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Leben des Amerikanischen Generals Friedrich Wilhelm von Steuben. Band I

Friedrich Kapp: Leben des Amerikanischen Generals Friedrich Wilhelm von Steuben. Band I - Kapitel 15
Quellenangabe
typebiographie
authorFriedrich Kapp
titleLeben des Amerikanischen Generals Friedrich Wilhelm von Steuben. Band I
publisherVerlag von Duncker & Humblot
year1858
correctorJosef Muehlgassner
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Dreizehntes Kapitel

Gegen Ende Januar 1780, als es Vorbereitungen für den bevorstehenden Feldzug zu treffen galt, ging Steuben auf Washingtons Befehl nach Philadelphia, um dem Congreß verschiedene, auf eine dauernde und zweckmäßigere Formirung der Armee hinzielende Anträge zur Annahme vorzulegen. Es handelte sich bei dieser Mission im eigentlichen Sinne des Wortes um die Existenz des Heeres, indem ihm am Vorabend des neuen Feldzuges der Verlust eines Drittheils seiner Mannschaft bevorstand, deren Dienstzeit zu Ende ging. Bei der Schwäche der Truppen war ein nachhaltiger Ersatz unerläßlich; dieser aber konnte nur durch Verbesserung des mangelhaften Rekrutirungssystems und durch Verlängerung der Dienstzeit erreicht werden.

Die Verhandlungen, welche Steuben auf der einen Seite mit Washington, auf der anderen mit dem Kriegsrathe und dem Congresse pflog, bilden ein interessantes Kapitel in der Geschichte des Krieges und sind bisher niemals vollständig veröffentlicht worden. Da uns alle wichtigen, auf diese Mission bezüglichen Briefe zu Gebote standen, so theilen wir dieselben unverkürzt hier mit: der ganze Verlauf der Verhandlungen und ihr Resultat wird sich auch ohne Erläuterungen und Zusätze aus ihnen ergeben. Steuben's Copierbücher und Brouillon's aus dem Jahre 1780 fand ich unter den Papieren des Obersten B. Walker in Utica im Besitze des Herrn Chas. A. Mann, der so freundlich war, mir dieselben anzuvertrauen. Es scheint, daß Steuben seine Briefe meistens diktirte und dann von seinen Adjutanten corrigiren und abschreiben ließ. Daß die Reinschriften mit dem Originale übereinstimmen, geht u. A. aus dem Briefe vom 28. März 1780 hervor, welchen Sparks im zweiten Bande der » Correspondence of the Revolution « mitgetheilt hat, ferner aus zwei oder drei anderen, die ich im Staats-Archive zu Washington fand und mit dem in meinen Händen befindlichen Entwurfe verglich. Ich war nicht im Stande, sie alle zu vergleichen, da ich mitten in meinen Arbeiten unterbrochen wurde, indem man mir als Fremden die fernere Benutzung der dortigen handschriftlichem Schätze verbot. Vergleiche die Vorrede. – Wo nicht das Gegentheil bemerkt ist, waren die Copierbücher die Quelle, aus der ich schöpfte.

»Nachdem ich in der Nacht des 22. hier angelangt war,« – schreibt Steuben am 26. Januar 1780 an Washington – »überreichte ich dem Präsidenten des Congresses am folgenden Morgen in der Frühe den Brief von Ew. Exzellenz, worauf ich erst heute benachrichtigt wurde, daß der Kriegsrath beauftragt worden sei, mit mir über den gegenwärtigen Zustand der Armee in Berathung zu treten. Was bei dieser Conferenz herauskommen wird, weiß ich noch nicht. Man spricht davon, daß sich ein Comité in's Lager begeben soll, um unsre Armee umzugestalten. Gleichzeitig heißt es, daß einundvierzig Regimenter umgeschaffen werden sollen; indessen glaube ich, daß noch nichts Bestimmtes darüber beschlossen ist.

Der französische Gesandte hat mir mitgetheilt, daß er im Begriff stehe, den Congreß zu fragen, welche Mittel derselbe für die Operationen des nächsten Feldzuges in's Werk zu setzen beabsichtige, damit er seinem Hofe und den Commandeuren der Geschwader die zu deren Richtschnur nöthigen Mittheilungen machen könne. Er hat mir fest versichert, daß wir auf die Ankunft einer Französischen Flotte rechnen dürfen, falls wir mit derselben zu cooperiren im Stande sind. – Er hat mir ferner mitgeteilt, daß er Eurer Exzellenz seine Ansicht über den vom Feinde vorgeschlagenen Cartel übermittelt habe.«

Mittwoch, den 26. d. M.

»So eben erhalte ich eine Ordre vom Kriegsrath, wonach ich mich morgen Abend um 6 Uhr auf dessen Bureau einfinden soll.

Einige Herren im Congreß, und besonders die östlichen Mitglieder scheinen außerordentlich geneigt, die Armee für die nächste Campagne zu verstärken und Alles aufzubieten, damit ihre Operationen möglichst wirksam werden. Es sind in der That schon verschiedene Vorschläge gemacht worden, von denen ich jedoch keinem widersprechen werde, wenn wir nur eine Armee bekommen.«

Donnerstag, den 27.

»Ich habe dem Kriegsrath die Listen über die Infanterie eingereicht, und ihm, soweit ich vermochte, über den Zustand unsrer Armee berichtet. Man hat von mir verlangt, daß ich unverzüglich meine Meinung über die für die nächste Campagne zu treffenden Vorbereitungen abgebe.«

Das Memoriale, welches Steuben dem Kriegsrath am 28. Januar 1780 überreichte, lautet folgendermaßen:

»Die Unvollständigkeit und Ungleichheit unserer Infanterie-Regimenter, welche aller Ordnung und Regelmäßigkeit widerspricht, veranlaßte mich in der letzten Campagne, Sr. Exzellenz dem Obergeneral einen Plan zur Bildung einer Schlachtordnung vorzulegen, worin ich den Regulativen gemäß zwei und drei Regimenter zu einem einzigen Bataillon vereinigte. In Folge dieser Formation wurde die Armee unter General Washington in 35 Bataillone und 8 Bataillone leichter Infanterie getheilt.

Obgleich solch ein Arrangement sehr nothwendig war, so erhoben die Regiments-Commandeure doch viele Schwierigkeiten, indem die einen auf Grund der größeren Stärke ihrer Corps, die anderen auf Grund längerer Dienstzeit sich gegenseitig das Bataillons-Commando streitig machten. Dadurch wurde dem Oberbefehlshaber und mir die Durchführung des Planes außerordentlich schwer gemacht. Die Errichtung der 8 leichten Infanterie-Bataillone stieß auf nicht weniger Hindernisse und erregte nicht geringere Unzufriedenheit. Einige Regimenter klagten darüber, daß sie zu viel Mann, andere, daß sie zu wenig stellen müßten. Indeß ging es mit diesem Arrangement doch leidlich von Statten, die acht leichten Infanterie-Bataillone wurden formirt und aus den Regimentern wurden, sobald sie unter Waffen waren, Bataillone gemacht.

Obwohl diese Formation äußerst mangelhaft war, so war sie doch die einzige, welche wir ins Werk zu setzen vermochten. Mitten in der Campagne führte die Ankunft der Neun-Monats-Rekruten von Neu-England Unordnung herbei. Jetzt aber wird die ganze Einrichtung vollends durch den Abgang von ca. 5000 Mann, deren Dienstzeit mit dem Beginn der nächsten Campagne aufhört, über den Haufen geworfen. Einige Regimenter werden so verringert, daß man 4 bis 5 zu einem Bataillon nöthig haben wird, andere werden fast auf Null reducirt, und nur wenige werden die genügende Stärke behalten. Auf diese Weise werden wir sehr schwache Bataillone mit 12 Feld-Offizieren an der Spitze haben, während andere vielleicht nur einen haben werden.

Um diesem Uebel abzuhelfen, weiß ich nur zwei Mittel, nämlich: die Zahl der Offiziere zu vermindern und die Regimenter zu incorporiren, oder sie zu vervollständigen. Das erste wird gefährlich und unpolitisch, das zweite unmöglich sein. Reduziren wir die Regimenter mitten im Kriege, so werden wir dem Feinde zeigen, daß wir nicht im Stande sind, unsre Armee auf dem gegenwärtigen Fuße zu erhalten. Die Offiziere werden, selbst wenn sie ihre Anstellung und ihren Rang behalten, des Dienstes überdrüssig und wir werden dadurch, wie ich fürchte, eine Anzahl guter und braver Offiziere verlieren.

Wenn wir sie in ihrem Range belassen, um ihnen im Fall von Vakanzen ihre Commando's wiederzugeben, so werden wir die übrigen (aktiven Offiziere) unbedingt verletzen: denn gesetzt, daß ein Regiment einige Offiziere in der Schlacht verlöre, so würde es doch jedenfalls sehr hart sein, wenn diejenigen, welche alle Gefahren mitgemacht hätten, von denen überflügelt würden, welche unterdessen mit Beibehaltung ihres Ranges und ihrer Anstellung im friedlichen Familien- oder Freundeskreise gesessen hätten. Ich möchte behaupten, daß schon der bloße Vorschlag einer Incorporation unseren meisten Offizieren mißliebig sein und die schlimmsten Folgen haben dürfte. Die Completirung der Regimenter ist ein den Vereinigten Staaten unmögliches Unternehmen, und gesetzt sogar, daß wir eine hinreichende Anzahl Rekruten fänden, so würden wir dann doch eine so unproportionirte Armee haben, daß es nicht in der Macht der Staaten stehen würde, sie aufrecht zu erhalten.

Die Infanterie-Regimenter würden sich nach der Bestimmung des Congresses auf ungefähr 42,000 Gemeine, die Cavallerie auf 3000, die Artillerie auf 2000 und der einer solchen Armee angemessene Train nebst Handwerkern etc. auf wenigstens 6000 Mann belaufen, was im Ganzen 53,000 Gemeine ergeben würde; rechnen wir hierzu 5-6000 Offiziere, so kämen insgesammt gegen 58,000 Mann heraus. Gesetzt nun, daß die Staaten nicht die nöthigen Mittel zur Erhaltung dieser Armee hätten, würde es nicht lächerlich sein, wenn man eine der feindlichen so sehr an Zahl überlegene Streitmacht halten wollte? Daraus ergiebt sich, daß das Projekt, die Regimenter zu completiren, ein durchaus verfehltes ist.

Fragt man mich, welche Mittel ich denn vorschlagen würde, so antworte ich: daß wir die Stärke der Armee den Fähigkeiten der Staaten und den zu unternehmenden Operationen anpassen müssen. Erstere müssen durch die Gesetzgeber, welche mit den Fähigkeiten der verschiedenen Staaten am besten bekannt sind, herausgefunden werden. Dabei ist es nicht allein nöthig, die Zahl der Leute, welche gestellt werden können, sondern auch die Mittel, welche zu ihrer Bewaffnung, Bekleidung und zu ihrem Unterhalt nöthig sind, zu bestimmen.

Alsdann ist darüber zu entscheiden, ob wir mit Energie einen offensiven Feldzug beginnen oder den Krieg durch defensives Verhalten und Abwarten der Ereignisse in die Länge ziehen wollen. In beiden Fällen muß unsere Armee mehr oder weniger verstärkt werden, denn so wie sie jetzt ist, kann sie keine Campagne mehr aushalten. Außerdem müssen wir ein regelrechtes Formirungssystem einführen.

Um unseren Feinden im Norden und Süden Widerstand zu leisten und offensiv gegen sie zu verfahren, muß unsere Armee beträchtlich vermehrt und mit den für die nächste Campagne notwendigen Mitteln versehen werden. Die zu diesem Zwecke nothwendige Truppenzahl muß der General, welcher das Commando und die Leitung der Operationen hat, bestimmen.

Ich erlaube mir jedoch hier meine Meinung abzugeben, welche der Obergeneral prüfen und der Congreß event. billigen möge.

Bevor ich auf die Berechnung eingehe, bemerke ich, daß ich unter der Zahl der Leute nur die kampffähigen Gemeinen verstehe, ungerechnet die Offiziere, Sergeanten, Tamboure etc. und noch weniger die als Fuhrleute, Handwerker oder Bediente beschäftigten Personen, die als Soldaten aufgeführt werden, ohne es in Wirklichkeit zu sein.

Gesetzt nun, daß unsere Armee auf einen solchen Fuß gestellt werden soll, um dem Feinde in Georgia und Carolina zu widerstehen, und nicht allein sein Vorrücken zu hemmen, sondern ihn auch aus den bereits errungenen Positionen zu verdrängen; –

daß wir ferner ihm im Norden die Spitze bieten und jeden Augenblick bereit sein wollen, mit einer Flotte unserer Verbündeten zu operiren und einen entscheidenden Schlag zu thun, wo wir es für angemessen halten, und

daß wir endlich uns in den Staub gesetzt zu sehen wünschen, unsere Garnisonen an der Gränze zu füllen und im Fall der Noth zu verstärken:

dann müssen wir meines Erachtens die folgende Stärke besitzen:

Infanterie 23,616 Mann
Cavallerie 1,000 "
Artillerie und Pioniere 2,000 "
Artillerie-Train 400 "
Armee-Train incl. Commissaire, Quartiermstr.
Fouragemeister etc.
2,952 "
  ______  
  29,968 Mann

Diese Macht muß in folgender Weise vertheilt werden:

Die Armee unter Washington:

Infanterie 16,000 Mann
Cavallerie 600 "
Artillerie und Pioniere 1,200 "
Artillerie-Train 300 "
R. – – – 2,000 "
  ______  
  20,100 Mann

Die Armee unter General Lincoln:

Infanterie 6,000 Mann
Cavallerie 400 "
Artillerie 600 "
Artillerie-Train 100 "
Stab etc 952 "
  ______  
  8,052 Mann

In den Garnisonen:

Infanterie 1,616 Mann
Artillerie etc. 200 "
  ______  
  1,816 Mann

Um unsere Armee auf diese Höhe zu bringen, ist es weder nöthig, die Regimenter auf Grund der bestehenden Vorschriften zu completiren, noch sie umzuändern und zu incorporiren.

Es sollte nur jeder Staat seine Regimenter gleich machen: ein jedes sollte 324 Mann zählen, und in acht Compagnien und eine leichte Infanterie-Compagnie getheilt sein. Jede Compagnie sollte aus 36 Mann bestehen, von denen 4 unter General-Quartiermeister's Ordre zu stellen wären, um als Fuhrleute etc. verwendet zu werden: dadurch würden enorme Kosten gespart, da bekanntlich ein Fuhrmann nicht weniger Lohn als ein Infanterie-Capitain erhält.

Wären die Regimenter der verschiedenen Staaten einmal auf diesen Fuß gestellt, so würde es nöthig sein, die übrigen Regimenter, zu denen das des Obersten Livingston gehört, gleich zu machen; letzteres, welches beinahe auf Null reduzirt und ohne Offiziere ist, könnte den übrigen zur Completirung einverleibt werden. Nachdem dieses geschehen, sollten sie den Staats-Regimentern zugetheilt werden, sei es durch's Loos oder auf eine andere Weise, worauf die Staaten, denen sie zugefallen wären, sie auf 324 Mann zu bringen und sie gerade so wie ihre übrigen Regimenter zu halten hätten.

Betreff des Ranges und Avancements der Offiziere der außerordentlichen Regimenter » Additional regiments« (eigentlich wörtlich zusätzliche Regimenter) ist mit »außerordentliche Regimenter« übersetzt worden, weil darunter alle die Corps begriffen sind, die neben dem gesetzlichen Etat der Einzelstaaten bestanden, so z. B. Lee's, Armand's, Hazen's oder Pulaski's Corps, sich rekrutirten, wo und wie (meistens aus Fremden) sie wollten, und den Vereinigten Staaten, dem damaligen »Cortiment«, angehörten, von dem sie auch unterhalten wurden. würde es passend sein, wenn man unter ihnen das Avancement beibehielte und wenn die dem Obergeneral vom Kongreß verliehene Macht bestätigt würde, das Avancement der Offiziere zu bestimmen und Vakanzen aus den Continental-Regimentern, in denen viele ausgezeichnete Offiziere sind, zu besetzen.

Die Cavallerie sollte completirt und remontirt werden, bis sie sich auf 1000 Mann beliefe.

Ueber die Artillerie sollte General Knox befragt werden, ob die von mir vorgeschlagene Zahl seinen Operationen angemessen erschiene. Ich habe das Verhältniß von den europäischen Armeen genommen. Aus der Stammliste des Corps wird sich ergeben, wie viel Mann für dasselbe rekrutirt werden müssen. Dasselbe ist betreffs der Civil-Departements des Stabes der Armee der Fall. Der Chef eines jeden Departements sollte die Zahl der von ihm beschäftigten Leute angeben und zugleich bemerken, wie viel er außerdem noch für die nächste Campagne für nothwendig hält. Diese Angaben wären von dem Kriegsrath, dem Oberbefehlshaber und sonstigen vom Congreß anzustellenden Personen zu prüfen und dann darüber zu entscheiden.

Nachdem dieses geschehen ist, kann leicht berechnet werden, was die Armee für die nächste Campagne gebraucht. An Provisionen und Fourage muß ein Drittel mehr als erforderlich, genommen werden, damit wir vor Mangel geschützt sind. Außer den für den unmittelbaren Bedarf der Armee eingerichteten Magazinen sollten wir noch auf zwei weitere und zwar gut versorgte bedacht sein.

Das erste würde für eine Milizmacht von 20,000 Mann dienen, welche im Fall einer Expedition zu uns stoßen würde und müßte dasselbe auf drei Monate verproviantirt sein; das andere, das für eine Flotte unserer Alliirten bestimmt wäre, müßte gleichfalls auf drei Monate verproviantirt sein. Dazu müßten die östlichen Staaten baldmöglichst ansehnliche Extra-Magazine besonders für Zwieback und Salzfleisch anlegen.

Der General der Artillerie hat unverzüglich anzugeben, was er für die nächste Campagne zu brauchen gedenkt, und zugleich mit der größten Eile für Anschaffung von Belagerungs-Geschütz und sonstigen Belagerungswerkzeugen zu sorgen.

Der General der Ingenieure hat ebenfalls anzugeben, welcher Utensilien er für seine Arbeiten bedarf.

Hinsichtlich der Bekleidung der Armee wäre zu wünschen, daß jeder Staat seine Rekruten gut gekleidet herschickte, ohne auf bestimmte Farbe dabei zu sehen und daß die Kleidungsstücke, welche die Staaten später aufbringen nebst denen, welche von Frankreich kommen, aufgespeichert und nicht vor Ende der Campagne vertheilt würden.

Aber das Wesentlichste von Allem ist, daß wir uns mit wenigstens 10,000 Musketen bis zu Anfang nächsten Mai's versehen, ungerechnet diejenigen, welche wir von Frankreich erwarten. Dies ist die geringste Zahl, deren wir bedürfen, falls die Armee nach dem vorliegenden Plane formirt wird.

Je schwieriger die oben erwähnten Einrichtungen zu treffen sind, um so kostbarer sind die Momente und um so nöthiger ist es, daß wir alle unsere Kräfte anstrengen. Wir stehen bereits am Ende des Januar. Wenn die Rekruten nicht schon am 1. April bei den Regimentern sind, so werden alle Kosten und Mühen der Aushebung umsonst sein.

Wenn die Magazine nicht auf sieben Monate bis gegen die Erntezeit verproviantirt sind, so ist die Armee verloren. Wenn wir nicht zum wenigsten 10,000 Musketen haben, bevor die Rekruten eintreffen, so werden die Leute nutzlos sein.

Ich zweifle nicht daran, daß eine hitzige Campagne in Europa stattfinden wird, noch weniger, daß unsere Verbündeten uns auf diesem Continente kräftig unterstützen werden: unter solchen günstigen Umständen wäre es traurig, wenn wir unsererseits nichts thun könnten.

Unsere jüngsten Unfälle im Süden sollten uns zur Lehre dienen: 2000 Mann mehr unter dem General Lincoln, und wir hätten den Feind in Georgia sicher besiegt und brauchten uns jetzt nicht vor den unheilvollen Folgen zu fürchten.

Ich kann hier nicht unterlassen zu bemerken, daß die meisten Bewohner dieses Continentes des gegenwärtigen Krieges müde sind: diese Thatsache möge uns veranlassen das Aeußerste zu thun, um durch eine glorreiche Campagne ein glückliches Ende herbeizuführen.«

Steuben benachrichtigte Washington am 29. Januar 1780 mit folgenden Zeilen von der Einreichung des Memorials:

»Gestern überreichte ich dem Kriegsrath das beifolgende Memorial. Es ist nur eine allgemeine Berechnung, welche einer genaueren Prüfung bedarf. Herr Livingston, ein Mitglied des Congresses, wurde von diesem an den Kriegsrath abgeschickt und theilte Ew. Exzellenz Antwort über das Projekt der Einverleibung der Regimenter mit. Wenn irgend etwas mich veranlassen könnte eine Einverleibung anzurathen, so wären es die vakanten Offizierstellen, welche ich nicht zu besetzen weiß. Jedoch befürchte ich, daß viel Unzufriedenheit und andere üble Folgen daraus entstehen möchten.

Herr Peters schlug vor, alle Arrangements für jetzt bei Seite zu lassen und nur zu erwägen, wie viel Mann die einzelnen Staaten für die nächste Campagne zu stellen hätten. Die von mir vorgeschlagene Anzahl Infanterie wurde gutgeheißen; ich stellte übrigens vor, daß es nothwendig sein würde, pr. Regiment 40 Mann mehr zu nehmen, da sich die Mannschaft von jetzt bis zum Beginn der Campagne noch um soviel verringern möchte.

Herr Livingston erklärte sich gegen die von mir vorgeschlagene Anzahl Cavalleristen, auf Grund der Unmöglichkeit sie zu rekrutiren. Die Berathung hierüber wurde indeß verschoben.«

Sonntag, den 30.

»Ich habe eine Ordre vom Kriegsrath erhalten, wonach ich ihm ohne Verzug die Berichte, deren Verzeichniß ich beilege, besorgen soll. Ich bitte Sie, daß Sie vermöge Ihrer Autorität die sofortige Uebersendung jener Berichte veranlassen.

Es erscheint mir unumgänglich nothwendig, daß die Austheilung der Waffen, Patronen etc. nicht eher vorgenommen wird, bis man die jetzt bei den Regimentern und in den Magazinen befindliche Quantität derselben herausgefunden und festgestellt hat.

Ich bitte Sie, mich Ihre Meinung über die Proportion für eine Armee, wie sie in meinem Memorial angegeben ist, wissen zu lassen, da ich allein nach der Weisung Ew. Exzellenz zu handeln wünsche. Beehren Sie mich gefälligst mit Ihrem Vertrauen, und seien Sie versichert, daß mein Eifer für den Dienst nur meiner Hochachtung für Sie gleichkommt.«

Washington bekannte sich zu dem Empfang von Steuben's Briefen nebst dem Memoriale in folgendem Schreiben d. d. Morristown, Februar 8. 1780: Washingtons Writings VI. 464.

»Ich habe Ihren Brief nebst den beigefügten Papieren empfangen, und theile Ihnen nach sorgfältiger Erwägung des Inhalts mit Offenheit und Vertrauen meine Ansicht mit. Der Hauptpunkt, um den Ihr Memorial an den Congreß sich dreht, ist die für die nächste Campagne erforderliche Truppenstärke.

Um diese auf gute Gründe hin zu entscheiden, müssen wir erst die folgende Frage erledigen: ›Wird es in unserer Macht stehen, die Offensive zu ergreifen, oder müssen wir uns auf die Defensive beschränken?‹ Die Entscheidung dieser Frage ist nicht möglich ohne eine genauere Kenntniß unserer finanziellen Hülfsquellen, als ich sie gegenwärtig besitze, noch ohne Gewißheit darüber, ob unsere Allüren uns mit einem Geschwader zur wirksamen Cooperation auf diesem Kontinente unterstützen können. Ich denke, daß wir bei tüchtiger Anstrengung eine für offensive Schritte hinreichende Mannschaft aufbringen können; was jedoch die Erhaltung derselben anlangt, so glaube ich nicht, soweit ich unsere Verhältnisse kenne, daß der Zustand unseres Schatzes ohne auswärtige Hülfe dieselbe ermöglicht. Ob aber letztere zu erlangen ist, das kann nur der Kongreß beurtheilen. Auf der anderen Seite möchte ich wegen der eigentümlichen Lage der feindlichen Posten in hiesiger Gegend Ihnen nicht rathen, über Maßregeln zu ihrer Vertreibung nachzudenken, wenn wir nicht die feste Gewißheit haben, daß eine angemessene Seemacht unter allen Umständen mit uns zu handeln bereit ist. Wenn wir uns auf auswärtige Hülfe an Geld und Schiffen verlassen können, dann würde ich empfehlen, daß alle unsere Dispositionen auf eine offensive und entscheidende Kampagne abzweckten; und für diesen Fall würde ich wenigstens ein Drittel Mannschaft mehr verlangen als Sie, und zwar durch eine sofortige allgemeine Ziehung.

Aber da ich bezweifle, daß wir dieser zwei Vorbedingungen so gewiß sein können, um danach schon unser späteres Handeln einzurichten, so sind wir nach meiner Ansicht zur Defensive und zur Verfolgung der strengsten Sparsamkeit gezwungen. Für diesen Fall indessen halte ich Ihre Abschätzung, wenn ich Sie recht verstehe, nicht für mehr als hinreichend. Denn nach Abzug der unvermeidlichen Verluste wird uns kaum die Zahl von 20,000 dienstfähigen Leuten übrig bleiben. Weniger aber dürfen wir nicht haben, wenn wir den Feind in seinen gegenwärtigen Schranken halten und sein weiteres Vordringen verhindern wollen. Denn der Feind hat einschließlich des kürzlich von New-York abgesegelten Detachements nahe an 20,000 diensttüchtige Leute in diesen Staaten, ohne die Rekruten zu rechnen, welche wahrscheinlich zur Completirung der Bataillone herübergeschickt werden. Aus diesen Gründen halte ich die von Ihnen vorgeschlagene Schätzung für die unseren gegenwärtigen Verhältnissen angemessenste.

Die von Ihnen verlangte Stärke der Cavallerie steht dazu im richtigen Verhältniß und ist militärisch nothwendig. Cavallerie wird besonders im Süden von Nutzen sein, wenn es dort zum Schlagen kommen sollte; aber der Kostenpunkt ist ein sehr ernster. Er muß auch in diesem wie in den übrigen Fällen an diejenigen verwiesen werden, welche mit unseren finanziellen Hülfsquellen vertraut sind. Ein andrer wichtiger Punkt ist ferner der, ob es zweckmäßig ist, die Regimenter zu incorporiren und sie dann auf die erforderliche Höhe zu bringen. Ein Congreß-Comite hat mir, wie Sie bereits wissen werden, einen ihm zur Erwägung überwiesenen und die Reduktion der Zahl der Bataillone betreffenden Vorschlag eingesandt und verlangt meine Meinung darüber. Obgleich ich die Unannehmlichkeiten voraussehe, die unbedingt im Gefolge einer Reduktion sein werden, so rieth ich doch, und zwar hauptsächlich aus zwei Gründen, nicht davon ab: der eine Grund liegt in unseren finanziellen Bedrängnissen, die alle mögliche Sparsamkeit erheischen; der andere in der Unzulänglichkeit der jetzigen Zahl der Offiziere gegenüber der augenblicklichen Zahl der Corps. Doch obwohl ich den Plan nicht mißbillige, so bin ich doch weit entfernt davon, demselben sehr zugethan zu sein. Der Congreß ist am besten im Stande, die Vortheile und Nachtheile gegen einander abzuwägen und zu entscheiden, welche von beiden überwiegen.

Ich wünsche aufrichtig, daß dasjenige, was Sie bezüglich der Magazine empfehlen, in Ausführung gebracht werde, doch fürchte ich, daß es sich in der beregten Ausdehnung nicht wird thun lassen. Wir brauchen nicht zu besorgen, daß die Magazine größer als unsere Bedürfnisse sein werden: bisher sind wir während des ganzen Krieges in schrecklichen Verlegenheiten gewesen. Die Waffen müssen unter allen Umständen angeschafft werden. Ich habe befohlen, daß die vom Kriegsrath verlangten Berichte eiligst angefertigt werden. Sobald sie gesammelt sind, werde ich sie Ihnen einsenden lassen. In Ihrem Memorial sind noch einige Punkte von untergeordneter Wichtigkeit, welche ich billige, ohne sie einzeln anzuführen.«

Inzwischen hatten die Verhandlungen mit dem Kriegsrath ihren Fortgang, wie aus den folgenden Briefen hervorgeht:

»Nachdem der Congreß,« – schreibt Steuben am 5. Februar 1780, – »die von jedem Staate zu stellende Anzahl von Rekruten bestimmt hat, muß nach meiner Meinung in jedem Staate ein Rendezvous-Platz für die letzteren festgestellt werden, und gleichzeitig sollte der Obergeneral einen Feld-Offizier aus jedem Staate und einen Capitain, zwei Subalterne und vier Sergeanten von jedem Regimente nach den betreffenden Rendezvous-Plätzen beordern.

Sowie die Rekruten ankommen, müssen sie dem Feldoffizier vorgestellt werden, worauf dieser im Beisein eines Deputirten seines Staates und eines geschickten Sergeanten jeden Mann genau zu untersuchen und zu entscheiden hat, ob er für den Dienst tauglich ist oder nicht. Diese Offiziere müssen streng angewiesen werden, keinen Mann über 50 oder unter 18 Jahren anzunehmen. Der Arzt muß untersuchen, ob sie nicht verkrüppelt oder verstümmelt, bucklig, lahm, blind oder sonst mißgestaltet sind, ob sie nicht mit einem Bruch, offenen Wunden oder sonstigen bösen Uebeln behaftet sind, – und alle solche Personen müssen unbedingt zurückgewiesen werden.

Kein Kriegsgefangener, sei er zu Wasser oder zu Lande gefangen worden, darf angenommen werden. Sobald 100 Rekruten angenommen sind, wird der Feldoffizier einen Capitain, zwei Subalterne und vier Sergeanten commandiren, die sie nach der Armee abzuführen haben, wo sie dem betreffenden Divisions- oder Brigade-Inspektor zu übergeben sind, welcher sie dann den verschiedenen Regimentern ihres Staates zuzutheilen hat. Der Feldoffizier selbst soll die letzten Rekruten abführen.

Wenn Sie dieses Arrangement für zweckdienlich erachten, meine Herren, so denke ich, daß Sie es sofort dem Oberbefehlshaber und den Generalen der einzelnen Staaten mittheilen müssen.«

Am 6. Februar 1780 fährt Steuben fort:

»Aus dem Umstande, daß unsere Cavallerie nicht mit Carabinern bewaffnet noch zu Fuß einexerzirt ist, wie die Dragoner in Europa, ergiebt sich das Uebel, daß sie sowohl im Felde wie im Quartier schlecht geschützt ist. Wenn sie sich etwas zu weit vor der Infanterie befindet, so ist sie vor Ueberfällen nicht sicher, weshalb die Armee gezwungen ist, eine Kette zur Sicherheit der Cavallerie zu bilden, statt daß diese eine Kette bilden sollten, um die Armee in der Fronte zu decken. Da unsere Cavallerie auf diese Weise zu weit vom Feinde entfernt ist, so kann sie selten die vorgeschobenen feindlichen Posten und Patrouillen aufheben. Will sie einen Streich auf eigene Hand ausführen, so hat sie einen Marsch zu machen, der die Pferde ermüdet, ehe es zum Treffen kommt.

Hätte unsere Cavallerie (wie es in Preußen und Frankreich der Fall) eine gewisse Anzahl Jäger oder leichte Infanterie bei sich, zur Deckung ihrer Linien im Feld und Quartier, zur Sicherung ihres Marsches, zur Unterstützung ihrer Unternehmungen und zur Deckung ihres Rückzuges im Falle der Noth, so würden, davon bin ich überzeugt, unsere Offiziere häufig bedeutende Streiche ausführen und dem Feinde äußerst störend werden. Jene Jäger müßten, von intelligenten Offizieren geführt, unter dem unmittelbaren Befehle des Legions-Commandanten stehen. Detachements der Linie werden nicht so zweckentsprechend sein wie Truppen, die in diesen Manoeuvren geschult und dem Corps-Commandanten bekannt sind.

Diese Gründe veranlassen mich außer Anderem zu dem Vorschlage, daß das Corps des Major Lee, welches bereits theilweise auf jenem Fuße steht, besser proportionirt, d. h. daß seine Infanterie, die jetzt 80 Mann zählt, auf gleiche Höhe mit der aus 150 Mann bestehenden Cavallerie gebracht werde. Diese Infanterie könnte dann in drei Compagnieen getheilt werden, deren jede darauf einer Schwadron Cavallerie attachirt würde. Der Ruf, den dieser Offizier bereits erlangt hat, würde es ihm leicht machen, die nöthige Anzahl Leute zu werben.

Ich finde diese kleine Vermehrung so nothwendig im Interesse des Dienstes, daß ich sie Ihrer Erwägung empfehle und Sie ersuche, dem Major Lee zu befehlen, daß er sein Corps bis zu der oben erwähnten Zahl rekrutire.«

Der Congreß nahm jedoch Steuben's Vorschläge zu dieser Zeit noch nicht an, sondern beschloß am 9. Februar 1780 nur, Resolutions, Acts and Orders of Congress VI. p. 26. daß die einzelnen Staaten für die bevorstehende Campagne
an oder vor dem ersten Tage des nächsten April ihr Contingent auf fünf und dreißig Tausend zweihundert und elf Mann, ausschließlich der Offiziere, welche Zahl der Congreß für das laufende Jahr nöthig hält, durch Ziehung oder auf anderem Wege bringen;

daß die Quote der einzelnen Staaten folgende sei: New-Hampshire 1215; Massachusetts-Bay 6070; Rhode-Island 810; Connecticut 3238; New-York 1620; New-Jersey 1620; Pennsylvanien 4855; Delaware 405; Maryland 3238; Virginien 6070; Nord-Carolina 3640; Süd-Carolina 2430, ausschließlich der Schwarzen; – daß alle diejenigen Leute, deren Dienstzeit nicht vor dem letzten September dieses Jahres erlischt, zu der Quote ihrer resp. Staaten gerechnet werden, ob sie zu den Linien-Bataillonen der einzelnen Staaten, zu den außerordentlichen Corps, einschließlich der Wachen, der Artillerie, Cavallerie oder der Handwerker im Departement des General-Quartiermeisters oder des General-Commissärs der Militär-Vorräthe gehören, da sie alle in der Quote der einzelnen Staaten einbegriffen, folglich mit den Linientruppen auf gleichen Fuß gestellt werden müssen; und es wird den einzelnen Staaten empfohlen, daß sie für die Offiziere, für die Mannschaft der Artillerie, Cavallerie und die außerordentlichen Corps, einschließlich der Wachen und Handwerker der Regimenter dieselben Vorkehrungen treffen, wie dieses von Seiten des Kongresses für die Offiziere und Truppen seiner Bataillone geschehen mag; bezüglich der Regiments-Handwerker indessen mit solchen Ausnahmen, wie sie der Kongreß festgestellt hat;

daß ferner der Oberbefehlshaber sofort angewiesen werden soll, den einzelnen Staaten genaue Listen über die zu ihrer Quote gehörigen und jetzt im Dienst befindlichen Truppen zu übersenden, damit die Regierungen der Staaten sogleich Schritte thun können, um die erforderliche Mannschaft mit Sicherheit ins Feld zu stellen.

Die folgenden Briefe enthalten sämmtliche auf den obigen Gegenstand bezügliche Details.

Steuben an Washington.

Philadelphia, 14. Februar 1780.

»Am Tage, vor welchem ich die Ehre hatte, Ew. Exzellenz Brief vom 8. d. zu empfangen, hatte ich Ihnen eine Copie des Congreß-Beschlusses gesandt, welcher die Zahl der Truppen, die jeder Staat für die nächste Campagne zu stellen hat, bestimmt. Wenn, wie ich hoffe, die Offiziere nicht eingeschlossen sind und wenn die Zahl der Leute, die nicht in der Linie verwandt werden, nicht unverhältnißmäßig ist, so wird unsre Armee beträchtlich stärker sein, als sie es zu Anfang der letzten Campagne war.

Es würde schwer sein; mit einiger Gewißheit unsere Geld-Ressourcen zu veranschlagen, und deshalb muß die Frage, ob wir uns offensiv oder defensiv verhalten sollen, auch eine Zeitlang unentschieden bleiben. In beiden Fällen aber müssen wir eine Armee haben, die mehr oder weniger stark und mit Waffen und Provision versehen ist. Meine dem Kongreß gemachte Vorstellung beschränkt sich auf diese beiden Punkte. Bei der vorgerückten Jahreszeit machte es mich besorgt, zu sehen, daß die Staaten vor meiner Ankunft noch nicht einmal zur Stellung ihrer Quoten aufgefordert waren und deshalb bot ich Alles auf, den Congreß zur Passirung jener Beschlüsse zu bewegen, die ich Ew. Exzellenz eingesandt habe.

Es steht noch dahin, ob die Staaten sämmtlich ihre volle Zahl stellen werden; doch glaube ich, daß sie wenigstens sofort mit dem Rekrutiren beginnen werden. Gesetzt aber, daß wir sämmtliche Leute bekommen, ist es dann nicht zu fürchten, daß es uns an Waffen mangeln werde? Auf eine Sendung von Frankreich können wir uns keine große Rechnung machen; das Mißgeschick, welches die Reise des Herrn Gerard verzögert hat, läßt uns kaum hoffen, daß wir vor nächsten Juni oder Juli etwas bekommen werden.

Der Kriegsrath theilt mir mit, daß wir nur auf ungefähr 500 Musketen aus den Magazinen rechnen können. Ich werde jedoch die genauesten Nachforschungen hierüber anstellen und erwarte mit größter Ungeduld die Waffenberichte von der Armee und vom General Knox. Zur Regulirung der Provisionen und sonstigen nothwendigen Artikel ist, wie ich höre, eine Commission ernannt worden.

Herr de la Luzerne hat den Tag seiner Abreise noch nicht bestimmt, doch glaube ich, daß er gegen Ende dieses Monats abgehen wird. Ich werde Ihnen zuvor Nachricht geben. Er wünscht sehr, mit den Mitteln, auf die sich der Congreß mit einiger Gewißheit verlassen kann, noch besser bekannt zu werden, ehe er über diesen Punkt mit Ew. Exzellenz sprechen möchte.«

Philadelphia 23. Februar 1780.

»Der Verzug, welcher nach Ihrem Briefe vom 18. beim Einsammeln der Berichte von allen den zerstreuten Corps stattfindet, ist ein Uebelstand, den ich befürchtete, sobald ich die Beschlüsse des Kongresses sah. Außerdem wird es fast unmöglich sein, die Berichte mit der nöthigen Genauigkeit abzufassen. Wir werden sicher zwei Monate verlieren zu einer Zeit, wo wir keine zwei Tage verlieren sollten.

Ich denke, daß, wenn jeder Staat seine Infanterie-Regimenter auf eine bestimmte Zahl gebracht und zu jeder Compagnie acht überzählige Mann, also 72 p. Regiment hinzugefügt hätte, so hätte man aus diesen Ueberzähligen die Handwerker der Artillerie und der Stabs-Departements rekrutiren können. Da sich solche Berechnungen unmöglich genau machen lassen, so wird gewöhnlich ein breiter Rand gelassen, um unvorhergesehene Punkte dahin zu setzen.

Ein Unwohlsein, welches mich einige Tage an's Haus gefesselt hat, und noch mehr die Abwesenheit des Hrn. Kanzlers Livingston hat mich verhindert, die Absichten des Congresses über die außerordentlichen Regimenter, die Cavallerie und die unabhängigen Corps kennen zu lernen. Wenn unsre Finanzen es erlaubt hätten, so würde ich gewünscht haben, daß diese zur selben Zeit, wo die Staaten ihre eigenen Regimenter durch Ziehung rekrutiren, durch Werbung rekrutirt würden.

Nach der Zahl der Mannschaft, welche wir für die nächste Campagne aufbringen können, muß sich die Quantität der Waffen, Munition etc. richten; aber die Ungewißheit über erstre verdunkelt uns alles Uebrige. Da wir indessen allgemeine Calculationen machen müssen, so bin ich der Ansicht, daß wir unbedingt 10,000 Musketen mehr haben müssen, als wir wirklich besitzen.

»Ich habe die Waffen-Fabriken und die Magazine in hiesiger Stadt besucht und daselbst 3200 Musketen fertig und in gutem Zustande gefunden. Der Kriegsrath hat mir außerdem Berichte gezeigt, wonach sich 2000 in Albany und ebensoviel in Carlisles befinden, die ebenfalls fertig und in gutem Stande sind, so daß die Zahl, welche ich für nöthig hielt, gegen Anfang April zusammen sein wird. Ich habe ferner in den Magazinen 4000 große Musketen gefunden, welche ohne Bajonett und für die Campagne zu schwer, dagegen in befestigten Plätzen sehr passend sind. Wenn Ew. Exzellenz es für zweckmäßig erachtet, so werde ich 2000 derselben reinigen und nach den Forts zu Westpoint senden lassen, wo sie von größerem Nutzen sein werden als in unsern Magazinen. Ferner habe ich 2000 neue Patrontaschen gefunden, welche jetzt an die Armee abgehen könnten. – Gestern sah ich einen soeben von Frankreich eingetroffenen Brief des Dr. Franklin, worin er sagt, daß er den König im letzten September von dem Gesuch des Congresses um Waffen, Munition und Kleidung für die Armee in Kenntniß gesetzt habe. Obwohl er des Erfolges noch nicht gewiß ist, so scheint er doch nicht an demselben zu zweifeln. So können wir denn hoffen, daß wir von dieser Seite mit den ersten ankommenden Schiffen Unterstützung empfangen und daß es uns weder an Waffen noch Munition gebrechen werde, um der Hartnäckigkeit des Königs von Großbritannien zu widerstehen, der, nach seiner letzten Thronrede zu schließen, den Krieg mit Kraft und Entschiedenheit fortzusetzen im Sinne hat. Ich würde nicht minder froh sein, wenn ich Ihnen versichern könnte, daß wir im Stande wären, unsre Armee mit Löhnung und Provision zu versehen. Der Kongreß bemüht sich jetzt, hierfür zu sorgen und Gott gebe es, daß es ihm gelingt, so wie er und ich es wünschen. Die Flotte des Grafen d'Estaing hat an der Europäischen Küste abermals einen Sturm zu bestehen gehabt.«

Philadelphia 15. März 1780.

»Seit Abgang des letzten Briefes, den ich an Sie zu schreiben die Ehre hatte, bin ich mit den Geschäften, welche ich zum Abschluß zu bringen gedachte, nicht im Geringsten vorwärts gekommen. Ehe ich weiß, ob die Zahl der Regimenter beibehalten werden, oder ob eine Einverleibung Statt finden soll, ist es unmöglich, irgend welche Berechnungen über ihre Formirung zu machen.

»Ich habe Alles aufgeboten, um den Congreß zur Entscheidung über diese wichtige Frage zu bestimmen und irgend ein System anzunehmen, damit Ew. Exzellenz und die Departements-Chefs ihre Anordnungen darnach treffen könnten: aber es scheint, daß der schlechte Zustand unsrer Finanzen alle Räder der ganzen Maschine zum Stocken gebracht hat.

»Der Kriegsrath hat einen Bericht gemacht, worin die Einverleibung eines Viertels der Armee in die übrigen drei Viertel vorgeschlagen ist. Dieser Bericht enthält, glaube ich, denselben Plan, welchen der Kanzler Livingston Ew. Exzellenz mitgetheilt hat. Es sind einige Anträge, über diesen Gegenstand zu berathen und zu beschließen, gestellt, doch ist die Entscheidung bis dahin noch aufgeschoben worden. Der Monat März ist schon mehr als halb dahin gegangen, und ich schaudre, wenn ich an die vielen wichtigen Anordnungen denke, die zwischen jetzt und dem Beginn der Campagne noch zu machen sind. Kein Tag vergeht, wo ich nicht den Einen oder den Andern ersuche, daß er dem Congreß die Nothwendigkeit, dieses Geschäft zum Schluß zu bringen, an's Herz lege. Vorgestern ging ich zum Kanzler Livingston und sagte ihm, daß ich bereit wäre, zur Armee abzugehen, da ich sähe, daß meine Gegenwart hier von keinem Nutzen wäre. Er bat mich, meine Abreise aufzuschieben und dem Kriegsrath meine Ansicht über die Bildung der Armee für die nächste Campagne mitzutheilen. Da dieser Gegenstand meine Aufmerksamkeit schon einige Zeit in Anspruch genommen hat, und da ich das Gute und Ueble, welches aus einer Incorporirung hervorgehen möchte, abgewogen und die Ueberzeugung erlangt habe, daß eine solche Operation in gegenwärtiger Krisis und beim Beginn einer Campagne, für die wir im Allgemeinen so schlecht vorbereitet sind, mit großer Gefahr verbunden sein würde, so habe ich keinen Augenblick gezögert, meine schriftliche Meinung so abzugeben, wie ich Sie Ew. Exzellenz hiermit kund zu thun die Ehre habe. Der Kriegsrath wird das Schreiben morgen dem Congreß einhändigen, und bin ich gespannt aus die Wirkung, die es hervorbringen wird.

»Sie wissen, verehrter Herr General, daß ich stets eine Verstärkung unserer Regimenter gewünscht habe; aber ich glaube, die Klugheit gebietet, daß wir in gegenwärtiger Krisis von den einfachsten Mitteln Gebrauch machen, und diese bestehen darin, die Corps so zu lassen wie sie sind und sie zu verstärken, so gut wir können. Welcher Art die Incorporation auch sein möge, sie wird eine allgemeine Veränderung im Körper der Armee, und vielleicht in demselben Augenblick, wo diese handeln sollte, hervorbringen. Außerdem müssen wir, da unsre Armee in dieser Campagne eine so große Anzahl von Rekruten haben wird, uns auf unsre Offiziere in Aufrechterhaltung guter Ordnung unter den Truppen verlassen können. Je kleiner die Masse undisziplinierter Leute ist, desto leichter ist es für den, der die Leitung derselben hat, sie zum Handeln zu bringen und im Fall der Verwirrung die Ordnung wieder herzustellen.

»Die Vakanzen der Subalternstellen in verschiedenen Regimentern scheint eins der Motive zu sein, welches uns am meisten zur Incorporation veranlassen sollte; aber ich denke, es ist besser, die Besetzung bis zum Ende des Feldzuges zu verschieben, und da unsre Compagnien nicht sehr stark sind, so halte ich zwei Offiziere für jede genügend, vorausgesetzt, daß die Brigadiers keinem Offizier während der Campagne Urlaub geben, so daß keiner außerhalb des Regiments anderweitig beschäftigt ist, daß ferner die Feldoffiziers-Compagnie zwei Subalterne habe und die übrigen Compagnien einen, wenn der Capitain da ist, und zwei, wenn er abwesend ist. Die als Quartier- und als Zahlmeister beschäftigten Offiziere könnten die Verwaltung ihrer Compagnien besorgen und dürften nur vom Dienst in der Linie befreit sein.

»Auf diese Weise würden 18 oder 19 Capitaine und Subalterne für den Dienst eines Regiments hinreichen und jedes Regiment könnte sechs Vakanzen haben. Außer den zahllosen Unannehmlichkeiten, welche ich von einer Incorporation oder Reduktion der Regimenter befürchte, finde ich die Entscheidung über das Verhältniß, nach welchem sie vorgenommen werden soll, am schwierigsten. Wenn wir dieses Verhältniß den einzelnen Staaten zu bestimmen überlassen, so werden wir einige Regimenter von 600 Mann haben, während andre nur 150 stark sind, und diesen Unterschied halte ich für die Quelle aller Unordnung in einer Armee.

»Nachdem das Verhältniß festgestellt ist, gesetzt, daß es sich um den vierten Theil handle, – so erhebt sich die Frage: Wie viel Regimenter hat jeder Staat zu reformiren? Jetzt hat z. B. Massachusetts 15 Regimenter, Pennsylvanien 11, New-Jersey 3 und Delaware 1. Bei solch einem Mißverhältniß sehe ich nicht ein, wie ein vierter Theil ohne große Schwierigkeit und Verwirrung reformirt werden kann. Solch eine Aenderung erfordert so ausgedehnte Berechnungen und so reifliche Erwägungen, daß wir in jetziger vorgerückter Zeit weder das Eine noch das Andre mehr in's Werk setzen können.

»Gestern hatte ich die Ehre, Ihren Brief vom 6. zu empfangen. Mit größter Genugthuung ersehe ich daraus, daß Sie die Berichte über den Ausfall der Truppen gesammelt haben. Ich fürchtete die Schwierigkeiten dieser Collection um so mehr, als ich die Nachlässigkeit und Ungenauigkeit verschiedener Offiziere in diesem wichtigen Punkte kenne. Es thut mir außerordentlich leid, Ew. Exzellenz bemerken zu müssen, daß der Kriegsrath den General-Bericht vom verflossenen Januar noch nicht empfangen hat, und daß die Berichte vom Dezember, wie von einigen früheren Monaten äußerst unvollständig sind.

»Behufs einer notwendigen Calculation forderte ich unlängst auf dem Kriegs-(raths)-Amt einen Bericht über General Poor's Brigade und fand, daß diese Brigade in keinem General-Berichte seit vorigem Frühjahr, wo sie zu General Sullivan's Corps stieß, aufgeführt war.

»Dieser sowie verschiedene andre Gegenstände, welche ich Ew. Exzellenz zur Erwägung unterbreiten werde, werden mich veranlassen, sobald wie möglich zur Armee abzugehn.«

» Vorschläge zur Bildung unsrer Armee für den nächsten Feldzug.

Die Truppenzahl, welche jeder Staat für die nächste Campagne zu stellen hat, gestattet uns zwar nur, unsre Linien-Infanterie-Regimenter auf eine Höhe zu bringen, die freilich unter dem bestimmten Satze ist, die uns aber erlaubt, jedes Regiment in ein Bataillon umzuwandeln, ohne die in den Regulativen bereits festgestellten Formirungs-Prinzipien zu verändern.

Wenn wir jedes Regiment auf 317 diensttüchtige Mann ausschließlich der Offiziere, Tamboure und Pfeifer, bringen und jedes in neun Compagnien theilen, so wird jede Compagnie aus 35 kampffähigen Leuten einschließlich des Sergeant-Majors und Quartiermeisters bestehen und eine Brigade von 4 Regimentern wird 1268 dienstfähige Mann zählen und die jetzt bei der Hauptarmee befindlichen 15 Brigaden werden einen Infanterie-Körper von 18,703 Mann ausmachen.

Nach dieser Berechnung werden wir gegen 3000 Mann Infanterie mehr haben als in der letzten Campagne, obgleich wir damals die Brigaden von Virginien und Nord-Carolina hatten, die jetzt zur Süd-Armee gehören. Wir haben dann weiter nichts zu thun als unsre Rekruten so rasch wie möglich zu sammeln, um die Regimenter einander gleich zu machen, die Truppen zu exerziren und in einigen Regimentern einige Subaltern-Offiziers-Vakanzen zu besetzen, damit wir die zum Dienst nöthigen Offiziere haben.

So werden wir jede Art von Reform und Incorporation vermeiden, welche unausbleiblich zu großer Unzufriedenheit unter einer Menge von Offizieren, die sich Verdienste um ihr Vaterland erworben haben, führen würde. Außerdem erfordert jede Incorporation nothwendigerweise eine Neubildung, welche nicht ohne große Zeitverschwendung vor sich gehen kann; es ist, möchte ich sagen, eine neue Schöpfung, die durch den Streit um Rang und Altersvorrecht, welcher bei solchen Arrangements stets vorkommt, um so schwieriger gemacht wird.

Wenn ich die Motive genau erwäge, die uns zur Verminderung der Zahl unsrer Regimenter veranlassen können, so finde ich, daß keins derselben stark genug ist, um die Unannehmlichkeiten aufzuwiegen, welche nothwendigerweise daraus hervorgehen müssen. Die Jahreszeit ist schon so weit vorgerückt, daß wir kaum Zeit genug haben, unsre Rekruten zu sammeln, sie einzuexerziren und unsre Compagnien und Bataillone für den nächsten Feldzug zu bilden.

Zu einer Zeit, wo tausend wichtige Gegenstände die Aufmerksamkeit des Congresses und des Oberbefehlshabers in Anspruch nehmen, werden sie, wenn eine Incorporation stattfindet, unaufhörlich durch Vorstellungen belästigt werden. Einige andere Schwierigkeiten, die ich specificiren könnte, werden unvermeidlich entstehen. Wenn wir statt dessen die Armee für die bevorstehende Campagne auf dem alten Fuße lassen, so werden wir Zeit genug haben, einen besser berechneten Plan zur Verminderung der Regimenter zu fassen, und diese furchtbarer zu machen; der Plan aber könnte am Ende der Campagne in Ausführung gebracht werden.

Was die außerordentlichen Regimenter anbetrifft, so denke ich, daß, wenn wir ihnen Urlaub und Geld gewähren, um gegen 300 Mann zu werben, sie auf demselben Fuße mit den Regimentern der verschiedenen Staaten erhalten werden können. Das Regiment des Obersten Gist ist der Virginischen Division zugetheilt worden; es bedarf zu seiner Completirung 164 Rekruten, welche in jenem Staate angeworben werden könnten. Die der Obersten Webb, Sherborn und Spencer haben im Ganzen 289 Rekruten nöthig, um mit den andern auf gleichen Fuß gestellt zu werden, und diese könnten in Maryland, Pennsylvanien, New-York und New-England geworben werden. Oberst Jackson's Regiment hatte bei der letzten Revue die volle Zahl von 317 Mann und braucht keine Rekruten. Nur bei Oberst Hazen's Regiment waltet eine Schwierigkeit ob, indem Hazen, gestützt auf ein besonderes Uebereinkommen mit dem Kongreß, ein Regiment von 20 Compagnien aufgebracht hat; davon hat er jedoch zwei Compagnien aufgegeben; so daß sein Regiment gegenwärtig aus 18 Compagnien besteht und ein doppeltes ist. In Folge dieser Formation ist er mit Feldoffizieren und sogar mit Capitains versehen, aber es fehlen ihm Subalterne und Gemeine. Sein Regiment besteht zum Theil aus Canadiern, sowohl Offizieren wie Gemeinen; diese haben ein Recht, den Schutz der Ver. Staaten zu beanspruchen, wie schwierig es auch immer sein mag, ihren Forderungen zu genügen. Hinsichtlich dieses Gegenstandes möchte ich vorschlagen, daß das Regiment des Obersten Livingston als das schwächste und meistens aus Canadiern bestehende mit dem des Obersten Hazen vereinigt würde ...

Bezüglich der Cavallerie halte ich dafür, daß es gegenwärtig unmöglich ist, sie auf den ursprünglichen Fuß zu bringen, daß aber ihre Zahl und Formation nothwendig festgestellt werden muß. Ich schlage nun für dieselbe das gleiche Mittel wie für die Formirung der Infanterie vor, d. h., ohne die Regimenter zu incorporiren und zu formiren oder die alte Formation zu ändern, sondern nur die Zahl der Leute und Pferde in jedem Regimente zu vermindern, so daß die Gesammtheit unserer Cavallerie die Zahl von 1000 Reitern nicht überschreitet.

Unsere jetzige Cavallerie besteht aus vier Regimentern, dem leichten Cavallerie-Corps unter Major Lee und der berittenen Gensd'armerie.

Jedes Regiment sollte auf 204 Mann einschließlich der Unteroffiziere und Trompeter gebracht werden. Das Regiment könnte aus drei Schwadronen und jede Schwadron aus 68 Mann bestehen. So könnte jede Schwadron in zwei Compagnien zerfallen und jede Compagnie aus 34 Mann zusammengesetzt sein, zu jeder Compagnie könnten außerdem sechs Ueberzählige zu Fuß gehören, so daß dann jedes Regiment 204 Pferde und 240 Mann, worunter 36 Fußsoldaten, stark wäre. Das Corps des Major Lee sollte 150 Reiter stark sein und nur seine Infanterie completirt werden. Die berittene Gensd'armerie sollte auf dem ursprünglichen Fuß von 40 Mann bleiben. Oberst Armand's Legion sollte unter der Leitung des Generals Lincoln bleiben und von ihm nach eigenem Gutdünken formirt werden.

So wird die Cavallerie ohne die oben erwähnte Legion in der Nord- und Süd-Armee 1006 Mann stark sein. Ich kann indessen nicht unterlassen zu bemerken, daß, so lange unsere Cavallerie keine Carabiner hat, um sich in ihren Quartieren zu schützen, einem jeden Regiment 150 Mann Fußsoldaten beigegeben werden sollten; sonst können wir unsere Cavallerie niemals in der Linie verwenden und sind verpflichtet, sie hinter unsrer Stellung zu placiren, wo sie stets von sehr geringem Nutzen sein wird.«

Steuben an Washington.

Philadelphia 28. März 1780.

»Die Vorschläge, welche ich dem Congreß bezüglich der Gestaltung der Armee machte und wovon ich Ew. Exzellenz eine Copie zu übersenden die Ehre hatte, liegen bis jetzt noch unerledigt auf dem Tische. Der Bericht des Kriegsraths über den Antrag, die Bataillone zu reduciren, ist indessen durch den beifolgenden Beschluß beseitigt, so daß jetzt jede Reduction oder Incorporation außer Frage ist und die Linien-Regimenter für die nächste Campagne mehr oder weniger von den betreffenden Staaten vermehrt werden. Was mit den außerordentlichen Regimentern und mit der Cavallerie geschehen soll, darüber kann oder will der Congreß nicht entscheiden; obwohl ich eher zu dem Glauben geneigt bin, daß der Verzug in dieser Angelegenheit seinen Grund in der großen Ursache alles unsres Mißgeschickes hat, ich meine, in dem schlechten Zustande unsrer Finanzen, der weder das Rekrutiren der Mannschaft noch den Ankauf der Pferde gestattet.

Ich bemerkte Ihnen, mein verehrter General, in meinem letzten Briefe, daß alle Räder der Maschine in's Stocken gerathen zu sein schienen. Von der Wahrheit dieser Bemerkung überzeuge ich mich mehr und mehr und muß gestehen, daß mir unsre Lage sehr kritisch vorkommt. Die letzten Beschlüsse betreffs des Geldes können, obwohl sie allen nur zu wünschenden Erfolg hatten, keine unmittelbare Aenderung zum Besseren herbeiführen. Es müssen einige Monate vergehen, ehe sich die guten Wirkungen fühlbar machen; und bis dahin sind wir in jeder Hinsicht gelähmt, während gerade in diesem Augenblick die größten Anstrengungen nothwendig wären.

Meine Besorgniß für unsre südlichen Angelegenheiten hat sich, offen gestanden, durch die letzten Nachrichten beträchtlich erhöht; denn danach scheint General Lincoln entschlossen, Charleston mit seiner ganzen Kraft zu vertheidigen: dieses aber halte ich für ein gewagtes Spiel.

»Eine andre Gefahr, die uns droht und die sehr zu fürchten ist, liegt in dem erklärten Bruch zwischen Virginien und Pennsylvanien: der letztere Staat hat wirklich ein Gesetz erlassen, wonach 1500 Mann zur Verteidigung seiner beanspruchten Rechte aufgebracht werden sollen. Alles dieses gewährt eine trübe Aussicht, die obendrein durch Cabalen und Factionen unter uns noch mehr verdüstert wird. Die Civil-Departements unsrer Armee sind zu einer Zeit, wo ihre ganze Aufmerksamkeit auf Vorbereitungen für die herannahende Campagne gerichtet sein sollte, in solch' einem Zustande von Verwirrung und Unzufriedenheit, daß ich sehr befürchte, daß sich unsre Angelegenheiten noch schlimmer gestalten als sie schon sind.

»Sie werden vielleicht denken, daß ich mich um Dinge ängstige, die außerhalb meiner Sphäre liegen; aber wenn Sie bedenken, daß mein ganzes Glück von unserm Erfolge abhängt, so werden Sie mich nicht tadeln wegen des Interesses, das ich an der Sache nehme. Dieselben Motive lassen mich befürchten, daß die nothwendigen Anordnungen niemals ohne Ihren persönlichen Beistand ernstlich getroffen werden, und ich frage Sie, ob Ihre Gegenwert im Kongreß in der jetzigen kritischen Lage unsrer Verhältnisse nicht absolut nothwendig ist. Ihr Recht auf das Vertrauen des Congresses und des Volkes ist zu wohl begründet, um nicht die größte Aufmerksamkeit für jeden Ihrer Vorschläge zu gebieten. Die Zeit ist kostbar und die Aussicht drohend. Ihre Gegenwart wird unseren Räthen ebenso wie unsrer Armeen neuen Muth einflößen. Meine Anhänglichkeit an die gute Sache und das achtungsvolle Vertrauen, welches ich gegen Sie hege, treibt mich zu dem dringenden Wunsche, Sie hier zu sehen.«

Washington an Steuben. Washington's Writings VII. 9.

Morristown, 2. April 1780.

»Die Vorschläge, welche Sie dem Congreß über die in der Armee für diese Campagne zu treffenden Einrichtungen gemacht haben, scheinen mir im Ganzen am besten für unsre Verhältnisse zu passen, besonders da wir schon so weit in der Jahreszeit vorgerückt sind, ohne daß wir etwas unternommen haben. Es freut mich, daß die vorgeschlagene Incorporation aufgeschoben ist. Ich bezweifle indessen, daß die Vermehrung der Cavallerie oder die Rekrutirung der noch fehlenden Mannschaft in jetziger Zeit thunlich ist, und zwar wegen der von Ihnen erwähnten äußersten Bedrängniß des Schatzes, welcher ganz erschöpft und ohne die hinreichenden Mittel für die laufenden Ausgaben des Dienstes zu sein scheint. Die gegenwärtige Krisis ist wirklich über alle Begriffe haarsträubend und es ist unendlich schwer, ein Mittel dagegen zu entdecken.

Wenn ich Ihren Plan über die außerordentlichen Regimenter billige, so geschieht es unter der Bedingung, daß der Congreß für die Besoldung der Offiziere sorgt und ihnen dasselbe aussetzt, was die übrigen Offiziere der Armee bekommen. Wenn dieses nicht geschehen kann, so können sie nicht im Dienst bleiben. Es gehen deßhalb unaufhörlich Gesuche an mich ein, und habe ich in dieser Angelegenheit soeben wieder an den Congreß geschrieben. Wenn die Lage der Offiziere nicht erträglicher gemacht werden kann, so wird es besser sein, jene Corps aufzulösen, die Mannschaft den Regimentern der Staaten einzuverleiben und die Offiziere mit dem Recht auf Pension, Unterhalt und sonstige Vergünstigungen, wie sie am Ende des Krieges beschlossen werden, zu verabschieden. Dies ist zwar ein übles Auskunftsmittel; aber es ist immerhin besser, als wenn sie sich in der Armee in einem elenden Zustande befinden und dabei doch nach kurzer Zeit zum Fortgehen gezwungen werden, während die Corps aus Mangel an Verpflegung rasch zusammenschrumpfen und so viele tüchtige Leute der Armee verloren gehen.

Ihre Besorgniß um die südlichen Angelegenheiten kann nicht größer sein als die meinige. Die Maßregel, die ganze Kraft auf die Vertheidigung von Charleston zu concentriren, hätte ohne Zweifel erst wohl überlegt werden sollen, ehe man sie beschloß. Es ist dabei zu viel gewagt; doch in dieser Entfernung können wir uns kein klares Urtheil über die Angemessenheit oder Notwendigkeit des Verfahrens bilden. Ich habe das größte Vertrauen zu General Lincoln's Klugheit; doch kann ich gleichwohl nicht umhin, für den Ausgang zu fürchten. Obwohl wir unsre hiesige Stärke kaum verringern können und wir durch die Leichtigkeit, womit der Feind seine Macht auf unseren schwachen Punkten zusammenziehen kann, gefährdet werden, so habe ich doch dem Congreß empfohlen, daß er die Marylander Division zur Verstärkung nach den südlichen Staaten abschicke. Obgleich dieses Detachement aller Wahrscheinlichkeit nach nicht rechtzeitig eintreffen kann, um in Charleston Dienste zu leisten, so mag es doch das Vorrücken des Feindes hemmen und die Carolinas retten.

Meine Ansichten über unsere öffentlichen Angelegenheiten stimmen völlig mit den Ihrigen überein. Unsere Aussichten, mein lieber Baron, sind düster und es drohen uns Stürme. Unter obwaltenden Verhältnissen Ihre Besorgniß nicht zu theilen, hieße den Eifer und das Interesse für unsere Sache, wodurch ihr ganzes Handeln geleitet wird, nicht fühlen. Ich hoffe aber, wir werden uns herauswinden und Alles zum glücklichen Ende führen. Im Verlauf dieses Krieges bin ich an Schwierigkeiten so sehr gewöhnt worden, daß ich sie mit mehr Ruhe als früher in's Auge zu fassen gelernt habe. Es wird zweifelsohne bedeutende Anstrengungen erfordern, um die jetzt uns entgegentretenden Schwierigkeiten zu überwinden, doch bin ich weit entfernt daran zu verzweifeln, daß es uns gelingen werde. Obwohl es mich erfreuen wird, wenn wir die Ehre haben, den Französischen Gesandten im Lager zu sehen, sobald es ihm passend dünkt, so haben Sie doch sehr recht daran gethan, ihn zu überreden, daß er seine Reise noch verschiebt. Ich wollte, ich könnte ihn der Beschwerden dieser Reise gänzlich überheben und ihm meine Aufwartung in Philadelphia machen; aber der Zustand unseres Heeres und andere Gründe gestatten mir nicht, mich zu entfernen.

Ihre schmeichelhaften Achtungsbezeigungen gegen mich veranlassen mich zu der Bitte, mein lieber Baron, daß Sie sich von meiner Seite der vollkommenen Gegenseitigkeit der Gefühle versichert halten mögen.«

Steuben an Washington.

Philadelphia. 6. April 1780.

Gestern hatte ich das Vergnügen, Ihr Geehrtes vom 2. d. zu empfangen. Die Notwendigkeit, daß etwas für die außerordentlichen Regimenter geschehen müsse, veranlaßte mich, dem Kriegsrath einen Brief zu schreiben, worin ich ihn dringend ersuchte, seine Aufmerksamkeit jenen Corps zuzuwenden; aber obgleich schon einige Tage verflossen sind und die Nothwendigkeit einer sofortigen Entscheidung über diese Angelegenheit anerkannt ist, so ist doch in Folge der Abwesenheit der Herrn Livingston und Pickering bis jetzt kein Bericht an den Congreß gemacht worden. Unter diesen Umständen schien mir nur noch ein Weg offen zu sein, auf dem für die Armee etwas geschehen könnte, und dies war die Ernennung eines Ausschusses mit der Vollmacht, in Gemeinschaft mit Ew. Exzellenz jede für die nächste Campagne nöthige Anordnung zu treffen, über die Formation und Alles, was sonst für die außerordentlichen Corps, der Cavallerie wie der Infanterie geschehen muß, zu beschließen, die Mittel zu beschaffen, damit die Offiziere derselben mit den übrigen Offizieren der Armee auf gleichen Fuß gestellt werden, kurz Alles zu thun, was nothwendig ist, um die Armee für die nächste Campagne in gehörigen Stand zu sehen.

Dieser mein Vorschlag ist während der letzten zwei Tage im Kongreß debattirt worden. Gestern machte mir Herr Lowell Hoffnung auf die Annahme desselben und seitdem habe ich erfahren, daß wirklich ein Comite ernannt worden ist, um für den erstgedachten Ausschuß Instruktionen zu entwerfen. Sobald ich erfahre, daß die Mitglieder wirklich ernannt sind, werde ich keine Zeit verlieren, mich unmittelbarer unter Ew. Exzellenz Befehle zu stellen.

So weit meine Beobachtungen reichen, habe ich bis jetzt noch nicht gesehen, daß der Staat Pennsylvanien den geringsten Schritt gethan hat, um seine Regimenter für die nächste Campagne zu rekrutiren. Ich weiß nicht, woran dieser Verzug liegt, doch sollte ich denken, daß ein Wink von Ew. Exzellenz an den Präsidenten einige Wirkung haben möchte.«

Der oben erwähnte Brief an den Kriegsrath ist folgender:

Philadelphia, den 29. März 1780.

»Ich sehe, daß der Congreß durch einen Beschluß vom 25. d. die Berathung über ein neues Arrangement der Armee bis zum nächsten 1. Dezember verschoben hat. Die Linien-Regimenter der verschiedenen Staaten werden deshalb auf ihrem gegenwärtigen Fuße bleiben und mehr oder minder durch die betreffenden Staaten completirt werden; aber was mit den verschiedenen außerordentlichen Regimentern und Corps geschehen soll, das bleibt jetzt noch zu entscheiden. Da diese Regimenter im Allgemeinen zu sehr reduzirt sind, um auf dem jetzigen Fuße bleiben zu können und da das einzige Mittel, sie durch Rekruten zu completiren jetzt unthunlich ist, so möchte ich vorschlagen, daß der General Washington ermächtigt würde, diejenigen Corps, welche nicht im Süden sind, zusammenzuziehen, indem er sie incorporirt oder sie auf eine andere ihm gut dünkende Weise zum Besten des Dienstes formirt. Ich möchte indessen nicht dahin verstanden werden, daß ich sie den Regimentern der verschiedenen Staaten einverleibt wünschte, im Gegentheil halte ich solch' eine Maßregel in diesem Augenblick für sehr übelwirkend, da in diesem Fall der größte Theil der Offiziere entlassen werden müßte. Ich kann bei dieser Gelegenheit nicht umhin, dem Rathe zu bemerken, daß in jenen Corps eine große Unzufriedenheit wegen der Nachtheile, unter denen sie im Vergleich zu den Truppen der einzelnen Staaten stehen, herrscht: denn, obgleich die einzelnen Staaten durch Congreßbeschluß Credit für die in jenen Corps dienenden Leute haben, so ist ihnen doch aus diesem Beschlusse noch niemals ein Nutzen, sei es durch Empfang von Rekruten oder von Unterstützung anderer Art erwachsen.

Das einzige Mittel zur Abhülfe besteht nach meiner Meinung in der Anstellung eines Commissairs, der sie mit Kleidungsstücken und anderen Artikeln versieht, wie sie die einzelnen Staaten ihren Truppen geben, und daß die Kosten den einzelnen Staaten zur Last geschrieben werden, da diese nach ihren Quoten dafür Credit empfangen haben; die Versorgung der Canadier und anderer nicht zu besonderen Staaten gehöriger Leute muß auf continentale Rechnung gehen. Ebenso müssen Mittel geschafft werden zur Versorgung der Artillerie, der Cavallerie und der übrigen Truppen, die in gleich unvortheilhafter Lage sind.

Betreff der Erhaltung der außerordentlichen Regimenter giebt es nur dieses Mittel, daß man ihnen gestatte sich zu rekrutiren und ihnen dazu Geld gebe; die Beförderung der Offiziere in dieser Linie sollte ebenso stattfinden wie in der Linie der verschiedenen Staaten.

Die kurze Zeit, welche wir noch bis zur Eröffnung der Campagne haben, wird den achtbaren Rath zweifelsohne veranlassen, diese Angelegenheiten sobald wie möglich dem Kongreß vorzulegen.«

Washington, welcher Steuben's Befürchtungen theilte, stellte dem Präsidenten des Congresses den beunruhigenden Zustand der Armee in einem Briefe vom 3. April 1780 vor, worauf dieser am 6. April im Einklang mit Steuben's Vorschlag ein Comite von Dreien ernannte, welches sich über diesen Gegenstand mit dem Oberbefehlshaber, dem Kriegsrath und Steuben in Berathung sehen sollte. Resolutions etc. of Congress VI. 52 und 54-56. Es wurde instruirt, sich ins Hauptquartier zu begeben und in Gemeinschaft mit dem Oberbefehlshaber solche Reformen und Aenderungen in allen Departements der Armee vorzunehmen, wie sie die gegenwärtige Lage erheische. Es wurde ermächtigt, in Übereinstimmung mit dem General Washington »die verschiedenen beigeordneten Corps zu reduciren oder den Staats-Regimentern einzuverleiben; die Departements der Kleiderlieferanten, der Quartiermeister, Commissaire und Hospitäler zu untersuchen und zu regeln, die verschiedenen Posten zu besuchen und danach zu sehen, daß die Regulative in Vollzug gesetzt würden; unnöthige Posten aufzuheben, andere zu errichten, untaugliche Offiziere zu entlassen, ungebührlicher Vertheilung der Rationen Einhalt zu thun, allen Mißbräuchen kräftigst zu steuern und überhaupt alle ihm gut erscheinende Einrichtungen in jenen Departements zu treffen, und endlich den Kongreß von Zeit zu Zeit über die getroffenen Maßregeln zu unterrichten.« Das Comite wurde durch Ballotement gewählt und bestand aus den Herrn Schuyler, Mathews und Peabody. Washington's Writings VII. 14 und 15. Es begab sich sofort zum Hauptquartier und war bis zum 11. August 1780 in Thätigkeit. Den Berichten, welche es im Laufe des Sommers erstattete, sind die Reformen zu verdanken, welche der Congreß im September und Oktober 1780 einführte.

Nachdem Steuben dergestalt den Zweck erreicht sah, den er in Philadelphia im Auge hatte, kehrte er Mitte April mit dem Comite in's Hauptquartier zurück. Er begleitete gleichzeitig den französischen Gesandten, Chevalier de la Luzerne, der dem Oberbefehlshaber jetzt endlich seine lang beabsichtigte Visite abstattete. Am 20. April 1780 kamen sie in Morristown an. Washington beorderte Steuben, ein paar Manöver zu Ehren des hohen fremden Gastes ausführen zu lassen. Das erste Manöver wurde am 24. April von vier Bataillonen ausgeführt, worauf der Obergeneral am 25. April auf den Wunsch des französischen Gesandten in einer General-Ordre »das Vergnügen hatte, den General-Major Baron von Steuben und die Offiziere und Leute der vier Bataillone zu benachrichtigen, daß das Aussehen und die Manöver der Truppen am gestrigen Tage seinen völligen Beifall gefunden und ihm die größte Befriedigung gewährt haben. Manuscript Order Book (Copie der Generalbefehle) in Steuben's Manuskript-Papieren (Mann in Utica).

Am nächsten Tage fand eine große Revue statt, die den höchsten Beifall des Herrn de la Luzerne und des Oberbefehlshabers erndtete, wie aus folgender General-Ordre vom 26. April hervorgeht: Ebendaselbst.

»Seine Exzellenz der Gesandte von Frankreich hat die Güte gehabt, sich in den wärmsten Ausdrücken des Beifalls über die gestrige Revue zu äußern. Eine so ehrenvolle Anerkennung kann nicht verfehlen, ein neuer Beweggrund für die wetteifernden Bestrebungen der Armee zu sein. Der General hat mit besonderer Befriedigung wahrgenommen, wie Jeder ohne Unterschied des Ranges sich beeiferte, die achtungsvolle Zuneigung gegen einen Herrn an den Tag zu legen, der dem Titel eines Repräsentanten des erlauchten Freundes und Alliirten dieser Staaten noch das Verdienst hinzufügt, daß er während seines Aufenthalts unter uns ausgezeichnete Beweise seiner aufrichtigen Bereitwilligkeit, ihr Interesse zu fördern, geliefert hat.«

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