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Lieder aus dem Rinnstein

Hans Ostwald: Lieder aus dem Rinnstein - Kapitel 95
Quellenangabe
authorVerschiedene Autoren
editorHans Ostwald
titleLieder aus dem Rinnstein
publisherKarl Henckell & Co.
year1903
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20180126
projectid9ad00744
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Straßenräuberlied.

Es ist doch kein schöner Leben
auf der ganzen weiten Welt,
als das Straßenräuber-Leben,
welches uns gar wohl gefällt.
In den Wäldern herumzustreichen,
reiche Leute zu erreichen;
was uns fehlt an Geld und Beut',
bringen uns die Wandersleut'.

Wenn wir Rad und Galgen sehen,
bilden wir uns gänzlich ein,
daß es einmal muß geschehen,
einmal aufgehangen sein,
steigen wir vom Weltgetümmel
auf der Leiter in den Himmel,
wo der Wind weht aus und ein,
bis wir abgefaulet sein.

Laß den Leib am Galgen hangen,
denn das ist der Vögel Speis';
o wie herrlich wird er prangen,
wenn die Knochen werden weiß!
Wenn andere Leiber in der Erden
vom Gewürm gefressen werden. –
Am Galgen schöpft man frischere Luft
als in einer Totengruft.

(Aus den Schlesischen Volksliedern gesammelt v. Hoffmann v. Fallersleben und Ernst Richter.)

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