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Liebe und Leben der Lady Hamilton

Heinrich Vollrat Schumacher: Liebe und Leben der Lady Hamilton - Kapitel 10
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typefiction
authorHeinrich Vollrat Schumacher
titleLiebe und Leben der Lady Hamilton
publisherVerlag von Rich. Bong in Berlin
printrun150. bis 179. Tausend
year1910
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senderwww.gaga.net
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Zehntes Kapitel

Ehe sie den Garten des »Schwan von Avon« betraten, wandte sich Emma noch einmal zurück, Um einen Blick auf die Straße zu werfen. Sie war in einer fortwährenden Furcht vor einem Überfall.

Aber nichts Verdächtiges war zu sehen. Der stille Frieden des Sonntagmorgens lag über der weiten Landschaft. Bläulicher Rauch, stieg aus den Schornsteinen der fernen Stadt, träge schaukelten sich die Schiffe auf den breiten Wogen der Themse; der Uferweg war fast menschenleer. Nur ein Mann kam langsam von der Stadt herauf. Sein weißer Strohhut glänzte in der Sonne. Mit kräftigem Schwunge warf er hin und wieder einen Stein über das angrenzende Feld, den ein gelbgeflecktes, schlankes Windspiel zu haschen suchte, um dann in freudigen Sprüngen seinen Herrn zu umkreisen.

Beruhigt lächelte Emma Tom zu, und sie traten ein, dem schattigen Baumgang folgend, der zwischen Tisch- und Stuhlreihen zum Hause führte. Unter einem Vordach saß hier eine große, würdevoll aussehende Frau. Sie strickte an einem Strumpf, trug an schwerer Kette eine große goldene Uhr, an den Fingern Ringe mit blitzenden Steinen und am dem sorgfältig frisierten Haar einen majestätischen Federputz.

»Die Herrschaften wünschen?« fragte sie mit fetter Stimme, während ihre Augen Emma scharf musterten. »Ich bin Mrs. Gibson, die Wirtin. – Eine Rolle im Romeo und Julia? Bedaure, alles ist besetzt! Es ist schade. Sie sind sehr hübsch, mein Kind. Wie heißen Sie?«

»Emma Lyon, Ma'am!«

»Und der Herr? Wünscht er auch eine Rolle? Aber er hat ja nur einen Arm! Ihr Bruder, Miß Lyon?«

Tom wurde ein wenig verlegen.

»Ich bin ihr Vetter. Tom Kidd, Ma'am! Fräulein Emma steht unter meinem Schutze!«

Lächelnd zog Mrs. Gibson die Mundwinkel herab.

»Schön, Herr! Ein junges Mädchen hat das In London nötig. Ich erkenne es an. Auch Mr. Gibson erkennt es an. Mr. Gibson ist ein Mann von moralischen Grundsätzen, beim Theater eine Seltenheit. Sie dürfen über diesen Punkt ganz beruhigt sein, Mr. Kidd. Aber, wie gesagt, die Damenrollen sind bereits vergeben, und wenn auch Miß Lyon eine viel schönere Julia sein würde, als die junge Dame, die für die Partie vorgesehen ist, so ist doch nichts mehr daran zu ändern!« Sie unterbrach sich, nach dem Eingang des Gartens blickend, durch den ein gelbgeflecktes Windspiel hereinstürmte. Hastig stand sie auf. »Sie entschuldigen mich! Ein Gast, den ich empfangen muß!«

»Fräulein Emma würde auch mit einer kleineren Rolle zufrieden sein!« sagte Tom in bittendem Tone.

»Sie will Schauspielerin werden und sucht irgendeinen Anfang!«

Ungeduldig zog sie die Augenbrauen zusammen und deutete auf eine Tür an der Seite des Hauses.

»Wenn Sie mir nicht glauben, so fragen Sie Mr. Gibson selbst! Er ist in der Theaterkanzlei. Aber er wird Ihnen auch nichts anderes sagen!«

Eilig ging sie den Baumgang hinab; vor ihr her sprang das Windspiel, dem Herrn entgegen, der auf der Straße stand, wie unschlüssig, ob er eintreten solle. Halb abgewandt stand er unter einem Baume, auf seinem weißen Strohhute zeichneten sich die Schatten der Blätter ab.

– – – – – – – –

Mr. Gibson stand an einem Pult, hinter dem seine kleine, zierliche Gestalt fast nicht zu sehen war. Auf Emmas Frage zog er die Augenbrauen seines Vogelgesichts so hoch empor, daß sie unter seinem langen, sorgfältig frisierten Haar verschwanden.

»Hat Ihnen Mrs. Gibson nicht gesagt, daß alles besetzt ist?« Er sah Emma an, stutzte und kam eilig hinter dem Pult hervor. »Sie haben wundervolles Haar, Miß, von einem seltenen Rotbraun. Aber Sie sind schlecht frisiert. Bitte, Platz zu nehmen.«

Er schwippste mit den Fingern der rechten Hand, als schleudere er etwas hinweg, und holte einen Stuhl herbei, auf den er Emma niederdrückte. Ehe sie Widerspruch erheben konnte, hatte er ihr das Haar gelöst und begann, es zu ordnen.

»Sie haben das Haar der göttlichen Venus!« plauderte er dabei. »Wenn Sie die Julia spielen, werde ich in die Balkonszene ein paar Verse für Romeo über die leuchtende Flut Ihres Hauptes einschieben. Frisieren werde ich Sie so, daß Romeo nur eine Nadel herauszuziehen braucht, um die gleißende Woge herabströmen zu lassen. Eine Dakaponummer. Die Siddons stirbt vor Ärger, und mein Freund Garrick wird Sie für das Drury-Lane engagieren. Was wollen Sie für die Julia anlegen, Miß?«

Erstaunt sah Emma auf.

»Anlegen? Ich verstehe nicht ...«

Er lächelte mitleidig.

»Sie waren noch nicht beim Theater? Es ist ein Grundsatz meiner Direktion, für die Ehre, unter meiner Leitung spielen zu dürfen, einen kleinen Beitrag zu erheben. Die Preise richten sich nach der Länge und Wirksamkeit der Rollen!«

»Ein sicheres Geschäft!« sagte Emma spöttisch. »Und was würde die Julia kosten?«

»Die Julia ist die Hauptrolle des Stücks. Sie hat alles, was die ehrgeizigste Schauspielerin sich nur wünschen kann. Die beiden Balkonszenen allein sind fünfzehn Schillinge wert, der Schlaftrunk ebensoviel, das Erwachen in der Ahnengruft mindestens zehn. Und dann die wundervolle Sterbeszene, Effekte über Effekte – alles in allem drei Pfund In seinen Londoner Skizzen beschreibt Charles Dickens ähnliche Gebräuche.

Erregt stand Emma auf.

»Drei Pfund! Und dazu noch das Kostüm! Oder wird es von der Direktion geliefert?«

Mr. Gibson zog die Augenbrauen hoch.

»Sie liefert es nicht, aber sie verleiht es! Die Julia kostet ein Pfund. Auch würde ich die Rolle nicht unter vier Pfund abgeben. Ich müßte der jetzigen Besitzerin doch ihre bereits gezahlten drei Pfund, zurückerstatten!«

»So daß der Tausch Ihnen auch noch ein Pfund einbrächte! Sie scheinen ein merkwürdiges Theater zu haben, Mr. Gibson. Wenn Sie sich von den Schauspielerinnen alles bezahlen lassen, was geben Sie ihnen denn dafür?«

Mr. Gibson richtete sich hoch auf und steckte seine rechte Hand in den Ausschnitt seiner geblümten Weste.

»Mich!« sagte er feierlich. »Ich studiere ihnen die Rollen ein!«

Belustigt lachte Emma auf.

»Und frisieren sie, nicht wahr? Wollen wir wetten, Tom, daß Mr. Gibson von Haus aus Friseur und Mrs. Gibson Maskengarderobiere war? Komm, laß uns gehen! Es hat keinen Zweck, Mr. Gibson noch länger zu belästigen!«

Sie wandte sich mit Tom zum Gehen, als Mrs. Gibson hereinkam. An ihrem Strumpfe strickend nickte sie Emma mit einem liebenswürdigen Lächeln zu.

»Haben Sie sich mit Mr. Gibson geeinigt, Miß Lyon? Gibt er Ihnen die Julia?«

Emma zuckte die Achseln.

»Er verlangt vier Pfund. Für das Einstudieren. Dabei kann ich die Rolle Wort für Wort auswendig. Ich habe Mrs. Siddons darin gesehen und würde sie wohl ebensogut spielen!«

Ebensogut wie Mrs. Siddons? Mrs. Gibson schien entzückt. Das änderte die ganze Sachlage. Wenn Mr. Gibson das gewußt hätte, würde er niemals ein Lehrgeld von ihr verlangt haben wie von den Dämchen, die von der Straße hereinkamen und Theater spielen wollten, ohne eine Ahnung davon zu haben. Eine Schülerin von Mrs. Siddons! Mr. Gibson mußte Miß Lyon ohne Zögern engagieren. Auf den ersten Blick sah man ja, daß sie ein großes Talent war. Und für das Theater »Zum Schwan von Avon« war es eine große Reklame, wenn der neue Stern hier seinen ruhmvollen Aufstieg begann.

Sie sah Mr. Gibson starr ins Gesicht, als begreife sie seine Verblendung nicht, und bat Emma und Tom, einen Augenblick zu warten. Sie ging dann mit Mr. Gibson in ein Nebenzimmer, um eine kurze Beratung abzuhalten. Als sie zurückkehrten, stellte Mr. Gibson eine Prüfung mit Emma an. Er ließ sie die zweite Balkonszene rezitieren und gab ihr mit seiner dünnen Vogelstimme die Stichworte. Mrs. Gibson begleitete die Kraftstellen mit Kopfnicken, Bravorufen und Händeklatschen. Schließlich stand sie auf und umarmte Emma gerührt.

»Wundervoll, Miß Lyon! Sie werden eine große Schauspielerin werden! Sehen Sie Mr. Gibson an! Auch er ist nun überzeugt, daß Sie dem ›Schwan von Avon‹ Ehre machen werden!«

Mr. Gibsons Vogelgesicht strahlte von Begeisterung. Nicht genug konnte er sich tun in Worten des Lobes und schätzte sich glücklich, Emma in die Welt des Ruhmes einführen zu dürfen. Rollengeld würde er nicht von ihr verlangen und ihr auch die Kostüme umsonst liefern. Ja, während des ganzen kommenden Winters war er bereit, ihr Wohnung und Kost unentgeltlich zu geben und eine Monatsgage von vier Pfund auszuwerfen, wenn sie sich verpflichtete, wöchentlich dreimal die Julia, die Ophelia oder die Desdemona zu spielen.

Er schrieb, während er unaufhörlich sprach und Pläne für Emmas Zukunft machte, den Vertrag aus. Er rühmte sich der intimsten Verbindung mit Garrick und mit Sheridan, dem gefeierten Dichter und Theaterdirektor. Sobald Emma die nötige Routine erlangt hatte, würde es ihm ein leichtes sein, ihr den Platz zu verschaffen, auf den sie durch ihr Talent und ihre Schönheit Anspruch erheben durfte.

Emmas anfängliche Zweifel verflogen. Sie hatte von seltsamen Künstlerlaufbahnen gehört und fand an Mr. Gibsons früherem Friseurberuf nichts Anstößiges. Als er ihr den fertigen Vertrag vorlegte, unterschrieb sie ohne Besinnen.

»Ich bin also bereit, Ma'am!« wandte sie sich dann abschiednehmend zu Mrs. Gibson. »Wann darf ich kommen?«

»Bleiben Sie doch gleich hier!« bat Mrs. Gibson fast zärtlich. »Sie nehmen doch Mr. Gibsons Anerbieten an und ziehen ganz zu uns?«

Emma wollte zusagen, aber Tom kam ihr zuvor.

»Sie verzeihen, Ma'am,« sagte er in seiner bedächtigen Weise. »Wir sind überzeugt, daß Sie es gut meinen. Aber trotzdem ... es wäre vielleicht doch gut, wenn Fräulein Emma die Verhältnisse hier erst näher kennen lernte. Sie ist fremd in London und noch nicht sehr erfahren. Ich bin ihr einziger Bekannter hier, ihr einziger Schutz. Wenn Sie mir daher erlauben wollten, sie abends von hier abzuholen ... es ist vielleicht zu ängstlich, aber ... nicht wahr, Sie nehmen's nicht für ungut?«

Mrs. Gibson warf ihren Strickstrumpf auf einen Tisch und ergriff Toms Hand, sie kräftig schüttelnd.

»Ungut? Ein prächtiger Mensch sind Sie, Mr. Kidd, ein ganz vortrefflicher junger Mann! Kommen Sie her, so oft Sie wollen! Ein Glas Rum oder eine Pinte Warmbier wird immer für Sie bereitstehen. Ich weiß ja, wenn Sie uns erst näher kennen gelernt haben, werden Sie sagen: Mrs. Gibson, ich traue Ihnen! Nehmen Sie das Kleinod hin, es ist bei Ihnen gut aufgehoben! – So werden Sie zu mir sprechen, Mr. Kidd, und werden mir das Juwel in die Arme legen. Und ich ... ach Gott, ich habe mir immer eine Tochter gewünscht, ein süßes Kind, wie Miß Lyon! Wenn Sie mir erlauben wollten, ein wenig Mutterstelle an Ihnen zu vertreten, Miß Lyon, ich wäre sehr glücklich! Ich würde Sie sehr lieb haben, sehr lieb!«

Ihre Stimme zitterte vor Rührung. Emma in ihre Arme ziehend, küßte sie ihr zärtlich die Stirn.

– – – – – – – –

Während der folgenden Woche holte Tom Emma jeden Abend ab. Seine Sorge um sie verdoppelte sich – nun, wo die Trennung näher rückte.

Aber nichts gab Anlaß zu Befürchtungen. Mrs. Gibson und der Direktor überhäuften Emma mit Liebenswürdigkeiten, und so stimmte Tom endlich zu, daß Emma nach der ersten Aufführung in den »Schwan von Avon« übersiedeln sollte. Aber er verlangte, daß sie den Entschluß vor Mrs. Gibson geheimhielt; er wollte nichts übereilen und den letzten Augenblick abwarten.

Die Aufführung machte Emma keinerlei Sorge. Sie begriff die Unruhe nicht, von der ihre Mitspieler befallen wurden. Mit jeder Probe fühlte sie ihre Kraft und Sicherheit wachsen und eine heiße Freude erfüllte sie. Sie lachte und scherzte in den Pausen, und wenn sie an Toms Seite durch die warmen Nächte nach Hause ging, fühlte sie sich wie getragen von einer wunderbar reizvollen Erwartung. Es war ihr, als schwebe sie auf leichten, weißen Wölkchen in einer Luft von unendlicher Reinheit, die sie mit einem Gefühl hochgespannter Lust einatmete.

Mr. Gibson gab ihrer Laune unversieglichen Stoff zu komischen Bemerkungen. Seine Bühne besaß nur eine einzige Dekoration, einen Garten, und so hatte er »Romeo und Julia« auf diesen Garten; zurechtgeschnitten. Emma fand das ungeheuer lustig und suchte immer neue Gründe hervor, um die Beibehaltung dieses Gartens für das ganze Stück zu rechtfertigen. Warum sollten die Kapulets ihren Ball nicht im Garten abhalten? Die italienischen Nächte waren warm genug dazu. Es war daher auch nicht auffallend, wenn Julia statt in ihrem schwülen Zimmer im Garten schlief. Was sollte ferner den Bruder Lorenzo hindern, seine Zusammenkünfte mit Julia, Romeo und der Amme in diesem Garten abzuhalten? Auch die Hauskapelle der Kapulets konnte sich hier ganz gut befinden, in der dann die heimliche Trauung vollzogen wurde. Und endlich die Sterbeszene im Erbbegräbnis der Familie – warum sollte dieses Erbbegräbnis nicht ebenfalls im Garten liegen? Gab es nicht närrische Menschen, die ihren eigenen Sarg während ihres ganzen Lebens mit sich umherführten? Und waren nicht die Kapulets närrische Menschen, da sie wegen alberner Familienstreitigkeiten eine so glänzende Partie für ihre Tochter, wie Romeo, verschmähten? Ja, das ganze Stück konnte ohne Zwang im Garten spielen. Mr. Gibson hatte recht; er war ein genialer Regisseur; im Vergleich zu ihm war Shakespeare ein armseliger Stümper gewesen ...

Als sie dann am Tage der Aufführung fertig angekleidet an dem Loch im Vorhang stand, erschien ihr auf den ersten Blick auch das Publikum komisch, das den Saal füllte. Junge Ladendiener, Rechtsanwaltsschreiber und ehrsame Handwerker mit Frauen und Kindern. Aber zwischen ihnen erblickte sie vierschrötige Gestalten in der Uniform der königlichen Marine. Leute von den Kriegsschiffen auf der Themse, die aus den Kämpfen gegen die amerikanischen Kaper heimgekehrt, ihre Schäden ausbesserten und neue Mannschaft anzuwerben suchten.

Waren auch Leute vom »Theseus« unter ihnen?

Besorgt sah Emma zu Tom hinüber. Er saß neben einem herkulischen Bootsmann und trug den linken Arm in der Schlinge versteckt. Sein Gesicht war so ruhig, daß Emmas Sorge wieder schwand.

Der Vorhang ging auf, zum erstenmal, betrat sie die Szene. Nun dachte sie an nichts mehr, als daß sie Julia war und in Liebe jubelte und um Liebe litt. Die Erinnerung an Overton, den Schmerz über die Trennung von ihm, die Hoffnung auf ein endliches Wiedersehen – alle ihre verschwiegenen Empfindungen strömte sie in die Worte der Dichtung aus. Erst als lauter Beifall am Schluß des Stückes sie umrauschte, erwachte sie wie aus einem Traume. Immer wieder an die Rampe gerufen verneigte sie sich, preßte die Hände auf das klopfende Herz, lächelte dankbar für die kleinen Blumensträuße, die man ihr zuwarf.

Sie fühlte, daß sie eitel war. Aber die Eitelkeit war so süß. Sie war wie ein Rausch aus Blumenduft, goldener Sonne und feurigem Wein.

Hinter der Bühne schüttelte Mr. Gibson ihr unaufhörlich die Hände.

»Ein großes Talent!« rief er mit seiner dünnen Vogelstimme. »Und ich habe es entdeckt. Morgen gehe ich zu Garrick. Er wird kommen, sehen, engagieren. Ich kenne ihn. Er ist mein Duzfreund!«

»Meine Tochter!« schluchzte Mrs. Gibson. »Sie sind meine Tochter! Meine Perle, mein Kleinod, mein Juwel!«

Zuletzt kam Tom. Auf seinem guten ehrlichen Gesicht zitterte noch die ganze Ergriffenheit über ihr Spiel. Er blieb an der Tür stehen, als getraue er sich nicht in Emmas Nähe.

Ohne ein Wort zu sprechen, stand Emma auf, nahm seinen Kopf zwischen ihre Hände und küßte ihn dreimal auf den Mund.

Er wurde ganz blaß. Als sie ihn freigab, taumelte er wie ein Trunkener.

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