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Gutenberg > Ovid >

Liebeskunst

Ovid: Liebeskunst - Kapitel 10
Quellenangabe
typepoem
booktitleOvids Werke, Fünfter Theil
authorOvid
translatorHeinrich Lindemann
firstpub1861
year1861
publisherVerlag von Wilhelm Engelmann
addressLeipzig
titleLiebeskunst
created20040831
sendergerd.bouillon
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Saepe sub autumno, cum formosissimus annus,
    Plenaque purpureo subrubet uva mero;
Cum modo frigoribus premimur, modo solvimur aestu:
    Aere non certo corpora languor habet,
Illa quidem valeat: sed si male firma cubarit,
    Et vitium caeli senserit aegra sui:
Tunc amor et pietas tua sit manifesta puellae;
    Tunc sere, quod plena postmodo falce metas.
Nec tibi morosi veniant fastidia morbi;
    Perque tuas fiant, quae sinet ipsa, manus.
Et videat flentem, nec taedeat oscula ferre;
    Et sicco lacrimas combibat ore tuas.
Multa vove, sed cuncta palam; quotiesque libebit,
    Quae referas illi, somnia laeta vide.
Et veniat, quae lustret anus lectumque locumque;
    Praeferat et tremula sulfur et ova manu.
Omnibus his inerunt gratae vestigia curae:
    In tabulas multis haec via fecit iter.
Ne tamen officiis odium quaeratur ab aegra,
    Sit suus in blanda sedulitate modus.
Neve cibo prohibe, nec amari pocula succi
    Porrige; rivalis misceat illa tuus.
Sed non, quo dederas a litore carbasa, vento
    Utendum, medio cum potiere freto.
Dum novus errat amor, vires sibi colligat usu;
    Si bene nutrieris, tempore firmus erit.
Quem taurum metuis, vitulum mulcere solebas;
    Sub qua nunc recubas arbore, virga fuit.
Nascitur exiguus, sed opes acquirit eundo,
    Quaque venit, multas accipit amnis aquas.
Fac tibi consuescat – nil consuetudine maius –;
    Quam tibi dum capias, taedia nulla fuge.
Te semper videat, tibi semper praebeat aures;
    Exhibeat vultus noxque diesque tuos.
Cum tibi maior erit fiducia, posse requiri:
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    Oft geschieht es im Herbst, dann, wann am schönsten das Jahr ist,V. 315 ff. Die starre (drückende, wie es im Original heißt) Kälte scheint freilich mit der schönsten Jahreszeit in Widerspruch zu stehen; man denke aber an diejenigen Herbsttage, wo die Luft, während sie am Tage glühend heiß ist, während der Nacht sich bedeutend abkühlt, so daß die empfindlichen Schönen des Südens wohl frieren und in Folge dessen Unwohlsein befallen kann. – Für sub autumno a. Lsrt. wie gewöhnlich bei dem Zeitbegriffe dieser Präposition, sub autumnum. Ferner hat Cod. Reg. mit Francof. und Lincoln, premitur und solvitur, wahrscheinlich von der in letzterem erhaltenen Lsrt des folgenden Verses aer et invertus &c. herrührend, wo aer als Subject dazu anzusehen und incertus zu languor zu ziehen ist. Die Beziehung auf annus wäre kaum zulässig.
    Und von dem purpurnen Wein strotzend die Traube sich färbt,
Wann vor Kälte wir bald starr sind, bald schmelzen vor Hitze,
    Daß bei schwankender Lust Schwäche den Körper befällt:
Möge sie wohl dann sein! Doch läge danieder sie unwohlV. 319. Die Verbesserung Heinsiussens cubarit für das handschriftliche cubabit ist in Berücksichtigung des folgenden senserit wohl unzweifelhaft.
    Und empfände erkrankt schädliche Folgen der Lust:
Dann beweise, wie treu, wie zärtlich du liebest, dem Mädchen;
    Säe, was später du magst ernten mit vollem Ertrag.
Nicht auch komme Verdruß dir an ob der mürrischen Krankheit;
    Und es geschehe durch dich Alles, was selber sie läßt.V. 324. Was sie läßt, nämlich geschehen.
Weinen auch sehe sie dich; und es ekle dich nicht, sie zu küssen;
    Und mit dem trockenen Mund schlürfe die Thränen sie ein.
Thue Gelübde auch viel, doch laut; und fröhliche Träume,V. 327. Libebit geben bloß Reg. und Sarr., die übrigen fälschlich licebit.
    Die du erzählen ihr magst, schaue, so oft es beliebt.
Auch ein Mütterchen komme, zu reinigen Lager und Stätte,V. 329. Die Reinigung eines Krankenzimmers ist etwas Natürliches. Hier ist aber nicht sowohl an eine solche natürliche Reinigung. als vielmehr an eine zauberhafte Handlung zu denken, durch welche eine etwaige Behexung gelöst oder doch die Gesundheit auf wunderbare Weise – denn wozu sonst ein Mütterchen oder altes Weib, wie es im Original heißt? – hergestellt werden sollte. Der Schwefel war übrigens bei Reinigungen aller Art etwas Gewöhnliches. Vergl. Verw. 7, 261. Weniger bekannt ist uns, wie die Eier angewendet wurden und inwiefern sie symbolische Bedeutung hatten; vielleicht weil ihr Inhalt noch mit Nichts in Berührung gekommen war. – Vermuthlich weil dergleichen Lustration gewöhnlich, wie in der angef. Stelle der Verw. in dreimaliger Wiederholung vollzogen wurde, so fängt eine Vatic. Hdschrft sowohl den Hexameter als den Pentameter mit ter an: Ter veniat &c. Ter ferat &c.
    Eier und Schwefel voran haltend in zitternder Hand.
In dem Allen erkennt sie die Spuren erfreuender Sorge.
    Vielen schon hat zum Vertrag Solches geebnet den Weg.V. 332. Zum Vertrag, zum Ehevertrag, zur Ehe. – Daher in vielen Quellen die in den Text gekommene Erklärung in thalamos.
Doch daß Dienste auch nicht zuwider dich machen der Kranken,
    Halte gehöriges Maß zärtlicher Eifer bei dir.
Wehr' auch zu essen ihr nicht, noch reich' ihr bitteren Trank dar.V. 335 f. Vergl. Mittel wider die Liebe 227. – Die meisten Hdschrften geben cibos prohibe, manche auch praebe; Die richtige Lsrt hat wieder Cod. Reg. mit zwei Vatic. und Ed. pr.
    Nebenbuhler nur laß solchen ihr machen zurecht.
Doch des Windes, mit dem du gespannt die Segel vom Strand aus,V. 337 ff. Was der Lehrer mit diesem Satze bezweckt, ergiebt sich aus V. 350 ff. Für quo dederas vento will Heinsius nach Spuren in Cod. Reg. cui dederis vento oder quis d. ventis lesen; ganz gut, aber ohne Grund. – Potiere geben nur wenige Quellen, die meisten unpassend potiare, durch cum verführt; Cod. Reg. verschrieben potiore.
    Darfst du bedienen dich nicht, wann du die Mitte erreichst.
Schweift die Liebe noch jung, so sammle sie Kräfte durch Übung;V. 339. Colligat wieder Cod. Reg. mit einigen anderen gegen die gem. übrigens sehr wohl zulässige Lsrt colligit.
    Stark wird sie mit der Zeit, wenn du gehörig sie pflegst.
Was du fürchtest als Stier, das pflegtest als Kalb du zu streicheln.
    Ruthe erst war der Baum, welcher dir Schatten gewährt.
Klein entspringet der Strom, doch wird er mächtig im Laufe;
    Überall nimmt auf dem Weg viele Gewässer er auf.
Laß sie an dich sich gewöhnen, denn mächtiger Nichts als Gewohnheit.V. 345. Es scheint ungereimt, daß nach dem Rathe fac tibi consuescat wieder von capere die Rede ist, das doch in dem gewöhnlichen Sinne dem consuescere schon vorangegangen sein muß. Außerdem erklärt es Burmann gegen Heinsius mit Recht für unvereinbar mit den Gesetzen der Lateinischen Sprache, quam nicht auf consuetudo (a. Lsrt assuetudo), sondern darüber zurück auf das in consuescat liegende Subjekt puella zu beziehen. Daher bezieht er, unter Berufung auf Cic. Off. I, 18. in omni officio consuetudo exercitatioque capienda (muß man erwerben, sich aneignen, also etwas von dem Subjecte Beabsichtigtes), quam auf consuetudo. Allein nicht er, sondern sie soll sich ja die Gewohnheit aneignen und zwar, ohne daß sie es beabsichtigt, ja nur merkt. Dies wohl fühlend, will er lieber auf Grund einiger Hdschrften und alter Ausgaben tu für tibi lesen und capias in capiat verwandeln, auf puella bezüglich. Abgesehen aber, daß eine Verderbniß anzunehmen keinerlei Veranlassung vorliegt, wie könnte das zu fuge gehörige tu zwischen quam dum capiat stehen? Nach reiflicher Erwägung glauben wir die Stelle nicht anders erklären zu können, als daß wir nil consuetudine maius als Parenthese fassen, quam auf das Mädchen beziehen und capias = captam teneas in dem Sinne einer vollendeten Eroberung nebmen: bis du durch solche Gewöhnung die Schöne dir vollständig erobert hast, ihrer völlig sicher bist. In diesem Sinne kann man, glauben wir, auch Deutsch erobern gebrauchen.
    Scheue nur keinerlei Müh', bis du eroberst sie dir.
Immer sehe sie dich, ihr Ohr dir leihe sie immer;V. 347. Den Sing. aurem hat Heinsius auf die einzige Autorität des Cod. Sarr. gegeben.
    Dein Bild steh' ihr bei Tag, steh' ihr vor Augen bei Nacht.
Kannst du sicherer schon, man werde vermissen dich, hoffen;
    Tum procul, absenti cura futurus, eris.
Da requiem: requietus ager bene credita reddit,
    Terraque caelestes arida sorbet aquas.
Phyllida Demophoon praesens moderatius ussit;
    Exarsit velis acrius illa datis.
Penelopen absens sollers torquebat Ulixes.
    Phyllacides aberat, Laodamia, tuus.
Sed mora tuta brevis: lentescunt tempore curae;
    Vanescitque absens et novus intrat amor.
Dum Menelaus abest, Helene, ne sola iaceret,
    Hospitis est tepido nocte recepta sinu.
Quis stupor hic, Menelae, fuit? Tu solus abibas;
    Isdem sub tectis hospes et uxor erant.
Accipitri timidas credis, furiose, columbas?
    Plenum montano credis ovile lupo?
Nil Helene peccat, nil hic committit adulter:
    Quod tu, quod faceret quilibet, ille facit.
Cogis adulterium dando tempusque locumque.
    Quid nisi consilio est usa puella tuo?
Quid faciat? Vir abest, et adest non rusticus hospes;
    Et timet in vacuo sola cubare toro.
Viderit Atrides: Helenen ego crimine solvo:
    Usa est humani commoditate viri.
Sed neque fulvus aper media tam saevus in ira,
    Fulmineo rabidos cum rotat ore canes;
Nec lea, cum catulis lactentibus ubera praebet;
    Nec brevis ignaro vipera laesa pede:
Femina quam socii deprensa pellice lecti
    Ardet, et in vultu pignora mentis habet.
In ferrum flammasque ruit, positoque decore
    Fertur, ut Aonii cornibus icta dei.
Hoc bene compositos, hoc firmos solvit amores:
    Crimina sunt cautis ista timenda viris.
Coniugis admissum violataque iura maritae
    Barbara per natos Phasias ulta suos.
Altera dira parens haec est, quam cernis, hirundo:
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        Dann wirst fern du ihr sein, daß sie sich sehne nach dir.V. 350. Für eris hat abermals Heinsius blos aus zwei Quellen abi aufgenommen. Scheint nun auch der Imperativ zu einer Vorschrift passender als das Futur, so steht doch auch dieses in allen Sprachen nicht selten für jenen und ist eigentlich noch nachdrücklicher, indem man den Befehl mit der bestimmten Erwartung ausspricht, daß demselben werde Folge geleistet werden. In dieser Hinsicht ist also kein Grund vorhanden eris zu verwerfen. Auf der andern Seite aber ist nicht einzusehen, warum der Liebhaber gerade weit weggehen soll. Wie groß ist die Entfernung, wenn man weit weggeht? Nein, er soll sich nur fern von ihr halten, soll sie nicht besuchen, nicht mit ihr zusammentreffen &c., und das heißt procul esse.
Laß ihr Ruhe; ein Feld, das geruht, giebt reichlichen Segen;
    Und das himmlische Naß saugt ein vertrocknetes Land.
Mäßiger brannt', als bei ihr er war, für Demóphoon Phyllis;V. 353 f. S. zu Liebeserg. II, 18, 22.
    Stärker erglühte die Lieb', als er die Segel gespannt.
Zehrt' an Penelope nicht der Gram um den fernen Ulysses?V. 355 f. S. zu Liebeserg. III, 9, 30. II, 18, 38. Der Phylacide ist Protesilaus. S. zu Liebeserg. II. 6, 41. – Weil dieses Distichon in einem Cod. Ment. fehlt, hat es Heinsius als unecht verdächtigt.
    Dein Phylacide auch war, Laodamía, entfernt.
Doch sei kurz der Verzug; mit der Zeit ermattet die Sehnsucht.
    Liebe zum Fernen vergeht, neues Verlangen erwacht.
Während der Gatte entfernt, ruht Helena, daß sie nicht einsamV. 359 ff. Während der Anwesenheit des Paris (des Gastes) in Sparta sah sich Helenas Gemahl Menelaus durch einen wichtigen Grund, der verschieden angegeben wird, zu einer plötzlichen Reise nach Creta genöthigt, und er legte vor der Abfahrt noch der Gattin angelegentlich die Sorge und Pflege des Gastes ans Herz. S. den Brief der Helena an Paris, den siebzehnten, V. 155 ff.
    Schlafe, bei Nacht von dem Arm zärtlich des Gastes umarmt.
Welch ein Blödsinn das, Menelaus! Du ließest allein sie;V. 361. Qui stupor wird zwar von Cod. Reg. und einigen anderen bezeugt; das s von quis konnte aber vor stupor leicht ausfallen. Mehr für quis spricht auch quis furor in zwei Hdschriften.
    Unter dem nämlichen Dach waren der Gast und dein Weib.
Schüchterne Tauben vertrauest du an, Verrückter, dem Habicht?
    Anvertrauest des Stalls Fülle dem Wolfe des Bergs?
Kein Verbrechen begeht hier Helena, keines der Buhle;
    Thut er doch nur, was Du würdest und Jeglicher thun.
Zwingest zum Ehebruche du nicht, die Gelegenheit bietend?
    Deinem eigenen Rath ist nur die Gattin gefolgt.V. 368. Quid nisi, was hat sie gethan, als daß sie &c. ist weit angemessener als welchem Rathe ist sie gefolgt, als dem deinigen; daher wir uns nur wundern können, daß weder Heinsius, der doch eine Menge Beispiele dieser Ausdrucksweise bei unserem Dichter anführt, noch ein späterer Herausgeber diese von Cod. Reg. und Jun. beglaubigte Lsrt aufgenommen hat. Daß quid eher in quo als quo in quid übergehen konnte, ist einleuchtend.
Was soll thun sie? Der Mann ist fern und ein artiger Gast da,
    Und im verwittweten Bett mag sie nicht liegen allein.
Sehe der Mann da zu; denn Helena sprech' ich von Schuld frei;
    Umgang hat sie gepflegt nur mit gefälligem Mann.
Nicht so rasend jedoch ist mitten im Zorne der Eber,
    Wann er mit blitzendem Zahn wüthige Hunde zerfetzt;V. 374. Gem. Lsrt. rapidos, gewöhnliche Variante von rabidus, sowie umgekehrt.
Nicht die Löwin, gewährt sie den saugenden Jungen das Euter;
    Kleine Nattern auch nicht, tritt sie unwissend ein Fuß:
Als ein Weib, betrifft sie im Ehebette ein Kebsweib,
    Wüthet und auf dem Gesicht Zeichen des Inneren trägt.
Stürzend nach Feuer und Schwert, wie von des Aonischen GottesV. 379. Wie von des Aonischen Gottes, des zu Theben in Böotien (Aonien, s. zu Verw. 1, 313) geborenen Bacchus (s. das. 3, 307 ff.) Hörnern (s. das. 4, 19) gestoßen, wie eine Bacchantin. – Wir haben zwar Schaam übersetzt, halten jedoch nicht pudore wie mehrere Quellen haben, sondern decore, wie wir gegeben, für das Ursprüngliche, da Ersteres einer Glosse von Letzterem eher ähnlich sieht als umgekehrt und überhaupt das Gewöhnlichere ist.
    Hörnern gestoßen, einher stürmt sie, entäußert der Schaam.
Dies löst innig geschlossenen Bund und die festeste Liebe;V. 381. Mit Recht setzen diese beiden Verse die Aldinischen Ausgaben hieher, nicht nach V. 384, wo die andern sie haben.
    Solche Vergehn zu scheun hat der behutsame Mann.
Ihres Gemahles Vergehn und der Gattin beleidigte RechteV. 383 f. S. zu Verw. 7, 394. – Maritae bietet nur Reg., die andern alle haben mariti.
    Hat an dem eignen Geschlecht grausam Medea gerächt.
Minder nicht grausam war die Mutter auch, welche als SchwalbeV. 385 f. S. Verw. 6, 426 ff., besonders 636 ff. u. 470.
    Aspice, signatum sanguine pectus habet.
Nec mea vos uni damnat censura puellae.
    Di melius! vix hoc nupta tenere potest.
Ludite; sed furto celetur culpa modesto;
    Gloria peccati nulla petenda sui.
Nec dederis munus, cognosse quod altera possit;
    Nec sint nequitiae tempora certa tuae.
Et, ne te latebris capiat sibi femina notis,
    Non uno est omnis convenienda loco.
Et quoties scribes, totas prius ipse tabellas
    Inspice: plus multae, quam sibi missa, legunt.
Laesa Venus iusta arma movet telumque remittit,
    Et, modo quod questa est, ipse querare facit.
Dum fuit Atrides una contentus, et illa
    Casta fuit; vitio est improba facta viri.
Audierat laurumque manu vittasque ferentem
    Pro nata Chrysen non valuisse sua;
Audierat, Lyrnesi, tuos, abducta, dolores,
    Bellaque per turpes longius isse moras.
Haec tamen audierat; Priameida viderat ipsam:
    Victor erat praedae praeda pudenda suae.
Inde Thyestiaden thalamoque animoque recepit,
    Et male peccantem Tyndaris ulta virum.
Quae bene celaris, si qua tamen acta patebunt:
    Illa licet pateant, tu tamen usque nega;
Tu neque subiectus, solito nec blandior esto.
    Haec animi multum signa nocentis habent.
Sed lateri nec parce tuo: pax omnis in uno
    Concubitu; prior hoc infitianda venus.
Sunt, qui praecipiant herbas, satureia nocentes
    Sumere; iudiciis ista venena meis.
Aut piper urticae mordacis semine miscent
    Tritaque in annoso flava pyrethra mero.
Sed dea non patitur sic ad sua gaudia cogi,
    Colle sub umbroso quam tenet altus Eryx.
Candidus Alcathoe qui mittitur urbe Pelasga,
   



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        Jetzt du erblickst; die Brust hat sie gezeichnet mit Blut.
Auch verdammet euch nicht zu einem Mädchen mein Ausspruch.V. 387. Das sinnreiche damnat findet sich nur in Cod. Linc., in den andern allen donat. Hätte Ovid nicht damnat geschrieben, so würde er sich freuen, so geschrieben zu finden.
    Das sei fern . Kaum kann dieses verlangen die Frau.
Liebt! Doch werde verhehlt die Schuld in bescheidnem Genusse;
    Ruhm mit seinem Vergehn suche mit nichten der Mann.V. 390. Für sui ein Theil der Quellen tui, nach ludite allerdings nicht recht passend, obgleich nicht falsch.
Gieb Geschenke auch nicht, die könnte erkennen die Andre;V. 391. Douza las mit Cod. Lincoln. poscit für possit.
    Laß auch bestimmt die Zeit deiner Bestellung nicht sein.
Daß dich die Frau nicht sah' auch in ihr bekanntem Verstecke,
    Hüt' an dem nämlichen Ort Jede zu treffen dich hübsch.V. 394. Statt omnis manche Hdschrften unpassend wegen des fehlenden Subjects semper.
Wann du schreibst, sieh selber erst ein die sämmtlichen Blätter;V. 395 f. Da ein Brief nicht aus einem einzelnen Blatte, sondern wenigstens aus zwei Täfelchen bestand (s. zu Liebeserg. I, 12, 27 vergl. mit I. 11, 27), auch in der Regel nicht in den Händen des Empfängers blieb, sondern durch den Überbringer mit oder ohne Antwort dem Verfasser zurückgebracht wurde (s. das. I, 12, 1); so geschah es wohl, daß die Schrift, wann die Schreibtafel anderweitig benutzt wurde, noch nicht gelöscht oder getilgt (s. zu Verw. 9, 522) war, der Empfänger des nächsten Briefes also auch den früheren noch vorfinden und folglich mehr lesen konnte, als ihm geschickt, bestimmt war. Um dies zu verhüten und nicht etwa einen früheren Liebesbrief an eine andere Geliebte in die Hände der dermaligen gerathen zu lassen, soll der Liebhaber die sämmtlichen Blätter oder die ganzen Täfelchen, wie es im Lateinischen heißt, erst einsehen, und zwar selbst, d. h. er soll sich nicht etwa auf den Sclaven verlassen, der dieses Geschäft zu besorgen, auch wohl den dictirten Brief zu schreiben hatte, so daß der Herr die Schreibtafel gar nicht in die Hände nahm und ansah. Ganz falsch ist daher die Erklärung in einer alten Holländischen Ausgabe, er solle sich hüten Etwas zu schreiben, was die Freundin verletzen und woraus sie mehr schließen könne, als er geschrieben hätte.
    Mehr als ihnen geschickt, lesen so Manche darin.
Liebe, gekränkt, rücksendet den Pfeil in gerechter Vergeltung;
    Was sie nur eben beklagt, läßt sie beklagen dich selbst.V. 398. A. Lsrt. quae questa est ipsa, die keiner Widerlegung bedarf.
Keusch war, während sich noch der Atride mit einer begnügte,V. 399 f. Der Atride, Agamemnon. Sein Weib, Klytämnestra.
    Auch sein Weib; durch die Schuld wurde sie böse des Manns.
Chryses, hörte sie, hab', obgleich in der Hand er den LorbeerV. 401 ff. S. zu Verw. 13, 443. Chryses, Vater der Chryséis oder Astýnome. In der Hand &c.; s. zu Verw. 11, 279. Lyrnesierin, aus Lyrnesos (s. unsern Index z. Verw.), die Briséis oder Hippodamía. Hörte, nämlich durchs Gerücht. Als weg man dich führte, von Achilleus, im Auftrage Agamemnons und zu ihm. Daß schimpflich &c. dadurch, daß sich Achilleus in Folge der ihm zugefügten Beleidigung, einer für Agamemnon so schimpflichen Ursache, lange Zeit aller Theilnahme am Kampfe enthielt.
    Trug und die Binden ums Haupt, Nichts für die Tochter vermocht;
Hörte, Lyrnesierin, als weg man dich führte, dein Jammern,
    Und daß schimpflich der Krieg längere Dauer gehabt.
Doch dies hörte sie nur; selbst sah sie des Priamus Tochter:V. 405 f. Des Priamus Tochter Cassandra (s. zu Verw. 13, 99) fesselte durch ihre Schönheit Agamemnon so, daß er sich dieselbe als Beuteantheil zueignete (Liebeserg. I, 9,37) und mit nach Hause nahm. – Eras. . . tuae hat Heinsius aus dem einen Cod. Ment. ohne weitere Begründung gegeben.
    Seiner Erbeuteten war schimpfliche Beute der Held.
Drum nahm auf in das Bett wie in's Herz den Sohn des ThyestesV. 407 f. Der Sohn des Thyestes ist Ägisthus, sowie Tyndars Tochter eben Klytämnestra.
    Tyndars Tochter und straft' übel den fehlenden Mann.
Kommt dein Thun, wie gut auch verhehlt, doch irgend zu Tage;V. 409. Der Schreiber des Cod. Reg. (auch einiger anderer) hat si qua für den Nominativ genommen und als prosodisch falsch in si quae verwandelt.
    Wär' es auch klar, wie der Tag, leugne du dennoch es stets;
Sei demüthig du weder, noch schmeichlerischer als immer:V. 411. Nach Heinsius sollen »die besseren« tum neque haben. In jedem Falle ist tu das vorhergehende tu fortsetzend, vorzüglicher.
    Solches Benehmen enthält schuldigen Herzens Beweis.
Schone jedoch die Brust auch nicht; in einer UmarmungV. 413. Schone die Brust nicht; s. zu Liebeserg. I, 8, 48.
    Gänzlicher Friede; mit der leugne den frühern Genuß.V. 414. Mit der, mit dieser einzigen Umarmung, leugne, widerlege, mache vergessen, den frühern Genuß, den eben zu Tage gekommenen.
Kräuter, wie Knabenkraut, die schaden, empfehlen zu nehmenV. 415. Die Richtigkeit der Lsrt satureia bezweifelt Micyll, da satureia von Plinius und Columella als fem. nach der ersten Declination gebraucht werde. Er meint daher, es sei satyrea zu lesen, unmittelbar von Satyrus abgeleitet, und das satyrium (σατύριον), ein Bollengewächs (Orchidee), zu verstehen, dem man allgemein die Kraft Geilheit zu erregen zugeschrieben habe. Hätte der Verfasser wirklich das letztere gemeint, so würden wir eher glauben, er habe sich erlaubt, das viermal kurze satyria in der dritten Silbe lang zu gebrauchen, weil es außerdem im daktylischen Maße gar nicht anzubringen war. Und dies hätte er sich vielleicht insofern erlauben dürfen, als in Rom viele andere gleich auslautende Griechische Wörter mit langem i oder e oder mit schwankender Quantität, wie academia, Alexandria &c., gehört wurden. Vergl. auch im Allgemeinen Ītalia, Iŏonius, Macēdonius. Doch bedarf es dessen gar nicht; satureia ist nicht anzutasten. Erstens kann das Pfefferkraut (satureia) schon an sich ebenso gut als zu dem beabsichtigen Zwecke dienlich genannt werden, als der Pfeffer. Zweitens hat Martial III, 75 satureia in diesem Sinne und in derselben Form, nämlich als neutr. plur., wirklich genannt. Und sollte er es vielleicht auch nur nach Ovids Vorgange gethan haben, so beweist es jedenfalls die Echtheit der Lesart an unserer Stelle.
    Manche; ich halte dafür, damit empfehlen sie Gift.
Oder sie mischen mit Pfeffer den Samen der stechenden Nessel,V. 417 f. Die erhitzende Kraft des Pfeffers ist bekannt. Dieselbe Kraft legte man dem Nesselsamen bei. Nesselsame mit Leinsamen, sagt Plinius, sei gut für die Brust (s. zu Liebeserg. I, 8, 48), wenn man Isop und etwas Pfeffer hinzufüge. Von Pyrethrum weiß man nur, daß es ebenfalls ein hitziges Gewürzkraut (daher sein Name; pyr heißt im Griechischen das Feuer) war. Es scheint die im Linnéischen System Anthemis pyrethrum genannte gelbe Wucherblume zu sein, deren lange fleischige Wurzel, Bertramswurzel bei uns genannt, von beißendem Geschmack ist und gegen Zahn-, Gesichts- und andre Schmerzen helfen soll.
    Gelbes Pyrethrum, in Wein alten Gewächses gerührt.
Doch läßt zwingen nicht so sich zu ihren Genüssen die Göttin,V. 419. Nicht so, nicht durch schädliche, giftartig wirkende Mittel. Aber mildere (V. 421–424) kann man anwenden.
    Die auf des Eryx Höh' thronet im schattigen Hain.V. 420. S. zu Verw. 5, 363. 10, 687. Der Eryx ist nach dem Ätna der höchste Berg Siciliens mit einem ziemlich geräumigen Plateau, worauf der Tempel der Venus stand, der schönste und reichste der ganzen Insel. – Collis heißt hier offenbar die von dem Körper des Bergs sich abhebende oberste Spitze oder die Kuppe. Auch sonst findet sich colles von solchen einzelnen Erhebungen eines und desselben Berges. So unten III, 687. Wenn es aber sub umbroso colle heißt, so hat der Dichter sub umbra oder sub umbrosis arboribus collis im Sinne gehabt, wenn man nicht sub dichterisch überhaupt =  in nehmen will.
Weiße Zwiebel, geschickt aus Alcáthoe, Stadt der Pelasger,V. 421. Weiße Zwiebel, wenn nicht etwa Knoblauch gemeint ist, gilt auch heutiges Tages noch für schärfer als gelbe oder rothe. Man bezog sie. wie wir hier erfahren, theils aus Mégara (Alcathoe, Stadt der Pelasger; s. zu Verw. 7, 443. 12, 70), theils, wie aus Mittel w. d. Liebe 797 erhellt, aus Daunien oder Apulien in Unteritalien, theils auch, wie ebendaselbst zu ersehen, von der Afrikanischen Küste. – Burmann hat auch hier, wie Verw. 8, 8, gegen die Autorität der Quellen Alcathoi, wie in einer stehen soll, aufgenommen, das bis jetzt in den Ausgaben geherrscht hat.
    Bulbus, et, ex horto quae venit, herba salax,
Ovaque sumantur, sumantur Hymettia mella,
    Quasque tulit folio pinus acuta nuces.
Docta, quid ad medicas, Erato, derverteris artes?
    Interior curru meta tenenda meo est.
Qui modo celabas monitu tua crimina nostro,
    Flecte iter, et monitu detege furta meo.
Nec levitas culpanda mea est: non semper eodem
    Impositos vento panda carina vehit.
Nam modo Threicio borea, modo currimus euro;
    Saepe tument zephyro lintea, saepe noto.
Aspice, ut in curru modo det fluitantia rector
    Lora, modo admissos arte retentet equos.
Sunt, quibus ingrate timida indulgentia servit;
    Et, si nulla subest aemula, languet amor.
Luxuriant animi rebus plerumque secundis;
    Nec facile est aequa commoda mente pati.
Ut levis absumtis paullatim viribus ignis
    Ipse latet, summo candet in igne cinis:
Sed tamen extinctas admoto sulfure flammas
    Invenit, et lumen, quod fuit ante, redit:
Sic, ubi pigra situ securaque pectora torpent,
    Acribus est stimulis eliciendus amor.
Fac timeat de te, tepidamque recalface mentem;
    Palleat indicio criminis illa tui.
O quater et quoties numero comprendere non est
    Felicem, de quo laesa puella dolet!
Quae, simul invitas crimen pervenit ad aures,
    Excidit, et miserae voxque colorque fugit.
Ille ego sim, cuius laniet furiosa capillos;
    Ille ego sim, teneras cui petat ungue genas;
Quem videat lacrimans, quem torvis spectet ocellis;
    Quo sine non possit vivere, posse velit.
Si spatium quaeras; breve sit, quo laesa queratur,
    Ne lenta vires colligat ira mora.
   


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        Und das geile Gewächs, das aus dem Garten uns kommt,V. 422. Das geile Gewächs, welches der Garten erzeugt, wo es, wie unten III, 799, genannt wird, eruca, scheint (weißer) Senf zu sein.
Eier auch magst du nehmen und nehmen Hymettischen Honig;V. 423. Die nährende Kraft der Eier ist bekannt. Vom Honig (wegen des Beiwortes s. zu Liebeserg. I, 12, 10 sowie zu Verw. 7, 207) finden wir anderweitig nichts hieher Gehöriges.
    Nüsse auch, welche am Blatt stachliche Fichten erzeugt.V. 424. Nüsse auch, welche am Blatt (doch wohl an den Enden der jungen Zweige) stachliche Fichten (Fichten, Tannen, Kiefern) gebracht (getragen haben). Die Kerne der Fichtennuß stärken nach Plinius die Zeugungsglieder und sind gut für Nieren und Blase.
Doch was schweifst du, Erato, ab zu ärztlichen Mitteln?V. 425. Erato; s. oben zu V. 16. – Mit Recht hat Heinsius unter Berufung auf Rem. 797 aus Cod. Mor. medicas für magicas aller übrigen hergestellt.
    Halten mit meinem Gespann muß ich auf näheres Ziel.V. 426. S. zu Liebeserg. III, 2, 12. – Tenenda, das Reg. mit tenda bezeugt, scheint uns hier, wo die Richtung, das Streben ausgedrückt werden soll, den Vorzug vor der Lsrt. terenda zu verdienen.
Der du nach meinem Rath erst deine Vergehen verhehltest,V. 427. S. vorher V. 389.
    Kehre nun um, thu' kund heimlicher Freuden Genuß.V. 428. Kehre um, thue das Entgegengesetzte.
Zeiht leichtfertigen Sinnes mich nicht. Nicht fördert derselbeV. 429 ff. Von der Schiffarth, vom Kriegswesen, vom Ackerbau, von der Jagd und den Wettkämpfen als den gewöhnlichsten und vorzüglichsten Beschäftigungen der Römer sind die meisten Vergleichungen und Bilder der Lateinischen Dichter hergenommen.
    Wind die Schiffenden stets auf dem gebogenen Kiel.V. 430. Nicht übel hat Cod. Ambros. in portus für impositos.
Denn mit dem Ostwind fahren wir bald, mit dem Thracischen Nord bald;
    Oft von dem Zephyr und oft schwellen die Segel vom Süd.V. 432. Für tument giebt Reg. damus, an sich sehr gut, besonders in Rücksicht des vorausgegangenen currimus, aber gegen tument gehalten doch schwerlich echt.
Sieh, bald läßt auf dem Sitz der Lenker die flatternden Zügel
    Schießen, und wieder geschickt hemmt er das rasche Gespann!
Mancher erweist man widrigen Dienst mit schüchterner Nachsicht,
    Und der Liebe gebricht ohne Rivalin der Reiz.V. 436. Für subest hat vielleicht Cod. Palat. das Echte mit subit erhalten, das aus prosodischem Bedenken leicht mit jenem vertauscht werden konnte.
Meist ist übermüthig das Herz in günstiger Lage,
    Und gleichmüthig das Glück ist zu ertragen nicht leicht.
Wie schwach glimmendes Feuer, an Kraft abnehmend allmählich,
    Selber sich birgt, und weiß oben die Asche nur glüht;V. 440. In dem Worte nach summo schwankt die Lsrt zwischen calet, wie Cod. Reg. und ein Vat. gegen das Maß haben, qui calet, cum calet, sed calet, auch qui latet und candet. Letzteres ist das Gewöhnliche. Aber, fragt Heinsius, wie kann Asche weiß glühen? Er verbessert daher canet, und dies, bemerkt Burmann, werde von einer Hdschrft bestätigt. Aber warum, fragen wir, sollte canet, ein so bekanntes Wort, in candet übergegangen sein? Wohl aber läßt sich denken, daß Mancher, wie Heinsius und aus demselben Grunde, an candet Anstoß genommen habe. Allein wenn hinangehaltener Schwefel sofort entbrennen kann, so muß die Asche eben noch Glut enthalten und folglich weiß glühend sein, nur daß keine lohe Flamme mehr bemerkbar ist. Glühende Asche ist ja ein ganz gewöhnlicher Ausdruck, folglich auch keine unmögliche Sache.
Doch, wann Schwefel hinan man hält, die erloschene Flamme
    Wieder erhält und hell wieder entbrennt, wie zuvor:
So, wann träge vor Ruh und frei von Besorgniß die Brust starrt,
    Muß die Liebe geweckt werden durch wirksamen Reiz.
Laß sie fürchten um dich, daß wieder erwarme das Herz ihr;
    Durch die Entdeckung blaß werde sie deines Vergehns.V. 446. Das Blaßwerden bezeichnet nicht blos die augenblickliche Wirkung der unvermuthet gemachten Entdeckung, sondern ist mit Beziehung auf das zu Liebeserg. II, 7, 9 Bemerkte zu verstehen.
O viermal und so oft nicht möglich zu sagen mit ZahlenV. 447. Quoties hat Reg. mit einigen andern. Gem. Lsrt quantum.
    Glücklich, um den sich ein Weib wegen Verletzung betrübt!
Wenn sie, sobald mit sich sträubendem Ohr sie vernimmt die Verschuldung,
    Außer sich wird und vor Schmerz Stimme und Farbe verliert!
Der wünscht' ich mir zu sein, deß Haar sie wüthend zerzauste,V. 451. Für laniet findet sich einzeln rapiat, für petat secet
    Dem mit den Nägeln sie wild führ' in das zarte Gesicht;
Den sie mit Thränen im Blick ansähe, mit trotzigen Augen;V. 453. Cod. Reg. und Pal. torvus . . . ocellus.
    Ohne welchen sie nicht wäre zu leben im Stand.
Doch sei kurz nur die Zeit, in der die Beleidigte jammert,
    Daß nicht Kräfte der Zorn sammle durch trägen Verzug.
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