Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Egon Friedell >

Kulturgeschichte des Altertums

Egon Friedell: Kulturgeschichte des Altertums - Kapitel 48
Quellenangabe
typetractate
booktitleKulturgeschichte des Altertums
authorEgon Friedell
year2009
firstpub1936
publisherDiogenes Verlag
addressZürich
isbn978-3-257-23881-5
titleKulturgeschichte des Altertums
pages957
created20120603
sendergerd.bouillon@t-online.de
secondcorrectorHerbert Niephaus
Schließen

Navigation:

Die Ägäis

Was im Süden die Wüstentafel, das vollbringt im Norden der Mittelmeerwelt die Mauer riesiger Gebirgszüge: an die Pyrenäen reihen sich die Cevennen, die Alpen, der Balkan, der Kaukasus. Dieser nach oben und unten sehr gut abgegrenzte Erdteil ist nur um etwa ein Viertel kleiner als Europa, und wenn 100 wir Rußland abrechnen, wozu wir heute nicht nur berechtigt, sondern fast verpflichtet sind, sogar bedeutend größer. Man muß allerdings in Rechnung ziehen, daß dieses Gebiet die beiden größten Binnenmeere, das Mittelländische und das Schwarze, einschließt und seine Haut daher zu zwei Dritteln aus Wasser besteht. Dieses Verhältnis erscheint in verkleinertem Maßstabe noch einmal bei Griechenland (in seinen heutigen Reichsgrenzen), das, an Umfang ein europäischer Großstaat, höchstens zu einem Drittel Land ist. Nach dem allgemein akzeptierten Vorschlag Alfred Philippsons faßt man das Ägäische Meer mit seinen sämtlichen Inseln und Landsäumen unter dem Namen »Ägäis« zusammen, als eine geographische und historische Einheit etwa vom Range des heutigen Mitteleuropa. Gleichwohl ist die Ostgrenze Mediterraniens die einzige, die sich nicht völlig eindeutig bestimmen läßt. Bei Kleinasien und Syrien steht die Zugehörigkeit außer Frage; ist aber auch noch Mesopotamien ein Glied der Mittelmeerwelt? Geographisch bestimmt nicht; aber eigentlich auch nicht historisch. Der Alexanderzug war eine Episode, und das Römische Reich war, vorübergehende Schwankungen abgerechnet, am Euphrat zu Ende. Selbst die Perser haben in die antike Geschichte immer nur hineingeragt, etwa wie Rußland in die europäische. Aber kulturell war der Einfluß Vorderasiens, zumal Babyloniens, so außerordentlich, daß es doch einbezogen werden muß. Indien und China hingegen sind für die alte Geschichte, wie gesagt, Mondgebiete.

 

 << Kapitel 47  Kapitel 49 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.