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Kulturgeschichte des Altertums

Egon Friedell: Kulturgeschichte des Altertums - Kapitel 398
Quellenangabe
typetractate
booktitleKulturgeschichte des Altertums
authorEgon Friedell
year2009
firstpub1936
publisherDiogenes Verlag
addressZürich
isbn978-3-257-23881-5
titleKulturgeschichte des Altertums
pages957
created20120603
sendergerd.bouillon@t-online.de
secondcorrectorHerbert Niephaus
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Der griechische Westen

Der griechische Westen hingegen war eine Art Amerika: eine Kolonistenwelt auf einem unerschöpflich fruchtbaren Boden, mit einer Kunst und Kultur aus zweiter Hand, einer ungriechischen Passion für »Tempo« und Augenblickswirkung, Protzerei und Elefantiasis (Apollotempel von Selinus und Zeustempel von Agrigent, in dessen Säulenrinnen ein Mensch Platz hatte) und einer gewissen Prädestination für Humor (sizilische Komödie) und Okkultismus (Pythagoreer), als Land des Mammonismus und der unbegrenzten Möglichkeiten das hoffnungsreiche Ziel aller »Europamüden«: nur muß man bei dieser Parallele sich die »Neue Welt« der Antike natürlich in sehr verjüngtem Maßstabe vorstellen und nicht vergessen, daß die Großgriechen eben doch auch Griechen waren und ihren Geist und Geschmack auch in die Fremde mitnahmen. Gegenüber, im Golf von Tunis, lag Karthago, die »Neustadt«, schon damals eine sehr bedeutende Macht, die Metropole eines großen afrikanischen Reichs, die reichste phönizische Handelszentrale, die ihre Mutterstadt Tyros längst überflügelt hatte, und Gebieterin über große Teile Spaniens, Sardiniens und Siziliens und damit der natürliche Erbfeind jeder italischen Bevölkerung, ob es Etrusker, Griechen oder Römer waren; im übrigen war seine Kultur weder barbarisch noch eigenwüchsig, sondern stand ungefähr in demselben Maße unter hellenischem Einfluß wie später die römische. 790

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