Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Karl Simrock >

Lieder der Minnesinger

Karl Simrock: Lieder der Minnesinger - Kapitel 99
Quellenangabe
typepoem
booktitleLieder der Minnesinger
authorKarl Simrock
firstpub1857
year1857
publisherR. L. Friederichs
addressElberfeld
isbn
titleLieder der Minnesinger
pages
created20070301
sendergerd.bouillon
Schließen

Navigation:

30. Gottfried von Nifen.

5. Der zerbrochene Krug.

Parodisch.

    Schnee und Reifbehang
Hat die Haide bezwungen,
Ihr lichter Schein
    Trägt klägliche Gestalt.
Und der Vögel Sang,
Die so fröhlich gesungen,
Ist verstummt vor Pein.
Dazu klag ich den Wald,
    Dem gebricht ein Kleid.
Dennoch kann sie fügen
Härter Herzeleid,
Die das Waßer in Krügen
Von dem Brunnen trägt.   An Sie gedenk ich lebenslang.

    Ich brach ihr den Krug,
Da sie gieng nach dem Bronnen.
Wie erfreut' es mich,
Als ich die Liebe sah.
    Da sie das vertrug,
Mir war Sorge zerronnen.
Hört wie minniglich
Sprach die Geliebte da:
    »Ich hab üble Zeit,
Das kommt von euern Schulden.
Meine Frau thut mir Leid,
Und ich muß es erdulden,
Die mich gestern fünfmal wohl   um euretwillen schlug.«

    »Nun thu den Willen mein,
So helf ich dir aus Nöthen:
Von hier mit mir entrinne,
So meidet dich ihr Zorn!«
    »Nein, das mag nicht sein;
Eh ließ ich mich ertödten:
Meiner Frauen Minne
Wär immerdar verlorn.
    Einen Schilling soll
Die mir und ein Hemde:
Seht, das weiß ich wohl,
Das wär alles mir fremde.
Wenn ich das bekomme,   will ich wohl euch Hülfe leihn.«

 << Kapitel 98  Kapitel 100 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.