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Leben Taten und Meinungen des sehr berühmten russischen Detektivs Maximow

Heinrich Lautensack: Leben Taten und Meinungen des sehr berühmten russischen Detektivs Maximow - Kapitel 6
Quellenangabe
typenarrative
authorHeinrich Lautensack
titleLeben Taten und Meinungen des sehr berühmten russischen Detektivs Maximow
publisherEdition Sirene
year1991
senderwww.gaga.net
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
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Der Beschluss des ersten Buches

Eine Wohnung für Sonja?

Eine Agentin des Ministeriums des Innern, die Maximow dienstlich unterstand, vermietete möblierte Zimmer. Der gesellschaftliche Ruf der Dame war tadellos . . . so ließ sich auf diesen »Ruf« hin, was Ungeniertheit anbetraf, schon ein wenig sündigen.

Der Umzug fand statt. – Als wohlerzogenes Kind schrieb das junge Mädchen sofort nach Hause und schilderte ausführlich den ganzen kürzlichen Vorfall. Und da die Eltern hinter der Katzentragödie beim besten Willen kein Liebesabenteuer wittern konnten, geben sie sich nachträglich noch mit dem Wohnungswechsel einverstanden.

Das Glück der Liebenden war ein ungetrübtes, weil ungestörtes.

Kam wer Maximow besuchen, dann gab Iwan zur Auskunft, der gnädige Herr sei in die Krim abgereist. Die Abschiedstournee war in einem abgekürzten Verfahren beendet worden, und auch der Bescheid des polizeilichen Einwohnermeldeamtes lautete: Verreist nach der Krim.

Warum also sollte das Glück der Liebenden kein ungetrübtes gewesen sein? – Wie schaal, wie fade kamen Maximow nun die gezierten, seelenlosen Modedamen vor! Ihm kam ins Blut was wie einem Mann, der sich an überfeiner Restaurationsküche den Magen verdorben hat und der nun beste nahrhafteste Hausmannskost erhält!


Um in dem obigen Bilde zu bleiben: Maximow aß die ganze Zeit, die ihm noch bis zum Ablauf seines Urlaubs blieb, nicht ein einziges Mal außer Hause!


Maximow Sonja heiraten? – Wo beide doch kein Vermögen besaßen? – Als ob's so etwas Verlockendes war, nur auf das bißchen Gehalt angewiesen zu sein? – Maximow widerstrebte es, einen so wichtigen fürs Leben bindenden Schritt zu tun – in einem Augenblick, wo die Leidenschaft das klare Urteil trübte. – Die reiche Lebenserfahrung, die er in seinem Beruf erworben, sagte ihm, daß alle sogenannten Liebesheiraten – wie alle andern im Affekt begangenen Handlungen – gewöhnlich ein fatales Ende nehmen. – »Und sieh mal, Sonja: die Frau eines Detektivs . . . ja, ist dies nicht schlimmer noch als wie die Frau eines Seefahrers? – Kannst du denn selber nur einen Augenblick lang wollen, daß ich dich einen Monat nach unserer Hochzeit – denk an Odessa! – zur Witwe mache??«


Um es noch einmal zu beteuern: das Glück der Liebenden war ein ungetrübtes.


Da lief Maximows Urlaub ab. – Der Arzt erklärte: gänzlich wieder hergestellt. Und lobte die Krim. – Blieb also kein vernünftiger Grund, den Dienstantritt länger hinauszuschieben. Zwar hätt' es nicht schwer gehalten, noch auf einige Zeit Dispens zu erlangen . . . aber welcher Maximow würde die Pflicht dem Vergnügen geopfert haben? Unbefriedigter Ehrgeiz hätte ihm von vornherein jeden Genuß vergällt.


Überdem: Die Flitterwochen, die waren ja just zu Ende. Und in sein Blut kam eben etwas wie in einen, der lange Zeit nur nahrhafteste beste Hausmannskost erhalten. – – –


Das Ende des ersten Buches

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