Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Hans Ostwald >

Lieder aus dem Rinnstein

Hans Ostwald: Lieder aus dem Rinnstein - Kapitel 6
Quellenangabe
authorVerschiedene Autoren
editorHans Ostwald
titleLieder aus dem Rinnstein
publisherKarl Henckell & Co.
year1903
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20180126
projectid9ad00744
Schließen

Navigation:

Abenteuer.

Tritt heraus das Mägdelein
in den warmen Sonnenschein
in dem hellen Lichte,
ihre Schafe treibt sie aus,
Frühling im Gesichte!

Von der Sonne heißem Strahl
fließet Hitze in das Tal
über grüne Matten,
darum birgt das Mägdelein
sich im Waldesschatten.

Wandelnd an des Waldes Rand
löse ich der Zunge Band:
Laß den Knecht dich grüßen,
liegen dir auch Fürsten sonst
demutvoll zu Füßen! –

»Warum sprichst du grüßend an
eine Maid, die nicht den Mann
kennt, der sie gezeuget,
der sich nie ein fremder Herr
hat im Gruß geneiget?«

Plötzlich springt ein Wolf daher,
gierig, den wohl Hunger sehr
knurrend quält im Magen,
raubt ein Schaf und macht sich auf,
es zum Wald zu tragen.

Als die Jungfrau nun ersah,
welch ein Unheil dort geschah,
fängt sie an zu schreien:
»Wer das Schaf mir wiederbringt,
soll sich meiner freuen!«

Kaum hab' ich das Wort gehört,
ziehe ich alsbald mein Schwert,
und im Augenblicke
liegt der Wolf entseelt, und ich
bring' das Schaf zurücke!

 << Kapitel 5  Kapitel 7 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.