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Leben des Benvenuto Cellini

: Leben des Benvenuto Cellini - Kapitel 50
Quellenangabe
typeautobio
authorBenvenuto Cellini
titleLeben des Benvenuto Cellini
publisherInsel Verlag
editorJohann Wolfgang von Goethe
translatorJohann Wolfgang von Goethe
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20060530
projectidef16ece3
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III. Näherer Einfluss auf Cellini

Wenden wir nun unsern Blick auf die Vaterstadt des Künstlers, so finden wir in derselben eine höchst lebendige Kunstwelt.

Ohne umständlich zu wiederholen, was anderwärts bei manchen Gelegenheiten über die Bildung der florentinischen Schule von mehrern, besonders auch von unsern Freunden in dem ersten Stück des dritten Bandes der ›Prophyläen‹ unter dem Artikel ›Masaccio‹, abgehandelt worden, begnügen wir uns hier, eine summarische Übersicht zu geben.

Cimabue ahmet die neuen Griechen nach mit einer Art dunkler Ahnung, daß die Natur nachzuahmen sei. Er hängt an der Tradition und hat einen Blick hinüber in die Natur, versucht sich also hüben und drüben.

Giotto lernt die Handgriffe der Malerei von seinem Meister, ist aber ein außerordentlicher Mensch und erobert das Gebiet der Natur für die Kunst.

Seine Nachfolger, Gaddi und andere, bleiben auf dem Naturwege.

Orcagna hebt sich höher und schließt sich an die Poesie, besonders an die Gestalten des Dante.

Brunelleschi, Donato und Ghiberti, drei große Männer, ergreifen dem Geist und der Form nach die Natur und rücken die Bildhauerkunst vor. Der erste erfand vielleicht die Gesetze der Perspektive, wenigstens benutzt er sie früh und befördert diesen Teil der Kunst, worauf denn aber leider eine Art technischer Raserei, das eine Gefundene durch alle Bedingungen durchzuarbeiten, fast hundert Jahre dauert und das echte Kunststudium sehr zurücksetzt.

Masaccio steht groß und einzig in seiner Zeit und rückt die Malerei vor. Alles drängt sich nun, in der von ihm gemachten Kapelle zu studieren, weil die Menschen, wenn sie auch das Rechte nicht deutlich verstehen, es doch allgemein empfinden.

Masaccio wird nachgeahmt, insofern er sich der Natur in Gestalt und Wahrheit der Darstellung nähert, ja sogar an Kunstfertigkeit übertroffen vom ältern Lippi, Botticelli, Ghirlandaio, welche aber alle in der Naturnachahmung steckenbleiben.

Endlich treten die großen Meister auf: Leonardo da Vinci, Fra Bartolommeo, Michelangelo und Raphael.

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