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Kulturgeschichte des Altertums

Egon Friedell: Kulturgeschichte des Altertums - Kapitel 390
Quellenangabe
typetractate
booktitleKulturgeschichte des Altertums
authorEgon Friedell
year2009
firstpub1936
publisherDiogenes Verlag
addressZürich
isbn978-3-257-23881-5
titleKulturgeschichte des Altertums
pages957
created20120603
sendergerd.bouillon@t-online.de
secondcorrectorHerbert Niephaus
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Salamis

Diese vielleicht denkwürdigste Seeschlacht der Weltgeschichte fand zwei Monate später statt, am 28. September 480. Durch die Einnahme der Thermopylen war ganz Mittelgriechenland in die Hände der Perser gefallen. Aber weder die Athener noch die Spartaner dachten an Unterwerfung: Diese zogen sich hinter die Isthmoslinie zurück, jene verließen mit Weib und Kind die Stadt. Der Feind verwüstete Attika und verbrannte die Akropolis. Für Themistokles kam nun alles darauf an, Xerxes in dem Sund von Salamis, wo die persische Flotte sich nicht entfalten konnte, zur Annahme einer Schlacht zu bringen. Er sandte ihm daher einen Brief, worin er ihm schrieb, die Verbündeten seien demoralisiert und uneins, wenn er jetzt angreife, könne er den Krieg mit einem Schlage beendigen. Für einen Kenner griechischer Verhältnisse hatte diese Nachricht nichts Unwahrscheinliches, und so entschloß sich der Großkönig, loszuschlagen. Obgleich die Mannschaften, da sie unter seinen Augen fochten, die größte Tapferkeit entwickelten, kam es, wie Themistokles vorausgesehen hatte: die vielen Schiffe waren einander so hinderlich, daß sie nicht einmal einen geordneten Rückzug bewerkstelligen konnten. Die Schlacht begann am frühen Morgen und dauerte bis zum Abend; als zwei Stunden nach Sonnenuntergang der Mond aufging, beleuchtete er nur persische Leichen, Wracks und Flüchtlinge. Um dieselbe Zeit, nach der griechischen Tradition sogar an demselben Tage, siegte Gelon am Flusse Himera über die Karthager. Ein Jahr später, im September 479, fiel bei Plataiai auch die Entscheidung im Landkrieg der Griechen und Perser. Die Terrainverhältnisse waren ähnlich wie bei Marathon: die Flanken der Hopliten gegen Reiterangriffe durch Bergabhänge gedeckt. Aber 777 auch der persische Feldherr hatte Vorsicht gelernt, und so standen sich die beiden Heere tagelang unbeweglich gegenüber. Schließlich kamen die Griechen, die bereits unter dem Geplänkel der Reiter und Bogner erheblich zu leiden begannen, auf den rettenden Einfall, ihre Flotte nach Asien zu entsenden, eine für die Perser höchst gefährliche Aktion, und daraufhin blieb Mardonios nichts übrig, als den Angriff zu wagen. Er fiel mit der Kerntruppe seines Heers; die Reiterei vermochte wenigstens den Rückzug zu decken. Das befestigte Lager der Perser mit dem Harem, dem Marstall, der Hofküche und großen Massen gemünzten Goldes wurde erstürmt. Die Lanze hatte über den Bogen gesiegt.

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