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Kulturgeschichte des Altertums

Egon Friedell: Kulturgeschichte des Altertums - Kapitel 312
Quellenangabe
typetractate
booktitleKulturgeschichte des Altertums
authorEgon Friedell
year2009
firstpub1936
publisherDiogenes Verlag
addressZürich
isbn978-3-257-23881-5
titleKulturgeschichte des Altertums
pages957
created20120603
sendergerd.bouillon@t-online.de
secondcorrectorHerbert Niephaus
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Die griechischen Dialekte

Eine eigentümliche Erscheinung ist es, daß es niemals ein »Hochgriechisch« gegeben hat, sondern nebeneinander vier große Literaturdialekte: das Ionische, Dorische, Aiolische und Attische. Ionisch schrieben Homer und Hesiod, die Elegiker und Iambographen, Hekataios und Herodot, Hippokrates und die Hippokratiker, dorisch Epicharm, die Pythagoreer und alle Chorlyriker, an ihrer Spitze Pindar. Das Aiolische hat in Sappho und Alkaios seine Hauptrepräsentanten, das Attische in Aristophanes, Plato, den Rednern, den Tragikern. Bei diesen war der Dialog attisch, die Chordichtung dorisch oder stark dorisierend: Es war dies ungefähr so, wie wenn wir in der Oper die Solisten hochdeutsch, die Choristen plattdeutsch singen ließen, und dabei wäre bei uns der Kontrast nicht einmal so fühlbar, weil man die Ensembletexte ja ohnehin nicht versteht. Der Dialekt hatte nichts mit der Herkunft des Autors zu tun, sondern hier walteten nur ästhetische und traditionelle Rücksichten. Ein Epos zum Beispiel in einer anderen als der ionischen Mundart zu schreiben, wäre ganz unmöglich gewesen.

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