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Kuttel Daddeldu

Joachim Ringelnatz: Kuttel Daddeldu - Kapitel 53
Quellenangabe
typepoem
booktitleKuttel Daddeldu
authorJoachim Ringelnatz
firstpub1920
year1924
publisherKurt Wolff Verlag
addressMünchen
titleKuttel Daddeldu
created20050211
sendergerd.bouillon
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Joachim Ringelnatz

Vorm Brunnen in Wimpfen

Du bist kein du,
Wasser. – Hättest nicht Ruh,
Mich auszuhören.

Ihr fließet immerzu
Und immer weiter und möglichst weit.

Wie euch der Brunnen aus eisernen Röhren
In den heißen Althäuserplatz speit,
Erdengeläutert und ausgekühlt;
Da ihr alte und neue Zeit
Und den Himmel abkonterfeit, –

Siehet mein durstiges Staunen
In euch doch immerzu andre.
Immer wieder mit über den Rand gespült,
Fängt es aus eurem Raunen
Nur eines auf: Wandre!

Von euch möcht' ich trinken.

Ihr würdet lau, wenn ihr stehenbliebt,
Ihr würdet trüb. Ihr würdet verweilend
Faulen und stinken.

Was kümmert's euch, ob ein Mensch euch liebt.
Dauernd zerteilt euch selber enteilend,
Seid ihr getrieben ein treibendes
Ganzem, rein Bleibendes.

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