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Gotthold Ephraim Lessing: Lieder - Kapitel 52
Quellenangabe
titleLieder
authorGotthold Ephraim Lessing
typepoem
modified20170915
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Die wider den Cäsar verschworne Helden

Cassius. Decimus. Brutus. Cimber.

Cassius.
      Jetzt, Helden, laßt uns rühmlich sterben,
Eh Rom noch Königsfesseln trägt.
Wer sollte nicht mit Lust verderben,
Wenn ihn der Staat mit niederschlägt?
Decimus.
Ja – aber ohne Rache sterben,
Und ohne Nutz dem Vaterland – –
Freund, das heißt pöbelhaft verderben.
Und wozu hätt ich Mut und Hand?
Cassius.
O Brutus! voller tiefen Sorgen
Seh ich dein Herz für Rom zerteilt.
O Freund! noch einen freien Morgen,
So hat die Knechtschaft uns ereilt.
Brutus.
Wenn Cäsar Rom will unterdrücken,
Muß Brutus ihn zur Strafe ziehn.
Ich will den Dolch ins Herz ihm drücken:
Mit Zittern zwar, doch drück ich ihn.
Cassius.
Du? deinem Freunde? Brutus! Götter!
Rom steht, wenn Brutus Brutus ist.
Schon war ein Brutus Roms Erretter;
Komm! zeige, daß du beide bist.
Cimber.
Auch ich will alles mit euch wagen;
Auch ich muß ohne König sein.
Denn könnt ich einen Herrn ertragen,
Ertrüg ich allererst den Wein.

 


 

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