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Lieder der Minnesinger

Karl Simrock: Lieder der Minnesinger - Kapitel 32
Quellenangabe
typepoem
booktitleLieder der Minnesinger
authorKarl Simrock
firstpub1857
year1857
publisherR. L. Friederichs
addressElberfeld
isbn
titleLieder der Minnesinger
pages
created20070301
sendergerd.bouillon
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19. Heinrich von Veldeke.

2. Isalde.

     

    »Mich erfreut, daß uns die Tage
Wieder werden licht und lang,«
    Sprach ein Fräulein sonder Klage,
Frei und sonder allen Zwang.
    »Ich sag es meinem Glücke Dank,
Daß ich solch Gemüthe trage,
Daß ich durch einen bösen Trank
An freiem Muthe nicht verzage.

    »Mir hatt einmal mit guten Dingen
Also wohl gedient ein Mann,
    Gerne gönnt ich ihm Gelingen
Wie ich jetzt es nicht mehr kann,
    Seit er solchen Muth gewann,
Daß er mit Bitten wollt erzwingen
Was ich beßer weigern kann
Als Ihm ziemt, in mich zu dringen.

    »Er bat um ungefüge Minne,
Die ihm mein Wille nicht beschied.
    Er dank es seinem kranken Sinne,
Daß ihm die Thorheit also rieth.
    Was ihm davon zu Leid geschieht,
Er wird wohl an dem Schaden inne,
Daß ihm sein Spiel nicht wohl gerieth.
Er bricht, bevor er das gewinne.

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