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Leier und Schwert

Theodor Körner: Leier und Schwert - Kapitel 18
Quellenangabe
typepoem
booktitleKörners Werke
authorTheodor Körner
year1903
publisherMax Hesses Verlag
addressLeipzig
titleLeier und Schwert
pages1
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1814
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An die Königin Luise.

(1813)

              Du Heilige, hör' deiner Kinder Flehen!
    Es dringe mächtig auf zu deinem Licht!
Kannst wieder freundlich auf uns niedersehen,
    Verklärter Engel! Länger weine nicht!
Denn Preußens Adler soll zum Kampfe wehen.
    Es drängt dein Volk sich jubelnd zu der Pflicht,
Und jeder wählt – und keinen siehst du beben –
Den freien Tod für ein bezwungnes Leben.

Wir lagen noch in feige Schmach gebettet;
    Da rief nach dir dein besseres Geschick.
An die unwürd'ge Zeit warst du gekettet;
    Zur Rache mahnte dein gebrochner Blick.
So hast du uns den deutschen Mut gerettet.
    Jetzt sieh auf uns, sieh auf dein Volk zurück,
Wie alle Herzen treu und mutig brennen!
Nun woll' uns auch die Deinen wieder nennen!

Und wie einst, alle Kräfte zu beleben,
    Ein Heil'genbild, für den gerechten Krieg
Dem Herresbanner schützend zugegeben,
    Als Oriflamme in die Lüfte stieg:
So soll dein Bild auf unsern Fahnen schweben
    Und soll uns leuchten durch die Nacht zum Sieg.
Luise sei der Schutzgeist deutscher Sache,
Luise sei das Losungswort zur Rache!

Und wenn wir dann dem Meuterheer begegnen,
    Wir stürzen uns voll Zuversicht hinein.
Und mögen tausend Flammenblitze regnen,
    Und mögen tausend Tode uns umdräun:
Ein Blick auf deine Fahne wird uns segnen.
    Wir stehen fest, wir müssen Sieger sein.
Wer dann auch fällt für Tugend, Recht und Wahrheit,
Du trägst ihn sanft zu deiner ew'gen Klarheit.

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