlte er einen fast unwiderstehlichen Drang, nach Hause zu laufen.

Er schlenderte die Straße hinunter und überlegte, was er eigentlich tun müßte, um hineinzukommen. »Hätte ich nur eine Einlaßkarte oder irgendeinen greifbaren Ausweis über mein bona fides«, dachte er sich. »Wenn ich nur dem Diener ein Stückchen Pappe entgegenhalten könnte, wenn ich die Treppe hinaufgehe, würde ich mich behaglicher fühlen.« Da stieg Lord Mansar aus einem eleganten elektrischen Auto und erlöste ihn aus seiner Qual. Er ergriff ihn beim Arm und raste mit ihm die Treppe hinauf. Ehe Bubi recht wußte, was mit ihm geschah, fand er sich einer sehr schönen Dame gegenüber, deren mit zahlreichen Juwelen geschmückte Hand in der seinen lag.

»Es freut mich außerordentlich, Sie kennenzulernen, Lord Pelborough«, sagte sie mit süßem Lächeln. »Ich habe schon soviel von Ihnen gehört!«

Er hatte keine Zeit, die artigen Dankesworte, die er vorher überlegt hatte, herzusagen; denn Frau Krenley wandte sich sofort von ihm ab, um einen anderen eben angekommenen Gast zu begrüßen.

»Nun, Pelborough, was werden Sie jetzt anfangen?«

Mansar nahm seinen Arm und führte ihn in den riesigen Ballsaal, der von Twostep tanzenden Paaren erfüllt war. Mansars Gesicht war leicht gerötet, da er eben von einem Essen gekommen war, wo er sich gütlich getan hatte.

»Fürs erste werde ich mich einen Augenblick hinsetzen und zusehen,« stammelte Bubi, »um wieviel Uhr, meinen Sie, kann ich fortgehen?«

Mansar lachte. »Aber mein Liebster, Sie sind doch eben erst gekommen! Wenn Sie fortlaufen, ehe Sie ein paar nützliche Bekanntschaften gemacht haben, werde ich es Ihnen niemals verzeihen. Kommen Sie mal mit mir mit.« Er eilte mit Bubi auf einen merkwürdig aussehenden Herrn zu, der ihm nachlässig die Hand entgegenstreckte.

»Gestatten Sie, Lord Pr–sh–n–m–« Der Herr hätte ebensogut »Mir–kr–sb« heißen können, denn Bubi hatte nachher keine blasse Ahnung, welchen Namen er gehört hatte. Jedenfalls so viel wußte er, daß der Herr ein Minister des Kabinetts und eine sehr wichtige Persönlichkeit war. Eine so wichtige, daß er Bubi nicht zweimal ansah. Es ist sogar zweifelhaft, ob er ihn überhaupt anguckte. Er hatte ein schmales Gesicht, mit blaßblauen Augen, und tiefe Falten auf der Stirn. Dann wurde Bubi einem Herrn »Sesewsur« (oder war es Herrn »Sruzulun«?) vorgestellt. Er machte heroische Anstrengungen, den Namen dieses Mal zu verstehen, aber ohne Erfolg. Jedem Menschen, mit dem er bekannt gemacht wurde, schien ein unverständlicher Name anzuhaften, der aus einem Gemisch von Konsonanten, Vokalen und Nasallauten zusammengesetzt war.

»Und nun, alter Bursche«, sagte Lord Mansar und klopfte ihm freundschaftlich auf den Rücken. »Jetzt werde ich Sie verlassen. Ich gehe nach oben spielen. – Spielen Sie auch?«

Bubi lächelte und schüttelte den Kopf.

»Früher konnte ich ›Gott erhalte unseren König‹ mit einem Finger ...« begann er. Mansar lief lachend davon.

Bubi sah sich nach einem freien Stuhl um, und setzte sich. So konnte er der Musik zuhören und dem Tanz zusehen, ohne daß ihn jemand störte. Hin und wieder betrachtete einer der Gäste die einsame Gestalt und fragte sich, wer er wohl sein könnte, und was er dort mache. Aber niemand, auch nicht die ihm vorgestellten Damen und Herren mit den unfaßbaren Namen, kümmerten sich um ihn. Da er sich nach einer Weile zu langweilen begann, ging er den erhitzten Paaren nach, die den Saal verließen, weil er sehen wollte, wohin sie gingen. Er entdeckte ein Büfett, und ein Diener, der ein großes Tablett trug, reichte ihm ein Glas, das eine goldfarbene Flüssigkeit enthielt, die wie Brauselimonade aussah, und nach Apfelwein schmeckte. Aber nachdem er kaum genippt hatte, verschluckte er sich. Es war ein schäumendes, viel Kohlensäure enthaltendes Getränk, das ihm in den Kopf stieg und ein prickelndes Gefühl in der Nase verursachte, das ihn fast erstickte.

»Ist das Alkohol?« fragte er nach Luft schnappend.

»Nein, Herr, Sekt ist es«, erwiderte der Diener.

Er genierte sich, das Glas zurückzugeben, aber andererseits wollte er nicht noch mehr von dem Feuertrank genießen. Nach einer Weile gelang es ihm, das Glas auf das Büfett zu schmuggeln, und er schlenderte schuldbewußt davon. Es fiel ihm auf, daß sehr viele Gäste die Treppe hinaufgingen. Zuerst zögerte Bubi, ihnen zu folgen, denn er dachte, daß diese vielleicht intime Bekannte der Wirtin wären, die überall im Hause aus- und eingehen konnten, wie es ihnen beliebt. Aber nach einiger Zeit faßte er sich ein Herz und ging auch nach oben. In einem riesengroßen Salon über dem Ballsaal saßen einige dreißig Leute, Damen und Herren, um einen grünen Tisch herum, auf welchem ein Roulettespiel stand. Fasciniert sah Bubi dem Spiel zu, bei dem wirklich Geld, wenn auch nur kleine Summen, auf die numerierten viereckigen oder länglichen Felder, die mit Fremdwörtern beschrieben waren, geworfen wurde.

»Sie spielen um Geld!« sagte Bubi leise, ganz starr vor Erstaunen, und sah ängstlich nach der Tür, denn er befürchtete, es könnten jeden Augenblick Polizisten eintreten. Später hörte er, daß gerade dieses Roulettespiel der Hauptanziehungspunkt der Gesellschaften bei Frau Krenley war. Der kleine Nervenkitzel wurde durch das Risiko, von der Polizei überrascht zu werden, noch erhöht.

Nach einer Weile erlahmte Bubis Interesse, und er schlenderte aus dem Zimmer auf den Flur hinaus, wo es kühler als in den geheizten Räumen war. Er stand mit dem Rücken gegen die Wand, die Hände gefaltet, und überlegte, wie er in den Besitz seines Chapeauclaque und Überziehers, die er bei der Ankunft einem Diener so vertrauensvoll überreicht hatte, gelangen könnte.

Er fühlte sich sehr einsam, fast ausgestoßen, wie ein Fremder im fremden Lande, der die Sprache dieser lustigen Menschen, die sich alle mit Vornamen anredeten, nicht kannte. Schon hatte er den Plan gefaßt, heimlich die Gesichter der Diener zu prüfen, um auf diese Weise den Hüter seines Rockes und seines Hutes herauszufinden, als eine Tür am anderen Ende des Korridors geöffnet wurde, und ein großer Herr mit rotem Gesicht hinaustrat. Eine Minute sah er sich um, als er dann Bubi merkte, winkte er ihn zu sich heran. Da Bubi jede Ablenkung willkommen war, ging er bereitwilligst auf den Wunsch des Herrn ein.

»Gehen Sie zu dem Kellermeister hinunter,« sagte Herr Gregory Boyne, »und lassen Sie sich von ihm ein halbes Dutzend Flaschen Sekt geben. Sagen Sie ihm, daß sie für Herrn Boyne sind. Aber beeilen Sie sich!«

»Gewiß«, sagte Bubi und ging die Treppe mit leichterem Herzen herunter, als er heraufgekommen war, denn er hatte wenigstens eine vorübergehende Beschäftigung. Das Bewußtsein, daß er sich nützlich machte und gewissermaßen in den Betrieb mit hineingezogen worden war, gab ihm das Gefühl, hier als dazugehörig betrachtet und zur Familie gerechnet zu werden.

Er fand den Kellermeister, einen starken, imposant aussehenden Mann, im Büfettzimmer.

»Sechs Flaschen Sekt, Herr? Jawohl, für Herrn Boyne, nicht wahr?«

Bubi nickte.

»Ich werde sie mit einem Kellner heraufschicken.«

»Ach, das ist ja nicht nötig,« meinte Bubi, »geben Sie sie ruhig mir.«

Der Diener sah ihn verständnisvoll an.

»Schön, Herr!« entgegnete er mit einem Lächeln.

Mit je drei Flaschen unter jedem Arm ging Bubi die Treppe hinauf, die jetzt glücklicherweise leer war. Er klopfte an die Tür und hörte, wie man nach einigen Sekunden einen Schlüssel im Schloß drehte. Als sie geöffnet wurde, stand Boyne vor ihm.

»Kommen Sie herein,« sagte er, »es ist wohl besser, Sie bleiben hier und machen diese Flaschen auf.«

Das Zimmer war verhältnismäßig klein. Unter einem silbernen elektrischen Kronleuchter stand ein runder grüner Tisch, an welchem fünf Herren saßen.

»Nun machen Sie schnell eine Flasche auf,« sagte Boyne leise, »und passen Sie auf, daß das Glas des Herrn da nicht leer wird.«

Bubi sah den »Herrn da« auf seine kurzsichtige Weise näher an und entdeckte zu seinem Erstaunen, daß es Mansar war.

»Und sehen Sie, Kellner«, sagte Boyne noch immer mit derselben leisen Stimme ...

»Wie?« sagte Bubi zusammenfahrend.

»Stören Sie die Herren nicht, verflucht noch einmal!« fauchte Boyne. »Sie müssen Herrn Krenley und mir aus der Flasche drüben einschenken.« Er zeigte auf eine große Quartflasche, die auf dem Buffet stand. »Es ist Brauselimonade darin. Verstanden?«

»Entschuldigen Sie«, begann Bubi, dem es peinlich war, gewissermaßen unter Vorspiegelung falscher Tatsachen in das Zimmer hineingelassen worden zu sein; denn es war ihm jetzt klar, daß man ihn für einen der gemieteten Kellner hielt.

»Ich möchte nur sagen – – –«

»Ich weiß schon, was Sie sagen möchten, aber Sie bekommen ein ordentliches Trinkgeld. Alles, was Sie zu tun haben, ist, das Maul zu halten, und das Glas dort drüben voll.«

»Jawohl«, sagte Bubi kleinlaut. Plötzlich war er sich der großen Schande bewußt, für einen Kellner gehalten worden zu sein, und er flehte zu Gott, daß Lord Mansar ihn nicht erkenne. Seine Lordschaft war jedoch mit dem Spiel vollauf beschäftigt und ganz darin vertieft. Die vorhin leicht geröteten Wangen waren jetzt ziegelrot, seine Stimme war belegt und seine Bewegungen unsicher. Bubi stand hinter ihm, beobachtete das Spiel, füllte aber getreulich das Glas immer von neuem. Das Spiel war ihm unbekannt; später erfuhr er, daß es » Chemin de fer« hieß. Nachdem er eine halbe Stunde zugesehen hatte, war ihm verschiedenes klargeworden. Erstens, daß Lord Mansar sehr viel verloren hatte und noch immer weiter verlor, zweitens, daß er dann am meisten verlor, wenn er die Bank hielt, drittens, diese Entdeckung gab ihm am meisten zu denken, daß, sobald Lord Mansar die Bank übernahm, die Karten von neuem gemischt und ihm entweder von Lord Krenley oder Herrn Boyne gereicht wurden. Man brauchte nur ein Spiel Karten, aber Bubi fiel es auf, daß Lord Mansar am Schluß einer sehr verlustreichen Partie eine Treffneun, die sein Unglück gewesen war, in die Hand nahm und dabei den nassen Abdruck seines Daumens auf der Karte zurückließ, denn er hatte eben ein Glas Sekt mit unsicherer Hand zum Munde geführt. Als Mansar die Bank wieder hielt, bekam er von neuem durch einen merkwürdigen Zufall die Treffneun, aber dieses Mal war kein Fingerabdruck auf der Karte zu bemerken. Bubi holte tief Atem.

»Heute habe ich ganz verdammtes Pech«, sagte Seine Lordschaft mit unsicherem Lachen, als er seine Unterschrift unter einen Schuldschein von achtzehnhundert Pfund setzte.

»Wieviel habe ich verloren, Boyne?«

»Ach, nicht so arg viel«, erwiderte Boyne beruhigend und legte diesen Schuldschein zu den vielen anderen. »Wir werden es am Schluß zusammenrechnen, und dann können Sie mir einen Scheck für die ganze Summe ausstellen.«

»Wieviel habe ich verloren?« beharrte der junge Mann mit trunkenem Ernst.

»Spielen Sie nur weiter, Mansar«, sagte Krenley lächelnd. »Ich habe genau soviel verloren wie Sie. Sie haben ebenso viele Schuldscheine von mir als von Mansar da, nicht wahr, Gregory?«

Herr Boyne nickte, und das Spiel ging weiter ... Bubi war mit seinen Beobachtungen so beschäftigt, daß Boyne ihn einmal auf den Fuß treten mußte, um ihn zu erinnern, daß Mansars Glas leer war.

»Ich bin erledigt«, sagte Mansar, nachdem er wieder eine enorme Summe verloren hatte. Schwankend erhob er sich, steckte die Hand in die Westentasche und holte ein Scheckbuch heraus.

»Wieviel macht es?«

»Siebenundzwanzigtausend Pfund«, sagte Boyne, der inzwischen auf einem Zettel die Beträge der verschiedenen Schuldscheine zusammengerechnet hatte.

»Was?!«

Lord Mansar starrte den Sprecher an.

»Siebenundzwanzigtausend Pfund«, wiederholte Boyne gelassen. »Sie haben heute viel Pech gehabt, alter Freund.«

Der Schreck machte Mansar fast nüchtern. Einen Augenblick lang sah er Boyne an, dann setzte er sich wieder an den Tisch.

»Ich verstehe«, sagte er ruhig. »Kann mir jemand Feder und Tinte geben?«

Man reichte ihm eine Füllfeder, und er schrieb rasch den Scheck aus.

»Danke«, sagte Boyne. Aber ehe seine Finger sich um den Scheck schließen konnten, wurde er ihm aus der Hand gerissen. Mit offenem Munde wandte er sich um und sah, wie der »Kellner« den Scheck in aller Ruhe in Fetzen zerriß. Mansar sah auch hin und erkannte den jungen Lord.

»Nanu ... nanu ... Pelborough,« stammelte er, »was, zum Teufel, machen Sie da?«

»Ich zerreiße einen Scheck«, sagte Bubi mit dem ihm eigenen sonderbaren Lächeln.

»Aber, mein lieber Junge, das ist ja unerhört, das dürfen Sie doch nicht ...«

»Ich zerreiße Ihren Scheck, Lord Mansar, weil man Sie betrogen hat.«

»Ach, was Sie sagen!« warf Boyne jetzt ein, »Sie wissen wohl nicht, welche ernste Beschuldigung Sie damit aussprechen, aber wie soll einer aus der Gosse ...«

»Schweigen Sie«, rief Mansar. »Ohne Grund würde er keine solche Anklage erheben. Was meinten Sie vorhin, Pelborough?«

»Ich verstehe zwar nicht viel von Karten,« sagte Bubi, »aber ich glaube, Sie sind der Meinung, daß Sie mit einem Spiel Karten spielten. In Wirklichkeit ist, soviel ich weiß, mit vierzehn gespielt worden.«

»Was meinen Sie?«

»Immer, wenn Sie die Bank hielten, – so heißt es doch wohl – nicht wahr?« sagte Bubi, »tauschte der Mann dort« – er zeigte auf Boyne – »die Karten. Er nahm eine neue aus seiner Tasche und gab die alte dem Herrn da, der rechts von ihm sitzt. Ich könnte wetten, er hat noch einige Spiele in der Tasche.«

Es trat eine Totenstille ein, die schließlich von Boyne unterbrochen wurde.

»Sie glauben doch nicht«, begann er.

»Lassen Sie mich die Innenseite Ihrer Taschen sehen«, sagte Mansar.

»Ist es Ihnen denn klar, was Sie verlangen?« warf Krenley ein. Die anderen beiden Herren schwiegen. Bubi hatte schon längst heraus, daß es zwei Strohmänner, wahrscheinlich die Kumpane von Boyne, waren.

»Doch, es ist mir recht klar, was ich verlange«, entgegnete Mansar. »Lord Pelborough hat eine Beschuldigung gegen Sie erhoben, die Sie sehr leicht widerlegen können.«

»Und Sie glauben, daß ich meine Taschen umkehren werde?« höhnte der Herr mit dem roten Gesicht.

»Das glaube ich nicht nur, sondern ich bin davon überzeugt«, erwiderte Mansar ruhig. »Wenn Lord Pelborough sich geirrt hat, will ich Ihnen einen Scheck in der Höhe des Betrages, den Sie gewonnen haben, ausstellen und bin dann auch bereit, Ihnen jede Genugtuung, die ein Gentleman einem anderen, den er auf das gröbste beleidigt hat, gewähren kann, zu geben, denn ich neige Lord Pelboroughs Meinung zu.«

»Wenn Sie denken, daß ich Ihnen gestatten werde, eine Leibesvisitation an mir vorzunehmen, so irren Sie sich gewaltig«, sagte Boyne wütend.

»Ziehen Sie den Rock aus«, sagte Bubi gelassen.

Einen Augenblick sah Boyne ihn an. Dann stürzte er sich mit Wutgeheul auf die schlanke Gestalt. Er war einen Kopf größer und fast zweimal so schwer als sein Gegner, aber Bubi war ein Meister im Boxen, wohl der beste seines Gewichtes in ganz England. Er begann mit jenem eigenartigen tänzelnden Schritt und traf Boyne erst mit der rechten und dann mit der linken Hand. Dieser taumelte, und ehe er sich wieder erholen konnte, hatte Bubi schon einen wohlgezielten Schlag mit der Linken gelandet. Das ganze Zimmer bebte, als Boyne mit dumpfem Fall zu Boden stürzte. Bubi beugte sich über ihn, steckte die Hand in die Taschen des Gegners, und wie ein Zauberer aus einem scheinbar leeren Gefäß Gegenstände herausholt, zog er zu Mansars Erstaunen ein Spiel Karten nach dem anderen heraus. Jedes war geschickt und ordentlich mit einem Gummiring zusammengehalten.

Bubi und Mansar gingen die Treppe hinunter, und Frau Krenley geleitete sie in die Nacht hinaus.

»Sie haben sich schändlich gegen meinen Bruder benommen, Lord Mansar«, sagte sie leise, damit der wartende Chauffeur sie nicht hören konnte. »Und was den Proleten, den Sie mitbrachten, anbetrifft ...«

»Frau Krenley,« – Mansars Stimme war eisig – »ein Wort von diesem ›Proleten‹ würde genügen, um Sie aus der Gesellschaft aller anständigen Leute auszustoßen.«

Zerknirscht ging Frau Krenley an ihren Schreibtisch zurück. Oben, von seinem ihm hilfeleistenden Schwager und seinen Trabanten umgeben, sah Herr Boyne ebenfalls zerknirscht aus, und er hatte auch alle Ursache, es zu sein.

 << Kapitel 5  Kapitel 7 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.