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Leben auf dem Mississippi / Nach dem fernen Westen

Mark Twain: Leben auf dem Mississippi / Nach dem fernen Westen - Kapitel 41
Quellenangabe
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typenarrative
authorMark Twain
titleLeben auf dem Mississippi / Nach dem fernen Westen
publisher
seriesLehr- und Wanderjahre
volumeI. und II
year1900
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
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Zwanzigstes Kapitel.

Wir näherten uns dem Ende unserer langen Fahrt. Es war der Morgen des zwanzigsten Tages. Um Mittag sollten wir Nevadas Hauptstadt, Carson City, erreichen. Wir freuten uns nicht, im Gegenteil, wir waren betrübt darüber. Es war eine schöne Vergnügungsreise gewesen; Tag für Tag hatten wir uns mit Wundern gemästet; wir waren an das Leben in der Postkutsche jetzt völlig gewöhnt und hatten es sehr lieb gewonnen; so hatte der Gedanke, nun an einem Ruhepunkt angelangt zu sein, und sich zu einem langweiligen Leben in einem Landstädtchen niederlassen zu sollen, nichts Anmutendes, im Gegenteil etwas Niederschlagendes.

Augenscheinlich war unsere neue Heimat eine von öden, schneebedeckten Bergen eingeschlossene Wüste. Pflanzenwuchs war außer dem endlosen Salbeigebüsch und Fettholzgesträuch nicht vorhanden. Die ganze Natur hatte einen grauen Anstrich davon. Wir gingen wie ein Pflug tief durch Alkalistaub, der sich in dichten Wolken erhob und über die Ebene wälzte wie der Rauch von einem brennenden Hause. Wir waren damit bestäubt wie Müller; ebenso der Wagen, die Maultiere, die Postbeutel, der Kutscher – wir teilten vollkommen die eintönige Färbung mit dem Salbeigebüsch und der Landschaft rings umher. Lange Reihen von Frachtwagen, die ganz in aufsteigende Staubmassen gehüllt waren, erinnerten aus der Entfernung an Bilder von Prairiebränden. Diese Gespanne mit den dazu gehörigen Fuhrleuten waren das einzige Leben, das wir erblickten. Im übrigen waren wir auf unserer Fahrt rings von Einsamkeit, Schweigen und Öde umgeben. Alle zwanzig Schritt kamen wir an dem Gerippe eines gefallenen Lasttieres vorüber, dessen staubbedeckte Haut sich straff über die fleischlosen Rippen spannte. Oft saß ein Rabe gravitätisch auf dem Schädel oder Hüftknochen und betrachtete sich die vorbeifahrende Post mit beschaulicher Heiterkeit.

Allmählich tauchte Carson City in der Ferne auf. Es schmiegte sich an den Rand einer großen Ebene und war eine genügende Anzahl von Meilen entfernt, um sich wie ein Haufen weißer Punkte im Schatten einer finster darauf niederblickenden Kette von Bergen auszunehmen, deren Gipfel jeder Gemeinschaft mit den Angelegenheiten dieser Erde und jedem Gedanken an solche weit entrückt schienen. Wir fuhren an, stiegen aus, und die Post ging weiter. Seinen Aufenthalt in Carson und Nevada schildert der Verfasser im nächsten Band. Der Herausg.

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