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Kuttel Daddeldu

Joachim Ringelnatz: Kuttel Daddeldu - Kapitel 47
Quellenangabe
typepoem
booktitleKuttel Daddeldu
authorJoachim Ringelnatz
firstpub1920
year1924
publisherKurt Wolff Verlag
addressMünchen
titleKuttel Daddeldu
created20050211
sendergerd.bouillon
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Joachim Ringelnatz

Miß Longwieles Stoßgähnen

(Ein Chanson)

Uah! Ich wollte, ich hätte
An Stelle meiner Beine zwei
Stuhlbeine aus Holz oder Blei –.
Dann wünschte niemand sich das Zeugs ins Bette.

Mein Unterrücks – müßte ein – –
Müßte eine Plakatsäule sein.
Ach nein.
Wie dumm!
Dann stünden sie ja erst recht herum.

Mein Busen – (schöner Gedanke)
Wäre eine Planke,
Mit Stacheldraht
Und frisch geteert.
Dann käme der nächste Soldat,
Sagte: »Danke.
Ganze Abteilung kehrt!«

Und an meiner Nase hinge
Ewig ein Hühnerei,
Und bei jedem Niesen ginge
Das Ei entzwei.
Wären die Augen aus Stein,
Schwarz die Zähne und ohne Schmelz – –

Einmal arm möcht' ich sein,
Einsam, verachtet, bedauert. –

Reich mir den Pelz.
Anspannen! Mich schauert.

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