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Lieder aus dem Rinnstein

Hans Ostwald: Lieder aus dem Rinnstein - Kapitel 84
Quellenangabe
authorVerschiedene Autoren
editorHans Ostwald
titleLieder aus dem Rinnstein
publisherKarl Henckell & Co.
year1903
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20180126
projectid9ad00744
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Das Muttererbe.

Sie ging tagaus, sie ging tagein
genau dasselbe Endchen;
ihr kleines blondes Töchterlein,
das hatte sie am Händchen.

Sie lernte auf dem ständ'gen Gang
verschied'ne Herren kennen;
die Kleine mußte durch die Bank
sie alle »Onkel« nennen.

Mama und Tochter wurden da
natürlich immer älter,
und mit der Zeit ließ die Mama
die Onkels kalt und kälter.

Und die Mama blieb jetzt zu Haus
und sprach Vertrauen hegend:
»Jeh, Mieze, jetzt alleene aus,
Du kennst ja meine Jejend.«

Dann ging tagaus, dann ging tagein
genau dasselbe Endchen
das aufgeblühte Töchterlein,
den Engelhorn im Händchen.

Und wenn es einen Onkel sah,
dann sprach's, auch ungebeten:
»Ick habe jetz' von die Mama
de Erbschaft anjetreten.«

Georg Latz.

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