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Lebensgeschichte Tobias Knauts

Johann Karl Wezel: Lebensgeschichte Tobias Knauts - Kapitel 37
Quellenangabe
typefiction
booktitleLebensgeschichte Tobias Knauts, des Weisen, sonst der Stammler genannt
authorJohann Karl Wezel
year1990
publisherRütten & Loening
addressBerlin
isbn3-352-00287-8
titleLebensgeschichte Tobias Knauts
pages561
created20031209
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1776
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Zweiter Band

Me voici, mes enfants! – here I am.
Yorick

So ohngefähr wie Xenophon den Abend darauf, als ihm Sokrates zum ersten Male begegnet war, stand ich da und freute mich über das nachsichtsvolle Lob des »Merkurs«, als auf einmal zween Kunstrichter auf mich zugeschritten kamen, worunter einer einen sehr hämischen Seitenblick mit der ernsthaftesten Verachtung auf mich zuwarf und der andre eine so ehrerbietige Verbeugung machte, daß sogar meine Eigenliebe nicht anders glaubte als – der Mann müßte mich verkennen. Höflichkeitshalber muß ich doch ein paar Worte mit beiden sprechen.

Der erste, nachdem er dem Verfasser des Tobias Knauts mit aller Politesse eines Rezensenten offenherzig ins Gesicht gesagt hat, daß er ein Affe ist, bejammert es nebenher mit christlichem Mitleiden, daß es Leute genug geben wird, die ihre höchst kostbare Zeit an die Durchlesung eines Büchelchens verschwenden, welches das Unglück hat, ihm durchaus zu mißfallen. Was würde er nun vollends tun, wenn er richtiger prophezeit hätte, als ich nach der wohlhergebrachten Autordemut vermuten darf? – Über eine solche Verblendung laut weinen oder – stillschweigend seufzen? – Inzwischen muß ich ihm die Gerechtigkeit widerfahren lassen, daß seine Kritik das schönste Muster von Persiflage ist.

Das andre Kompliment kam aus dem Schwabenlande und galt eigentlich nicht mir, dem Lebensbeschreiber Tobias Knauts, sondern dem Herr Hofr. Wieland, den er für den Verfasser dieses Werkchens angesehn hatte, wohl nur wegen der ähnlichen Unterzeichnung unter der Vorrede. So gern ich unter diesem Namen im Heiligen Römischen Reiche herumschleichen möchte, wenn nur nicht Herr Wieland so viel dabei verlöre, als ich gewinne, so muß ich doch, ehe ich mich auf eine andre Art verrate, hiermit dem Hrn. Verfasser der Augsburgischen Chronik und andern, die durch ihn zu dem nämlichen Irrtum verführt sein möchten, öffentlich erklären, daß nicht Herr Wieland, sondern ich der Lebensbeschreiber Tobias Knauts bin, in dessen Leben er aber übrigens nicht, wie er tun will, interessante und rührende Szenen erwarten darf, sondern Gemälde und Begebenheiten des gewöhnlichen menschlichen Lebens, in der Lebensbeschreibung eines unbedeutenden Tobias Knauts zusammengestellt, der, wie gewöhnlich, andre Leute neben und für sich sehr vieles tun sieht und selbst sehr wenig tut. Andre Absichten dabei lassen sich zur Zeit noch nicht sagen.

Das Zerimoniell war also besorgt; aber nun ist mir noch eine saure Arbeit übrig – eine bittre Klage über mich, und zwar darüber, daß ich eine Vorrede vor den ersten Teil gesetzt habe, die, wie im »Merkur« angemerkt wird und ich hernach gefunden habe, leicht ein Mißverständnis zwischen dem Autor und seinen Lesern veranlassen könnte. Um dieses in Zukunft zu verhüten – wenn anders diese Genugtuung für das bisherige Ärgernis zureichend ist –, soll hier eine Erläuterung oder umständliche Auseinandersetzung der daselbst nur kurz angezeigten Theorie stehn.

Wie bei der Vorstellung der sichtbaren Gegenstände, so kömmt es auch bei den bloß denkbaren auf den Bau des beobachtenden Auges, auf das Medium, wodurch es sieht, auf die Seite, die der Gegenstand ihm zukehrt, und auf die weitre oder nähere Entfernung an, ob unser Urteil, unsre Vorstellung davon so oder anders ausfallen, ob die Vorstellung mit dieser oder jener Farbe, mit starkem Schatten oder starkem Lichte gemalt werden soll. Zu verwundern ist es also niemals, wenn ein Autor in einem Buche eine Sache auf zwo ganz verschiedene Arten abbildet: Die Ursache ist ganz natürlich – er sah jedesmal durch ein andres Medium oder eine andre Seite. Wenn die Atmosphäre um seine Seele voller Feuchtigkeiten ist, schwarze oder gelbe Galle in seinem Blute regiert, sein Magen viel oder wenig zu tun hat, seine Nerven stark angespannt oder schlaff sind, so laufen die Gläser in seinem Sehrohre an, die betrachteten Gegenstände sind hell oder dunkel, klein oder groß, und der Beobachter lacht oder weint, seufzt oder schmäht in jedem Falle, wie sein Blut und sein Magen es verlangen; reiben sich gewisse Teile in der Seelenatmosphäre zu oft und zu stark aneinander, so entsteht gar ein Donnerwetter, eine Götzische Streitschrift oder so eine ähnliche Lufterscheinung oder auch eine Moral in dem Tone meiner hypochondrischen Muhme, dergleichen sie ein paar in den ersten Teil wider meinen Willen eingerückt hat und nicht mehr einrücken soll; denn aufrichtig gesprochen, ihr Hypochonder ist ein gar zu derber Moralist. – Aber mit einem Fuße hinkt doch meine Vergleichung; denn die Entfernung tut bei Beobachtungen in der moralischen Welt gerade die entgegengesetzte Wirkung: In der physischen werden die Gegenstände dunkler und undeutlicher, je weiter sie sind, die Winkel fließen zusammen, eckichte Türme werden rund; in der moralischen hingegen werden die Ecken der Gegenstände stumpfer, je näher man ihnen ist, und demjenigen, der selbst sehr geschäftig darinne ist, verschwinden endlich alle oder doch die meisten Erhöhungen und Vertiefungen, so daß er auf die letzte nichts als eine glatte Fläche sieht. In der weitern Entfernung, d. h. in der Einsamkeit, übersieht man das Ganze besser und jeden Hocker, jede Ecke scharf, deutlich, helle – wenn, wie gesagt, Blut und Magen nichts dawider einzuwenden haben.

Aber das Sehrohr? – So nenne ich gewisse Grundsätze, die jeder Beobachter moralischer Sachen zu seiner Betrachtung mitbringt und die sich auf eine von den bekannten Arten, wie Grundsätze erzeugt werden, meistenteils wider Wissen und Willen in der Seele festgesetzt haben.

Dies alles war nur vorbereitungsweise gesagt; um meine Leser zum voraus den Schluß machen zu lassen, daß ich und jeder meiner Nebenmenschen, wenn wir eine Vorstellung der Welt machen, sie nicht malen wollen und können, wie sie ist, sondern wie sie uns damals erschien, als wir den Abriß verfertigten – welches, beiläufig gesagt, alle Leute wohl beherzigen möchten, die sich getrauen, eine Wahrheit zu behaupten, die auf ihre ganze Lebenszeit und für alle Menschenkinder Wahrheit sein soll.

In manchen Körpern ist der Luftkreis so veränderlich, wie, nach dem Berichte des »Spectators«, die Witterung in England ist; in einem Tage alle vier Jahreszeiten! – Diese sehen also jeden Tag oder oft jeden halben Tag eine andre Welt.

Als ich besagte Vorrede schrieb, war gerade die Abbildung der Welt in meinem Gehirne, die ich dort nur mit etlichen Zügen hingeworfen habe; aber ich bin nicht gut dafür, daß ich sie nicht in einer andern Vorrede wie einen Himmel voller Engel und in einer andern wie eine Hölle voller Teufel malen werde: jedesmal in völligem Ernste und jedesmal mit einigem Rechte.

Um sie nun in ebendem Gesichtspunkte zu fassen, in dem ich sie damals erblickte, stelle man sich auf den Mond, den Jupiter oder wohin es sonst beliebt: Um und in der Seele muß gerade mittelmäßiges Wetter sein, weder helle noch trübe, und die Lebensgeister müssen in einem gesetzten halben Trabe gehn; das Sehrohr muß die Voraussetzung sein, daß Vollkommenheiten des Verstandes und des Herzens allein wahre und einer menschlichen Seele würdige Vollkommenheiten sind – und so sieht man – was ich damals sah.

Eine Halbkugel, mit einem Mosaik von unendlicher Mannigfaltigkeit überzogen, das aus Menschenfiguren zusammengesetzt ist, die durch so feine und oft unmerkliche Ungleichheiten voneinander unterschieden sind, daß kein einziger mit dem andern denselben Kopf und dasselbe Herz hat, wenn man auch bei einigen schwören möchte, daß gar kein Unterschied wäre; – aus Menschenfiguren, worunter keine einzige entbehrlich ist, ohne eine Lücke zu machen und dem Effekte des Ganzen zu schaden, sollten sie auch noch so häßlich sein und nur dastehn, um durch ihren pechschwarzen Schatten das Licht der übrigen zu heben. So stark bin ich überzeugt, es dürfe aus diesem Gemälde der dümmste, schlechteste Kopf und – was ich aber doch noch eine kleine Weile überlegen will, ehe ich es als meine Meinung sagen mag – das schlechteste Herz nicht herausgenommen werden, daß der Philosoph Pangloß kein eifrigerer Verteidiger der besten Welt gewesen sein kann als ich – Prügel ausgenommen, wo ich ihm den Vorrang des Eifers gern überlasse.

So unzählbar diese Menge von Stufen unterschieden ist, so schienen mir doch damals drei Klassen darunter sich auszuzeichnen, unter welchen alle begriffen werden könnten.

Einige, die bei mittelmäßigen Seelenkräften starke sinnliche Triebe oder bei schlechtem und bessern Anlagen des Geistes heftige Begierden und Leidenschaften haben, bringen ihr Leben entweder in einer sinnlichen Passivität oder in einer lasterhaften Tätigkeit zu: Jene sind Sklaven des Gaums, der Wollust, des sinnlichsten körperlichen Gefühles, diese begehn die verschiedenen Arten der Laster, die gegen Nebenmenschen begangen werden können. Diese Klasse nennte ich – die unglücklichen Schlachtopfer des Lasters – wohl verstanden! – des passiven und tätigen Lasters.

Andre hat Natur, Schicksale, Umstände und was noch weiter an der Beschaffenheit eines Menschen arbeitet, so daniedergedrückt, daß in allen Gefäßen ihres Körpers und in der ganzen Seele eine beständige Ebbe ist. Die schwächsten Kräfte des Geistes sind mit den schwächsten vernünftigen Begierden und der schwächsten Tätigkeit verbunden, und sie grenzen nach den verschiedenen Graden mehr oder weniger ans Tier. Diese zweite Klasse nannte ich prädestinierte Dummköpfe.

Die dritte Klasse enthält den besten, den edelsten Teil der menschlichen Gesellschaft: Menschen mit der besten Organisation des Leibes und der Seele, voller Tätigkeit, mit lebhaften, antreibenden Leidenschaften, die aber eben wegen dieser vortrefflichen Anlage einer Menge Schwächen und Torheiten ausgesetzt sind, wovon sich hoffentlich keiner von den besten Söhnen Adams lossprechen wird, wenn ich ihn versichre, daß man, um die größten Torheiten zu begehn, der größte Mensch sein muß.

Wie das sein kann? – Also! Die Ruhmbegierde ist die edelste und nützlichste Leidenschaft, die in einer menschlichen Brust sein kann, ohne die wenig in der Welt getan würde oder, wie Young denkt, gar nichts, und doch – worinne besteht ihr Ziel? In dem Bewußtsein, daß andre Leute unsern Namen wissen. Durch das Sehrohr, das ich meinen Lesern vorhin in die Hand gab, muß ein solches Bestreben gewiß nichts anders scheinen als – Torheit. Wenn man dabei bedenkt, was für Leute das größtenteils sind, deren Bewundrung uns Freude macht, so muß man sich wundern, daß man sich darüber freuen kann. – Doch rate ich eine solche Zergliederung niemanden an als nur, wenn er seinem Stolze eine Pönitenz schuldig ist. Der Mensch ist nun einmal gemacht, daß er nach dunklen, unentwickelten Ideen und nicht nach anatomierten Begriffen handeln soll, und dawider habe ich nichts einzuwenden.

So könnte man die übrigen großen Leidenschaften gleichfalls zergliedern.

In dieser Rücksicht gab ich der dritten Klasse den Namen der Toren, die ich, um allen Mißverstand zu verhüten, in vortreffliche und geringe Toren hätte einteilen sollen: Jenes sind die erhabnen Geister, die durch eine Idee zum Exempel des Ruhms, der Ehre angespornt werden, ihre ganze Tätigkeit in Bewegung zu setzen, und am Ende doch nichts erjagen als – eine Idee; dieses sind alle diejenigen, die ein geringeres Maß von jenen höhern Leidenschaften haben und die Sättigung derselben an nichtswürdigen, leeren, kleinen Gegenständen suchen, wohin zum Beispiel Eitle, Titelsüchtige, Geldgierige, Ahnenstolze, Rangsüchtige gehören. Diese sind Toren in dem gewöhnlichen Verstande des Worts; jene sind es nur für den wahren stoischen Weisen, der alle Sachen zergliedert und sie nach dem wahren innern Werte schätzt.

Die in der ersten Klasse können zum Teil durch Zeit und Alter, zum Teil durch politische Gesetze und Anstalten gebessert werden, durch einen Autor niemals. Die zweite noch weniger, weil – die Ursache läßt sich leicht raten. Die in der dritten allein haben den Vorzug, daß sie durch die Vorstellungen eines Schriftstellers auf ihre Fehler und Schwächen aufmerksam gemacht werden können: der vortreffliche Teil derselben – insofern ihm ein Autor das, was seine völlige Begierde hinreißt, auf einer Seite vorstellt, die ihm selbst in seinem Bestreben darnach niemals erscheint, kurz, indem er ihm das Leere und Vergängliche der menschlichen Größe zeigt, welches unsre Bußprediger, wiewohl meistenteils auf eine verkehrte Art, sorgfältig tun; der schlechtere Teil der Toren, auf den ich eigentlich in jener Vorrede Rücksicht nahm, muß von einem Autor – der nützen will, ohne es scheinen zu wollen, hätte ich dort hinzusetzen mögen – so behandelt werden, wie ich an bemeldetem Orte sagte.

Sonach können alle meine Leser nebst ihrem Autor in einem gewissen Verstande Toren genennet werden – nämlich verglichen mit Geistern, die nur nach moralischen innern Vollkommenheiten streben! – aber verglichen mit Menschen, mögen sie ganz vortreffliche Menschen sein – welches ich Ihnen, mir und allen Christen von Herzen wünsche.

»Les hommes«, sagt Montesquieu irgendwo, »les hommes, fripons en détail, sont en gros de très-honnêtes gens.« – Mit einer leichten Veränderung des Fripons ließe sich die Sentenz auf den vorhabenden Fall anwenden.

Sonach wird man einsehn, daß bei jedem satirischen Buche derjenige Leser nur unter die geringern Toren oder unter die Toren im gewöhnlichen Verstande zu rechnen ist, der sich selbst so sehr darinne findet, daß es ihm ein Pasquill auf sich zu sein scheint und also von seiner Eigenliebe es nicht erlangen kann, daß sie ihn nicht auf den Verfasser zürnen läßt.

Sonach wird man endlich finden, daß Herr Wieland sehr von dem intendierten Wortverstande abgegangen ist, wenn er meine Worte durch – daß er seine Leser samt und sonders für Narren hält – paraphrasiert. Aber so wenig die Schuld an dem deutschen Paraphrasten liegt, wenn er den heiligen Paulus in seiner Umschreibung etwas sagen läßt, woran dieser niemals dachte, so gewiß ist es die meinige. Warum schrieb St. Paulus nicht deutsch? Und ich – warum schrieb ich nicht deutlicher? – Für Narren kann ein Verfasser seine Leser nicht eher halten, als bis er selbst einer ist.

Inzwischen will ich nicht behaupten, daß die Welt, auf dieser Seite vorgestellt, gerade den besten Effekt täte oder daß diese Vorstellung die einzige sein müßte, die man sich alle Tage wiederholt. Ein wahrer Weltbürger muß diesen großen Staat auf allen Seiten kennenlernen, die er nach seinen Umständen nur kennenlernen kann, und ihn ja niemals auf einer allein zu lange oder zu oft betrachten: Das Urteil darüber fällt alsdann immer parteiisch aus; die Welt wird zum Himmel oder zur Hölle, da sie doch keins von beiden für sich allein ist.

Mir schien es, als wenn ich diese Rechtfertigung teils meinen Lesern, teils mir schuldig wäre – mir– um mir den lächerlichen Anblick zu ersparen, in welchem ein Autor seinen Lesern erscheinen muß, der zu ihnen sagt: Ihr lieben Leute seid insgesamt herzliche Narren; hier nehmt und lest ein Büchelchen von einem Manne, der allein das Vorrecht hat, keiner zu sein! – meinen Lesern – um sie nicht in die unangenehme Situation zu versetzen, von einem Manne schlecht denken zu müssen, der eine so schlechte Meinung von ihnen und eine so hohe von sich selbst hat – eine Krankheit, an welcher der Verfasser so wenig darniederliegt, daß ihm noch itzt, wenn sein Blut einen sehr demütigen Fluß hat oder Schnupfenmaterie seine Nerven drückt oder eine kleine Unverdaulichkeit sich in seinen Magen eingeschlichen hat – alles treffliche Mittel zu Beförderung der Demut! –, daß ihm, sage ich, in solchen Fällen der menschliche Irrtum widerfährt, viele Leute fälschlicherweise, wie er hinterdrein gefunden hat, für Kolossen und sich für einen Zwerg zu halten!

Also ein für allemal sei es gesagt! Solange der Lebensbeschreiber Tobias Knauts Autor ist, denke man bei seinen Worten allzeit: Diese Vorstellung der Sache stieg gerade damals aus seinem Blute und seinem Magen in den Kopf; was kann der arme Mann dafür, daß in seinen Vorratskammern eben keine glänzenden Farben zu finden waren, um die auffallenden Züge an dem Bilde zu übermalen?

Es wird auch hoffentlich niemanden mißfallen, sich und die sublunarischen Herrlichkeiten in dem Lichte vorgestellt zu sehen, in welchem sie diese Vorrede zeigt; am allerwenigsten, wenn ich ihnen melde, daß Antonin, der vortrefflichste Stoiker, eine kaiserliche Majestät vom abendländischen Meere bis an das Agäische und noch weiter, zuweilen sich es selbst gefallen ließ, bei müßigen Stunden seinen Purpur, seinen Zepter, seine Krone, seinen Ruhm, seine Gewalt, seine Macht und viele andre dergleichen nicht zu verachtende Dinge in dem nämlichen Lichte zu betrachten, und sogar das Herz hatte, einen jeden Einwohner der römischen Welt und ihre Nachkommen schriftlich zu versichernIn dem vortrefflichen Buche: »Über sich selbst an sich selbst«. , daß eine solche diätmäßige Betrachtung so niederschlagend, so kühlend für ihn gewesen sei! – tausendmal niederschlagender als eine Unze Salpeter, in sechzehn gleiche Portionen geteilt! – und wenn eine solche diätetische Kür vorüber war: Il n'était occupé qu'a travailler au bonheur des hommes et a exercer les devoirs de la société. – Vielleicht war dies eine Folge der vorhergehenden guten Diät!

W++l.

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